Reykjavik
Da ich immer noch nicht wirklich mit jemandem sprechen kann, erzähle ich einfach hier mal, wie es mittlerweile weitergegangen ist. Ich hatte ein sehr angenehmes und offenes Beratungsgespräch mit einem Mitarbeiter der Diakonie. Wir haben über Alternativen gesprochen und ich habe mich verstanden ernst genommen und gut aufgeklärt gefühlt. Den Termin im KH zum Erstgespräch bekam ich dann recht schnell. Die Überweisung war ja der Haken. Ich habe auf Nachfrage eine Adresse von einer Gynäkologin bekommen, die mir wohl helfen könnte. Leider hatte diese pandemiebedingt kurzfristig keinen Termin mehr für mich frei. Ich ging dann zu meinem eigenen FA. Zu hören bekam ich, während ich ohne Hose und mit gespreizten Beinen auf dem Stuhl saß einiges. ("Vorname", ich weiß, du bist ein Sensibelchen, es wird dir spätestens mit 40 furchtbar schlecht gehen, das ist bei den deutschen Frauen immer so.", "du darfst nicht Gott spielen", "das Schicksal des Kindes darfst du nicht bestimmen, es bestimmt deines", "du bist nicht arm, wenn du abends nicht hungrig ins Bett gehst. Ein Kind kann man auch dann versorgen, wenn man sich mal keine Addidas Schuhe leisten kann" "andere Menschen geht es viel schlechter und die bekommen auch viele Kinder" "willst du aufgeben?" Das war ein kurzer Abriss des Monologes. Ich musste/sollte gar nichts dazu sagen. Die Überweisung hat er mir ausgestellt. Einen OP Termin habe ich Pandemie bedingt erst Ende nächste Woche. Der Embryo wächst und mir ist permanent schlecht. Ich wünsche diese Erfahrung wirklich keiner Frau. Die Entscheidung steht immer noch fest, aber gestern hat sie mich unendlich traurig gemacht Wir haben die ganze Nacht nochmal über alles geredet und nach irgendeiner Möglichkeit gesucht, doch die finden wir nicht. Ich denke ich werde froh sein, wenn das alles vorbei ist. Im März habe ich eine neue Frauenärztin. Ich wollte das nur mal alles aufschreiben.
Viel Kraft für den Termin, du packst das! Wenn du irgendwann mal die Nerven dazu hast, melde den Arzt an die Ärztekammer. Unmöglich, 2021...
Ich wünsche Dir auch alles Gute. Ich würde den Arzt auch melden.
Nimm dir das nicht allzu sehr zu Herzen. Ihr habt euch die Entscheidung nicht leicht gemacht. Als Außenstehender redet man sich immer leicht. Er steckt nicht in euren Schuhen.
Ich wünsche euch alles Gute ![]()
In dieser Situation gibt es weder richtig noch falsch. Fakt ist - die Entscheidung, die du für dich triffst, ist die Beste. Ich wünsche die viel Kraft.
Fühl dich gedrückt. Das ist wirklich unglaublich. Egal wie man zur Abtreibung als Frauenärztin steht. Es gibt eine gesetzliche Regelung in Deutschland. Du hast die Beratung durchgeführt usw. Ein solche Vorgehen ist unprofessionell und unmögilch. Alles Gute. Ich wünsche Euch, dass ihr die für EUCH richtige Entscheidung getroffen habt.
Alles Gute. Sei gedrückt. LG
Fühl dich ganz, ganz doll gedrückt! Mir fehlen gerade Worte, um dich ein wenig aufzubauen. Lass dich vom Arzt nicht verunsichern. Und sollte sich bis zu deinem Termin doch noch was ergeben, ihr das Kind behalten könnt und möchtet(letzteres steht wohl ausser Frage, wenn ich dich so lese), dann kannst du den immer noch absagen.
Auf so einen Arzt kann man nun wirklich verzichten. Immerhin hat er Dir den Schein ausgestellt. Was ist mit Euren Eltern? In den sauren Apfel beißen und fragen, ob sie Euch finanziell für ein paar Jahre regelmäßig unterstützen? Das würde schon eine große Last von den Schultern nehmen. Sofern sie es könnten, denn nur dann lohnt es sich, sie einzuweihen.
Ich verstehe es nicht so ganz. Dass man in Deutschland nicht verhungern muss, ist glaube ich klar. Wenn dich die Entscheidung traurig macht, dann ist es vielleicht nicht die richtige. Ich habe jetzt alle deine Postings hier gelesen und ich habe etwas Angst, dass du es bereust irgendwann. Wenn der Eindruck falsch ist und du definitiv sicher bist, dass der Abbruch für dich das Beste ist, dann will ich nichts gesagt haben.
Das habe ich irgendwie auch gemeint herauszulesen... Aber vielleicht schließe ich da einfach zu sehr von mir auf andere. Und ich war nie in solch einer Situation. Es ist deine ganz persönliche Entscheidung und nur du weißt, was für dich und deine Familie das Richtige ist. Dass der Arzt dich so zusammengestaucht hat, tut mir sehr Leid. Ich wünsche euch von Herzen, dass es jetzt nur noch bergauf geht. Alles Liebe!
Deine Postings lesen sich nicht so, als ob du/ihr das Kind wirklich nicht bekommen wollt, sondern ihr meint, aus finanziellen Gründen diesen Schritt gehen zu müssen, interpretiere ich das richtig? Klar ist es eure Entscheidung und der Arzt geht gar nicht, ABER irgendwie sagt mir mein Bauchgefühl, dass er nicht völlig falsch liegt. Ich drücke die Daumen, dass ihr die für euch richtige Entscheidung trefft und in D kann man wirklich viel (finanzielle) Hilfe bekommen - daran sollte es eigentlich nicht scheitern.....
Nicht jeder kann auf Hartz 4 Niveau leben. Ich könnte es nicht.
Das will wohl keiner gerne. Ich persönlich würde lieber kurze Zeit auf Hartz 4 Niveau leben, als lebenslang ohne eines meiner Kinder. Und in diesem Fall ist doch Licht am Ende des Tunnels, schließlich haben die Unis nicht umsonst angeschlossene Kitas. Es gibt viele Frauen, die mit Kind (oder Kindern) studieren.
Hast du schon mal von alg2 gelebt?
Das verstehe ich schon. Aber manchmal sieht man das Licht am Ende des Tunnels nicht. Ich an ihrer Stelle hätte auch Angst. Ich kenne übrigens einige Frauen, die diesen Schritt nicht bereut haben. Es ist eine Einstellungssache. Die einen sehen einen Zellklumpen, die anderen ein Kind. Und es kommt natürlich auf die äußeren Umstände an. Ich würde niemals Vorwürfe machen in so einer Situation. Sie macht es sich ja auch nicht leicht. Sie wurde nicht leichtfertig schwanger, aber auch dann gilt: Es ist und bleibt eine individuelle Entscheidung. Und sie wird sie hoffentlich richtig treffen. Das wünsche ich ihr sehr.
Ich halte mich aus solchen Themen normalerweise raus. Aber da möchte ich mal kurz was rein werfen! Ich stimme Kiel Sprotte absolut zu. Und auf die Frage ob man denn schon selbst von ALG 2 gelebt habe: ich habe sogar unter ALG 2 Niveau gelebt, denn ich hatte zu viel Schiss in diese Schublade geschoben zu werden. Also haben wir zu dritt lieber mehrere Jahre weniger als ALG 2 Empfänger gehabt. Das war oft hart. Aber wir haben es geschafft. Und nein, das soll nicht heißen das ich der TE rate sich nochmal zu überlegen ob die Entscheidung wirklich richtig ist. Dieses "hast du schon von alg 2 gelebt" klang nur so nach "dann würdest du dich auch für einen Abbruch entscheiden". Und das ist nicht wahr. Denn ich habe mich ja auch bewusst fürs Kind entschieden. Und das obwohl wir schon zu zweit oft wochenlang nur trockene Nudeln essen konnten weil für die letzten 5/6 Tage im Monat nur noch eine Tüte Pfandflaschen zur Verfügung stand.
Uhhh, da kommen Erinnerungen hoch... Das kenne ich auch noch. Nicht ganz so krass, aber ohne Tafel und Pfandflaschen(nicht selten auch noch gesammelt) hätten wir manchen Monat nicht überstanden. Und, als ich mit Kind 3 Schwanger wurde, hatte mein Mann noch einen Job... Mitten in der Schwangerschaft verlor er den dann...
Ja, Pfandflaschen haben uns oft ernährt. Es ging, war machbar. Aber schön war es natürlich nicht. Wir mussten ganz schön die A*schbacken zusammen kneifen und anpacken um da wieder raus zu kommen. Ich habe mich geschämt wie sonst was, aber ich habe erst alg 2 beantragt und mir dann Arbeit gesucht. Mein Mann hat auf der Arbeit mit dem Feuer gespielt (Anerkennung der Ausbildung oder Kündigung - zum Glück kam ersteres dabei raus und somit fast 1/3 mehr Gehalt von jetzt auf gleich). Aber das kann nicht jeder. Das will auch gar nicht jeder. Und das muss auch nicht jeder.
Nachdem ich das alles gelesen habe, möchte ich dir sagen: Ich verstehe deine Angst vor dem Kind und allem, was es bringen könnte. Und das Verhalten des Arztes ist intolerabel! Jedoch befürchte ich auch - anhand dessen, was du so schreibst - dass du es wirklich mal ganz schlimm bereuen könntest. Hoffentlich stimmt es nicht. Ich wünsche dir das Beste!
Liest sich für mich auch so irgendwie
Für mich auch. Daher auch meine Frage, ob die Eltern vielleicht finanziell einspringen könnten.
Hallo, Vielleicht hilft dir mein Post etwas. Ich habe im Juni 14 eine gesunde Tochter bekommen (meine 2.) Und war dann unerwartet 8 Monate später wieder schwanger. Meine Schwiegereltern meinten sofort wir können das nicht machen etc pp. Mein Partner und ich waren da verschiedener Meinung. Nach langem hin und her, hab ich ein Berarunggespräch gehabt, einen Gynäkologen der Abbrüche begleitet und einen Termin für einen med. Abbruch. Der Hintergrund war der kurze Abstand zu meiner 8 Monate alten Tochter und die finanzielle Situation, die durch das 2. Kind schon echt bescheiden war. So richtig wohl war mir nicht, aber ich war mir ganz sicher dass es unser finanzieller Ruin wäre und dazu die Schwiegereltern und mein Partner die da irgendwie eingewirkt haben. Ich hatte am 2.Mai den med. Abbruch, ich habe fast 2 Stunden beim Arzt verbracht und überlegt ob ich diese scheiß Tablette nehmen soll, als mir die Verpackung in der Hand kaputt ging dachte ich dass ich sie nehmen muss, was ich dann tat. Ich ging aus der Praxis und wusste dass ich einen Fehler gemacht hatte. Ich hab geheult bis nach Hause. Aber es war nun zu spät. Ich bereue es bis heute! Nur wegen dem scheiß Geld. Ich will damit sagen, wenn es nur deshalb ist, dann denk lieber nochmal drüber nach. ABER: Eine Arbeitskollegen von mir hatte schon 3 Kinder, wovon die letzte schon ein "Unfall" war und der Mann sehr unglücklich über die Schwangerschaft, vorletztes Jahr hat sie dann positiv getestet (Kind Nr. 4) sie hat lange überlegt und sich die Entscheidung nicht leicht gemacht... bekommen oder nicht... sie hatte auch einen Abbruch und ja, sie ist manchmal traurig, sagt aber dass es das richtige war. Bei ihr waren es auch die Finanzen, der Partner und die bereits vorhandenen 3 Kinder. Zu sagen es ist richtig oder falsch steht keinem hier zu, das musst du ganz alleine entscheiden, für mich war es die falsche Entscheidung und ich werde mich dafür immer hassen, für meine Kollegin war es die richtige Entscheidung und sie kann damit gut leben. Die Gründe waren ähnlich, vielleicht fragst du dich also eher, ob du das verkraftest und nicht, ob dein Geldbeutel das verkraftet. Ich wünsche dir alle nötige Kraft und sende dir Umarmungen LG Caro
Ich wünsche dir alles Gute für diesen schwierigen Weg und das bald wieder bessere Zeiten auf euch zukommen.
Hallo, so wie ich lese wollt/könnt ihr euch das Kind nicht eisten. Es abzutreiben ist aber eigentlich auch nicht wirklich das was Du willst? Wie wäre es denn dann mit dem Mittelweg? Das Kind leben zu lassen und es zur Adoption freizugeben? es warten viele Paare in Deutschland auf ein Kind und das würde dir die Gewissheit geben dass das Kind lebt. Auch wenn nicht bei dir, aber zumindest dürfte es leben? Und wenn Du jetzt innerlich "nein" sagst.. warum? Weil Du nicht schwanger sein willst weil Du niemandem erklären willst warum der Bauch irgendwann weg ist aber kein Kind da? Weil Dein Mann nicht zustimmen würde? ... MIR musst Du nicht antworten, schon gar nicht rechtfertigen. ich versuche nur alle Aspekte für Dich zu haben und dieses Thema wurde so noch gar nicht aufgegriffen... Alles Gute, ich wünsche Dir dass Du mir dir im Reinen sein wirst D
ich bin adoptiert. und froh drüber, stolz auf meine eltern, dass sie mich genommen haben. ich wäre nicht hier und nicht das was ich bin, hätten sie mich nicht genommen. ich kann nur sagen, dass dies ein weg ist, dass du sozusagen beides hast. dein kind lebt und wird so versorgt, wie du es gerne hättest, aber denkst, es ihm oder ihr nicht geben zu können. ich wünsche dir alles liebe egal was kommt
Das hört sich schön an und ist sicher eine gute Tat. ABER: Das können doch die wenigsten aus ganz verschiedenen Gründen.
Und ich denke, der Grund ist, dass das noch viel schlimmer ist als einen Abbruch vornehmen zu lassen. Das Kind ist dann real und nicht mehr ein "Zellklumpen".
Vielen Dank für eure zahlreichen Antworten. Ich kann leider nicht auf alles einzeln eingehen, daher nurbm ein kurzer Abriss. Das Leben in Armut, auch unter ALG2 Niveau kennen mein Mann und ich zur genüge. Wir haben sehr lange teilweise auf 15m2 gelebt, reis und Brühe gegessen und eisern gehaushaltet. Unter diesen Bedingungen haben wir uns die Selbstständigkeit aufgebaut und das ging über viele Jahre so. Nochmal habe ich dazu nicht die Kraft. Wir beide haben für vieles keine Kraft mehr und ich bin froh, wenn ich es schaffe, das Studium abzuschließen. Die studiumsangebundene Betreuung ist hier ebenfalls zum Teil gegeben, doch ich müsste das zweite Kind sehr früh dahin abgeben. Was das mit babies macht weiß ich auch. Ich mache es niemandem zum Vorwurf der es so handhaben musste/wollte, aber für mich persönlich ist es mehr als unverantwortlich, einem Kindoder auch zweien das zuzumuten. (Leben UH4 Niveau) Und dass in D niemand hungern muss, ist nicht richtig. Das nur am Rande. Die Eltern sind außen vor. Nicht aus Gründen des Stolzes, sondern weil sie nichts mit uns zu tun haben wollen. Dass wir unser erstes Kind bekommen haben, war letztendlich tatsächlich für den endgültigen Bruch verantwortlich. Zu Adoption. Abgesehen davon, dass die Schwangerschaft ebenfalls ein Hinderungsgrund ist, kann ich es mir unmöglich vorstellen, ein Kind auszutragen und es dann abzugeben. Ich kenne viele Menschen,auch gut situierte Paare die nach außen hin sicher tolle potenzielle Adoptiveltern abgeben würden. Einigen dieser würde ich meine Tochter nicht mal für eine Stunde anvertrauen. Außerdem ist das wachsende Band zum ungeborenen etwas, was man irgendwann einfach nicht mehr ohne großen Schmerz trennen kann. Das weiß ich zumindest für mich. Daher kommt Adoption nicht in Frage. Und dass es mich traurig macht ist, wie ich schwer hoffe, normal bei sp einer Entscheidung. Ich würde mir große Sorgen um meinen Gemütszustand machen, wenn es mich kalt ließe und keine ambivalenten Gefühle da wären.
Ich wünsche Euch alles Gute! Vielleicht meldest Du Dich bei Gelegenheit noch einmal. Du schaffst das irgendwie. Vielleicht solltest Du Dich jetzt bereits auf die Warteliste eines Therapeuten setzen lassen. Es kann nicht schaden, die Entscheidung aufzuarbeiten.
Guter Rat und würde ich auch umsetzen. Man merkt, dass die AP sehr dran knabbert und dann braucht es jemanden, der einen auffangen kann. Und der Partner kann es in den seltensten Fällen, dafür ist er auch nicht zuständig. Zum Teil vielleicht, aber alles kann auch er nicht tragen.
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