Elternforum Rund ums Baby

Kind 10.5 Monate- Wutanfälle

Kind 10.5 Monate- Wutanfälle

SophieS

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Hallo ihr Lieben, ich lese immer wieder von Wutanfällen während der Trotzphase, die ca. mit 1.5 Jahren beginnt. Unsere Tochter ist 10.5 Monate alt, aber hat bereits Wutanfälle. Wenn ihr etwas nicht passt oder nicht so ist, wie sie es möchte, lässt sie sich einfach auf den Rücken zurückfallen (manchmal echt gefährlich), haut mit den Fersen auf den Boden und gibt dabei lautstark ihren Unmut kund... Irgendwie macht mir das Sorgen. Sie muss natürlich nicht alles klaglos hinnehmen, natürlich passen ihr gewisse Dinge nicht, aber da ich sonst keine Babys in dem Alter kenne... Ist das normal, kommt das schon bei so kleinen Kindern vor? Nicht zu erwähnen, dass seitdem der Nachbar unter uns ständig auf der Matte steht, weil ihn das Geklopfe stört. Bin auch über Tipps im Umgang damit sehr dankbar! LIebe Grüße, Sophie


SybilleN

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Antwort auf Beitrag von SophieS

Willkommen im Club. Ich hab drei frühe Trotzer (mein erstes war ruhiger). Ich kann sehr gut verstehen, dass das irritierend ist. Gleichzeitig hilft es aber oft, das Kind besser zu verstehen. Nicht immer, manchmal eben. Wobei es eher Phasen waren, meist vor einem Wachstumsschub. Um die Nerven des Nachbarn zu schonen: Kind zum Trotzen auf den Arm nehmen (ja, laut und anstrengend) oder auf Yoga-Matte setzen. Wo es ungefährlich ist (Teppich, Matte), durften sie ihre Wut /ihren Trotz auch rauslassen. Man muss beachten, dass die Kinder, je kleiner sie sind, oftmals mit ihren eigenen Gefühlen überfordert sind. Ist ja neu für sie. Mit 10/11 Monaten war so ein Wutausbruch oft ein Grund zum Stillen / Kuscheln / Singen. Wir haben ein "Wutfanglied" ("Singt ein Vöglein") und spätestens bei Strophe 3 war die Welt wieder gut.


SophieS

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Antwort auf Beitrag von SybilleN

Vielen herzlichen Dank für deine Antwort! Fühle mich direkt nicht mehr so alleine! Ja, auf Grund der Nachbarn nehme ich sie dann oft auf den Arm und dann biegt sie sich dort durch und lässt ihrem Ärger freien Lauf. Wir haben schon eine Decke und Matten hingelegt, wo sie normalerweise spielt und ihre Wutanfälle hat, aber wegen der dünnen Decken im Haus hört man das halt dennoch. Manchmal lege ich sie bei derartigen Wutanfällen auch auf die Couch und setze mich daneben. Dann kann sie sich nicht verletzen und es stört die Nachbarn nicht (wobei der Nachbar auch seeehr speziell ist). Ja, genau, ich hatte auch gelesen, dass das mit der Emotionsregulation in dem Alter sehr schwierig ist. Ich muss auch sagen, dass ich mir einfach so unsicher bin, wie ich das richtige Zeichen setzen soll. Ja, sie soll ihrem Ärger auch mal freien Lauf lassen dürfen. Gleichzeitig soll schon deutlich werden, dass das irgendwie auch nicht immer in Ordnung ist! Wenn ich sie dann stille/kuschle, erhöht das nicht die Auftretenswahrscheinlichkeit eines solchen Verhaltens? Und hat sich das bei deinen 3 Kindern auch später noch durchgezogen, das Verhalten?


SybilleN

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Antwort auf Beitrag von SophieS

Mach dir keinen Kopf. Grenzen setzen macht erst dann Sinn, wenn sie als solche vom Kind wahrgenommen und verstanden werden. So ca. mit 18 Monaten. Du wirst es merken, wann mit Trotz bewusst gegen etwas gearbeitet wird. Wenn du durch Stillen / Kuscheln die negativen Emotionen einfängst, ist das etwas anderes als "belohnen". Du hilfst deinem Kind, das noch nicht selbst regulieren kann. Auch später ist es gut, bei solchen "Ausrastern" für das Kind da zu sein. Zu Umarmen, zu sagen: "Okay, du bist sauer. Soll ich dich umarmen?" Nach spätestens einer halben Stunde hab ich dann den Jungen im Arm (der Kleine ist noch am Stillen). Das Mädel (5) ist leider deutlich komplizierter und die absolute hypochondrische Drama-Queen. Wutausbrüche sind inzwischen total selten. Eher so Heulsusen-Attacken, bei denen ich echt nicht empathisch sein kann (ja, mein Fehler. Aber bei "Oooouuuuuhhhh! Mein Zopf hängt schiiiiiiieeeeeeffff!" krieg ich das einfach nicht hin.)


Mitglied inaktiv

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Meine Tochter, mittlerweile fast 15, war ein sehr, sehr jähzorniges Kind. Es wurden Dinge zerstört, sie schimpfte und beschimpfte vorallem mich, schlug und trat um sich, nicht selten richtete sich ihre Wut gegen sich. Heisst: sie kniff sich selbst, riss Haare aus, schlug sich mit der Faust überall hin, warf sich auf dem Boden und kratzte sich. In solchen Momenten half es nur, sie in den Arm zu nehmen. Auch gegen ihren Willen, sonst fand sie aus dieser Situation überhaupt nicht mehr raus(und um die Gewalt gegen sich zu unterbinden). Ich schimpfte nicht, nahm sie nur fest in meine Arme und sagte ihr immer wieder, dass ich sie lieb habe. Auch dann, wenn sie so wütend ist. Sie brach dann völlig zusammen, war in Tränen aufgelöst und kam langsam wieder "zu sich". Häufig schlief sie kurz nach so einem "Streit" noch in meinen Armen ein, später konnten wir dann reden. Je nach Alter, das alles fing bereits mit zwei Jahren an(ihr jahzorniges Verhalten). Jetzt wird sie 15, hat solche Wutausbrüche auch heute noch manchmal und auch da hilft es immer noch, sie in den Arm zu nehmen. Sie schläft dann nicht mehr sofort ein, das Gespräch findet also im Anschluss statt. Doch danach ist sie so fertig, dass sie immer noch einschläft. Diese Ausbrüche scheinen bei ihr alles an Energie abzuverlangen, was sie hat. Im übrigen hielten mich immer alle für bekloppt. Ich würde das Verhalten des Kindes "belohnen", sie wird mir auf der Nase rumtanzen oder im schlimmsten Fall würde ich bald von ihr getreten oder gehauen werden. Nichts ist eingetreten, im Gegenteil. Alles Liebe und viel Geduld!


Jumalowa

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Meine Tochter ist auch so. Schließe mich den Vorrednern an. Inzwischen bekomme ich Sie auch relativ gut raus, natürlich nicht immer. Bei meinem Sohn war es im Kleinkindalter sehr ausgeprägt. Bin dann in der Nähe geblieben, um später zu trösten. Er wollte in dem Moment keine Nähe. Das ist ganz normal und nichts schlimmes! Was für mich persönlich aber definitiv Grenzüberschreitend ist, ist Gewalt. Gewalt gegenüber mir oder anderen aus der Familie.


SybilleN

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Antwort auf Beitrag von Jumalowa

Meinst du, wenn das Kind anfängt, nach dir zu schlagen?


Jumalowa

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Antwort auf Beitrag von SybilleN

Ja genau, wobei das natürlich auch auf das Alter ankommt. Bei so kleinen bleibt das nicht aus, muss man auch mal aushalten. Ich sage aber auch in dem Alter deutlich das ich es nicht möchte und biete alternatives Verhalten an oder gehe eben zurück. Wenn die Kinder älter werden ist das ein anderes Thema.


Elchkäfer

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Antwort auf Beitrag von SophieS

Auch unser Sohn fing so mit 10 Monaten an sehr wütend zu werden. Konntest du schon bestimmte Auslöser bzw. typische Situationen erkennen, die wiederkehren? Es tut mir echt leid, dass da noch so ein Nachbar dazukommt. Wenn man als Mutter eh schon in innerer Not ist und dann noch das Außen so stresst ich möchte dir sagen, deine Tochter darf wütend sein, auch wenn der Nachbar sich gestört fühlt