Mitglied inaktiv
Hallo, ich versuche seit 1,5 Jahren schwanger zu werden bzw. vielmehr es zu bleiben - leider hatte ich schon 3 FGs. Seit der letzten AS im August ist mein Zyklus verändert, bei ES ist bereits am 9. Zyklustag und ich hatte eine Woche vor der Mens Schmierblutungen. Gegen die SB nehme ich seit 2 Zyklen in der 2. ZH Utrogest (Gelbkörperschwäche vermutet). In den letzten 2 Zyklen habe ich folgendes beobachtet: während des ES habe ich eine leichte SB und ca. 3 - 5 Tage danach eine etwas stärkere, aber immer noch leichte SB. So auch im Moment: ich bin ES +3, das Blut ist frisch - aber für eine Einnistungsblutung ist es wahrscheinl. noch zu früh, oder? Ich nehme seit gestern wieder Utrogest - sollten die SB von der Gelbkörperhomonschwäche kommen, hab' ich da trotzdem eine Chance auf eine SS oder ist die mit dieser Blutung direkt vertan? Lieben Dank für Eure Hilfe!
Hallo, laut den Experten im Kinderwunsch-Ärzteforum gibt es die berühmte Einnistungsblutung nicht. Es gibt lediglich Blutungen rund um den erwarteten Regeltermin herum, was mit hormonellen Schwankungen in der Früh-SS zu tun hat. Es ist außerdem normal, kurz nach dem Eisprung einige Tage eine kleine Blutung zu haben. Sie kommt zustande, weil das Östrogen der ersten Zyklushälfte NICHT MEHR, und das Progesteron der zweiten Zyklushälfte NOCH NICHT in ausreichendem Maße produziert wird. So entsteht eine kurze hormonelle Lücke, die aber keinen Einfluss auf die Fruchtbarkeit hat. Hast Du schonmal eine genetische Untersuchung machen lassen nach der letzten Fehlgeburt? Ab zwei Fehlgeburten ist das ja ratsam, um zu gucken, woran es eventuell liegen könnte. Übrigens belegen neuere Studien, dass Utrogest bei Gelbkörperschwäche und Kinderwunsch keine nennenswerten Erfolge hat. Es behandelt die GKS ja nur kosmetisch, indem es die vorzeitigen Schmierblutungen nach hinten verlagert - wenn überhaupt. Die URSACHE für die Schwäche, nämlich die unzureichende Eireifung, die ja erst den mangelhaft ausgeprägten Gelbkörper (kastaniengroßer, quietschgelber Knubbel) hervorbringt, bleibt unbehandelt. Daher hat sich zur echten Behandlung der GKS eigentlich nur Clomifen bewährt. Es sorgt für eine optimale Eireifung und so für einen starken, kräftigen Gelbkörper, der sich ja aus dem Restfollikel nach dem ES bildet. Ich selbst habe auch eine GKS. Utrogest und Co. haben bei mir nicht geholfen, obwohl ich einen regelmäßigen Eisprung hatte. Erst unter Clomifen hatte ich zum ersten Mal wunderbare Zyklen mit langer, stabiler zweiter Zyklushälfte ohne jede Blutung - und bin dann auch erfolgreich ss geworden. Ein starker, stabiler Gelbkörper ist ja auch für die Früh-SS wichtig. Er wächst noch, statt sich zurückzubilden, und produziert während der ersten drei Monate das ss-erhaltende Progesteron. Die künstliche Gabe von Progesteron kann dies nicht ersetzen. Grüßle, Hexe
Hallo Hexe, vielen Dank für Deine sehr interessante Antwort! Hierüber werde ich auf jeden Fall mit meinem Arzt sprechen, wenn ich ihn das nächste Mal sehe (und sich leider keine SS eingestellt hat). Wg. den FGs haben wir schon einiges untersuchen lassen: Gene, Blutgerinnung, Folsäureverwertung - alles ohne Ergebnisse, was auf der einen Seite natürlich gut ist, auf der anderen Seite natürlich zermürbend, weil man sich so machtlos fühlt. Noch ein schönes Restwochenende und danke nochmal. LG