Marcel Kubiak
Hallo Unsere Tochter hat seit ihrer Geburt Probleme mit dem Stuhlgang. Sie hatte ihn in den Ersten 10 Tagen zwei mal nach der Geburt das Kindespech und dann nach 10 Tagen nur mit Hilfe der Hebamme. Nach weiteren 10 Tagen ohne Stuhlgang sind wir in die Klinik gegangen. Da haben wir einen Termin in der Kinder Chirurgie bekommen. In der Zwischenzeit bis zum Termin hatte sie kurzzeitig normalen Stuhlgang ohne Hilfe allerdings kam er immer nur Explosionsartig und sehr laut. Nun hat sie allerdings wieder keinen Stuhlgang ohne Hilfe. Zudem hat sie viel Luft im Bauch. Nun waren wir in der Kinder Chirurgie dort haben sie den Verdacht auf Morbus Hirschsprung MRT war unauffällig und nun wollen sie eine Biopsie durchführen. Uns stellt sich nun die Frage ist dies gerechtfertigt können es nicht auch nur die Koliken sein? Immerhin hatte sie ja zwischenzeitlich mal Stuhlgang ohne Hilfe. Wäre mega da noch andere Meinungen zu hören wir haben schon etwas Angst der kleinen zu viel zu zu muten. Liebe Grüße
Mit Morbus H.. habe ich glücklicherweise keine Erfahrung. Aber ich habe bei einem ausbleiben Stuhlgang eine Bauchmassage von der Hebamme gezeigt bekommen, plus eine Art Baby Fahrrad fahren mit den Beinchen. Das hat bei uns geholfen. Ansonsten tragen im Fliegergriff soll auch hilfreich sein. Ist der Bauch auffällig aufgebläht? Bevor eine Biopsie gemacht wird, kann man noch andere Untersuchungen durchführen die etwas weniger invasiv sind. Stillt Ihre Frau? Bei Stillbabys kann es schon sein, dass Stuhlgang bis zu 10 Tagen ausbleibt. Ich wünsche Ihnen und Ihrer Kleinen alles Gute und hoffe für die, dass sich diese Verdachtsdiagnose nicht bestätigt. V.G.
Ich habe selber auch keine Erfahrung mit M. Hirschsprung, außer dass ich die Theorie dazu kenne. Ich bin aber überzeugt, dass jeder Kinderarzt die Differenzialdiagnose "harmlose Koliken" abwägt, da diese super häufig sind, und nur wenn die Beschwerden/Befunde einfach nicht dazu passen, weitere Abklärung veranlasst. Die Empfehlung, ein so kleines Kind in Narkose zu legen und zu biopsieren, wird ja in aller Regel nicht leichtfertig gestellt. Ich verstehe sehr gut, dass man zurückhaltend ist, bei seinem Baby einen invasiven Eingriff durchführen zu lassen. Und man möchte nachvollziehen können, warum es keine Alternative geben soll. Wenn euch die Ärzte nicht erklären können, weshalb sie befürchten, dass etwas ernsteres dahinter steckt, holt euch eine zweite Meinung ein. Fragt, welche Risiken bestehen, wenn ihr noch weiter abwarten würdet. Man MUSS Vertrauen zu den behandelnden Kinderärzten haben, sonst erträgt man nicht, dass sein Kind soetwas durchstehen muss. Vielleicht könnt ihr online erfahren, ob es bei euch irgendwo Experten für gastrointestinale Erkrankungen bei Neugeborene gibt. Ich würde mich auch genau informieren, wer den Eingriff durchführen soll, wie oft er das tut, wie gut die Histo-/Pathologie (wo das Biopsat untersucht und Diagnose bestätigt oder ausgeschlossen wird) dort ist. Meine Tochter litt übrigens unter Koliken, da standen Unruhe und Blähungen im Vordergrund, Stuhlgang hatte sie immer mehrfach täglich, außer in einer Phase mit 5-tägiger Pause. Typischerweise haben die klassischen Koliken ihren Höhepunkt erst mit 6 Wochen und nicht direkt nach der Geburt. Ich wünsche euch und eurer Kleinen alles, alles Gute und drücke die Daumen für eine harmlose Erklärung der Beschwerden!
Vorweg: Ich bin weder Arzt, noch kenne ich mich besonders gut mit Morbus Hirschsprung aus. Aber unser Sohn hatte in dem Alter ebenfalls sehr selten (auch gut und gerne 10 tage, glaube teilweise auch länger) Stuhlgang. Ich habe ihn voll gestillt und kannte es so von seiner großen Schwester auch nicht. Hat sich mit dem Alter eingependelt, jetzt mit 14 Monaten hat er täglich, teilweise mehrfach, Stuhlgang. Alles ohne Probleme.
Leider kann man Morbus Hirschsprung nur durch die Biopsie feststellen, und eine OP ist dann leider auch unumgänglich. Der Teil der von Morbus Hirschsprung betroffen ist, wird dann operativ entfernt. Ihr könnt euch ja noch eine zweite Meinung einholen. Es kann durchaus mal sein, dass der Stuhlgang mit Morbus Hirschsprung normal ist. Aber die meiste Zeit , ist es eher belastend und man kann nicht abführen. Ob es nur Koliken sind kann ich nicht beurteilen, aber das was du beschreibst, passt leider zu Morbus H.
Ein guter Freund von mir ist Arzt, und er sagt, man solle vor jeder OP eine Zweit-, notfalls sogar eine Drittmeinung einholen. Und zwar nicht in der Klinik (Kliniken sind GmbHs, die gewinnorientiert arbeiten), sondern bei einem niedergelassenen Arzt. Ich würde daher neben Eurem eigenen einen zweiten Kinderarzt konsultieren. Nach meiner Lebenserfahrung ist es richtig, anschließend dem an wenigsten invasiven Ratschlag zu folgen. Wenn Ihr natürlich regelmäßig in der Ambulanz der Klinik aufschlagt, wird dort irgendwann auch etwas unternommen. Man muss dabei zweierlei bedenken: - Geschätzt sind 50 Prozent der Operationen in Deutschland überflüssig. Andere Länder (in Skandinavien) haben eine um bis zur Hälfte niedrigere OP-Rate und trotzdem sind die Menschen dort genauso gesund oder gesünder als wir. - Zweitens operieren Kliniken grundsätzlich schnell und gern. Das sage nicht ich, sondern (neben unserem Freund, der Arzt ist), auch mein Hausarzt, ein Internist. Die Kliniken verdienen an OPs, UND die Ärzte üben und lernen bei diesen OPs, weshalb eine hohe OP-Quote erwünscht ist. Ich wäre also nicht so eilig mit der Sache. Ich würde das mit zwei Kinderärzten besprechen. Die Zweitmeinung wird von der Krankenkasse bezahlt, man kann dafür ruhig in eine andere Praxis gehen, das ist üblich und „erlaubt“. Ein guter Arzt hat damit auch keine Probleme, dass man ihm das offen sagt. LG
Also meiner Erfahrung nach ist es richtig, der am nachvollziehbarsten (und möglichst nachprüfbar) begründeten Empfehlung zu folgen ... Dass in D viel operiert wird, mehr als anderswo (das betrifft häufig orthopädische OPs; beim Blinddarm wird sich das vermutlich eher weniger unterscheiden ...), ist sicher richtig, wpbei man dabei aber ahch bedenken muss, dass in manchen anderen Ländern Knie oder Hüfte gar nicht mehr (als Kassenleistung) gemacht wird ALLEIN, weil eine gewisse Altersgrenze überschritten ist, ohne weitere Kriterien abzuwägen.
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