Elternforum Rund ums Baby

Ich bin glücklich

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smukke-pige

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Meine Kopfschmerzen sind weg:-) Danke für Eure Tipps. Aber nun etwas ganz persönliches, etwas, das mich sehr aufwühlt und sehr mitnimmt. Ich habe selber eine schwere Erkrankung durchgemacht, war lange Zeit gehandicapt und tat mir generell schwer damit, mich das Leben zu freuen. Ich war zwar nie wirklich depressiv, hatte immer eine starke Familie im Rücken, aber ich vermute, dass ich generell irgendwas zurück behaltet habe. Um mich herum schießen grade 3. Kind aller Familien aus den Boden, corona sei Dank. Wir selber haben ebenfalls 3 Kinder, leider zwei mit Schwächen, die offensichtlich sind. Ich tue mir wahnsinnig schwer damit, mich für die anderen zu freuen. Meist ist es das vermeintliche Wunschgeschlecht, die beiden älteren sind natürlich absolut gesund und brauchen kein Therapeuten. Ich fühle mich gerade wie Hamsterrad. Versteht mich nicht falsch, ich liebe mein Familie und lebe ausschließlich für sie. Aber es ist so verdammt unfair! Warum trifft es mich bzw. Uns so hart? Warum warum warum können wir nicht so ein easy breezy Leben führen, wo ein Kind nach die anderen Kinder auf die Welt kommt und gesund ist?


smukke-pige

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Mein Deutsch Lehrer bringt mich um;-)


Mitglied inaktiv

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Antwort auf Beitrag von smukke-pige

Ich kann diese Frage verstehen. „Warum ich?!“ Mein erstes Kind in der 19. Woche still zur Welt gebracht. Keine Nieren, keine Harnblase, komplett Fehlentwickelte Lungen... warum ich?? Mein zweites Kind sollte auch in der 23. Woche gehen. Aber ich habe durchgehalten und geglaubt. Warum wieder ich? Warum hätte ich wieder ein Kind tot zur Welt bringen sollen?? Aber weißt du was? Gott mutet einer Frau nie mehr zu, als sie ertragen kann.! Und bei allen, wo es so easy breezy aussieht, ist es in den 4 Wänden daheim alles andere als das


Mitglied inaktiv

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Achso. Mein Partner und ich haben es schwarz auf weiß, dass die Chance auf ein gemeinsames „gesundes Kind“ bei grade mal 30% liegt, daher wird unsere Tochter ein Einzelkind bleiben.


smukke-pige

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Es ist wahnsinnig schrecklich, eine stille Geburt zu erleben. Danke für Deine Einblicke in ein andere Leben. Alles Gute für Dich


luna8

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Erstmal schön, dass es dir besser/ gut geht Jeder hat sein Päckchen, muss auf die ein oder andere Weise zurück stecken ( ganz ohne C). Manche tragen es halt nicht nach außen, spielen lieber Rama - ob die Rechnung aufgeht?!? Ich wünsche dir und deiner Familie weiterhin alles Gute


emka

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Irgendwie lese ich bei dir heraus, dass du denkst, die Leute wollen ihr Päckchen verbergen. Entschuldigung, wenn ich dich falsch verstehe. Ich erzähle auch nicht jedem von unserem Päckchen. Das hat nix mit Rama zu tun, sondern weil ich einfach keine Lust habe, es jedem auf die Nase zu binden. Die Gründe dafür sind vielfältig, hauptsächlich möchte ich aber andere damit nicht belasten, nerven oder was auch immer. Ansonsten denke ich auch, dass jeder sein Päckchen zu tragen hat. Die einen tragen an relativ leichten Päckchen schwer, andere können schwere Schläge relativ gut verkraften. Stichwort Resilienz. Viele Menschen neigen dazu, dass sie das Gras der anderen als grüner betrachten.


luna8

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Antwort auf Beitrag von emka

,die Leute wollen ihr Päckchen verbergen. Entschuldigung, wenn ich dich falsch verstehe.' Ja, ich denke, Manche machen das, manche bewusst, manche unbewusst... ist ja auch nix Schlimmes, wenn dann am Ende ein glückliches Leben steht. Den Rest deines Textes unterschreibe ich, das meinte ich ( grob) auch.


smukke-pige

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Antwort auf Beitrag von luna8

Ja, das ist schon richtig. Vielen geht es nicht so gut und ich weiß das auch. Die Tatsachen, dass sie es allerdings gut überspielen, macht es nicht besser. Ich bin kein guter Schauspieler und möchte es auch nicht werden.


Philo

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Ich habe auch 2 (von 2) gehandicapte Kinder. Die Große hat Asthma seit ihrem 10. Lebensmonat. Wir verbrachten im 2. und 3. Lebensjahr gefühlt mehr Zeit auf der Intensivstation oder auf REHA als daheim. Als sie dann 6 Jahre alt war, hatte sich die Erkrankung so weit stabilisiert, dass ich das Gefühl hatte, es läuft, ich musste nachts nicht alle 2 Stunden aufstehen und mit ihr inhalieren etc., Eine Dosis an Medikamenten abends reichte. Genau zu dem Zeitpunkt, als die Große einigermaßen stabil war, wurde bei der Kleinen festgestellt, dass sie zu langsam wächst ist. Eine langwierige Diagnostik erfolgte und es kam heraus, dass sie kleinwüchsig ist und auch sie täglich Medikamente (Spritzen) nehmen muss. Dazu kommen die regelmäßigen zeitraubenden Arzttermine bei Fachärzten, Termine bei Lehrern, weil die Kinder aufgrund ihrer Erkrankung weniger Kondition als ihre Klassenkameraden haben, eine genaue Urlaubsplanung, da das Medikament immer gekühlt gelagert werden muss, wir aber gern mit Rädern oder Paddelbooten und Zelt in Urlaub fahren etc. Ich habe aber noch nie mit meinem Schicksal gehadert und möchte keines meiner Kinder gegen ein gesundes Kind eintauschen wollen.


smukke-pige

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Antwort auf Beitrag von Philo

Das klingt sehr anstrengend. Sicher ist dein Asthma Kind auch gerade in dieser schweren Zeit eine große Belastung für dich. Ebenso wie bei dir habe ich durchgeatmet, dann kam der nächste Paukenschlag. Kann man deiner kleinen Tochter mit den Spritzen gut helfen? Ich weiß von einer Klassenkameradin meine Tochter, sie bekommt auch Spritzen, ist ein Jahr jünger als sie und Mittlerweile einen Kopf größer Alles Gute!


wolfsfrau

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Meine Nachbarin, die zu einer Freundin geworden ist, als es erst ihr schlecht ging und dann mir, hat mal gesagt "unter jedem Dach ein Ach". Wenn man genau überlegt, kommt das im Laufe eines Lebens meistens hin. Manche tragen ein schweres Päckchen, aber irgendwann haben doch die meisten schwere Zeiten. Das es trotzdem schwer fällt, kann ich gut verstehen und schicke dir eine feste Umarmung


smukke-pige

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Antwort auf Beitrag von wolfsfrau

Den Spruch kenne ich tatsächlich auch und war eine der ersten Sprüche in Deutsch über die ich lachen musste ( aber erst nachdem mir das ach erklärt wurde) Ja, manchmal muss man sich das wohl immer wieder vor Augen halten. Es ist nicht alles goldig was glänzt.


Erika28

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Hallo, Ich kann dich gut verstehen, auch wenn meine (bis jetzt) einzige Tochter Gott sei Dank gesund ist. Weißt du mich beschäftigen auch manchmal solche Gedanken aber in einem anderen Bereich, z.b. dass fast alle die ich kenne von ihren Eltern ein oder sogar mehrere Häuser erben (werden) und somit das Eigeheim gesichert ist. Mein Mann und ich kommen beide aus sozial schwachen Familien, haben hart geackert (Ausbildung, studiert,etc) aber der Wunsch vom Eigenheim bleibt fast unerreichbar, oder mit sehr vielen Abstrichen. Das ist natürlich ein Luxus Problem verglichen mit einem Kranken Kind, aber damit möchte ich nur sagen: die anderen sind nicht glücklicher als Du. Jeder hat seine großen und kleinere Probleme, es ist immer eine Frage der Perspektive. Es geht immer schlimmer... das muss man sich vor Augen halten. Man sollte einfach dankbar sein für das was man hat. Das gillt natürlich auch für mich.


c33

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Das kennt wohl jeder, denn alle haben schwere Zeiten. Die einen eben offensichtlicher als die anderen. Mein Kind hat Krebs. Seit zwei Monaten funktioniere ich nur noch, bin wie in einem Tunnel. Mein Leben von jetut auf gleich komplett auf den Kopf gestellt. Den Anblick von fröhlich spielenden Kindern in seinem Alter ertrage ich nicht. Das Mitfreuen für Andere ist so schwierig, wenn man selbst leidet.


luna8

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Ich wünsch euch, vor Allem deinem Kind alles erdenklich Gute Ja, ich bin manchmal demütig, weil meine Kinder gesund und munter sind - wirklich.


c33

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Antwort auf Beitrag von luna8

Ich danke dir!


Port

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Antwort auf Beitrag von c33

Ich schicke Dir mal ein Pfund Kraft rüber und ein paar Küsschen Und eine Umarmung


Pebbie

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Antwort auf Beitrag von c33

Alles Gute für Eure Familie.


smukke-pige

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Antwort auf Beitrag von c33

Das stellt nun auch mein Gejammern in den Schatten und ich schicke dir unbekannterweise viele Grüße und die besten Wünsche für Dein Kind


Pebbie

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Antwort auf Beitrag von smukke-pige

Ich kann Dich sehr gut verstehen. Mir ergeht es ebenso. Ich habe mich ( eigentlich immer noch ) als Belastung für meine Familie gefühlt, die seit über 10 Jahren Rücksicht auf mich nehmen muss. Dein Gedanke "warum trifft es immer uns" bringt einen nicht weiter, denn die Frage kann Dir keiner beantworten. Ich habe damals zu meinem Psychoonkologen gesagt, das ich wahrscheinlich im letzten Leben ein ganz schlimmer Finger war, wenn ich alles mitnehme was die Medizin so zu bieten hat. Wie Du sagte ich schon öfter das ich mir ein total langweiliges Leben wünsche. Aber da spielen so viele Faktoren eine Rolle, die man nicht in der Hand hat. Der Psychologe sagte zu mir das man die Situation annehmen sollte, und auch schauen kann ob es etwas gibt was einem Trost gibt. Manche Menschen finden Trost in Religion, andere finden Kraft in der Natur. Auch Haustiere können einem helfen auf andere Gedanken zu kommen . Bei meiner Psychotherapiegruppe haben wir über das Thema Schuld gesprochen. Das sollte man beiseite schieben. Das ist ein schlechter Ratgeber der nur noch mehr Schuldigkeit aufeinander stapelt und einem nur im Wege ist. Dein Gedanke sich nicht mit anderen freuen zu können gehört dazu. " Versteht mich nicht falsch, ich liebe mein Familie und lebe ausschließlich für sie." Das weiß Deine Familie sicher, ganz bestimmt. Aber sie werden nicht von Dir verlangen Deine Gesundheit und Dein Wohlbefinden hinten an zu stellen. Jetzt habe ich viel zu viel von mir erzählt ( das ist wieder das Schuld-Ding ) . Aber vielleicht sind ein paar Anregungen für Dich dabei mit denen Du was anfangen kannst. Gerne kannst Du mich auf privat anschreiben, wenn Du willst. Ich wünsche Dir alles Gute! Viele Grüße Pebbie


smukke-pige

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Antwort auf Beitrag von Pebbie

Ich habe schon viele Beiträge von dir verfolgt und 'kenne' dich (hört sich an wie ein Stalker;-)) Ich glaube, du bist ein -leider- gutes Beispiel dafür, dass viele Menschen eingestehen müssen,, dass es ihnen doch besser geht als sie glauben. War dein Kind nicht auch in Werscherberg? Vielleicht sollten wir uns wirklich privat austauschen. Alles Gute dir und danke für deine Wünsche!


tolles-timing

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Eine Lösung habe ich nicht. Aber ich fühle Ähnliches. Ich habe leider nur ein Kind, aber drei Babys durch Fehlgeburten verloren. Ich kann mich seitdem nicht mehr für andere freuen. Anfangs habe ich mich über mich geärgert. Aber inzwischen denke ich: So ist es eben. Ich bin kein schlechter Mensch deshalb. Ich mag meine Freunde. Manche Kollegen. Aber das Thema Kinder ist mein Schmerzpunkt. Das müssen meine Freunde akzeptieren. Ich gratuliere natürlich, und bin nicht böse oder so. Ich höre mir auch Erzählungen an und gehe darauf ein. Aber mehr kann ich an dem Punkt nicht leisten. Als ich mir das eingestanden habe, ging es mir besser. Meine Freunde habe ich immernoch :-))


smukke-pige

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Antwort auf Beitrag von tolles-timing

Deine Worte empfinde ich als sehr belastend, aber ich kann dich sehr gut verstehen! Ich selber habe zwei ungewollt kinderlos Kolleginnen, die große Probleme damit haben, dass ich 'direkt' drei habe. Manchmal ertappe ich mich dabei, dass ich mir wünsche, dass nur EINE der beiden eine Woche lang die Therapien meiner Kinder erlebt und erledigt. Trotzdem halte ich mich mit Erzählungen und Erlebnissen total zurück,,so empathisch bin ich.


Mitglied inaktiv

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Viele Leute tun sich schwer, sich zu öffnen. Ich erzähle viele Sachen nicht, meine Schwester weiß bis heute nicht, dass ich eine Krebserkrankung (zwar im Frühstadium) hatte. Ich kann mich schlecht öffnen, und nur mein Mann kennt mich gut genug, und weiß wie es mir geht. Ich sehe auch keinen Sinn darin, anderen zu erzählen, wie es mir psychisch geht. Aber ich bin auch kein Mensch der prahlt oder den Sonnenschein spielt. Lebe für Dich, tu Dir etwas Gutes, achte auf Dich. Manchmal verliert lang den Bezug zum Selbst... kann man aber wieder erlernen.


smukke-pige

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Danke für Deinen Ratschlag!


BB0208

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Antwort auf Beitrag von smukke-pige

Du musst Dich nicht schämen für solche Gedanken. Bei mir kamen sie sehr sehr selten auf, eher angeregt durch andere "warum muß es immer euch so hart treffen!?!" - diesen Satz hab ich unzählige Male gehört. Ich denke immer: warum sollte es andere treffen? Wir haben 4 Kinder. Davon ist nur eins gesund (mittlerweile durch die Familiensituation auch speziell/ auffällig) , eins beerdigt, eins schwer herzkrank in Palliativsituation mit mehreren Begleiterkrankungen , zudem verhaltensauffällig / "schwererziehbar"(PS 3 und völlig unklar, ob er jemals erwachsen wird), eins mit Hirnschädigung geboren, welche eine unübersehbare Körperbehinderung zur Folge hat. Ich weiß, dass Menschen völlig verschieden mit solchen Situationen umgehen. Ich bin jemand, der links und rechts schaut und merkt, dass es noch viiiiiel schlimmere Diagnosen, Grunderkrankungen und Therapien gibt. Ich möchte ganz bewusst dankbar sein, in Deutschland zu leben, mit den unfassbar fähigen Ärzten und Möglichkeiten, die es kaum woanders gibt. Mir hilft das über Wasser zu bleiben. Ich bin täglich dankbar, für alle Diagnosen, die es in unserer Familie nicht gibt! Es ist immer die Frage, mit wem vergleiche ich mich. Ich drehe durch, wenn ich mich mit einer Familie mit gesunden (oder minimal kranken) Kindern vergleiche , deshalb lasse ich es konsequent. Eine Freundin , Mutter von 3 Jungs, war kürzlich stationär mit ihrem Erstklässler, es wurde Diabetes mellitus Typ 1 festgestellt. Diese Diagnose riss ihr den Boden unter den Füßen weg, sie war vollkommen am Ende, ihre persönliche Belastungsgrenze war erreicht. Sie sagte zu mir: stimmt's, du würdest gerne tauschen. Ja, stimmt. Diabetes ist maßlos lästig, aber behandelbar. Man kann damit 80 Jahre werden. Und trotzdem hat auch sie das Recht zu sagen (und es auch so zu empfinden): es ist mir zu viel!!! Und Du darfst das auch! Alles Gute für Euch!


NicJe

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Antwort auf Beitrag von BB0208

Wow! Ich ziehe echt den Hut vor dir! Aus dir spricht die pure Kraft und Zuversicht! Alles Gute für dich und und deine Familie!


smukke-pige

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Antwort auf Beitrag von BB0208

Ich bin schwer beeindruckt von deiner Einstellung! Ich hatte zumindest ansatzweise vor langer Zeit eine Tendenz dazu. Als ich mit meinem Kind im therapeutischen Schwimmen war, und ich so viele viele Kinder gesehen habe, die nich sehr viel weniger konnten. Zudem habe ich ebenfalls bei meiner Erkrankung gesehen, dass es viele viele in der Reha gab, denen es gefühlt noch schlechter ging. .leider konnte ich davon nicht wirklich was bleibendes mitnehmen. Man muss es sich immer wieder bewusst machen. Alles Gute dir und deiner Familie


Port

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Antwort auf Beitrag von smukke-pige

Ich glaube, ich mag jetzt mal alle hier knuddeln. Ich wusste nicht, dass es so viele hier gibt, die solche gesundheitliche Sorgen um sich selbst und ihre Kinder haben. Aber es ist schön, dass Ihr das hier schreibt. Das macht auch nicht angreifbar, sondern menschlich. Euch alles Gute und viele Knuddels für Euch und Eure Kinder.


Tini_79

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Antwort auf Beitrag von smukke-pige

mir gesagt. Es ist in den seltensten Fällen überall so easy breez, wie es nach außen scheint. Davon ab, was würde sich für euch ändern, wenn nun andere / alle anderen auch behinderte Kinder hätten oder irgendwelche Probleme? Würde es euch dann besser gehen? Vermutlich nicht.


memory

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Antwort auf Beitrag von smukke-pige

Ich schicke auch mal liebe Grüße. Nachdenken über mein Leben möchte ich schon lange nicht mehr...sollte ich jemals in den Himmel kommen und da steht tatsächlich ein Gott vor mir....dann dürft ihr das Donnerwetter und die Blitze bestaunen. Paar Dinge ok...man wächst an den Aufgaben, aber die letzten Jahre sollten wohl ein schlechter Scherz sein ? Am Ende bin ich eigentlich nur noch dankbar aber ich weiß nicht ob ich es nochmal schaffe, um das Leben eins meiner Kinder oder des Mannes zu bangen. Die Unbeschwertheit ist schon soviele Jahre weg...ich erkenne mich manchmal selbst nicht. Mit jedem Unfall, jeder Diagnose, ist ein Stück abhanden gekommen. Am schlimmsten ist es , wenn ich Babybilder des Großen ansehe und mich an keinen Tag erinnern kann, wo ich mal nicht verzweifelt war oder einfach nur sehen konnte , wie toll doch dieses Kind ist. Nach seinen Suizidversuch bin ich endgültig abgestumpft. die Phrasen spare ich mir....ich bin auch müde von " es kommen wieder bessere Zeiten ".


smukke-pige

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Antwort auf Beitrag von memory

Nach deinen Zeilen kann ich auch nur schlucken und ich habe Tränen in den Augen. Ich wünsche dir einen lieben Gott, der dir aufrichtig erklären kann, warum er dich für diese Aufgaben auserwählt hat. Alles Gute für Dich


Reh77

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Antwort auf Beitrag von smukke-pige

Ich denke ein rundum immer glückliches Leben, ganz ohne Sorgen und Nöte gibt es sehr, sehr selten. Einiges aus meiner Familie habe ich hier relativ offen geschrieben. Andere sind da nicht so offen. Manch einer leidet eher im stillen Kämmerlein und zeigt nach außen eine glückliche Maske. Ein gesundes Kind bedeutet nicht unbedingt, dass das auch immer so bleibt. Wir sind eine glückliche Familie. Die Schwierigkeiten die hinter uns liegen sieht man nicht. Merkt man uns im Alltag nicht an. Ich versuche nicht mehr nach dem Warum zu fragen. Kenne diese Frage aber nur zu gut. Ganz besonders bei unseren Sternchen und unserem Engel Pari. Aber auch als ich so lange mit den Zwillingen im Bauch im Krankenhaus lag. Oder unsere Jüngste gerade eben noch rechtzeitig geholt werden konnte. Ich dachte, das Schlimmste liegt hinter uns. Und jetzt sitze ich hier allein mit vier meiner Kinder, mein Mann ist mit einem der Zwillinge im Krankenhaus. Der Kleine hatte einen Schlaganfall. Wie es für ihn weiter geht, weiß noch keiner. Es heißt Kinder verarbeiten das in aller Regel ganz gut. Sie können vieles neu lernen und manchen merkt man gar nichts mehr an.


smukke-pige

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Antwort auf Beitrag von Reh77

Spätestens nach deinem Beitrag bin ich sehr demütig. Wieviel ein Mensch ertragen kann. Ich wünsche dir alles erdenklich Gute.


Reh77

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Antwort auf Beitrag von smukke-pige

Ich wünsche dir auch alles erdenklich Gute. Ich bin mir ganz sicher, jeder hat sein Leid zu tragen. Immer nur glücklich und zufrieden, das geht gar nicht. Wie soll ein Mensch wahre Freude und Glück empfinden können, wenn er nie auch das Gegenteil kennengelernt hat? Gerade durch schwere Zeiten, wird danach der Alltag viel leichter und auch schöner. Ich kann von mir sagen, dass ich wirklich glücklich bin. Jedenfalls überwiegend. Ich kann mich an Kleinigkeiten erfreuen. Unserem Sohn geht es gut, er erholt sich. Und egal welche Therapien und Hilfen er braucht, wir begleiten ihn und ermöglichen ihn alles was wir können. Volle Gesundheit kann so schnell eingeschränkt sein, aber deshalb kann man trotzdem glücklich sein. Ich bin mir ganz sicher, jede Familie hat ihr eigenes Päckchen. Auch wenn viele nichts davon zeigen, im inneren sieht es oft ganz anders aus. Beruflich kenne ich viele Familien. Und was ich da manchmal erzählt bekam, nein gesehen und gemerkt hat man da von außen nichts.


Ralph

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Antwort auf Beitrag von smukke-pige

... jetzt habe ich die Wahl zwischen ellenlangen Roman, was meine beiden Kinder angeht , oder Kurzform. Hier die (lange) Kurzform: Zwei Kinder bekommen, Kind groß vorerst unauffällig, Kind klein Asthma und Neurodermitis seit Geburt. Wobei man sagen muß, daß bei Geburt von Kind klein gefühlte 98% der Kinderärzte (noch) keinen blassen Schimmer vom Begriff Neurodermitis, geschweige denn vom Krankheitsbild und schon gar nicht von Behandlungsmethoden hatten. Nach 1 1/2 Jahren wußten wir, mit was wir es bei Kind klein zu tun hatten. Übrigens gab es damals auf 99,999% der Lebensmittel keine Zutatenliste, heute undenkbar (EU sei Dank übrigens, sorry, den konnte ich mir nicht verkneifen...) Kind groß beim 1. Geburtstag schwer erkrankt, Krankenhaus, keiner wußte was, erst ein externes Labor brachte das seltene zum Vorschein: Blutvergiftung mit dem Erreger der Meningitis, selten, wo kriegt Kind so etwas her?? Kind 2 mit knapp 5 Jahren 7 Wochen im Krankenhaus, die Ärzte äußerten rekordverdächtig eine Diagnose nach der anderen, von Rheuma bis Tumor war alles dabei, letztlich irgendwann unter drei Antibiotika gleichzeitig dann offenbar genesen, was es war, wußte man nicht mit Sicherheit, aber die Wochen z.T. Rotz und Wasser geheult, weil es zwischenzeitlich nach "Schwarzer-Kistenbestellung" aussah. Irgendwann Trennung, ich alleinerziehend, große Umstellung und Herausforderung. Kind groß hat große Schwierigkeiten mit Mutter, in der Folge Eßstörungen, Ritzen, Klinik, das ganze Programm, danach selbst Entfremdung zu Kind 1 erlebt mit Auszug, die rund 7 Jahre anhielt. Inzwischen ist das meiste wieder im Lot. Kind 1 hat zuende studiert, Kind 2 eine Ausbildung und Abi gemacht, Studium dann abgebrochen und jetzt erfolgreich als Quereinsteiger. Graue Haare habe ich größtenteils nur gefühlt bekommen, und zwei Dinge haben mir besonders in den schweren Zeiten immer geholfen: 1. die Musik - sowohl aktiv als auch passiv -, und 2. die Einstellung, daß das Glas für mich immer halb voll und nie halb leer war, sobald etwas darin war, sei es Hoffnung, der Zuspruch von Menschen, ein Hauch von Freude, Überraschung... das alles hat mein Lebensglas immer wieder angefüllt. "Ich bin glücklich"... Du hast ganz viel Kraft - offensichtlich. Woher nimmst Du die? Erhalte sie Dir, laß sie Dir niemals nehmen. Du gehörst offenbar zu den wenigen Menschen, die aus dem Wesentlichen im Leben alles schöpfen können. Das ist im hohen Maße bewundernswert. Ja - Du Glückliche!! Ganz liebe Grüße Ralph


smukke-pige

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Antwort auf Beitrag von Ralph

Auch du hast einen großen Leidensweg hinter dir, viel Positives aber auch zu berichten. Insofern glaube ich, dass du dir deine Frage selbst beantworten kannst. Ja, ich bin glücklich! Ich habe tolle Kinder, die ein gewisses Maß an Flexibilität erfordern und mich Tag um Tag erstaunen lassen,,wie toll sie sich entwickeln. Darum geht es also nicht. Es geht mir einzig und allein darum, dass es so viele Familien um mich herum gibt, die -vermutlich- keine zusätzliche Ballast mit sich herum tragen. Allerdings, so muss ich mich nach vielen dieser Beiträge eingestehen, geht es mir doch gut. Ich wollte mit diesem Schreiben allerdings keinen Wettbewerb eröffnen, wem geht es schlechter. Das ist immer noch Ermessenssache.