jonathan.nachite
Hallo zusammen Vorab: das ist KEINE der üblichen "mein Kind schläft nicht" Fragen. Zur Situation: Das Baby ist gut 11 Monate alt. Es schläft vergleichsweise gut, immer zu sehr ähnlichen Uhrzeiten, ein gewisser Rhytmus ist da. Tagsüber beim Papa im Tragetuch beim Spazierengehen, zweimal, in Summe 2-3 Stunden. Nachts im Beistellbett (nahtlos verbunden mit Elternbett) mit Einschlafstillen durch die Mama (wacht 2-5 mal nachts auf, manchmal muss es gestillt werden, manchmal nur leicht beruhigt zum Weiteschlafen). Klappt alles soweit gut. Das Baby schläft bis auf wenige Ausnahmen (Zahnen, etc) also ganz OK und ist auch größtenteils sehr gut gelaunt in den Wachzeiten. Es zeigt aber fast nie die typischen "Müdigkeitszeichen" von sich aus. Wenn man einfach "nichts" tun würde (außer aufpassen), dann würde es den ganzen Tag fröhlich durchspielen und essen. Die Zeichen zeigt es erst genau dann, wenn man es in die "Schlafposition zwingt", es also ins Tragetuch setzt oder mit dem Schlafsack an die Brust legt (ganz ohne "Ritual"), dann wird gegähnt und Augen gerieben (im normalen Tagesablauf macht es sowas quasi nie) und schläft dan nauch binnen 30 Minuten ein (meistens deutlich schneller). Tragetuch + Stillen ist für uns akzeptabel, wir wollen/müssen das nicht unbedingt ändern. Unsere Frage ist die Folgende: können Babys lernen, einschlafen zu wollen? Dass es von alleine drauf kommt "jetzt will ich eigentlich nur noch schlafen"? So wie es zeigt, wann/was es Essen will oder dass/was es spielen will? Nur Schlafen zeigt es uns halt nicht an, obwohl es ohne Murren einschläft, wenn man einfach "nach Uhrzeit" die Schalfenspositionen einnimmt. Danke. :)
Also mein Baby zeigt es bis heute nicht von sich aus, dieses "ich will endlich schlafen, ich bin so müde", auch jetzt mit knapp 7 Jahren nicht
Ist nicht ganz ernst gemeint
Aber mein Sohn ist, wenn man ihn fragt, niiie müde
Hallo, Deine Frage ist nachvollziehbar, geht aber von einem ungünstigen Ansatz aus. Du gehst davon aus, dass Dein Baby ein unnatürliches oder nicht ganz richtiges Verhalten zeigt, und dass es etwas „lernen“ sollte, das heißt: Es sollte Deinen Vorstellungen davon, wie ein Baby sein sollte, entsprechen. Ein Baby in diesem Alter macht aber immer alles richtig und so, wie es seiner Natur entspricht. Es gibt Babys mit niedrigem Gesamtschlafbedarf und solche mit hohem, beides ist genetisch bedingt und absolut normal. Es ist Dein subjektiver Eindruck, dass Dein Baby gar nicht von sich aus schlafen würde, wenn Du es nicht hinlegen würdest. Das ist verständlich, aber natürlich nicht so. Wenn Du wirklich rein gar nichts machen und Dein Baby auch nicht hinlegen würdest, würde es selbstverständlich auch von selbst einschlafen, z. B. auf der Krabbeldecke, im Babywagen etc. Wenn Du einmal feststellen möchtest, wie sein natürlicher Schlafrhythmus ohne Dein Zutun wäre, dann probiere dies einmal mehrere Tage lang aus. Wichtig ist einfach, dass Du als Mutter lernst, Deinem Baby zu vertrauen. Es weiß immer sehr genau, wann es Hunger hat, wann es schlafen muss, wann es spielen oder etwas Unterhaltung möchte. Es ist nicht schlimm, wenn man trotzdem als Eltern seinem Kind einen gewissen Rhythmus vermitteln möchte, denn auch Eltern haben Bedürfnisse. Und wenn dies fürs Baby okay ist, es dann z. B. rasch einschläft, dann ist das auch in Ordnung. Ein Problem, ein sog. „Misfit“ zwischen Eltern und Baby entsteht aber dann, wenn wir Eltern dem Baby, das angeborenerweise weiß, was es wann braucht, etwas aufzwingen wollen. Weil wir glauben, es besser zu wissen als das Baby. Das passiert sehr leicht, z. B., wenn ein Baby irgendwann doch bitte durchschlafen soll. Oder wenn es allein in seinem Zimmer schlafen soll, weil das doch alle Kleinkinder so machen. Oder wenn wir sein Essverhalten optimieren wollen etc. Wenn Du einen neuen Blickwinkel mit wirklich spannende Aha-Erlebnissen ausprobieren möchtest, empfehle ich das wunderbare Buch „Auf der Suche nach dem verlorenen Glück“ von Jean Liedloff. Sie hat viele Jahre lang als Anthropologin den Umgang von sog. Naturvölkern mit ihren Kindern beobachtet, das ist ungeheuer aufschlussreich. Man lernt wirklich, der Weisheit der Babys und Kinder einfach zu vertrauen - ein Segen für beide Seiten, Eltern und Baby. LG
Ja, natürlich würde es irgendwann einschlafen, einfach weil der Körper nicht mehr mitmacht. Das wäre aber nicht gesund, wenn man immer bis Ultimo einfach gewähren lässt. ;) Und das "die Natur" immer am besten wüsste, was gut ist, das ist ja ganz offensichtlich nicht so. Dann hätten wir nicht soviele übergewichtige Menschen - von den echt krankheitsbedingten mal abgesehen, würde dann ja jeder aufhören tütenweise Chips in sich reinzustopfen. ;) Wir haben das übrigens schonmal probiert, einfach mal kein Schläfchen "erzwingen" und kucken, ob es so einschläft. Es wäre uns einfach beim Essen fast auf die Tischkante geknallt, als es total übermüdet war und trotzdem nicht von alleine versucht hat zu schlafen. Kann mir keiner erzählen dass das auf Dauer gesund sei. Seit dem machen wir weiter schön zwei "erzwungene" Schläfchen. Und die gehen ja auch gut, ohne Geschrei, mit viel Nähe (Tragetuch, Stillen). ("Naturvölker" haben ihre Kinder sowieso fast immer tragend bei sich - natürlich schlafen die da einfach "irgendwann" sicher und gemütlich ein. Wenn ich mein Kind 24/7 im Tuch hätte würde ich auch keine speziellen Schlafzeiten/Rituale machen - das geht in unserer westlichen Welt nunmal leider nicht. Dafür können wir nun auch nichts, dass wir Eltern nicht in einem Naturvolk sondern in die Strukturen der sog. "modernen" Zvilisation geboren wurden) Wir erwarten auch überhaupt nich, dass das Kind das unbedingt lernt. Das wäre für uns als Eltern nur eine optionale(!) Erleichterung, die weder Kind noch Eltern schaden würde. Daher die Frage, ob das überhaupt kognitiv möglich ist. Aufzwingen werden wir dem Kind nichts (zumindest nicht in dem jungen Alter ;) ).
"Und das "die Natur" immer am besten wüsste, was gut ist, das ist ja ganz offensichtlich nicht so. Dann hätten wir nicht soviele übergewichtige Menschen - von den echt krankheitsbedingten mal abgesehen, würde dann ja jeder aufhören tütenweise Chips in sich reinzustopfen. ;)" Diese Menschen haben eine Menge verlernt und/oder nutzen Nahrung als Ersatzhandlung. Essen macht glücklich und viele, sehr viele Menschen sind einfach unglücklich. Natürlich wissen sie, dass es nicht gesund ist. Aber sie möchten glücklich sein. Ein Grund übrigens, warum soviele Diäten schiefgehen. Denn plötzlich ist man unglücklich(mies gelaunt, genervt und frustriert) und dann greift man wieder zu Dingen die einen glücklich machen. Man isst. Das aber kannst du mit einem Baby und seinem Schlafbedürfnis nicht vergleichen. Jorinde schrieb, mehrere Tage ausprobieren. Aus gutem Grund. Denn erst dann hat das Baby bzw. Kleinkind den Schlafrhythmus gefunden, den es braucht. Es geht nicht um Wochen oder Monate. Auf Dauer wäre es ungesund, ja. Aber nicht bei ein paar Tagen, die der Körper zur Einstellung braucht. Denn er bekommt plötzlich nicht mehr vorgegeben, wann er schlafen soll, sondern kann es alleine entscheiden. Die ersten Tage wird es so sein, wie ihr es schon beobachtet habt. Das Kind kämpft scheinbar gegen den Schlaf an, ist völlig übermüdet. Doch wenn ihr es machen lasst, werdet ihr schnell sehen, dass Kinder sich ein Plätzchen suchen und dann schlafen. Im übrigen hab ich meine beiden Grossen genau so schlafen lassen. Es gab keinen vorgesehenen Mittagschlaf zu festen Zeiten. Sie schliefen dann, wann und wo sie es wollten. Selten im Bett, eher auf der Krabbeldecke im Wohnzimmer, da wo ich mich aufhielt. Waren wir unterwegs, dann im Kinderwagen bzw. Buggy. Mit 12 Monaten schliefen beide Mittags gar nicht mehr. Mit drei Jahren nach der Kita schliefen sie nachmittags oft nochmal für etwa 20 Minuten. Aber eben zu ihrer Zeit. Drama das sie dann abends nicht schlafen konnten, hatten wir selten.
Meine Tochter war auch so, braucht auch heute noch wenig Schlaf. Sie hat sich noch nicht einmal hinlegen lassen, sobald sie es körperlich konnte, ist sie aufgestanden, ich haette sie fesseln muessen. Einschlafen ging lange nur mit Stillen. Ich wuerde einfach so weiter machen,wie ihr es bisher handhabt.
Wir wollen auch so weitermachen, nur würden wir gerne dem Kind den Schlafzeitpunkt mitbestimmen lassen. ;)
Also meine Kinder ( knapp 7 Jahre und 2,5 Jahre alt) wollen beide nicht gern schlafen und wehren sich dagegen bzw. würden sich nie freiwillig von sich aus schlafen legen. Es gibt einfach solche Kinder. Irgendwann, spätestens in der Pubertät, werden sie schon selber schlafen gehn, nehme ich zumindest mal an. Aber jetzt sind dann eben wir Eltern dafür da, um zu sorgen, dass sie trotzdem zu ausreichend Schlaf kommen. Zwingen kann man sie eh nicht dazu, aber eben Zeiten vorgeben, die auch dem Rhythmus der Kinder entsprechen und zu denen es eben klappt, dass sie einschlafen. Mein fast 7-Jähriger behauptet abends oft immer noch gähnend, er sei aber doch überhaupt nicht müde, um zehn Minuten später friedlich zu schlummern. Man merkt schon, was gut für die Kinder ist und was sie brauchen und wenn es von alleine nicht geht, dann gibt man es einfach vor und fertig. Alles Liebe!
Huhu Wenn es bisher diese Signale von euch zum Einschlafen gab und sie funktionieren würde ich da ganz bestimmt nicht eingreifen Ihr verwirrt euer Kind doch dann nur unnötig Meine Mittlere war so auf ihre Spieluhr fixiert dass sie sogar versucht hat einzuschlafen wenn es gar nicht an der Zeit war Unsere Jüngste schlief tagsüber am.liebsten auf dem Arm und nachts neben mir im Beistellbett,glaub mir wenn es nicht soweit ist dann könnt ihr euer Programm abspülen bis zum geht nicht mehr und das Kind schläft trotzdem nicht ein,meine Maus hat in dem Alter maximal noch einmal.am Tag geschlafen und mit 1 Jahr nur noch nachts,gemerkt hat man es deutlich weil sie eben absolut nicht mehr zum Einschlafen zu bewegen war Irgendwann kann bei meinen dreien der Punkt wo man sie, wenn sie wirklich KO waren irgendwo unterm Tisch schlafend gefunden hat und ab dem Tag passiert das von allein einschlafen immer häufiger,ein guter Rhythmus hilft natürlich ungemein,also würde ich an deiner Stelle einfach so weiter.mavhen bis es vom Kind Signale gibt dass es z.b.zuviel Schlaf am Tag ist. Die Kleine hat übrigens auch nie irgendwelche Anzeichen gezeigt dass sie müde ist,ich hab mich bei ihr auch eher an die Zeiten gehalten,bei einem Kind wo es so super funktioniert hab ich es auch einfach so gehalten,die Großen haben eher gezeigt wann sie müde sind,sie haben aber auch beide lange Zeit keinen Rhythmus gehabt
Nein das kann es leider nicht, da es "Schlaf" nicht versteht. Es weiß nicht, was da passiert und dass das erholsam ist. Der Schlaf überkommt das Baby wie uns eine Narkose, da ist nichts willentlich herbei geführt, wie zum Beispiel beim Essen. Deshalb ist es die Aufgabe der Eltern das Baby in den Schlaf zu bringen.
Genau das ist die Erfahrung, die wir machen. Genau darauf zielte meine Frage ab. Ist deine Aussage auch nur eigene Erfahrung oder gibt es da wissenschaftliche Erkenntnisse, das Babys generell das Konzept "Schlaf" kognitiv gar nicht begreifen können?
Ich kann nur immer wieder den Blog von Herbert Renz-Polster empfehlen. www.kinder-verstehen.de
Gute Frage, ich hab das irgendwo gelesen, aber ich weiß leider wirklich nicht mehr wo
Ich wundere mich aber auch oft, habe noch nie ein Tier gesehen, dass sich darum bemüht sein junges in den Schlaf zu bringen....oder vielleicht nehmen wir das einfach nur nicht wahr...
Unsere Gehirne haben halt weitaus mehr zu verarbeiten , desgalb ist Schlaf für unsere Minis wahrscheinlich so wichtig und gleichzeitig schwierig....gibt ja auch voll viele Erwachsene mit Schlafstörungen.
Kind 1 ist fast 5 Jahre alt und sagt ab und an, dass sie müde ist, freiwillig ins Bett gehen, würde sie trotzdem nicht. Kind 2 ist 3 Jahre alt und er sagt abends jedes Mal, dass er nicht müde ist. Wenn er mittagsschlaf braucht, legt er sich aber nach dem mittagessen freiwillig aufs Sofa und pennt einfach ein. Kind 3 ist bald 1,5 Jahre alt. Ihn lege ich nach dem mittagsschlaf ohne anzeichen von Müdigkeit in den buggy und schiebe ihn keine 2 Minuten bis er schläft. Jeden Abend um 18:58 Uhr holt er sich seinen Schnuller, seinen Schlafsack, gibt jedem Familienmitglied einen Kuss und möchte ins Bett. In seltenen Fällen stillt er dann länger als 10 Minuten ehe er eingeschlafen ist. 3 Kinder 3 Variationen...
Unsere Kleine wird schon etwas knatschiger, wenn sie müde ist. Aber "von alleine" einschlafen klappt nicht - nur Stillen / Kinderwagen / Tragen. Wann sie einschläft bestimmt auch eher sie. Für uns kein Problem, aber: sie geht jetzt in die Kita, und dort ist geregelter Mittagsschlaf angesagt. Und das klappt natürlich nicht so. Wir haben nun versucht, daran zu arbeiten, dass es zu Hause auch ohne stillen / tragen / Kiwa klappt - mit mäßigem Erfolg.
Hallo jonathan.nachite, ich finde die Frage und Teile dieser Diskussion sehr spannend. Wir hatten ein Baby, das Schlafen offensichtlich lange als Kontrollverlust, Ende von Interessantem oder Gefahr (Albträume) wahrnahm, trotz lückenloser liebevoller Begleitung, schlafen im Tuch usw. Ich habe mich immer gefragt, ob wir irgendwas hätten machen können, damit das anders wäre. Und wenn ich heute lese, was ich damals geschrieben habe, komme ich immer wieder dahin, dass es einfach sehr individuell ist. Ich kenne Kinder, die haben irgendwie die Erfahrung gemacht, dass schlafen toll ist. Manche dieser Kinder sind nicht so schön begleitet worden wie unseres. Andere hatten ähnliche oder schlimmere Probleme als wir. Meine Quintessenz ist, dass es nichts gibt, was es nicht gibt. Aber es gibt alles, was man sich vorstellen kann, weil Bays einfach so unheimlich verschieden sind. Was Du beschreibst, klingt für mich so, dass Ihr scheinbar perfekt in Übereinstimmung mit den Bedürfnissen Eures Kindes seid, das heißt, das Baby schläft ein, wenn es auch müde geworden ist, aber bevor es über den Punkt hinweg ist. Herzlichen Glückwunsch! Gemütliches Kuscheln und viel Freude am Leben mit dem kleinen Wunder wünscht Sileick
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