Elternforum Rund ums Baby

Kita ändert die Betreuungszeiten

Kita ändert die Betreuungszeiten

Lena0105

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Hallo, Ich wollte mal eure Meinung hören. Ich versuche mich kurz zu fassen. Meine Tochter geht seit August in die Krippe. Die eigentliche Betreuungszeit ist von 7:30 bis 17:30 (wobei meist alle Kinder bis 16:30 abgeholt werden). Seit Beginn an bekommen wir fast täglich Emails, die uns über veränderte Zeiten informieren. Allerdings teilweise aus für mich unverständlichen Gründen. Als Erzieherinnen der Gruppe in Quarantäne mussten, habe ich es natürlich verstanden. Aber die Zeiten wurden auch deutlich gekürzt, weil eine Erzieherin im Urlaub war. Urlaube stehen ja länger fest und haben auch nichts mit Corona zu tun. Ebenso war es bei Fortbildungen. Und wenn eine Erzieherin krank ist (kein Covid) wird die Anzahl der betreuenden Kinder von 22 auf 15 reduziert (jedes Kind nur 3Tage/Woche) zusätzlich zu eingeschränkter Öffnungszeit. So kam es, dass die Gruppe an mehreren Tagen nur von 9-15 Uhr geöffnet hatte (zu einem Zeitpunkt als der Senat die 100%ige Betreuung wieder erlaubte). Unsere und viele andere Familien haben Betreuungsverträge von 7-9 h täglich, doch die Kita Gruppe öffnet nur 6h. Ist das überhaupt möglich? Die Kita bekommt ja dann trotzdem die entsprechende Förderung für die Ganztagsverträge, oder? Ist das bei euch auch so? Von meiner Arbeit kenne ich das so gar nicht. Wenn eine Erzieherin krank ist, bedeutet es einfach mehr Arbeit für das Team. Sonst ändert sich überhaupt nichts. Ich weiß, dass es momentan eine schwierige Zeit ist aber ich bin ständig besorgt, wie ich mein Kind betreuen soll. Viele Grüße Lena


Berlin!

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Antwort auf Beitrag von Lena0105

Wer ist denn Träger? Berlin, also das Land oder freier Träger? Und was steht dazu im Betreuungsvertrag?


Lena0105

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Antwort auf Beitrag von Berlin!

Das Land ist der Träger. Ich habe nochmal im Vertrag nachgeschaut. Dort steht nur, dass die Einrichtung auf behördliche Anordnung geschlossen werden kann und dann kein Anspruch auf Betreuung besteht. Ist ja auch verständlich. Und der Betreuungsumfang min. 7h bis max. 9h


Felica

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Antwort auf Beitrag von Lena0105

Ich erkläre es mal. Früher war es do, war Erzieherin A nicht da, sprang einfach Erzieherin D ein, die als Springerin immer dort war wo jemand fehlte. Notfalls auch in einer anderen Einrichtung. Nun darf man daa nicht mehr, weil die Gruppen nicht mehr gemischt werden dürfen. Fehlt also eine Erzieherin, müssen die anderen Erzieher welche die Gruppe auch betreuen, entweder mehr Stunden machen, oder die Kinder kommen weniger.


Felica

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Antwort auf Beitrag von Felica

Rechner auch selbst mal wie lange jemand arbeiten müsste, also wie vieke Stunden täglich wenn sie den ganzen Tag diese Gruppe alleine betreuen müsste. Hier im KiFa war es vor corona so, morgens um 7.00 waren 2-3 Erzieher da und haben alle Kinder der 3 Gruppen die so früh kamen gemeinsam betreut. Jetzt muss um 7. 00 Uhr für jede Gruppe mindestens 2 Erzieher da sein, weil alleine dürfen die nicht betreuen. Man braucht als 6 Erzieher morgens, statt 3. Selbst dann wenn in jeder Gruppe nur ein Kind da ist. Und nachmittags das gleiche. Wo sollen die so viel Personal herbekommen? Zumal viele nur TZ arbeiten weil selbst Kinder?


Mützipütz

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Antwort auf Beitrag von Felica

Meine Schwägerin in Brandenburg zahlt über 300euro für ihren 9Std.Kitaplatz. Sie ist frühs da, weil sie um 8uhr selbst auf Arbeit sein muss. Sie muss für jede Woche ihre und Papas Arbeitszeiten notieren und dann wird erwartet dass das Kind Zuhause bleibt oder früher abgeholt wird. Sie MUSS sie quasi um 15uhr abholen und bekommt Ärger wenn sie zu spät kommt,weil sie z.B.nicht pünktlich aus der Praxis kommt oder ein Unfall auf dem Weg war. Und der Oberkracher ist sie muss Strafgeld bezahlen wenn sie zu spät kommt! Ich finde das auch mehr als fragwürdig. Klar es gibt weniger Spielraum und man hat für vieles Verständnis aber wenn ich einen Vertrag habe den ich weiterhin voll bezahle dann muss sich aus meiner Sicht der Dienstleister nen Kopf machen und nicht ich.Ich kann nicht trotz Kitaplatz 2x die Woche Zuhause bleiben. Und ich habe damals auch wenn der Krankenstand hoch war meine Tochter Zuhause gelassen.Das ging weil ich noch auf Jobsuche war aber wenn man dann systemrelevant ist kann man halt nicht einfach immer fehlen.


Kampfgnom27

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Antwort auf Beitrag von Felica

Gut dargestellt. Dazu kommt das viele die in der Kita arbeiten selbst Kinder in der Kita haben und mit verkürzten betreeungszeiten ihrer Kinder arbeiten müssen weswegen dann auch angepasst wird. Gerade dieses nicht mischen dürfen in Kombination mit dem Personalmangel/ Teilzeitstellen macht es so schwierig. Anrecht hin oder her


Lena0105

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Antwort auf Beitrag von Felica

Deine letzte Frage ist ja leider genau mein Problem Und natürlich ist es richtig mies, dass dann länger gearbeitet werden muss. Ich bin auch fast immer 7h statt meiner 5,5h dort (Teilzeit). Weshalb die kurzen Öffnungszeiten bei meiner Tochter so schwierig für mich sind. Während des Lockdowns haben wir unser Kind so viel wie möglich zu Hause betreut, um Ihre Kita zu entlasten, trotz Anspruch auf volle Betreuung (zu dem Zeitpunkt verständlicher Weise reduziert) aufgrund der Systemrelevanz. Ich bin die Letzte, die anderen Erziehern mehr Arbeit aufhalsen will. Ich weiß ja nur, wie es in diesen beiden Einrichtungen derzeit läuft. Wie es woanders ist, kann ich nicht sagen. Deshalb meine Frage an euch


Felica

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Antwort auf Beitrag von Mützipütz

Du, ich muss gerade mehr arbeiten, damit andere mit ihrem Arsch daheim sitzen können, dazu noch Geld bekommen und jammern wie scheiße doch alles sei mit Corona. Zudem muss man sich von denen auch noch beschimpfen lassen. Ist das fair? Aktuell ist einfach Ausnahme. Die Alternative für deine Schwägerin wäre einfach sich eine TaMu zu suchen, die kostet genauso viel und zudem betreuen die ungekürzt. Gefahr wäre eben, fällt die TaMu aus, hat sie auch keine Betreuung. Davon ab ist 300 € in vielen Gegenden wenig, da kostet der KiGa-Platz das doppelte.


Berlin!

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Antwort auf Beitrag von Lena0105

Wie Du schon sagst: "Auf behördliche Anordnung kann geschlossen werden" Das heißt, wenn man es auslegt: es kann auch weniger Betreuung angeboten werden, das ist im Verhältnis zur Schließung das mildere Mittel und ich würde sagen: vertraglich und gesetzlich abgedeckt. Dazu kommt eben, was Felicia gesagt hat: eine Durchmischen der Gruppen muß vermieden werden, deswegen können die Erzieherinnen nicht einfach einspringen. Außer natürlich, es gibt eh nur eine Gruppe, dann ist es in der Tat nicht so ganz verständlich Aber dann würde ich mal direkt bei der Leitung fragen, ganz nett. Euer Problem haben ja viele und Kommunikation ist alles.


Lena0105

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Antwort auf Beitrag von Berlin!

Danke für eure Antworten. @Berlin: wenn du sagst, "es kann auch weniger Betreuung angeboten werden". Heißt das, dass die Einrichtungen während Corona sozusagen eigenmächtig und spontan entscheiden dürfen, wann und wie sie öffnen und Kinder betreuen? Auch wenn Berlin der Träger ist? Tja, da habe ich dann wohl leider Pech, dass die Kita meiner Tochter während/wegen Corona alles drastisch runterfährt und bei mir ungeachtet der momentanen Situation alles auf gleichem Niveau weiterläuft... Mit der Leitung habe ich natürlich schon gesprochen. Sie verwies darauf, dass fast alle anderen Eltern der Kinder derzeit im Homeoffice sind und die Mehrheit somit keine Schwierigkeiten mit der Situarion hat. Ich solle andere Familien aus der Gruppe (die mein Kind aber nicht kennt) bitten, meine Tochter an kürzeren Kitatagen mitzunehmen. Wenn es lange so weitergeht, werde ich keine andere Möglichkeit haben als meine Kindkrank-Tage zu nutzen. Und falls bei meiner Arbeit dann wieder eine Kollegin in Quarantäne oder wegen Burnout krankgeschrieben ist, muss in meiner Einrichtung reduziert oder geschlossen werden. Aber dann haben die Eltern einen Bezirk weiter dann die Probleme. Bisher hat mich mein Verantwortungsgefühl gegenüber den Kindern und ihren Familien davon abgehalten. Aber meine Familie zählt doch auch, oder?