SuKo
Hallo alle miteinander. Ich schreibe hier mal meine Gedanken auf, da mir verschiedene Meinungen gut tun würden. Mein Sohn ist jetzt fast 8 Monate alt. Ich bin in Elternzeit und mein Mann ist tagsüber beruflich von 7-14 Uhr unterwegs. Es gab immer mal wieder Situationen, die mich unsicher machten, so auch heute wieder. Mein Sohn scheint etwas mehr auf meinen Mann fixiert zu sein. Eigentlich sollte ich mich darüber ja freuen, denn er kümmert sich super um ihn. Aber irgendwie macht es mich traurig, dass er nicht ein Mama-Kind ist. Als mein Mann ihn mir heute kurz auf den Arm gegeben hat, um etwas in einem anderen Zimmer zu machen, hat mein Sohn angefangen zu weinen und zu gucken, wo denn jetzt sein Papa hingegangen ist. Das hat mir direkt Tränen in die Augen geschossen. Ich frage mich, ob unsere Bindung nicht gut genug ist oder was ich anders machen kann. Vielleicht liegt es ja daran, dass ich ihn auch mal meckern lasse während ich kurz auf Toilette gehe oder etwas im Haushalt mache. Mein Mann ist da komplett anders. Er nimmt ihn bei jedem meckern direkt hoch und lässt lieber den Haushalt liegen. Mein Sohn ist sonst auch zu jedem sehr aufgeschlossen und freundlich, keinerlei Anzeichen, dass er fremdelt. Nur bei mir fällt mir das auf. Ich hatte mal irgendwo gelesen, dass Babys, die nicht fremden ein Bindungsproblem haben. Das ist auch ein Punkt, der mich unsicher macht.
Das ist ganz normal. Bei dir weiß dein Sohn, dass du immer da bist. Er muss keinen Abschied nehmen und ist bei dir immer sicher. Beim Papa ist das ja nicht so. Von ihm muss er Abschied nehmen und 7 Stunden sind für so ein kleines Baby sehr lange. Er weiß ja nicht, dass Papa gleich wieder da ist.
Hallo! Der Papa ist spannend,denn du bist immer verfügbar. Das macht den Unterschied. Dein Kind kann sich gut auf andere einlassen, weil er sich deiner Sicher ist. Auf der Grundlage dieser Sicherheit kann er ohne Angst zu anderen Menschen gehen. Mein Sohn hat auch nicht gefremdelt. Nicht alle Kinder tun das sichtbar, nicht alle tun das in dem Alter. Ich lasse Baby auch mal kurz meckern. Geht gar nicht anders wenn man noch weitere Kinder hat. Der Bindung schadet das nicht.
Es heißt, dass das Kind zu der Person eine besonders gute Bindung aufbaut, die am feinfühligsten auf die Bedürfnisse eingeht. Ob das nun auch eine zeitliche Komponente hat, kann ich nicht sagen. Es kann daher durchaus sein, dass der Papa bei euch erste Bezugsperson ist. Hat er euren Sohn denn, sobald er Zuhause ist, die gesamte Zeit? Wer kümmert sich nachts? Stillst du? Wenn nein, wer füttert öfters? Das alles können Anhaltspunkte sein, müssen aber nicht. Grundsätzlich sehe ich, selbst wenn der Papa erste Bezugsperson ist, da keinen Nachteil. Nach dir bewusst, dass es sonst meist die Väter sind, die an zweiter Stelle stehen. Mache dir nicht so viele Gedanken darüber, zu wem euer Sohn die "bessere" Bindung hat. Wichtig ist, dass er eine sichere Bindung zu einer Bezugsperson hat - wer das ist, ist für seine Entwicklung irrelevant. Versuche dich davon unabhängig zu freuen, wie problemlos euer Sohn zum Vater kann. Es macht weder dich zur schlechten Mutter,noch ihn zum besseren Vater. Er liebt euch beide, das ist gewiss! Im Übrigen: unsere Tochter wurde von mir und meinem Mann fast gleichberechtigt umsorgt. Daher gibt es hier immer wieder Phasen, in denen sie lieber beim Papa oder auch bei mir sein will. Wer erste Bezugsperson ist oder nicht, wissen wir nicht und es ist uns auch egal.
Wir umsorgen ihn in unserer gemeinsamen Zeit eigentlich gleichermaßen. Mal wir beide gemeinsam, mal nur einer. In der Woche, wenn mein Mann arbeiten muss, kümmere ich mich nachts um ihn. An freien Tagen dann abwechselnd. Genauso bringen wir ihn abwechselnd ins Bett und und bekommt die Flasche mal von mir und mal von ihm. Den einzigen Unterschied, den ich nennen kann, ist, dass mein Mann sich mehr "spielerisch" bzw. "kindlich" mit ihm beschäftigt. Ich mache das mehr auf der Erwachsenenebene. Weiß auch nicht, wie ich das anders beschreiben soll.
Eigentlich gibt es da auch keinen Nachteil. Am Anfang habe ich sogar immer gesagt, dass er gerne ein Papakind werden kann, denn der Papa kann viel besser spielen als ich. & da ich selbst keinen Papa habe, habe ich das immer für eine tolle Vorstellung empfunden. Aber irgendwie war diese Situation heute wie eine kleine "Ohrfeige" für mein Mamaherz. Hinzukommt noch, dass von der Familie immer ganz viel Lob an meinen Mann geht, was für ein toller Papa er doch ist. Natürlich ist er das. aber es ist traurig, dass nie so etwas über mich als Mama gesagt wird.
Dass diese Situation für dich unangenehm war, ist natürlich verständlich. Da brauchst du dir aber nicht sofort um eure Bindung Gedanken machen. Etwas zum letzten Satz: in unserer Gesellschaft ist es noch immer so, dass Muttersein von Frauen einfach erwartet wird. Du bekommst dafür nie Lob oder Dank. Kümmert sich hingegen ein Vater uns Kind, ist das "neu" und wird somit explizit erwähnt. Da hilft meiner Erfahrung nach nur ein dickes fell anlegen und oder direkt ansprechen. Wenn es Familie oder Freunde sind, muss man da manchmal einfach durch und ehrlich sein - "ich fühle mich zurückgewiesen und wünsche mir Anerkennung für das, was ich tue".
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