Saraundmia
Hallo ihr lieben,
meine Maus wird in wenigen Tagen nun schon 1 Jahr alt.
Die Kita beginnt gleich Neujahr (Eingewöhnung). Ich wäre so gerne noch ein Jahr zuhause geblieben aber es ist einfach finanziell nicht mehr möglich, der Groschen ist leer und die kleine will mehr gefordert werden oder mehr Action (ihr wisst was ich meine
) haben.
Jetzt aber das Problem, mir fällt es einfach so schwer sie irgendwie „loszulassen“. Wenn ich nur daran denke, das bald die Kita losgeht, könnte ich weinen.
Sie ist sooooo Mama bezogen. aber ich merke auch, das ihr meine „bespaßung“ nicht mehr reicht.
Ich fühle mich irgendwie voll schlecht deswegen und habe Angst, das sie doch nicht ohne mich sein kann.. kennt das vielleicht jemand ? Wie ging es euch, als eure kleinen in die Kita gegangen sind ?
Ich würde mich über antworten freuen.
Und ich wollte mich auch nochmal bei euch bedanken!!! Ich habe schon einige Fragen gestellt und immer tolle Antworten bekommen.
Liebe Grüße
Hey, du! Zuerst einmal: es gibt überhaupt keinen Grund ein schlechtes Gewissen zu haben!! In den meisten Ländern werden Kinder schon viel früher fremdbetreut. Nur in D ist das so ein Tabuthema. Wobei die, die da am lautesten schreien, oft beides Omas in der Nähe haben + Familie, die regelmäßig einspringen. Nur das das dann irgendwie nicht als Fremdbetreuung zählt. Dabei hat jedes Kind nach der Eingewöhnung ein mindestens genau so gutes Verhältnis zu seiner Erzieherin, die auch noch eine Fachkraft ist - im Gegensatz zur Oma, deren Erziehungstil häufig nicht mehr ganz dem heutigen Wissen entspricht..
Mein Kleiner ist auch mit 1 Jahr in die Krippe. Die ersten zwei Wochen war er sehr zurückhaltend. Seitdem liebt er es. Wenn wir rein kommen, muss ich schauen, dass ich noch die Jacke ausziehen kann und weg ist er. Am Anfang war die Trennung sehr schwierig für mich. Ich war mehrfach kurz davor die Eingewöhnung abzubrechen. Zum Glück hat mein Mann das nicht zugelassen. Es gab rein objektiv auch überhaupt keinen Grund. Wenn ich ehrlich bin, habe ich die Eingewöhnung wahrscheinlich mehr gebraucht als er. Dieses Kontrolle abgeben, ihn anderen anvertrauen, hat mir die ersten Wochen das Herz zerrissen.
Durch Corona können wir dem Kleinen kaum Kontakte zu anderen Kindern bieten. Aber nur mit Erwachsenen ist einfach irgendwann zu wenig Input. War bei unserem zumindest so. Und du beschreibst das ja auch. Auf dem Spielplatz ist bei den Temperaturen auch nicht los. Er schaut sich bei den anderen Kindern jetzt viel ab. Genießt den Trubel. Er weiß aber auch genau, wann ich komme. Zeigt mir dann, was er neues entdeckt oder gelernt hat. Ist soo stolz
Und ich auch. Am Nachmittag ist er dann auch viel ausgeglichener als früher oft. Wir unternehmen weiter viel. Ich bin aber nach wie vor die einzige, die Küsschen von ihm bekommt und zu der er einfach so zum Kuscheln kommt. Unsere Bindung hat also definitiv nicht gelitten. Ich würde aber sagen, dass wir beide ausgeglichener sind. Vielleicht auch, weil wir nicht mehr nur aufeinander hocken und so beide die gemeinsame Zeit noch viel mehr wertschätzen.
Auch wenn die Anfangszeit für mich so schwierig war: Ich würde es immer wieder so machen. Wir haben schon gesagt, beim nächsten Kind machen wir es genau so. Abgesehen von den Kosten (und der Meinung der anderen) gibt es für uns einfach keine Nachteile. Wir sehen täglich wie gut der intensive Kontakt zu Glecihaltrigen dem Kleinen tut.
P.s. Bitte kein bashing jetzt. Ich spreche hier nicht davon, ein Kleinkind 10-12 Stunden am Tag irgendwo betreuen zu lassen, von wechselnden Betreuern, in Großgruppen, mit offenem Konzept oder ähnlichem. Ich bin mir sicher, dass jede Liebende Mutter, der ihr Kind am Herzen liegt (wie es bei der AP offensichtlich der Fall ist), für ihr Akins eine liebevolle Umgebung aussucht. Und ja, es gibt schöne, sehr kinderreich Krippen!
Ich bin sprachlos.. mit so einer lieben und vor allem ausführlichen Antwort, habe ich überhaupt nicht gerechnet. Es beruhigt einen doch ungemein wenn man weiß, das es anderen auch so geht/ ergangen ist und das die Ängste/ Gefühle nachvollziehbar sind oder auch verstanden werden.
Ich danke dir wirklich sehr und weiß es zu schätzen, das du dir die Zeit für die Antwort genommen hast.
Liebe Grüße
Guten Morgen, Wie wird denn die Eingewöhnung bei euch laufen? Wir sind gerade durch damit und das ganze ging über 4 Wochen. Anfangs war ich die ganze Zeit mit im Gruppenraum, damit mein Sohn immer wieder zu mit kommen konnte um sich abzusichern. Es war so toll, zu sehen, wie er immer mutiger wurde und auch alleine den Nebenraum erkundet hat. Er ist ein eher schüchternes Kind und ich war jeden Tag stolz wie Bolle, wenn er sich immer länger und weiter von mir trennen konnte. Die Zeit der Eingewöhnung ist nicht nur für das Kind, sondern auch für die Mama. Das Kind traut sich selber immer mehr und die Mutter (in dem Fall ich) lernt, ihrem Kind täglich mehr zuzutrauen und auch zu vertrauen. Lass das alles erstmal auf dich zukommen. Deine Kleine wird dich sicherlich überraschen. Wenn ich in die strahlenden und ausgepowerten Augen meines Sohnes beim abholen blicke, ist gar keine Zeit für ein schlechtes Gewissen, weil ich weiß, dass er einen Tag voller Spaß und Abenteuer hatte.
Bei uns geht es mit einer halben stunde los. Ich denke auch wenn es losgeht, und wir erstmal da Sind, geht es auch. Es ist halt vorher diese Ungewissheit und diese Fragen im Kopf..
ich hoffe einfach nur das es ihr auch gefällt.. das würde mir schon eine große Last abnehmen.
Ich danke dir für deine liebe Antwort!
Ohje, ich kann dich sehr gut verstehen. Ich hatte auch geplant das er mit einem Jahr in die Kita geht. Aber ich hab nachts nicht mehr schlafen können und teilweise weinen müssen wenn ich daran gedacht habe. Da eh nur ein Platz frei wäre wenn jemand wegzieht und dann sicher nicht in der Kita die nur 5 geh Minuten entfernt ist hab ich noch ein halbes Jahr dran gehängt. Was auch an die finanziellen Reserven geht und länger geht dann auch nicht. Ich hab mir auch total Gedanken gemacht, was wenn er noch mehr als einen Schlaf braucht, oder viel Unterstützung beim Essen. Bei zwei Erzieherinnen auf 12 kleine Kinder, wie sollen die ihm helfen. Aber ich glaub man muss das einfach auf sich zukommen lassen. Die Eingewöhnungszeit sehe ich auch als Vertrauensaufbauzeit, von mir zu den Erziehern. Wahrscheinlich werden die kleinen da auch selbständiger weil da keine 1:1 Betreuung gibt, aber das ist ja auch gut. Wahrscheinlich ist es für uns schlimmer und die kleinen freuen sich über diese Abwechslung und Action. Meiner sicher, er liebt Trubel und wenn die ganze Familie da ist. Das gibt mir etwas Zuversicht das er da klar kommen wird. Aber jetzt ist er erst 8,5 Monate und ich hab noch etwas Zeit. Ich wünsche Euch alles Gute.
Genau, ich kann mir das alles so schlecht vorstellen. Wie du schon sagtest, 12 Kinder 2 Erzieher. Ist ja normal aber für mich momentan unvorstellbar weil sie ja auch ein Wirbelwind ist. Ich will einfach nur das es losgeht und die Ungewissheit verschwindet.
Ich danke dir für deine liebe Antwort!
Andere, aber vergleichbare Situation: Ich beginne jetzt auch wieder mit der Arbeit und habe mit der "Eingewöhnung" angefangen. Bei uns sind es allerdings erstmal die Großeltern, da die Kitazeiten leider überhaupt nicht mit unseren Arbeitszeiten (Wechselschichtmodell) zusammenpassen und die Großeltern somit die einzige Lösung aktuell sind. (Früher oder später muss einer von uns den Job wechseln, auf einen 9 to 5 Job). In einer Kita ist es aber ja Vergleichbar, auch dort gibt es eine Bezugsperson, zu der halt erst einmal Vertrauen aufgebaut werden muss (das geht aber schneller als man denkt, was ich von anderen mitbekommen habe). Wir konnten den Schritt überspringen, weil sie ja die Großeltern schon kennt (und nein, es war eine sehr sehr lange Zeit undenkbar, dass meine nicht pflegeleichte Tochter länger als einen Spaziergang mit ihnen alleine sein konnte, auch wenn manch einer jetzt ein Fragezeichen über dem Kopf hat). Es war anfangs sehr ungewohnt mich von ihr bewusst zu verabschieden (sie weint dabei auch, aber lässt sich super schnell beruhigen) und Stunde für Stunde länger weg zu sein. Aber es hat direkt so viel besser geklappt als gedacht und es tut uns beiden total gut. Das Tolle an einer personell gut aufgestellten Kita ist ja, dass dort sowohl Förderung als auch Kinderkontakt mit einer Klatsche geschlagen werden. Dass müssen ich und andere Mütter ohne "Fremdbetreuung" halt anders organisieren. Wenn die Coronazahlen Mal wieder runtergehen, können die Großeltern zum Glück auch zu offenen Spielgruppen für 1-3 Jährige, wo ich regelmäßig mit ihr war. Ich verstehe deine Sorgen, gerade bei so mamabezogenen Kindern. Aber du wirst feststellen, dass der kurze Moment der Trennung (einziger kritischer Punkt) schnell überwunden ist und dein Kind eine weitere (bzw Plural) Vertrauensperson dazu gewinnt. Zudem profitieren die Kinder durch den neuen Input (und Energie ;)) durch Dritte - und du kannst eure gemeinsame Zeit auch wieder intensiver nutzen. Und zur Kita vs Großeltern Diskussion: Für jede Familie gibt es halt unterschiedliche Lösungen. Die Hauptsache ist ja, dass es allen damit gut geht. Verallgemeinerungen sind aber in beide Richtungen mehr als daneben. Das gilt auch für Pro Kita und Gegen Großeltern Sager ;)
Ich finde das wirklich toll das ihr für euch, so eine tolle Lösung gefunden habt! Bei uns ist das leider nicht Möglxih aber wenn, hätte ich bestimmt auch darüber nachgedacht.
Es hat alles seine vor und Nachteile aber jeder ist ja auch individuell. Ich danke dir und wünsche dir alles gute weiterhin.
Finde eure Methode auch super!! Alles gute
Dein Kind lernt neue Menschen kennen und kann ganz viel Neues erleben, das ist doch toll
Meine Kids sind mit 15 und 13 Monaten in die Krippe gekommen und haben sich pudelwohl gefühlt. Es gab keine Tränen und sie sind trotzdem noch echte Mamakinder
Die Eingewöhnung ist nicht nur für die Kinder, sondern gibt auch dir die Chance die Gruppe/Erzieher/Einrichtung kennen zu lernen und dein Kind langsam loszulassen.
Solange du ruhig bleibst und deinem Kind das Gefühl gibst, dass die Krippe nichts schlimmes ist, wirst es schon gut laufen. Auch Tränen sind am Anfang ok.
Ihr packt das!
Die letzten 10 Beiträge
- Baby im 7. Monat versucht, sich hochzuheben
- Echolalie mit 3,5 Jahren
- Entwicklungsstörung
- Baby, fast 8 Wochen alt kommt nur mit Schreien in den Schlaf
- Hypospadie fistelschließung schmerzen
- Babydecke
- Erfahrungen sehr anhängliches Kleinkind, trotzdem Kind 2?
- Situation Kindergarten
- Mit Baby Frühlingssonne geniessen
- Tinder extrem traurig