Mitglied inaktiv
Hallo, ich schreibe nicht, weil ich selber ein Problem habe, sondern eine sehr liebe Freundin von mir. Wir waren früher Arbeitskolleginnen, und haben immer so rumgeblödelt, daß wir gleichzeitig Schwanger werden wollen - ha ha - und wie lustig das wäre etc. Tja, vor 2 Jahren stellte sich dann heraus, das der Mann meiner Freundin ein sehr schlechtes Spermiogramm hat, d.h. das ICSI für die beiden die einzige Lösung ist. Meine Freundin ist eine sehr "toughe" Person, hat nicht sehr lange lamentiert und mit dem Schiksal gehadert, sondern gleich losgelegt... Ungefähr 3 Monate nach IHRE ersten ICSI war ICH schwanger! Unsere Freundschaft wird seitdem auf eine harte Probe gestellt, da sie anfangs - trotz guten Willens - nicht mit meiner Schwangerschaft zurechtkam. Inzwischen ist mein Sohn 5 Monate alt und das Verhältnis zu meiner Ferundin wird langsam wieder etwas besser. Inzwischen hat sie 9 ICSI hinter sich, ist natürlich entsprechend "ausgepowert" (hat auch beruflich ziemlichen Stress) und ich würde sie so gerne ein bißchen aufbauen... Wie sind denn Eure Erfahrungen, kommt es öfter vor daß man so viele Versuche starten muss bevor sich mal ein Embryo überhaupt einnistet? Ihr Arzt sagt, sie soll den Mut nich verlieren - aber der verdient ja auch ganz gut an den Behandlungen! Ich würde mich freuen, wenn ein paar von Euch mir Ihre ICSI-Erfahrungen schreiben würden, vielleicht kann ich meiner Freundin ja ein bißchen Positives berichten. Ansonsten dücke ich Allen die Daumen, daß es bald klappt!!!!! LG Pam
Sali Du Ich kann vorallem das Problem zwischen Euch beiden verstehen, ich hatte auch die glorreiche Idee, zusammen mit meiner besten Freundin die Pille abzusetzen...sie wurde nach 10 Monaten schwanger, bei uns tat sich nichts. Das ist sehr sehr hart, und man weiss ja selber, dass Eifersucht eine blöde Sache ist, aber man kann sich einfach nicht dagegen wehren. Bei mir wurde es auch erst leichter, als ihre süsse Tochter so ein paar Monate alt war, und ich habe mich sogar mit dem Gedanken getröstet, dass ich wenigsten diese Kleine aufwachsen sehe, wenns selber schon nicht klappt. Mein Mann hatte auch ein katastrophales Spermiogramm, eine künstliche Befruchtung haben wir aber abgelehnt. Vor genau einem Jahr wurde meinem Mann dann eine Krampfader am Hodensack entfernt (war wirklich nur eine kleine Operation, aber gemäss Urologe soll das das Hauptübel bei mehr als einem Drittel kinderloser Männer sein !!!)und nun bin ich nach fast 5 Jahren üben in der 20 ssw Halleluja :-) Was mich so ärgert ist, dass man uns nicht schon früher auf das Problem mit der Krampfader undersucht hat. Wie sieht das beim Mann Deiner Freundin aus? Ich weiss, das ist nur ein ganz kleiner Hoffnungsschimmer, aber vielleicht hat bei ihm ja auch noch kein Arzt daran gedacht??? Also, bitte hab Verständnis für Deine Freundin, es ist aus eigener Erfahrung echt nicht einfach, das Glück der anderen zu sehen und kaum Hoffnung zu haben..hoffentlich erlebt sie bald auch ein solches Happy-End wie ich, ich wünsche es ihr von Herzen:-) Tschüsli und alles Liebe Marlies mit Bärchen im Bauch
allerdings habe ich auch ein kind dabei "geschafft". 9 erfolglose ICSI ist schon sehr belastend und ungewöhnlich. Auch finanziell muss dies ein enormer Aufwand für Deine Freundin sein, denn dies zahlt keine Krankenkasse mehr und pro ICSI-Versuch musst man ca. 8.000,-- DM rechnen. Ich halte die Chancen Deiner Freundin nicht mehr für sehr hoch - allerdings sieht ja der Arzt noch Chancen, sonst würde er nicht weitermachen (wenn er fair ist). Man müsste mehr über Deine F. wissen. Wahrscheinlich ist es so, dass die Befruchtung und der Transfer ganz gut klappt - es aber dann zu keiner Schwangerschaft kommt. Dies ist bei mir auch der Fall und ganau hier sind auch die Grenzen der deutschen Reproduktionsmedizin erreicht. In Deutschland ist kein selektiver Blastozystentransfer und kein Hatching erlaubt. Genau dies sind jedoch die derzeit modernen wissenschaftlichen Methoden um Frauen mit "Einnistschwierigkeiten" zu unterstützen. Insgesamt weiß man jedoch über genau diese Themtik noch nicht so viel. Die Reproduktionsmedizin hat sich in den letzten zehn Jahren starkt auf die Verbesserung der Reifung/Punktion/Laborkultivierung und natürlich der Befruchtung konzentriert. Erst seit kurzem wird verstärkt auf das was "danach" kommt geachtet. Problematisch ist dies u.a. deswegen, weil mit diesem Forschungsgebiet auch gleichzeitig Erkenntnisse darüber gewonnen werden wie man insgesamt die Fertilität einer Frau verlängern kann und so gibt es immer wieder Presseberichte über "alte" Frauen (über 45 aber schon auch mal über 50) die mit eigenen Kindern schwanger sind. Aber wie gesagt, ich kenn das Problem Deiner F. nicht - falls es eher ein Befruchtungsproblem ist, sollte sie nach soviel Versuchen aufhörne - Wenn es wie bei mir immer ordentliche Befruchtungen gibt, aber eben keine Schwangerschaft denkt man halt immer, dass alles i.O ist und es beim nächsten Mal klappt - warum es nicht klappt sagt einem dann auch kein Arzt Einen schönen Gruß an Deine Freundin und steh ihr bei. Romy1
Du kannst Deiner Freundin ja mal dies ausdrucken, darauf soll sie mal ihren Arzt ansprechen. Wenn nach 9 ICSI darüber allerdings noch nicht gesprochen wurde hat sie definitiv den falschen Arzt: Warum Polkörperchendiagnostik? Um die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft zu erhöhen, werden der Mutter nach IVF/ICSI mehrere (in Deutschland maximal drei) Embryonen rückübertragen. Leider ist dadurch die Wahrscheinlichkeit von Mehrlingsschwangerschaften ebenfalls erhöht. Höhergradige Mehrlingsschwangerschaften gehen mit vielen Komplikationsmöglichkeiten für Mutter und Kinder einher und sind daher unerwünscht. Mehrlingsschwangerschaften können vermieden werden, wenn weniger als drei Embryonen transferiert werden. Um zu einer Schwangerschaft zu führen, müssen diese Embryonen aber von hoher Qualität sein. Die Schwierigkeit besteht darin, diese qualitativ hochwertigen Embryonen zu bestimmen. Hierzu bieten sich mehrere Methoden allein oder in Kombination an, nämlich die Blastozystenkultur, die morphologische Beurteilung voll Vorkernstadien und die Präkonzeptionsdiagnostik. In Deutschland scheint die Präkonzeptionsdiagnostik in Form der Polkörperchenanalyse die vielversprechendste Methode zur Identifizierung qualitativ hochwertiger Eizellen zu sein, da die Vorteile der Blastozystenkultur aufgrund des EmbryonenSchutzGesetzes (nur drei Vorkernstadien dürfen befruchtet werden) nicht zum Tragen kommen und die morphologischen Beurteilung der Vorkernstadien unsicher ist. Mit zunehmendem Alter der Frau nimmt die Wahrscheinlichkeit schwanger zu werden ab. Von vielen IVF--Zentren wird weltweit übereinstimmend berichtet, daß die Implantationsrate bei Patientinnen zwischen 35 und 42 Jahren um 30-50% niedriger liegt, als bei Patientinnen zwischen 25 und 34 Jahren. Die Abnahme der Implantationsrate bei Frauen fortgeschrittenen Alters liegt allerdings nicht an der mangelnden Fähigkeit der Gebärmutter, den Keim aufzunehmen, sondern in der schlechteren Qualität der zur Verfügung stehenden Eizellen. Ein maßgebliches Qualitätsmerkmal ist die richtige chromosomale Ausstattung der Eizelle, d.h. ob während der Eizellreifung die Chromosomen richtig auf Eizelle und Polkörperchen verteilt wurden. Chromosomenfehlverteilungen während der Eizellreifung sind häufig und nehmen mit zunehmendem Alter der Mutter zu. Altersabhängig zeigen schon bis zu 50% der heranreifenden Eizellen genetische Defekte, viele dieser Eizellen können nicht befruchtet werden. Von den befruchteten Eizellen entwickeln sich ca. 50% bis zur Blastozyste, von diesen kann sich aber wieder nur ca. die Hälfte in der Gebärmutter einnisten. Von diesen frühen Schwangerschaften gehen nochmals ca. 30% zugrunde. Ca. 50% dieser Frühaborte sind auf Chromosomenfehlverteilungen, die sich schon während der Eizellreifung ereignet haben können, zurückzuführen. Bei Betrachtung von nur 5 der 23 Chromosomen erkennt man, daß über 43% der Eizellen für diese 5 Chromosomen genetisch abnormal sind- Eizellen und frühe Embryonen mit Chromosomenfehlverteilungen (Aneuploidien) unterscheiden morphologisch nicht von normalen Eizellen/Embryonen ! Vorkernstadien mit gesundem Chromosomensatz können mittels Polkörperchen-FISH identifiziert und für die Befruchtung ausgewählt werden. Wie lunktioniert die Polkörperchendiagnostik? Während der Eizellreifung teilt sich die Oozyte in eine große Eizelle und eine kleine Zelle, das 1. Polkörperchen (PK). Nachdem das Spermium in die Eizelle eingedrungen ist teilt sich die Eizelle erneut und produziert so das 2. Polkörperchen. Das erste und das zweite Polkörperchen enthalten beide eine Kopie des genetischen Materials der Eizelle, werden für die weitere Entwicklung aber nicht gebraucht. Nach Eröffnung der Zona pellucida werden die Polkörperchen entnommen und mit Hilfe fluoreszenzfarbstoffmarkierter genetischer Proben untersucht (Fluoreszenz In Situ Hybridisierung oder FISH). Das Ergebnis dieser Untersuchung läßt auf die chromosomale Ausstattung der Eizelle schließen und Eizellen mit spezifischen chromosomalen Fehlern können identifiziert werden. Dadurch lässt man nur die Eizellen mit korrektem Chromosomensatz zur Befruchtung zu und selektiert So auf Embryonen, die die beste Chance zur Implantation und nachfolgender Schwangerschaft haben. Welche Nachteile/Risiken gibt es? Mit der Polkörperchenanalyse kann ausschließlich die mütterliche Seite betrachtet werden. Allerdings sind Chromosomenfehlverteilung in über 90% der Fälle (je nach Chromosom) auf Fehler während der Eizellreifung zurückzuführen, So daß die väterliche Seite vernachlässigt werden kann. Nachteile der Methode sind: eine mögliche Verringerung der Eizellzahl aufgrund einer Beschädigung während der PK-Entnahme; möglicher Verlust eines oder beider Polkörperchen (dann läßt sich über die zugehörige Eizelle keine Aussage machen); vereinzelt nicht auswertbare FISH-Ergebnisse. Es besteht die Möglichkeit, daß die Analyse sämtlicher Polkörperchen negativ ausfällt und keine Eizelle zur Befruchtung zur Verfügung steht. Die Polkörperchendiagnostik ist eine recht junge Technik, die ständig Verbesserungen erfährt. Bis heute wurden weltweit mehr als 400 Babies nach Präkonzeptionsdiagnostik geboren; es wurde kein schädlicher Effekt auf Befruchtung, prä-- und postimplantativer Entwicklung beobachtet. Die Polkörperchendiagnostik gibt keine Garantie für ein gesundes Kind, da lediglich Chromosomenfehlverteilungen einiger, nicht aller, Chromosomen untersucht werden können. Wer profitiert von der Polkörperchendiagnostik? Die Schwangerschaftsrate ist bei Frauen fortgeschrittenen Alters (>34 Jahre) nach IVF/ICSI deutlich reduziert im Vergleich zu jüngeren Frauen (