Mitglied inaktiv
Ich habe dein Posting "ein Kind um jeden Preis" gelesen und möchte meine Gedanken dazu sagen. Ich habe übrigens 2 Kinder, eins durch Insemination und eins auf "normalem" Weg, und zwar in der Vorbereitung für die erste IVF. (Ich habe PCO, mein Mann ein mäßiges Spermiogramm). Das erhöhte Krebsrisiko halte ich für nicht entscheidend. Erstens mal glaube ich nicht jeder Statistik, gerade im medizinischen Bereich. Es ist keine Kunst, eine Statistik so zu drehen, daß das herauskommt, was man haben möchte. Ich glaube nicht, daß eine Hormonbehandlung tatsächlich ein relevant erhöhtes Krebsrisiko bringt. Und dann könnte man wieder argumentieren, Mütter haben ein geringeres Krebsrisiko (Brust glaube ich. Zumindest wenn man gestillt hat). Krebs wird durch so unzählig viele Faktoren beeinflußt, da kann eine Hormonbehandlung nicht den Unterschied zwischen Krebs und nicht-krebs ausmachen. Vergiß das einfach. Ich meine, eine Schwangerschaft/Geburt stellt z.B. auch ein erhöhtes Thrombose-Risiko dar, überhaupt ist das Leben einer Schwangeren mehr gefährdet als das einer nicht-Schwangeren (ich hatte mal angefragt und hätte nicht mal eine Lebensversicherung bekommen als Schwangere!!!). Aber vergiß das bloß schnell wieder... Für mich wäre das entscheidende Argument: wie schaffe ich es, daß ich später ein zufriedenes Leben führe, für den Fall, daß ich kinderlos bleibe. Wie sehr könnte ich es bereuen, wenn ich nicht "alle" Möglichkeiten genutzt hätte? Was kommt für mich niemals in Frage (z.B. Methoden im Ausland), oder ist mir auch schon einen IVF ein zu starker Eingriff? Meine persönliche Erfahrung sagt: Man muß so weit gehen, daß man definitiv die Schnauze gestrichen voll hat. Sage ich jetzt mal so ganz lapidar. Dieser Punkt liegt über einer Schmerzgrenze, und ist für jeden doch unterschiedlich. Aber erst dann kann man wirklich abschließen. Glücklich sind die, die sich nicht selbst soviel antun müssen, um abschließen zu können. Sei es, weil es klappt oder weil sie früher das Schicksal annehmen können. Ganz liebe Grüße, und ich wünsche dir, daß dir bald eine Schwangerschaft gegönnt ist! PS: Ich hatte bei meiner Hormonbehandlung nicht die geringsten Nebenwirkungen. Ich hatte aber auch nur eine leichte Stimulation. Ich habe eine Freundin, die hat nach 4 Jahren ohne Kinder Zwillinge durch Insemination bekommen. Danach wurde sie noch dreimal auf natürlichem Weg schwanger (davon eines ein Abgang). Warum es 4 Jahre nicht geklappt hat? Niemand weiß es.
Hallo, liebe Claudia, ich bin ganz gerührt über so viele Reaktionen auf mein Posting von gestern. Es beweist aber auch, dass so oder so sich jede von uns schon Gedanken darüber gemacht hat, wie weit sie zu gehen bereit ist. Wie Du schon schreibst (und wie der Tenor der meisten Postings war), letztlich muss das jede Frau und jedes Paar selber für sich entscheiden. Es ist halt schwierig, die Waagschale zu halten zwischen "was werfe ich mir eines Tages vor, NICHT gemacht zu haben" und "was möchte ich mir nicht zumuten". Ich denke, das ist nicht nur von Frau zu Frau und von Fall zu Fall verschieden, sondern auch abhängig vom Stadium, in dem man sich gerade befindet. Wie gestern schon geschrieben, lange Zeit war für mich die IVF DIE Lösung, und ich war mitunter ganz schön böse auf meine FÄ, weil sie es mir nicht vorgeschlagen hat und ich sie selber mit der Nase daraufstossen musste. Ich war auch so lange böse darüber, wenn es immer hiess, das steckt im Kopf, Du musst Dich vom KiWu-Gedanken loslösen usw. Ich habe nie verstanden, wie das bitte gehen soll, wenn man sich doch so sehnlichst ein Kind wünscht. Da in meinem Kopf aber die Idee der Adoption immer reifere Formen annimmt, beginne ich (glaube ich) langsam zu begreifen, was damit gemeint ist. Denn ich habe das Gefühl, dass ich langsam ein bisschen loslasse, einfach, weil ich genug habe von all dem Hibbeln, Warten und Enttäuscht-Werden. Das ist kein Abschied vom Kinderwunsch, ganz im Gegenteil, nur eine Neuorientierung. Ich glaube nicht, dass ich nur glücklich werde (nein, bleibe! denn ich bin glücklich mit meinem Leben), wenn ich EIGENE Kinder habe. Ich möchte Kinder haben, ihnen etwas von mir geben, ihnen ein schönes Zuhause bereiten. Wie sie nun zu uns kommen, durch eine künstliche Befruchtung, auf "natürlichem Wege" oder per Adoption, ist doch letztlich wirklich zweitrangig. Liebe Grüsse an Dich von Bettina P. S. Du hast recht, die Statistiken vergesse ich lieber wieder. Mir ist gestern abend auch noch eingefallen, dass ich gelesen habe, dass ein erhöhtes Brustkrebsrisiko besteht, wenn man nicht stillt... also! Wie man's macht, macht man's verkehrt, und es gibt leider einfach noch keinen Impfstoff gegen Krebs!!!