Tristania1704
Mein Sohn ist behindert und hat mehrere physische und psychische Probleme. Deswegen geht er in einen Heilpädagogischen Kindergarten, bekommt dort unter anderem Physiotherapie. In eben dieser musste er letzte Woche eine Übung auf einer "Wackelschildkröte" machen. Diese hat einen harten Plastikpanzer zum drauf stehen, durch Gleichgewicht halten / verlagern läuft die Schildkröte in kleinen Schritten und bewegt sich. Mein Sohn wurde auf diese SK gestellt, danach setzte sich die Therapeutin zur Seite auf den Boden. Als mein Sohn das Gleichgewicht verlor konnte sie ihm nicht mehr helfen. Er fiel auf den linken Arm, brach sich dort im Ellbogen zwei Knochen. Bis Mitte August trägt er jetzt Gips. Mein Sohn ist durch seine Autismus - Spektrum - Störung ohnehin ziemlich anstrengend aber seit er den Arm gebrochen hat ist es wirklich übel. Den Urlaub Anfang August können wir jetzt absagen, mein Sohn ist auch noch Linkshänder, also geht bei ihm zur Zeit gar nichts mehr... Ehrlich gesagt bin ich ziemlich verärgert daß mein Sohn bei einer Übung, welche er wegen einer Gleichgewichtsstörung machen muß, alleine auf dieses Ding gestellt wird und nicht gesichert wird. Die Physiotherapeutin versteht das ganz und gar nicht, sie habe alles richtig gemacht. Ich finde sie hat da etwas fahrlässig gehandelt. Machen werd ich ohnehin nicht wirklich was können aber ich nage an der Frage; bin ich zu Recht etwas sauer oder reagier ich über? Eure Meinungen würden mich interessieren! Danke!
Jede Mutter wäre da sauer, wütend, enttäuscht, wenn zu dem Unfall auch noch Unverständnis aufgebracht wird.
Nüchtern betrachtet hätte dies auch bei dir passieren können. Einmal nicht schnell zugepackt... schwubs...
Dass jedoch keine Einsicht von der Therapeutin gezeigt wird, würde ich auch gegenüber der Leitung und des Träges der Einrichtung zum Ausdruck bringen, mit dem Wunsch, dass zukünftig anders agiert wird.
Deinem Kind wünsch ich gute Besserung! Gebrochener Arm ist so oder so einfach nur MIST. ![]()
Bei einem behinderten Kind, das bekanntermaßen Gleichgewichtsstörungen hat, hätte die Therapeutin mit bereitgehaltenen Armen hinter/vor/neben ihm stehen müssen, um ihn aufzufangen. Das ist aber nur meine persönliche, juristisch nicht fundierte Meinung. Aber wer weiß, vielleicht wäre bei einer Schmerzensgeldklage der Richter derselben Meinung wie ich.
Ohne mich auszukennen, fallen mir trotzdem folgende Stichwörter ein, die ich an deiner Stelle auch abklopfen würde: Sorgfaltspflicht bzw. Verletzung derselben Schlichtungsstelle kontaktieren - falls es überhaupt so etwas gibt Krankenkasse anrufen und sich beraten lassen. Schwerstes Geschütz für Leute die Nerven, Zeit und Geld haben: Anwalt einschalten. Gute Besserung deinem leidgeprüften Kind!
Ich würde denken, das ist schlimm und bedauerlich...aber es kann sich auch ein gesundes Kind mal den Arm brechen. DEIN Kind kann sich mal den Arm brechen, auch wenn DU daneben stehst. Man kann nicht immer alles vorhersagen und ahnen...auch eine Physiotherapeutin kann das nicht. Gute Besserung an deinen Sohn
Im Grunde ist die Argumentation plausibel, aber es wurden schon Gerichtsverfahren gewonnen, wo sich Leute aus eigener Dämlichkeit heißen Kaffee übergekippt hatten, und das Schnellrestaurant Millionen (Dollar) Zahlen musste, weil sie es versäumt hatte, den Becher mit einem entsprechenden Warnhinweis zu versehen...
Zwar sind wir in einigen Dingen noch Lichtjahre von amerikanischen Verhältnissen entfernt, aber die Frage, ob der Schaden vermeidbar war oder nicht, kann auch hierzulande einen Anwalt gut ernähren... ![]()
Deswegen schrieb ich ja "ICH würde denken..."
Und da ICH kein Anwalt bin, ist mein Kommentar auch keine juristisch fundierte Meinung ;-)
...denn die Warnhinweise bringen den gesunden Menschenverstand nur zum Kopfschütteln. Ernsthaft! Grad wenn auf einem Schlafanzug der Hinweis steht, dass er brennbar ist und ähnliches... da möchte man doch gern entsprechende Leute schütteln.
Aus dem AP las ich jedoch nicht, dass sie juristische Schritte einleiten wolle, sondern nur, ob sie mit ihren Gefühlen und Sichtweise flasch liegt. Oder verlas ich mich?!
Da es ein Unfall in der Einrichtung war, geht das über deren Unfallversicherung und dort kann man auch den ganzen Kram beantragen und einreichen... und ich glaub, bei solchen Verletzungen beim Kind steht einem prozentuales "Schmerzensgeld" (ist kein richtiges, weiss nicht, wie das da heißt, interessiert mich auch nicht) zu. Die Unfallversicherung kann dann prüfen, ob fahrlässig gehandelt wurde und dann von der Therapeutin Geldforderungen geltend machen. ICH würd mich da als betroffene Mutter schön zurücklehnen und gar kein eigenes Hickhack anfangen.
Siehste, deshalb sagte ich ja, dass ich mich nicht auskenne...
Finde ich sehr gut, dass die Betroffenen nicht allein dastehen mit den Konsequenzen aus dem Vorfall. Dann würde ich es aber auch zu den Akten legen, und "nur" die Therapeutin wechseln. Da ist ja die Vertrauensbasis jetzt hinüber...
Man muss es eben aber auch beantragen. Ich mutmaße, dass die o.g. Einrichtung einen "freien Träger" hat und welche Unfallversichung da in welchem Maße was abdeckt... da müsst man auch in der Materie sein. Staatliche Einrichtungen bzw. diese, die von Gemeinde, Stadt, Kreis oder Land getragen werden sind bei der Unfallkasse des Landes. Diese sind zumeist sehr Kooperativ und nett. Erfahrungen habe ich aber da nur persönliche, Aufgrund der Feuerwehr. Therapeutin würde ich auch, wenn möglich, wechseln...
Aber auch eine Einrichtung in freier Trägerschaft muß Beiträge an eine Berufgenossenschaft zahlen und ist damit unfallversichert. Fraglich ist allerdings, wessen BG in Anspruch genommen werden müsste, die vom Kiga oder die von der Physiotherapeutin. Kommt eventuell darauf an, wo sie angestellt ist. Würde mich da mal bei der Krankenkasse erkundigen, denn die müssten das ja prüfen, wo sie ihre Behandlungskosten zurück bekommen. Und zur eigentlichen Frage: Ja, ich wäre auch sauer. Wäre es im "normalen" Kiga-Alltag geschehen, würde ich sagen - Okay, sowas passiert und die Erzieherinnen können auch nicht überall gleichzeitig sein. ABER, da es während der Physiotherapie geschehen ist, bei einem Kind, wo Gleichgewichtsprobleme bekannt sind, finde ICH es nicht okay, wenn sich die Therapeutin bei solchen Übungen einfach daneben setzt ohne "sprungbereit" zu sein. Wechsel der Therapeutin wäre für mich das mindeste. Für Sohnemann: Gute Besserung und alles Gute für die Zukunft. Und dir gute Nerven, um die blöde Zeit zu überstehen.
Da dein Sohn wegen einer Gleichgewichtsstörung behandelt wird, finde ich es unangemessen, wenn er auf einem solchen Gerät steht und die Therapeutin sich daneben setzt. Es muss damit gerechnet werden, das er das Gleichgewicht nicht halten kann und stützt, also hätte sie bei ihm stehen müssen um im Notfall eingreifen zu können. Meiner Meinung nach bist du zu Recht sauer und das würde ich auch mitteilen,da die Therapeutin, in meinen Augen, wenn es sich so abgespielt hat, nachlässig gehandelt hat.
Woher weißt du denn, dass sie sich weggesetzt hat? War jemand dabei? Finde es sonst halt schwierig, ein Unfall kann schnell passieren, leider. Mit dem Urlaub ist natürlich Mist und ich hoffe, ihr habt da keine Kosten. Der Ärger und die fehlende Erholung sind ja schon unangenehm genug.
Zitat der AP "Mein Sohn wurde auf diese SK gestellt, danach setzte sich die Therapeutin zur Seite auf den Boden." Wenn ich mich auf den Boden setze, kann ich im Falle des Falles nicht schnell genug reagieren um das fallende Kinder aufzufangen.
Ich glaube, sternenfee hat die Worte der AP.schon gelesen. Sie meint vielmehr, ob es Zeugen gibt und dass sich die Frage stellt, woher man weiß, dass sie sich hingesetzt hat.
wieso willst du den Urlaub absagen??? Arm in Plastiktüten eingewickelt und fertig..kann er sogar baden gehen... Unfälle passieren...gut ev. hätte sich die Therapeutin danebenstellen sollen ja aber Fehler passieren auch.
Danke für eure Meinungen! Mein Sohn hatte es mir erzählt daß sich die Therapeutin hingesetzt hatte. Ich sprach sie darauf an und sie gab es auch zu. Sie saß mindestens einen Meter von ihm entfernt am Boden. DAS ist es ja was mich stört, es ist sicher so passiert und trotzdem sieht sie da absolut keinen Fehler bei sich. Klar hätte er sich auch den Arm brechen können wenn sie neben ihm gestanden wäre, klar hätte er sich auch den Arm daheim brechen können. Fakt ist daß ich ihn nie allein lasse bei solchen Situationen, er hat nicht umsonst eine Pflegestufe. Ich habe nicht vor zum Anwalt zu gehen, ich hätte es einfach nur irgendwie angenehm empfunden wenn die Therapeutin da ein wenig eingelenkt hätte und mich verstehen würde - da kommt leider Null, im Gegenteil, sie wurde dann sogar etwas patzig. Urlaub werden wir wohl deswegen absagen weil es im Moment schon schwierig ist zum einkaufen oder sonst wo hin - kurze Strecken - mit dem Auto und Sohnemann mit Gips zu bewätigen. "Ich hab keinen Platz für meinen Gips" , "ich kann meinen Arm nirgends hinlegen", und und und. So möchte ich nicht unbedingt 450 km weit fahren. Klar, alles dumm gleaufen, sowas passiert. Mich ärgert nur die Reaktion der Therapeutin und seit dem Gespräch gestern grübel ich ob ich vllcht tatsächlich übertreibe oder was falsch sehe. Danke jedenfalls für eure Meinungen!
Ich finde nicht, dass du übertreibst. Wäre das Kind ein nicht-behindert gewesen, wäre das eine ganz andere Geschichte. Da dürfte man zu Recht sagen "Das hätte jedem in jeder Situation passieren können". Nicht aber bei einem behinderten Kind mit Gleichgewichtsstörungen, das kann man gar nicht vergleichen. Es gibt - tatsächlich juristisch - etwas, das sich "gesteigerte Aufsichtspflicht" nennt. Diese ist bei einem behinderten Kind auf jeden Fall gegeben. Als Therapeutin(!) wusste sie natürlich ganz genau, dass sie es nicht mit einem gesunden, normal entwickelten Kind zu tun hat, dem man problemlos solch eine Übung zumuten kann. Sie hat in meinen Augen absolut verantwortungslos gehandelt. Sie hätte nicht nur in Betracht ziehen müssen, dass dein Sohn fällt, sondern vor allem auch, dass er aufgrund seiner Motorikstörung auch noch ziemlich blöd hinfällt und ungebremst aufprallt, da er sich nicht wie ein gesundes Kind mit den Händen abfängt. Ich sag mal so, ich kenne diese Wackelschildkröten und es gehört schon einiges dazu, von diesen 20cm Höhe derart runterzufallen, dass man sich gleich zwei Knochen bricht. Dein Sohn muss wie ein nasser Sandsack da runtergekippt sein und ohne jeden Abfangreflex saublöd auf dem Boden aufgeknallt sein - er kann aber natürlich nichts dafür! Die Therapeutin, die ihn und seine Fähigkeiten sicher schon eine Weile kennt, hätte es wissen und verhindern müssen. Sie kann ihn doch nicht einfach da draufstellen, als wäre er ein altersgemäß gesund entwickeltes Kind! Das geht einfach nicht. Angesichts dieser Ausgangssituation kann man eigentlich von Glück reden, dass es nur der Arm war und nicht der Schädel. Gerade die Tatsache, dass sie Physiotherapeutin ist, macht sie hier besonders schuldig (- verglichen z.B. mit einer "herkömmlichen" Betreuungsperson, welche die physiologischen Zusammenhänge und die fehlerhafte Motorik des Kindes vielleicht nicht unbedingt so durchblickt).
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