Elternforum Rund ums Baby

Trotzphase

Trotzphase

Kristina_1989

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Hallo liebe Mamis und Papis, unsere Tochter ist 20 Monate alt und seit ca. 1 Woche haben wir teilweise ziemliche Probleme beim Anziehen. Vorgestern Abend z.B. wollte ich ihr den Pyjama anziehen und sie wollte nicht. Hab ihr gesagt sie kann jetzt noch kurz spielen und dann müssen wir den Pyjama aber anziehen. Hat natürlich nicht geholfen und dann ist das Theater losgegangen. Sie hat so gebrüllt bis sie sich übergeben hat. Hab versucht sie zu trösten, aber alles ohne Erfolg. So läuft es jetzt öfters auch morgens beim anziehen oder wickeln, bzw. generell wenn sie etwas nicht darf. Erbrochen hat sie zum Glück nur das eine Mal und dabei bleibt es hoffentlich auch. Hat vielleicht jemand Tipps, wie es bei euch klappt oder was ich in solchen Situationen noch machen kann? Vielen Dank im Voraus für die Antworten!


Millemoni

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Antwort auf Beitrag von Kristina_1989

Huhu, wichtig ist hier Verständnis. Deine Tochter hat nun einen eigenen Willen und den möchte sie auch ausdrücken und ausleben. Deshalb heisst es auch eher "Autonomiephase" und nicht Trotz. Für sie ist es schwierig in Worte zu fassen, was sie sich im Kopf schon ausgemalt hat. Bleib ruhig und setz dich daneben (auf Augenhöhe), biete ihr deine Arme zum Trösten an, wenn sie möchte ok, wenn nicht dann nicht. Sprich ruhig und sag, dass du sie verstehen kannst. Versuch nicht auf Biegen und Brechen etwas durch zu setzen, wenn es gerade eskaliert. Dann immer mit ihr aus der Situation gehen und erst beruhigen, dann wieder versuchen. Am besten geht man solche Dinge spielerisch an und lässt das Kind eine ganze Menge alleine machen und aussuchen. Meine holt sich zB immer selber die Anziehsachen aus der Kommode. Ich lege meist zwei Sachen ziemlich weit oben hin, so greift sie zu 99% das was ich vorher ausgewählt habe, aber für sich hat sie selbst entschieden. Plane am besten für alles genug Zeit ein und helf ihr nichz sofort, sondern lass sie erstmal machen, wenn es nicht klappt, dann nicht einfach eingreifen, sondern fragen, ob sie Hilfe braucht. Wickeln kann man auch auf dem Fußboden oder Sofa oder einer Matratze, lass sie aussuchen wo. Lass sie sich alleine da hin legen. Vermeide fragen, wie "wollen wir uns jetzt anziehen?", wenn sie am Ende ja doch keine Wahl hat. Sag lieber sowas wie "Kommst du alleine zum Anziehen oder soll ich dich holen?" (Manchmal muss ich meine Tochter 3 Mal fragen, wenn sie dann nicht kommt, dann hol ich sie. Sie weiss mittlerweile, dass ich da konsequent bin, deshalb gibt es auch kein Gemecker). Beim Zähneputzen frag ich sie, wo sie putzen möchte (Balkon, Sitzsack, Drehstuhl, hatten schon so einige ungewöhnliche Plätze :D). Dann putzt sie erst alleine und dann putz ich nach. Wir machen dann einen Löwen (waaarrr) oder ein Monster oder ein Nilpferd, damit sie den Mund aufmacht. Immer abwägen, ob ein Verbot bzw ein Nein gerade angebracht ist. Denk dir immer bevor du "nein" sagst, ob es gefährlich oder schlimm ist? Unsere Tochter ist auch schon im Pyjama zur Krippe, weil sie das an behalten wollte, was solls, sie hatte ja was an. Lieber mehr loben, ermutigen, Selbstständigkeit und Selbstbewusstsein fördern. Nicht ihr so viel helfen, sondern dir helfen lassen (kannst du bitte die geschnittenen Möhren in den Topf tun, kannst du mir bitte helfen die Wäsche aufzuhängen, kannst du mir helfen meine Jacke zu zu machen ... Usw). Wut- oder Weinausbrüche sind nie zu 100% vermeidbar und das ist ok. Genauso wie es ok ist, wenn du selbst mal an deine Grenzen kommt. Du darfst genauso Gefühle zeigen, wie es dein Kind auch darf. Wichtig ist natürlich es nie an dem Kimd auszulassen. Dann einfach mal abgeben und was für sich tun. Wir kommen so ganz gut klar, wenn wir uns immer bewusst sind, dass es für das Kind noch schwieriger ist, als für uns. LG, starke Nerven und alles Gute! Eine Mama von einer sehr selbstständigen und dickköpfigen 2 Jährigen :D


sunnydani

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Antwort auf Beitrag von Kristina_1989

Ich habe viel abgelenkt bzw. Anreize geschaffen. Wir haben z.Bsp. ein Anziehlied gesungen. Ich hab zu jedem Kleidungsteil gesungen und der Kleine hat dann irgendwann mitgesungen. Ganz einfach, mit irgendeiner Melodie und einfachem Text. Z.Bsp. Ich ziehe meine Hose an, Hose an, Hose an. Ich ziehe meine Hose an, Hose an. Und das dann eben mit jedem Kleidungsstück. Oder ich hab ihm gesagt, er soll mir helfen sich an- und aus zuziehen und hab ihn dann selber probieren lassen, also dass er sich selber die Hose ausgezogen hat und ich halt nur etwas geholfen habe. So war er beschäftigt. Oder ich hab vor dem Rausgehen schon die Aufmerksamkeit aufs Rausgehen verlegt, indem ich ihn gefragt habe, was wir draußen wohl alles sehen werden und indem ich dann erzählt habe, was wir draußen alles sehen könnten. Ich hab mir meistens den Mund fusslig geredet, gesungen, etc. damit er eben die Aufmerksamkeit eher auf anderes als aufs Anziehen gelegt hat. Bei meinem Kleinen haben auch "Wer ist als erster fertig-Spiele" gut geholfen. Wir haben uns dann quasi mit dem großen Bruder um die Wette angezogen und beide wollten die ersten sein, somit ging das Anziehen bei beiden um einiges schneller ;) Windeln könntest du einfach nur mehr Höschenwindeln anziehen, dann kannst du die auch leichter rauf- und runterziehen und das Kind braucht nicht ruhig liegen bleiben dabei. Oder es gibt ein besonderes Spielzeug, das es nur am Wickeltisch gibt, auf das sich das Kind dann freut und die kurze Zeit des Wickelns somit damit beschäftigt ist. Und viel Geduld haben, aber trotzdem konsequent bleiben. Also wenn etwas sein muss, dann muss es sein, man kann versuchen Kompromisse einzugehen und einzulenken, damit das Kind sich nicht in Rage schreit, aber man kann nicht alles einfach sein lassen, damit das Kind immer seinen Willen bekommt. Das ist jetzt eben die Zeit, in der sie lernen, dass sie einen eigenen Willen haben und Mama oft einen anderen und es ist normal, weil sie sich ein wenig ablösen, Mama und sich nicht mehr als eine Einheit sehen und weil sie vieles schon selber machen wollen. Deshalb hilft es oft schon, sie überall einzubinden und sie vieles selber machen zu lassen. Und wenn ein Wutanfall da ist, dann muss man ihn einfach aushalten, das Kind durchbegleiten, Verständnis zeigen, es aber aushalten und dem Kind zeigen, dass es auch in Ordnung ist, wütend zu sein, aber dass gewisse Dinge eben trotzdem nicht gehen. So lernen sie irgendwann dann ihre Wut zu regulieren, wenn sie merken, dass sie dadurch nicht das Gewünschte erreichen, aber wenn sie trotzdem verstanden und getröstet werden und sehen wütend zu sein, ist auch in Ordnung. Ich wünsche dir viel Kraft und alles Liebe!


Froschprinzessin

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Antwort auf Beitrag von Kristina_1989

Trotzphase…phuuu….schwierige Zeit. Meiner ist zwar noch nicht in dieser Phase, aber vielleicht kannst du ja versuchen mit positiver Verstärkung zu arbeiten? Indem sie oder ihr danach noch was macht, was sie sehr gerne hat, vorlesen oder so, wenn das Umziehen/wickeln ohne Theater verlief.


MamaMarie16

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Antwort auf Beitrag von Kristina_1989

Es gibt ja schon ein paar gute Tipps. Unser Kind hat einen sehr starken Willen. Daher half hier nur 100% konsequent sein. Nach der Beruhigung! über die Situation reden und erklären und die Folgen von Nicht-mitmachen benennen und dann sofort umsetzen. Z.B. keine Schuhe anziehen heißt barfuß raus (Schuhe natürlich mitgenommen), ohne Hose wird nicht gegessen, zahnputz muss sein, so lange bleiben wir im Bad, wir gehen erst in die Wohnung wenn die Schuhe aus sind (auch wenn es 2hdauert) 3 Chancen oder dann versuchen wir halt später hat so gar nicht geklappt. Ist ne harte Zeit, aber jeder gut/ liebevoll ausgeführte "Kampf" stärkt eure Beziehung und entspannt die Zukunft.