Elternforum Rund ums Baby

Kind 9 Monate - wie oft Umgang mit Papa

Kind 9 Monate - wie oft Umgang mit Papa

März2021

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Hallo, Ich schreibe diesen Beitrag mal hier, da hier mehr los ist als im Forum für Alleinerziehende. Zu unserer Situation: unser gemeinsamer Sohn ist knapp 9 Monate alt, der Papa hat sich kürzlich von mir getrennt und ist aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen. Wir sind (mehr oder weniger) im Guten auseinander, zumindest was unseren gemeinsamen Sohn betrifft ganz klar im Guten. Um uns zu informieren, hatten wir heute einen Termin beim Jugendamt, wie man den Umgang gestalten sollte, wie oft etc. Ich fand die Beratung ehrlich gesagt nicht sehr erfolgreich, da meiner/unserer Meinung nach viel zu seltener Umgang empfohlen wurde. Nun zu meiner Frage an euch: (Kurz vorab, ich weiß, dass das von vielen verschiedenen Faktoren abhängt, aber...) An alle Alleinerziehende hier, wie oft sieht der Papa das Kind, wie lang, mit Übernachtung...?


Jumalowa

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Antwort auf Beitrag von März2021

Ich kann Dir nur aus meinem Bekanntenkreis berichten. Kurz nach dem 1. Geburtstag hatte der Papa sich getrennt. Hat das Kind aber alle 2 Tage gesehen. Als das Kind dann etwas älter war natürlich auch mit Übernachtung am Wochenende. Das kommt halt darauf an, Entfernung, Beziehung zum Kind und auch Eurer Umgang (die Erwachsenen)


Phila83

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Das müsst ihr ganz individuell für euch gucken. Mein Ex ist 1 Woche nach K1 1. Geburtstag ausgezogen. Da war ich mit K2 schwanger. Er ist 200km weit weg gezogen. In der Beziehung hat er sich mehr oder weniger gar nicht um K1 gekümmert. Er sieht die Kinder jedes 2.WE. K1 übernachtet dabei jedes 2.x, seit es 1,5J ist. K2 wird nur für ne Stunde zum Spaziergang mitgenommen. K2 ist jetzt 1,5J. Ihr müsst da wirklich gucken, was sich für euch richtig anfühlt. Und gerade am Anfang würde es nicht statisch sehen. Setzt euch hin und macht zusammen einen Plan. Am besten unterschreiben mit dem Zusatz, dass ihr euch in 6 Wochen nochmal zusammensetzt und guckt, was gut, was weniger gut war und was geändert werden muss, bzw was so bleiben kann. Sowas möglichst konkret schriftlich festzuhalten gibt beiden Parteien enorme Sicherheit und für alles kommende eine solide Basis. Alles Gute euch!


Janet90

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Antwort auf Beitrag von März2021

Unser Nachbar hat schon zwei Kinder aus erster Ehe und die beiden Mädels sind alle zwei Wochen übers Wochenende da. Ich glaube auch in den Sommerferien, aber ich weiß es nicht genau. Ich meine schon öfter gehört zu haben, dass das der „Standard“ ist. Finde das super traurig. Meine Schwester sieht meine Kinder, also ihre Nichten, viel häufiger als der Nachbar seine Töchter. Er hat auch schon eine neue Frau und Kind und sie ist aktuell mit dem zweiten schwanger. Wenn man sich um die ersten beiden Kinder nicht wirklich kümmert, kann man halt mal eben so zwei weitere machen. Also meine Meinung dazu: Ich als Mutter würde meine Kinder gerne so häufig wie möglich sehen und mein Mann als Vater sieht das genauso. Wenn ihr gut miteinander seid, ist das doch schon super. Ich finde das wechselmodell sehr interessant. Aber vielleicht nicht für jeden geeignet. Was wünscht ihr euch denn?


Liv20

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Antwort auf Beitrag von Janet90

"Er hat auch schon eine neue Frau und Kind und sie ist aktuell mit dem zweiten schwanger. Wenn man sich um die ersten beiden Kinder nicht wirklich kümmert, kann man halt mal eben so zwei weitere machen." Finds immer interessant, wie ganz klar es immer scheint, die Männer die sind, sie sich nicht kümmern und einfach immer weiter Kinder machen. Kann dir sagen, nicht selten sind es die Mütter, die einer guten Bindung zwischen Vater und Kinder Steine in den Weg legen nach Trennung! Zum Thema: Mein Mann hat sich von seiner ex auch getrennt, als sie mit k2 gerade schwanger wurde (das erfuhr er erst später) . Anfangs hat er so oft es ging sie besucht, oder sie sind zu uns gekommen. Und immer ein bisschen die Zeit gesteigert. Die beiden haben sich auch regelmäßig zusammen gesetzt und neu geplant (irgendwann wurde wegen der Arbeit jeder 2. Tag schwierig, dafür aber die Zeiten an den Tagen ja länger, dann hat man das mehr auf die Wochenenden und 1 Besuch unter der Woche geschoben, etc) Bei Übernachtungsbesuchen war sie so ein Jahr alt. Allerdings war ja auch die große Schwester schon da und wir haben von Anfang an versucht die Besuche häufig zu uns nach Hause zu legen, damit sie auch die Umgebung schon gut kennt. Das wurde aber dann mit einem jahr so entschieden, da alle das gefühl hatten das wird klappen. Also ich denke auch, dass es wichtig ist es immer neu zu besprechen und vor allem zu sehen was tut eurem Kind gut und womit ist es überfordert.


Janet90

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Antwort auf Beitrag von Liv20

Mag ja sein, dass es bei dir anders ist, aber es ist sicherlich auch nicht selten, dass es so läuft wie bei meinem Nachbar. Wenn er wirklich gewollt hätte würde er seine zwei älteren Kinder häufiger sehen, als zwei mal im Monat. Sie sind auch noch recht jung (8 und 5) und verbringen die Zeit, wenn sie dann mal hier sind, gerne hier. Ich sehe aber auch, dass wenn seine Kinder da sind, er ausschließlich am Haus arbeitet und das von morgens bis abends. Wenn Kinder schon so selten da sind, sollte man die Zeit vielleicht auch mit ihnen verbringen und sie nicht ständig zu anderen Nachbarn aus der Siedlung abschieben („die Kinder spielen ja so gern zusammen“). Außerdem ist er mit seiner neuen Frau 40km weggezogen. Das mag jetzt vielleicht nicht nach sehr viel klingen, aber unser Ort hier ist nicht wirklich mit den öffentlichen erreichbar und man ist auf ein Auto angewiesen. Das macht es später natürlich nicht leichter für die Kinder ihn selbst mal zu besuchen, wenn sie wollen. Tut mir leid, dass du dich dadurch angegriffen gefühlt hast, aber ich bin schon der Meinung, dass man um seine Kinder kämpfen sollte und sich nicht einfach drauf auszuruhen hat, dass es die KM einem ja schwer macht.


Liv20

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Antwort auf Beitrag von Janet90

Persönlich angegriffen fühle ich mich nicht. Bin ja kein getrennter Vater ;) Ich sehe aber, wie schwer man es als Vater haben kann, da man immer am kürzerem hebel sitzt. Bei uns war es zb mal so, dass wir die Kinder 6 monate lang gar nicht sehen durften! Weil Mutter mehr Geld wollte (bekommt nach düsseldorfer Tabelle, da mein Mann gut verdient ist das auch nicht wenig, zusätzlich noch Geld für die große fürs Hobby und für die kleine für Klamotten, zahnspange, essensgeld für die Schule für beide). Jugendamt Termin dauerte (auch wegen corona) ewig. Alles haben wir in den halben Jahr versucht.... Nichts half. Am Ende haben wir dann der Erpressung nachgegeben und zahlen halt noch mehr. In der Zwischenzeit wurde der Papa 6 monate lang zuhause schlecht geredet, weswegen die Kinder erstmal nicht mehr gerne kamen. zwingen wollten wir sie auch, also erstmal mit kleinen Ausflügen gestartet, mal nur ein Eis essen, dann mal ein paar Std Ausflüge...., hat Wochen gedauert bis sie wieder gerne zu uns wollten. Sicher ist es nicht in jeder Familie so. Aber mein mann ist nicht der einzige getrennte Vater den ich kenne, dem das Leben schwer gemacht wird. Und nach außen wirkt das sicher für unsere Nachbarn auch ganz schrecklich, dass die Kinder über ein halbes Jahr nicht einmal bei uns waren! Manchmal weiß man eben nicht was wirklich vorgeht und ich finde das oft zu schnell geurteilt wird.


Phila83

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Antwort auf Beitrag von März2021

Vll stellst du die Frage doch noch mal ins AE Forum. Denke, dass du da mehr und spezialisiertere Antworten kriegst!


Berlin!

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Antwort auf Beitrag von März2021

Das ist wirklich sehr individuell. wenn ihr Euch als Eltern gut versteht (was wirklich grossartig ist und das sollte unbedingt so bleiben!), dann kann man den grundsätzlichen Umgang festlegen (also zB jedes 2. WE) und zusätzlich eben nach kurzfristiger Absprache. Da kenne ich einige, die das so machen konnten. Die Kinder fühlen sich wohl damit, weil sie nicht das Gefühl haben, es ist für irgendwen ein Pflichttermin. Das Euch der vom JA empfohlene Umgang zu wenig ist, ist doch erstmal ein gutes Zeichenn. Und vielleicht ist die Beratung dann nichts für Euch. Vielleicht sind die wirklich mehr auf Konfliktberatung aus. Es gibt aber viele Anlaufstellen, wo man sich auch beraten lassen kann. Oder ihr setzt Euch einfach zu zweit zusammen und schaut, was wem wie passt und wer was leisten kann und auch will.