Elternforum Rund ums Baby

wie gehts euch damit? (Tod von Mama/Papa)

wie gehts euch damit? (Tod von Mama/Papa)

Annika06

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Mein Papa ist im Mai 2012 gestorben an Lungenkrebs u. anderen Metastasen. Leider hat mein Papa meinen Bruder und mich sehr fern gehalten von seinem Gesundheitszustand und meine Mama hat das genauso gemacht (bewusst oder unbewusst). Deswegen war es für uns beide ein ziemlicher Schock als mein Papa relativ schnell verstorben ist. Bis heute bin ich noch nicht wirklich drüber hinweg ... Ich hätte ihm gern gesagt dass ich ihn sehr lieb habe und er ein toller Opa war... Und ich hatte einfach das Gefühl dass er mir am Sterbebett auch noch was sagen wollte aber die Kraft nicht mehr hatte.. Mit der Zeit ist es besser geworden , ich komm besser klar dass es nun mal jetzt so ist wie es ist und trotzdem hab ich das Gefühl dass ich diejenige bin die immer noch am Meisten dran knabbert.... Ich erinner mich so oft an ihn , er fehlt mir in vielen Situationen und jedes kleinste Ereignis ohne ihn macht mich echt traurig. Mein Bruder hat z.B. nach seinem Tod seine Freundin geheiratet die er zwar schon hatte als mein Papa noch gelebt hat, die er ihm aber nicht mehr vorstellen konnte. Jetzt bekommen sie einen Sohn... Mich macht das so traurig dass er das nicht mehr mitbekommt. Vielleicht auch meinen Bruder aber er redet da gar nicht drüber... Meine Mama hat seit einem halben Jahr schon einen neuen Freund. Es ist nicht so, dass ich ihr das nicht gönne aber irgendwie tuts trotzdem weh das alles zu sehn. Vorallem kann ich aber keine Filme mehr anschaun bei denen ein Elternteil stirbt da heul ich wie ein Schloßhund...... und auch viele Lieder (wie z.B. von Unheilig oder Andreas Gabalier) bringen mich emotional total aus der Bahn... Ist das denn noch normal? Wird das noch besser?


User-1753445573

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Antwort auf Beitrag von Annika06

Bei mir wirds bald ein Jahr das mein Vater gestorben ist. Am schwersten sind/waren das erste mal sein Geburtstag ohne ihn, mein Geburtstag ohne ihn , Weihnachten ohne ihn ... alle Termine bei denen man als Familie zusammenkam und man sich nun daran erinnert wie es letztes Jahr war als er noch dabei war. Im Gegensatz zu dir habe ich seine Kranken- und Leidensgeschichte mitbekommen und begleitet. Ich war vor der Arbeit im Krankenhaus , nach der Arbeit, sahs am Bett als er nach einer schweren OP aus dem künstlichen Koma geholt wurde usw. Bei mir ist es so das ich sehr traurig war als er starb aber er hatte so einen erlösten und entspannten Gesichtsausdruck das ich im es einfach gönne das er nicht mehr leiden muss.


Annika06

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Ich würde mir einfach wünschen dass ich mich eher mit einem guten Gefühl an das Schöne mit ihm erinnern kann aber bei mir dominiert immer noch dieser Schmerz... Und mich verfolgt das teilweise bis in meine Träume ... Ich weiß nicht ob das nach 3 Jahren immer noch so normal ist... Ich weiß auch nicht ob es mir jetzt anders gehen würde hätte ich sein Leiden mehr mitbekommen... Meine Mama hat mich an dem Tag noch einen Hörgeräte-Termin für meinen Papa organisieren lassen und zwei Stunden später ruft sie mich an dass er im Sterben liegt.... Ich war auch die letzten Stunden im Krankenhaus aber leider kann ich diese Zeit irgendwie nicht positiv (also als Erlösung ) sehen. Klar mein Verstand sagt mir dass es gut so war, dass er nicht groß Leiden musste... Aber das Bild meinen "starken" Papa da so liegen zu sehen, nach Luft schnappend und nichts tun zu können das dominiert meine Gedanken und Gefühle


User-1753445573

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Ich weiß was du meinst. Hast du es schon mal mit einer Selbsthilfegruppe versucht?


Annika06

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Antwort auf Beitrag von User-1753445573

Ne bis jetzt hab ich es immer versucht mit mir selbst auszumachen... Aber so langsam hab ich das Gefühl dass mich das nicht weiterbringt.


luna8

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Meine Mama ist im Dezember vor 2 Jahren gestorben, ich denk auch noch sehr, sehr oft an sie.


Mitglied inaktiv

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Antwort auf Beitrag von Annika06

Mein Papa starb 2008. Erst eine akute Bauchspeicheldrüsenentzündung, Koma, aufwachen, Eiterzysten im Bauch, einige platzten auf... es zog sich 6 Monate hin. In der Zeit konnte ich ihn nur 3 Mal besuchen... Mein Mann fuhr meine Mutter, ich selbst konnte nur mit, wenn mein Onkel oder meine Tante fuhren. Oft gefragt wurde ich jedoch nicht, man ging einfach davon aus, dass ich nicht wollte. Mein Vater hat mir kurz vorher sehr wehgetan. Er setzte meiner Schwester sozusagen die goldene Krone auf, er war so wahnsinnig stolz auf sie. Ich saß direkt neben ihm... er redete nicht mit mir. Meine Mutter war sehr erschrocken darüber. Warum? Er nahm nicht einmal wahr, das ich dort war. Trotzdem fuhr ich die 50km in die Klinik, um ihn zu sehen. Um ihm von seinen Enkelkindern zu erzählen, dass sie ihn vermissten und sich freuten, wenn er wieder da ist. Er starb drei Tage danach an einen Bakterienstamm, den er sich im Krankenhaus einfing... Die Erinnerungen sind immer noch schmerzhaft, auch nach 7 Jahren noch. Ich konnte mich nicht wirklich verabschieden, mich nicht mit ihm aussöhnen sofern nicht alles ein blödes Missverständnis zwischen uns war. Er fehlt mir trotz des schwierigen Verhältnisses sehr. Es gibt gute Tage, wo ich weniger an ihn denke bzw. eher an schöne Stunden. Doch manchmal kommen auch traurige Tage, an denen ich schwer daran knabber. Bis auf eine Entgleisung vor einiger Zeit hier habe ich es all die Zeit mit mir selbst ausgemacht. Filme sehen geht, einzige Ausnahme ist der Bollywood Film "In guten wie in schweren Tagen" und das Lied von Pur "Walzer für dich". Dann geht meine Welt unter. Also ja, du bist normal, deine Trauer ist normal. Jeder trauert anders, entwickelt eigene "Macken". Wichtig ist jedoch, das lernte ich hier (*lächel*), sich nicht selbst zu verlieren und Hilfe anzunehmen, wenn man merkt man ertrinkt in Traurigkeit. LG


kaathii

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Das ist sehr traurig zu lesen. Ich möchte mir gar nicht vorstellen wie es ohne meine Mama wäre, und hoffe das sie noch ganz viele Jahre bei mir bleibt. dein Verlust tut mir sehr leid


angie7884

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Ich komm mit meinem Vater seinen Tod (vor einem Jahr) soweit ganz gut zurecht,ich vermisse ihn sehr.Er hatte auch Lungenkrebs. Ich habe alles getan was in meiner Macht stand,er ist in Frieden gegangen. Was mir zusetzt ist meine Mum,vor einem halben Jahr. Ich habe nicht getan was ich konnte und begebe mich auch in Behandlung. Mache mir viele Vorwürfe..Zurecht.. Es ist so schwer..... War auch kein Alter und ich selbst so krank,das ich mal eben mich nur noch um mich kümmern konnte. Mir geht's beschissen...


Tweety2014

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Antwort auf Beitrag von Annika06

Ich kan dir das nur con meiner Oma und meinem Onkel sagen sie waren wie Mama und Papa für mich. Ea wird besser aber grade so besondere Ereignisse wo man einfach denkt wie schön es wäre wenn der jenige noch da wäre machen einem ziemlich fertig. der schnerz selbst bleibt aber man lernt damit umzugehen.


Gucci75

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Antwort auf Beitrag von Annika06

Ich kann dich sehr gut verstehen. Mein Papa starb vor 9Monaten.Er hatte den Lungenkrebs besiegt, er hat das rezidiv überstanden. Ein Hirntumor ließ ihn innerhalb von 2Wochen so schnell abbauen, dass uns allen klar,dass er nicht überleben kann. Wir saßen im Wechsel an seinem Bett, haben im Krankenhaus die Pflege übernommen, um ihm nah zu sein. Sein Tod war für mich furchtbar, ich habe einen Vertrauten verloren, mit dem ich Geschichten und Erlebnisse geteilt habe, die ich als Kind / Teenager nicht mit meiner Mama teilen wollte. Und auch als Erwachsene blieb ich ein Papakind. Zum Abschied habe ich ihm an der Trauerfeier eine Rede gehalten...bis heute weiß ich nicht wie das geschafft habe. Bilder, Lieder und Filme werfen mich auch aus der Bahn. Ich denke so oft an ihn, er fehlt mir sehr. Ich habe auch Tage an denen ich realistisch bin, er hätte so nicht leben können und wollen. Und doch wünsche ich, er wäre noch da....


Ani_k

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Antwort auf Beitrag von Annika06

Guten Morgen, mein Papa ist im November 2008 gestorben. Er ist einfach umgekippt und war tot. Ich denken ganz oft an ihn, weil ich eben auch ein Papakind war. Letztes Jahr starb meine Mutter an Lungenkrebs. Von ihr konnte ich mich verabschieden. Danach ging es mir recht gut. Im Juni starb meine Schwester durch einen Unfall und ich habe das Gefühl, dass ich da nie drüber hinweg komme. Sie fehlt mir einfach.


LaLeMe

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Antwort auf Beitrag von Annika06

Meine Mutter ist vor 2,5 Jahren gestorben mit 53 Jahren. Klar fehlt sie manchmal. Aber der Tod gehört genauso zum leben, wie eine Geburt. Man muss loslassen , in Erinnerung behalten und weiter geht das leben


desire

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Antwort auf Beitrag von LaLeMe

da gebe ich dir recht..... man muss ja weiterleben....auch ohne geliebte Menschen muss man weitermachen.....das eigene Leben sollte schon so viel Sinn haben, dass man zwar gedenkt und sich erinnert aber auch weitermacht im Freude.


Charlie+Lola

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Antwort auf Beitrag von LaLeMe

meine Mutter ist gestorben da war ich 26. Sie lag lange auf Intensiv, da habe ich noch auf der Nebenstation gearbeitet. Als es dann zu "Ende" ging mußte ich aufhören zu arbeiten. Das ging nicht mehr. Das hat schon so seine Zeit gedauert bis man das verarbeitet (und da gibt es keine zeitlichen Vorgaben, jeder ist da anders). Das muß man auch zulassen können, nichts verdrängen. Aber, wenn das dann raus ist geht es weiter. Ich denke heute noch daran wenn ich meine Tochter aufwachsen sehe das meine Mutter gerne ein Enkelkind gehabt hätte. Leider hat sie das nicht miterlebt, aber ändern kann man das nicht. Meine Lieblingsopa (auch mein Lieblingsverwandter) habe ich mit 11 verloren, durfte mich nicht verabschieden von ihm weil ich angeblich zu jung gewesen bin. Das war für mich wesentlich schlimmer. Da denke ich auch heute noch dran. Aber auch da muß man seinen Frieden finden. Emotional werde ich dennoch so manches mal. Aber das ist ein Moment so und dann muß man sich auch wieder lösen. Wichtig ist das man wirklich getrauert hat, sowas kann man nicht aufschieben. Wie kräftiges ausheulen, es muß einmal alles raus. Denke ich jedenfalls. Das kam bei meinem Opa so mit um die 20 ganz heftig. Und mit meiner Mutter als meine Tochter zur Welt kam..............also so knapp 5 Jahre später. Danach war es gut.


Enjay79

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Antwort auf Beitrag von LaLeMe

Tja, das ist einfach gesagt und für manche Menschen, wie für dich, auch anscheinend einfach so weiterzuleben. Wunderbar, wenn man das kann, aber die AP kann das anscheinend nicht so einfach. Was nun? Sie fragt nach Rat bzw. nach Erfahrungen in ähnlichen Situationen. Der Tod gehört natürlich zum Leben dazu, Ändert aber nichts an der Tatsache, dass einem ein bestimmter Mensch wahnsinnig fehlt und man das Gefühl hat, nie darüber hinweg zu kommen. Ich denke, das viel reden, alles rauslassen, evtl. eine Gruppe mit Menschen, denen es genauso geht, hilfreich sein kann. Mir graut vor dem Tag, an dem meine Eltern sterben. Ich weiß nicht, wie ich damit umgehen werde.


kati1976

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Antwort auf Beitrag von Enjay79

Ich würde schauen ob es bei dir in der Nähe eine Selbsthilfegruppe gibt. Ich habe meine Eltern noch. Aber als mein Opa starb war es für mich furchtbar und ich hatte lange damit u Zu tun. Auch als mein Cousin vor 2 Jahren starb war es sehr schlimm und ist es immer noch. Er starb durch die schuld eines anderen.


Annika06

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Antwort auf Beitrag von kati1976

Vielen Dank für eure eigenen Erfahrungen und Meinungen. Klar gehört der Tod dazu dass sagt mir ja auch mein Verstand.... Aber mein Herz & der Verstand die sind da halt anderer Meinung. Ich sitz jetzt auch nicht jeden Tag zu Hause auf der Couch und heule vor mich hin... natürlich geht mein Leben weiter und lachen kann ich auch...Aber dann gibts halt diese 'Tage & Momente da fällts mir gar nicht leicht...