Elternforum Rund ums Baby

Strafen

Strafen

mf4

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Das Thema untern brachte mich drauf. Ich bin selbst mit Schlägen und harten sinnlosen Strafen groß geworden und bin dadurch nicht zur Mustertochter geworden. Eher das Gegenteil. Ich hatte immer das Gefühl, dass das nur den einen Zweck hat Macht zu haben. Anders habe ich Strafen nicht empfunden. Ich habe mich über die Strafe an sich kaum geärgert aber über das Gefühl, dass Eltern die Macht haben, egal wie ungerecht, streng und nutzlos es ist und ein Kind da durch muss. Mal 1 Tag Hausarrest oder 1 Tag Handy eingezogen. Sowas in der Größenordnung gabs hier mal aber das passiert alle Jahre mal. Seid ihr bestraft worden? Hat es euch zu einem besseren Kind gemacht? Hat es euch geholfen die "Tat" besser zu verstehen und nicht zu wiederholen?


dkteufelchen

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ich kann da ähnliches berichten wie du. schläge, sinnlose strafen, für winzige vergehen. strenge. irgendwann habe ich es für mich mit stress erklärt. was sicher zum teil stimmte, es aber nicht besser machte. besseres kind - ja sicher, ich habe die rebellische ader noch mehr raushängen lassen. wenn meine schwester abends petzte, und ich dafür strafen bekam, haben wir uns morgens vor der schule des nächsten tages schon geprügelt. wir haben unter anderem deswegen bis heute kein verhältnis zueinander ich habe dann einfach ab einem gewissen alter angefangen, so oft und so möglich meiner eigenen wege zu gehen und habe mich oft allein durchgekämpft. hilfe wollte ich nicht - hätte ja wieder falsch sein können. heute habe ich zumindest zu meinem vater ein gutes verhältnis.


Johanna3

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Nein, niemals.


HappyFamily2008

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Ich bekam Hausarrest von meiner Mama, daran habe ich mich nie gehalten und sie konnte sich nicht durchsetzen. Von meinem Papa bekam ich auch mal Schläge, denoch hatte ich ein besseres Verhältnis zu meinem Papa als zu meiner Mama. Manches habe ich daraus gelernt, ich habe mehr Respekt vor meinem Papa. Ich habe denoch sehr viel Sch... gebaut und bin auch kriminell geworden, aber ich kannte denoch die Grenzen.


Zero

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Ich bin viel bestraft worden, für die geringste Kleinigkeit. Im Zimmer eingesperrt, ohne Möglichkeit auf die Toilette zu gehen, so das ich gezwungen war entweder irgendwo in etwas zu machen oder einfach laufen zu lassen, um dafür dann Prügel zu beziehen. Mein Vater hat gerne ausgeholt - mit der flachen Hand oder Kochlöffel, bis sie zerbrochen sind - wo ich zum Schuß nur noch gelacht habe, was ihn weiter gereizt hat. Hausarrest, Stubenarrest - oft Wochenlang oder Monatelang. Meine Oma hat mich damals fast Krankenhausreif geprügelt, weil sie heillos mit mir überfordert war - mein Onkel, der verstorben ist als ich 14 war, hat mich gerettet. Mit meiner Oma und meinem Vater habe ich mich ausgesöhnt - mit dem Rest meiner "Familie" habe ich keinen Kontakt mehr - bis auf die, mit denen ich immer gut ausgekommen bin und die mir geholfen haben aus der Hölle zu entkommen. Bei meinem Kindern habe ich immer versucht es besser zu machen und ich denke, das ist mir gelungen.


dkteufelchen

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das hört sich aber auch richtig brutal an, vor allem, wenn sogar oma zuhaut. eigentlich sollte oma doch auch zum schutz da sein. warst du wirklich so ein schwieriges kind, oder haben sie es nur so empfunden?


mf4

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Antwort auf Beitrag von dkteufelchen

Sie sind überfordert, haben eigene Probleme und lassen es am Kind auch... die Eltern machen es schwierig... das kapieren sie nur nicht.


Zero

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Ich bin in einem Kaputten Haus "aufgewachsen". Meine Mutter war nie da - hat tags geschlafen und Nachts gearbeitet. Mein Vater war Kraftfahrer und hatte oft lange Touren, war Wochenlang unterwegs. Mein Bruder und ich waren auf uns alleine gestellt. Meine Mutter hat auch gerne zugeschlagen und uns Tagelang alleine gelassen. Aufgefallen ist das nur, weil sie mit ihrer Mutter verabredet war und meine Mutter mit uns nicht bei ihr angekommen sind. da hat sie uns gesucht und ist in der Wohnung quasi über uns gestolpert - grün und blau geschlagen in einer Wohnung, die zugemüllt war. Unser Hund, den wir damals hatten, hat meine Oma einschläfern lassen müssen, wir sind ins Krankenhaus gekommen und meine Oma hat das Jugendamt angerufen. Da war ich 1,5 Jahre alt. Wir wurden unserer Mutter weggenommen und sind zu ihrer Mutter gekommen. Mein Bruder ist bei ihr geblieben, ich bin mit 2,5 Jahren zu meinem Vater gekommen und mit 3 Jahren zu seiner Mutter. Nein, ich war nicht einfach. Aufgrund meiner frühen negativen Erfahrungen war ich stark Verhaltensgestört und es war ein langer, harter Weg das wieder geradezubiegen.


dkteufelchen

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Antwort auf Beitrag von Zero

um so schöner ist es, dass du jetzt mit deinen kinder liebevoll umgehst. dann kann leider auch nicht jeder, dem sowas als kind passiert ist.


mf4

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Antwort auf Beitrag von dkteufelchen

DAS verstehe ich nicht, wie man weitergeben kann, was einem weh getan hat. Für mich ist das keine Ausrede... gerade diese müssten es besser wissen/machen.


Zero

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Antwort auf Beitrag von dkteufelchen

Das war nur ein Vorgeschmack - die eigentliche Hölle hat erst später angefangen. Ich bin nicht umsonst weit weg gezogen - habe meine Vergangenheit hinter mir gelassen - in eine Kiste gesteckt und die Kiste ganz tief vergraben.


dkteufelchen

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Antwort auf Beitrag von mf4

das ist richtig, für dich und mich und zero wäre es ein unding. (und für viele andere hier) leider kenn ich genug leute (auch arbeitsbedingt) die eben genau dass mit ihren kindern machen, was sie als kinder durchleben musste. nenn es sozialen brennpunkt, überforderung, dummheit. ich weiß es nicht. ich weiß nur, dass wir z.b. in der sportgruppe, die kinder nach dem training IMMER zu zweit wiegen, mit freiem oberkörper (und das nicht nur, um nach krankheiten zu schauen)


Zero

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Antwort auf Beitrag von mf4

Man wiederholt dieses Muster oft - wenn man den Kreis nicht durchbrechen kann. Man kennt es nicht anders. Ist schwer zu beschreiben. ich habe damals immer gesagt, das ich keine Kinder will, weil ich nicht möchte, dass ihnen genau das auch passiert. Hätte ich nicht so arg auf mich und meine Reaktion geachtet, wäre ich wohl genauso geworden und meine Kinder hätten genau das gleiche durchgemacht.


dkteufelchen

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Antwort auf Beitrag von Zero

das war wohl das beste was du tun konntest.


binesonnenschein

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Ich kann mich ehrlich an keine Strafe erinnern. Mein Vater strafte mit Schweigen. Und ich schwieg zurück. Meine Mutter bestrafte mich nie. Eben weil sie es so erlebt hat wie ihr es erzählt. Ich bestrafe meist mit Fernsehverbot und Taschengeld streichen. Aber da muss mehr passieren als ein verbaler Ausrutscher.


dkteufelchen

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Antwort auf Beitrag von binesonnenschein

fernsehverbot zieht hier meist, so gut wie gar nicht, weil sie nicht so viel gucken. und taschengeld streichen, finde ich persönlich immer grenzwertig. denn sie sollen mit geld umgehen lernen und müssen sich somit auf den regelmäßigen fluss verlassen können (ein arbeitgeber zahlt ja auch das gehalt nicht, wenn man fehler macht - ok, der vergleich hingt - und es ist auch nur meine meinung) aber ich kann mich auch nicht so wirklich an die letzte strafe erinnern. meist binde ich sie dann als "strafe" mehr in den haushalt ein, weil es kleinigkeiten sind, und dann haben sie weniger freizeit und nebenbei können wir reden.


MissRanya

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Körperliche Gewalt habe ich nie erfahren. Aber meine Freundin aus Kindheitstagen. Ich fand es total schrecklich. Sogar,wenn ich zum Spielen dort war,wurde sie mit dem Stock verprügelt. Und sinnlose Strafen hat sie bekommen. Absolut gruselig! Strafen wurden mir oft angedroht. Das war aber meist nur der Anstoß,um in die Diskussion zu gehen. So wurde ich eigentlich immer begnadigt. Konsequenzen für mein Tun musste ich hingegen immer (oder meistens) tragen. Selbst bin ich gegenüber unseren Kindern auch sehr gelassen. Wobei hier auch kaum etwas vorfällt. Unser 13jähriger ist absolut vernünftig,verlässlich und pflegeleicht. Ob es nun Glück ist oder Endprodukt einer guten Erziehung? Man weiß es nicht...


Baerchie90

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Antwort auf Beitrag von mf4

Also als kleinkind gabs bei mir den berühmt-berüchtigten "Klaps auf den Po", daran kann ich mich allerdings nicht mehr erinnern, also keine Ahnung, ob ich mich dadurch besser / schlechter benommen habe. An wirkliche Strafen kann ich mich nicht erinnern, Hausarrest / TV -Verbot, kein Taschengeld, sowas gabs bei uns nie. Wenn irgendwas nicht "lief" hat mir meine Mutter eher ins Gewissen geredet, wodurch ich mich dann "besser Verhalten" habe, um ihr Kummer zu ersparen. (Mein größerer Bruder war ihr Sorgenkind, da musste ich mich nicht auch noch "schlimm" Verhalten.) Zu ihr habe ich bis heute ein gutes Verhältnis. Was ich aber ganz schrecklich fand, war das Verhalten der Mutter meiner damals besten Freundin. Wir waren in der Grundschule und immer wenn meine Freundin nicht "funktionierte", wurde mit Schlägen oder Kinderheim (!!!) gedroht ("wenn du jetzt nicht X machst, ruf ich im Kinderheim an, dann holen die dich ab und du kommst hier weg, dann brauch ich mich nicht mehr über dich ärgern!"), ich will gar nicht wissen, was da "abging" wenn kein Besuch da war. Richtig gruselig...


Silvia3

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Antwort auf Beitrag von mf4

Ich bin, soweit ich mit erinnern kann, nicht ungerecht oder sinnlos bestraft worden, sondern nur wenn ich was verbockt hatte. Dazu zählte dann aber auch wiederholtes unpünktliches Erscheinen zum Abendbrot. Dafür durfte ich dann eine Woche mein Fahrrad nicht benutzen (ohne das ich schlecht zu meiner Freundin kam). Ich habe mich zwar darüber geärgert, es aber nicht als grob ungerecht empfunden, denn es war mit Ansage. Ab und an gab es mal eine Ohrfeige von meinem Vater. Warum weiß ich nicht mehr, ich nehme an, dass ich freche Antworten gegeben habe. Aber ich kann mich nicht daran erinnern, dass ich das als ungerecht oder kränkend empfunden hätte. Bei meinen Mädels zieht WLAN bzw. Handy oder Laptop-Entzug. Das ist eigentlich das einzige, womit ich sie im Moment beeindrucken kann. Aber eigentlich geschieht das relativ selten, mein Mann und ich sind viel zu großzügige Eltern und lassen uns von unseren jungen Damen meistens ziemlich auf der Nase rumtanzen. Silvia


Littlecreek

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Antwort auf Beitrag von mf4

Bei uns hieß Bestrafung automatisch Schläge. Wegen jedem Pups - zu jeder Tages- und Nachtzeit Ich habe mir geschworen, meine Kinder nie zu schlagen. 100 Prozent ist es mir nicht gelungen. Meinen ältesten hab ich zweimal eine auf den Hintern geklapst. Das eine mal zog er seinen Bruder von der Stockbettleiter und dieser fiel so auf den Rücken, dass er kurz nicht atmen konnte. Das zweite Mal riss er sich von meiner Hand los und wäre beinahe von einem LKW erfasst worden. Das ging so schnell, dass ich vor mir selbst erschrocken war. Ich versuche zu verstehen, wenn sie so reagieren, wie sie reagieren. Ich will sie konfrontieren mit ihrem Fehlverhalten, will wissen, was sie dabei denken und fühlen. Deshalb gibt's bei mir meist das Zimmerverbot und Telefonsperre. Dann müssen sie sich auf mich konzentrieren und mit mir reden. Wenn sie nicht gleich reden wollen - auch ok - ich hab viel Geduld. Bis kein Gespräch statt gefunden hat, gibt's aber auch kein Telefon. Sicher kein goldener Weg, aber ich glaube auch nicht, dass es diesen gibt.


jackiedesnoo

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Antwort auf Beitrag von Littlecreek

Ich wurde höchstens mit stubenarrest bestraft. Aber dann auch nur wenn ich richtig scheisse gebaut habe. Allerdings war ich noch nie so frech zu meine eltern Ich werde morgen mal mit meine älteste reden.. immerhin war es das erste mal das sie so dermassen frech war. Sonnst bin ich nur die gemeinste /unfairste mama der welt und andere durfen immer viel mehr .....


Littlecreek

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Antwort auf Beitrag von jackiedesnoo

"Allerdings war ich noch nie so frech zu meinen Eltern" Reden wir hier noch von Deiner Tochter, weil du direkt auf mein Post geantwortet hast?


Mutti69

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Antwort auf Beitrag von mf4

Logisch bin ich “bestraft“ worden...aber NIE körperlich. Als wir eine Scheibe eingeschossen haben, mussten wir “Ersatz“ schaffen (Scheibe vom Taschengeld bezahlen und den Opa mit einer Flasche Bier bezahlen, dass er sie wechselt, dabei helfen) und uns entschuldigen.


jackiedesnoo

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Antwort auf Beitrag von mf4

Ich geh mit mein handy rein. Das war so nicht beabsichtigt.


Littlecreek

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Antwort auf Beitrag von jackiedesnoo

Das dachte ich mir schon ;)


Kolkrabe

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Antwort auf Beitrag von mf4

... dass sie nur so lange funktionieren, bis das Kind alt genug ist sich seine Bedürfnisse, die ich durch das Strafen entziehe, selber "befriedigt". Ein Kind, sagen wir 7, kann ich noch mit "Haussarrest" bestrafen. Aber wenn es 17 ist, dann halte ich es nicht mehr auf, oder? (Hausarrest gab es noch nie - ebenso wenig wie "zur Strafe ins Bett schicken". Schrecklich!!!) Und so ist es eigentlich mit allen Strafen, wenn man genau überlegt. Es gibt Situation, da fallen Strafen. Wenn die Kinder sich um das TV-Programm streiten, und keinen Kompromiss finden, dann wird die Glotze ausgemacht. Fertig. Ansonsten versuche ich mit den Kindern zu reden. Selbst die bockige Pubertät ist manchmal verständlich. Es kommt manchmal eben auch darauf an WIE man fragt. Gerade Kinder in der Pubertät brauchen noch mal eine Extra-Portion Aufmerksamkeit, und sie wollen auch ernstgenommen werden. Da kann man nicht einfach "Probleme" so abtun, wie es vielleicht in jüngeren Jahren funktioniert hat. Da kann eine "Kleinigkeit" ein echtes emotionales Drama werden. Und wenn ich das Ausgangsposting unten richtig gelesen habe, dann gibt es auch ein Baby. Tja, vielleicht rebelliert gerade jemand aus Eifersucht? Auch ich habe Strafen bekommen als Kind, viele. Die Ohrfeige war harmlos. Aber gelernt? Nein, ich habe nichts gelernt. Außer "der Stärkere hat recht!" Ich versuche eher die "Empathie" meiner Kinder zu fürdern. Für sich - und für andere. Klappt nicht immer, aber ich bin auf einem guten Weg. Und manchmal muss man sich als Erwachsener fragen ob man seinen Kindern eigentlich den gleichen Respekt entgegenbringt wie der, den man von ihnen erwartet?


Mitglied inaktiv

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Antwort auf Beitrag von mf4

Schläge gab es hier auch. Mit Löffel, Latschen, mit einer Rolle von Säcken je nachdem was meinem Vater in die Hände gefallen ist. Ohrfeigen kassierte ichvon meiner Mutter, Hausarrest, Spielverbot auch. Ich wurde nicht "besser" nur trotziger, wütender und auch verschlossener. Ich zog mich zurück. Ich mach es hier anders....


Dezemberbaby2012

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Antwort auf Beitrag von mf4

Hallo, hab zu dem Thema oben im neueren Thread von MissRanya ausführlich geantwortet. Sehe das genauso, Strafen bringen meistens nicht das, was Eltern damit (offensichtlich) beabsichtigen. Wenn unbedingt notwendig, bin ich mehr für logische Konsequenzen, wie: Wenn das Kind nicht beim Eier einkaufen helfen will, gibts halt am Wocheende keinen Kuchen. Wenn das Kind keine Zähne putzen will, gibts solange halt nix Süsses, keinen Saft etc. Liebe Grüße!