Mitglied inaktiv
Hallo, ich traue mich ja kaum, mit einem Anliegen an die Öffentlichkeit zu gehen, weil ich mich so schrecklich für meine Vergangenheit schäme. Im Alter von 16 habe ich einen SS-Abruch vornehmen lassen, weil es damals für mich unmöglich war, ein Kind zu erziehen. Heute sehe ich das anders, aber jetzt ist es leider zu spät. Nun bin ich 30 und wir wünschen uns schon seit 3 Jahren ein Kind. Ist das jetzt meine "Strafe", daß es einfach nicht klappen will?? Eure Angi
Jetzt habe eine ganz wichtige Frage vergessen: Ist es med. möglich, nach einem Abruch nicht mehr schwanger werden zu können? Angi
Liebe Angi, hier von Strafe zu sprechen ist wirklich hart. Damit machst Du Dich doch nur selbst kaputt. Man kann zu der Thematik "Abtreibung" stehen wie man will - letztlich ist das die ureigenste Entscheidung jedes Einzelnen und niemand hat da herumzukritisieren! Man kann als Außenstehender immer leicht sagen "ich würde das nie tun", aber wer weiß, wie man dann tatsächlich reagiert, wenn man vor solchen Problemen steht, wie Du sie damals hattest oder Tausende anderer Frauen. Heute entscheidest Du Dich doch ganz bewußt FÜR ein Kind - das ist doch der beste Beweggrund. Gib die Hoffnung nicht auf! (Ich hab gut reden - bei mir hat es ja auch noch nicht geklappt...) Und wer weiß, vielleicht verhindert ja nur Deine negative Einstellung Dir selbst gegenüber eine Schwangerschaft... sozusagen als "psychische Blockade"? Alles Gute: Astrid
Hallo Angi, ich verstehe schon, daß Du immer noch an der Abtreibung zu knabbern hast. Ich habe mal in einem Beratungszentrum gearbeitet und hatte viel mit Frauen zu tun, die einen Abbruch hinter sich hatten. Das Wichtige ist jetzt, daß Du es schaffst, Dir zu verzeihen und mit diesem Kapitel abzuschließen. Nimm evtl professionelle Hilfe in Anspruch. Strafe ist Quatsch, es gibt Frauen, die treiben jedes Jahr ab und werden jedes Jahr wieder schwanger und andere, die nie abgetrieben haben, werden trotzdem nicht schwanger. Zur letzten Frage: Es ist in der Tat nicht ausgeschlossen, daß man nach einem Abbruch irgendeinen körperlichen Schaden davonträgt, aber dann hätte man das damals gleich festgestellt und Dir gesagt und außerdem ist das sooo selten. Geh zur Sicherheit zu Deinem Gyn, und Kopf hoch, eines Tages wirst Du das Baby, das Du damals noch nicht haben konntest, im Arm halten! Liebe Grüße Sabine
Liebe Angi, ich denke mir es ist gut, wenn Du in Dich hineinhörst und Deine Vergangenheit integrierst, statt sie zu verdrängen. Bezüglich Deines SS-Abbruch ist es wichtig, daß Deine Gefühle und Deine Einstellung dazu klar werden ohne daß Du Dir etwas einreden läßt und ohne daß Du Dir etwas ausreden läßt. Ich kann mir nicht vorstellen, daß Du aus medizinischen Gründen nicht mehr schwanger werden kannst, es hat schon ganz viele Frauen gegeben, die nach einem Abbruch schwanger geworden sind. Ich glaube wohl, daß Deine Psyche ein Hindernis darstellt. Ich glaube, es ist ganz wichtig für Dich, daß Du lernst, Dir selber zu verzeihen, auch wenn das schwer sein kann. Du kannst die Vergangenheit nicht ungeschehen machen, auch wenn Du das - so liest es sich jedenfalls - zum jetzigen Zeitpunkt gerne möchtest. Aber Du kannst lernen mit ihr zu leben. Vielleicht gibt es jemanden, der Dir dabei hilft. Ich wünsche Dir alles Liebe und Gute Ira
Hallo Angi, ich war auch in einer ähnlichen Situation wie du. Ich hab mit 17 einen SS-Abbruch vornehmen lassen, da ich weder familiäre noch finanzielle Unterstützung hatte. Es war damals nicht wirklich meine Entscheidung, aber ich hatte mich danach zu richten, auch wenn ich heute anders darüber denke, es ging mir eben ähnlich wie dir. Dann bin ich Jahre später am Stein-Leventhal-Syndrom erkrankt und die Prognose schwanger zu werden war dabei nicht die beste. Ich verfiel in eine depressive Stimmung und machte mir selbst Vorwürfe, ich dachte damals auch "das ist nun meine Strafe". Aber dann wurde mir klar das man da von Strafe nicht sprechen kann. Es ist nicht einfach mit der Vergangenheit fertig zu werden, aber eines musst du dir vor Augen halten, du kannst es nicht rückgängig machen, egal wieviele Vorwürfe du dir danach machst. Der Blick nach vorne ist wichtiger als der nach hinten. Deswegen ist es wichtig diesen Lebensabschnitt endlich psychisch zu bewältigen. Ich bin diesen Schritt auch gegangen und vorallem hatte ich auch einen Lebenspartner der zu mir gestanden und mir geholfen hat. Ich denke das du dir durch deine Einstellung selbst den Weg zum Kinderglück verperrst, denn das psychische Wohlbefinden hat auch Einfluss auf den Körper. Ich kann dich sehr gut verstehen da ich etwas ähnliches durchgemacht habe, aber nachdem ich mir dessen bewusst geworden bin, das ich mich möglicherweise selbst in meinem Kinderwunsch blockiere, habe ich meine Lebenseinstellung geändert. Sicher geht das nicht von heute auf morgen und es ist auch nicht immer einfach, aber Angi, es lohnt sich. Ich bin im siebten Monat schwanger und das wäre ich vermutlich nicht hätte ich weiterhin depressiv in den Tag gelebt und mir weiterhin Vorwürfe gemacht, anstatt nach vorne zu schauen - nach vorne in eine glückliche Zukunft. Auch du wirst es schaffen, wenn du Dinge in einem positiveren Licht erscheinen lässt. Und zu deiner zweiten Frage, da wurde dir ja bereits eine Antwort gegeben, die ich auch nur bestätigen kann. Ein Abruptio kann zwar zur Sterilität führen, aber das ist wirklich absolut selten und der Arzt muss dann schon Pfusch gemacht haben, sprich du hättest schon damals gemerkt das was nicht stimmen kann. Ausserdem sind es zu meist Abtreibungsgegner, die verstärkt behaupten, das ein Abbruch zur Sterilität führt, sie richten sich nach Fakten sondern nach ihrer eigenen Meinung. Es gibt leider tagtäglich Schwangerschaftsabbrüche und die gibt es auch in Länder in denen es viel weniger moderne medizinische Mittel gibt wie hier, dort werden diese Frauen auch immer wieder schwanger. Ich denke bei dir ist es eher das seelische Befinden. Ich hoffe das es dir bald wieder besser geht und das du lernst damit umzugehen. Viele liebe Grüsse, Babsi
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