Mitglied inaktiv
Hallo Madeleine, Du hattest mich ja gebeten Dich auf dem laufenden zu halten. Am Freitag war der termin mit dem Verfahrenspfleger, dieser wollte nochmal mit mir und meinem Ex sprechen, weil er ja bei den beiden Terminen vorab mit meinem Ex und mit mir (einzeln) sich für keinen von uns beiden entscheiden konnte. Nun hat er uns am Freitag mitgeteilt, dass er die Empfehlung an das Gericht weitergibt, der Junge soll beim Vater bleiben. Er könnte meine persönlichen Gründe verstehen, warum ich hier weg möchte, aber da kann der Sohn ja nichts für und er würde bei mir nicht an erster Stelle stehen. Ich möchte mit meinem Sohn einfach nur ein neues Leben anfangen, weg von den Beleidigungen meines Ex und meiner Familie, aber jetzt wollen sie mir noch meinen Sohn nehmen. Für meinen Ex steht der Sohn auch nicht an erster Stelle, er möchte ihn nur bei sich behalten, damit er das Haus weiter finanzieren kann und keinen Unterhalt für ihn zahlen muss, falls ich ihn doch zugesprochen bekomme. Aber das scheint niemand zu sehen. Ich habe nur geheult, war total fertig und habe meinem Freund, der ja noch verheiratet ist erst mal eine SMS geschickt. Der rief mich dann auch prompt an und hörte sich meinen Kummer an. Wir haben lange geredet und er meinte zu mir, dass es vielleicht erst mal besser wäre, wenn ich mir in meiner Heimat eine Wohnung suche damit es mit meinem Sohn geklärt werden kann. Mein Sohn soll erstmal hier eingeschult werden und wenn ein Jahr vergangen ist, wird sicher alles anders aussehen und er wäre dann bei mir. Er würde es auch nicht nur so sagen, aber wir müssten jetzt erst ein Problem angehen und dann könnte das nächste folgen, sprich die Trennung von seiner Frau. Ich habe echt so große Angst meinen Sohn zu verlieren und es wird mir das Herz brechen, wenn mein Ex ihn zugesprochen bekommt, aber ich weiß, dass ich dann trotzdem zu meinem neuen Freund ziehen werde, wenn ein Urteil gesprochen wurde. Aber ich verstehe die Welt nicht mehr, mein Ex ist Polizeibeamter und hat zwar im Moment einen geregelten Tagesdienst, aber unser Sohn wurde von mir immer ab Mittag betreut und an den Tagen, wo mein Ex ihn hatte, hat er den Sohn immer erst nachmittags bei mir abgeholt. Eine Betreuung durch ihn alleine ist gar nicht gewährleistet und trotzdem spricht sich der Verfahrenspfleger für ihn aus. Ich bin Beamtin außer Dienst, habe mir nur bei meiner Mutter, die ein Vereinsheim betreibt etwas dazu verdient, aber immer meinen Sohn dabei betreut. Daraus will er mir jetzt auch einen Strick drehen. Meinst Du es wäre wirklich besser hier zu bleiben und abzuwarten? Ich möchte auf jeden Fall, spätestens in einem Jahr nach Thüringen gehen. Selbst der Verfahrenspfleger hat sich so geäußert, dass es unserem Sohn auch in Thüringen gut gehen würde, genau so wie es ihm bei meinem Ex gut gehen würde. Aber warum entscheidet er sich dann gegen die Mutter. Sorry, dass ich mich gerade so ausheule, aber im Moment zieht es mir den Boden unter den Füßen weg. Liebe Grüße und einen schönen Sonntag noch Indra
Das hört sich ja schrecklich an, ich kann die Welt mal wieder nicht verstehen, aber das ist in Deutschland leider oft so. Wo wäre denn das Problem, wenn du jetzt mit deinem Sohn nach Thüringen gehst? Wenn er eh demnächst eingeschult wird, muss er sich ja so oder so einen neuen Freundeskreis aufbauen, weil sicher nur wenige Kinder aus seiner Kita mit ihm die gleiche Klasse besuchen werden. Und wenn ich dich richtig verstehe, besucht er ja so und so nicht Vollzeit eine Einrichtung, hat also auch keine so festen Bindungen in der Kita. Leider hilft dir das alles nicht weiter, weil der Verfahrenspfleger das einfach nicht sehen will. Dir wird also kaum etwas anderes übrig bleiben, als dir erstmal in der alten Heimat eine neue Wohnung zu suchen und zu hoffen, dass das Gericht sich für dich entscheidet. Ich verstehe nicht, wie der Verfahrenspfleger sich das mit der Betreuung für deinen Sohn vorstellt, da ändert sich auch erstmal alles und der Polizeidienst ist bekannter maßen keine ungefährliche Tätigkeit. Ich kann über so eine Entscheidung nur meinen Kopf schütteln, ich hoffe das Gericht entscheidet anders als der Verfahrenspfleger. Ich wünsche dir für die kommende Zeit viel Kraft, die wirst du sicher brauchen. LG Madeleine