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Leben mit Chemo - Frage aus Interesse

Leben mit Chemo - Frage aus Interesse

AmyBell

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Hallo zusammen, Mich treibt gerade etwas um, wo ich gerne mal Erfahrungen hören möchte. Es beschäftigt mich aus persönlichen Gründen sehr. Wir haben einen Nachbarn (stehen uns nicht nahe), 85 Jahre, der Hautkrebs hat und seit 3 Jahren mit Bestrahlung und Chemo lebt. Ich konnte das gar nicht glauben. Aus der Familie, aus dem Bekanntenkreis kenne ich nur Krebsschicksale wo keine Behandlung mehr möglich war, oder wo behandelt wurde und die Person verstarbt bzw überlebte und die Behandlung beendet wurde. Gibt es solche Schicksale häufig? Ich meine Krebs mit Dauerbehandlung über Jahre (!)....und das in dem Alter? Es lässt mich gerade nicht los, weiss aber leider niemanden, den ich fragen könnte


Mitglied inaktiv

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Definitiv: Ja! Meine Mutter hatte eine Zimmernachbarin, 76 Jahre alt und Krebs(welchen genau, weiß ich nicht). Sie lebt mit "Holgi", wie sie ihn liebevoll nennt, seit über 10 Jahren! Operieren geht nicht, aber durch die Chemo wächst der Krebs langsam bis gar nicht. Die Dame hat noch große Plane: Kreuzfahrt, sobald Corona es zulässt, einige Bücher ihrer Lieblingsautorin die letztes Jahr erschienen sind und sie möchte endlich ihr erstes Ur-Enkelkind kennen lernen. Ob sie es geschafft hat ihre Pläne umzusetzen, weiß ich leider nicht. Ich hab sie 2019 kennengelernt, als meine Mutter ihre erste Chemo hatte.


LeLuFe21

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Sicher wird es da Statistiken zu geben. Ich kenne 2 ältere Menschen mit immer wiederkehrenden Hautkrebs, einmal schon 12 Jahre in Behandlung, beim anderen sind es jetzt 5 Jahre. Und eine Person mit Magenkrebs, seit 10 Jahren in Behandlung. Erst Chemo, dann große OP. knapp ein Jahr Pause und seit dem immer wieder Chemo. Alle 80+ bei Behandlungsbeginn. Bei allen lässt sich der Krebs durch die Bestrahlung bzw. Chemo unter Kontrolle halten. Ohne Behandlung wären sie vermutlich schon gestorben.


emka

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Mein Schwiegervater hatte sieben Jahre immer wieder Chemo oder Bestrahlung. Er hatte Darm- und Lungenkrebs. Der Tumor an der Lunge konnte nicht operiert werden, das war von Anfang an klar. Somit ging es bei seiner Behandlung darum, dass der Tumor klein gehalten wird, was aber nicht dauerhaft erfolgreich war. Aber er hatte dann noch ca. 6 gute Jahre mit bzw. durch die Therapien. Das letzte Jahr war nicht mehr schön. Der Krebs hatte gestreut, mein Schwiegervater war körperlich sehr mitgenommen und im Kopf drückte ein Tumor auf das Gehirn. Letztendlich ist er letzten Herbst mit 69 Jahren verstorben.


Hurch

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Mein Schwager lebt seit 3 Jahren mit mehreren Tumoren, die er auch für den Rest seines Lebens nicht ganz loswerden wird. Angeblich werden das noch ca 20 Jahre sein, und er wird immer wieder bestrahlt werden müssen. Meine Schwiegermutter hat nach 4 Jahren Chemo und trotz Knochenmark Transplantation den Kampf verloren. Die Behandlung von Krebs ist so individuell wie die Erkrankung und die Betroffenen selbst. Chemo ist auch nicht für jeden der blanke Horror, leider aber trotzdem noch für viele


AmyBell

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Ufff Das sind ganz schön traurige Geschichten. Es entsetzt mich immer wieder aufs neue. Danke fürs Teilen