Klaas1978
Berlin! hat absolut Recht. Und es ist schade wie viele versuchen das wegzudiskutieren. Wir leisten so viel! Egal ob im Job oder zu Hause. Wir haben eine wahnsinnige Verantwortung durch die Kindererziehung. Wir sollten zusammen für uns alle einstehen. Und das auch wenn man das klassische Modell vorzieht. Das ist völlig egal. Fakt ist, dass wir tatsächlich von Beginn an schlechtere Chancen haben. Meine männlichen Kollegen aus meiner Studienzeit sind nahezu alle in höheren Positionen als ich. Dabei habe ich einen deutlich besseren Abschluss. Auch meine aktuellen Leistungen die da wären: 3 Kinder, TZ 70%, Haushalt, alles rund um Kinder managen und und und. Selbst wenn ich in EZ bin. Ihr wisst selbst alle was wir leisten. https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/themen/gleichstellung/frauen-und-arbeitswelt/lohngerechtigkeit
Rückfrage: Deine männlichen Kollegen aus der Studienzeit waren alle in Elternzeit, arbeiten in Teilzeit und arbeiten jetzt in höheren Positionen?
Nicht zu vergessen, dass man Frauen spätestens ab Ende 20 ungern einstellt, weil sie fast hundertpro wegen Schwangerschaften und Elternzeit ausfallen.
Ja, direkt, nachdem sie ein Kind geboren hatten.
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Mutterschutz nach der Geburt ist bei Arbeitnehmerinnen 8 Wochen, oder? Frauen könnten sich entscheiden, anschließend arbeiten zu gehen. Oder nach einem halben Jahr und dann geht der Mann in Elternzeit, damit der Karrierezug nicht abfährt. Tun sie nur häufig nicht. Ich war zum Zeitpunkt der Geburten meiner Kinder selbstständig. Ich hatte nach den Geburten zwei Wochen Auszeit (davor gar keine), bevor Ich wieder angefangen habe, zu arbeiten. Insgesamt.
Dann lese hier mal mir wie viele nach dem BV schreien sobald der Test positiv ist. Je jünger desto lauter das Geschrei. Und ich bezweifel das deine Kollegen sich mal nur wegen dem Kinder bekommen 1-3 Jahre Auszeit genommen haben. Natürlich pro Kind. Sich jetzt in TZ befinden und sich in den letzten Jahren nicht mehr fortgebildet haben. Übrigens, TZ und 3 Kinder empfinde ich nicht als super mega Leistung. Schon mal gar nicht wenn es die üblichen 20 Std sind welche oft nur geleistet werden.
Willst Du mich provozieren oder verstehst Du es wirklich nicht? Frauen haben von vornherein schlechte Ahnen auf Karriere und gute Bezahlung im Job. Weil sie das falsche Geschlecht haben. Ich weiß nicht, wie oft ich das jetzt schon geschrieben habe...liest Du Antworten gar nicht?
Nicht das falsche Geschlecht, sondern das Geschlecht, was gewöhnlich mehr Zeit für die Aufzucht und Pflege des Nachwuchses verwendet. Manchmal gezwungenermaßen, aber eben oft auch sehr gern. Und das hat nun mal seinen Preis.
Von der Wirtschaft habe ich keine Ahnung, aber in Wissenschaft und Lehre sind in den letzten Jahren ganz viele Führungspositionan mit Frauen besetzt worden. Ich habe nur deshalb keine, weil ich das gar nicht wollte und will. DENN, ich wollte für die Familie flexibel sein. Führungsposition heißt, dass der Job die erste Geige spielt, dass teilzeit eben keine Dauerlösung ist. Und das wollte ich nicht. Trini
Im Unternehmen meines Mannes führt die Frauenquote dazu, dass keinesfalls immer der geeignetere Bewerber die Führungsposition erhält. Ob das so sinnvoll ist, auch in Hinsicht auf die Zusammenarbeit, ist fraglich.
Frauenquote ist einfach ein Beweis dafür, dass hier einiges schiefläuft. Ich halte davon nichts.
Ich auch nicht. Der Job sollte an den oder die beste. Nicht weil da eine quote erfüllt wird.
Ohne Quote bewegt sich einfach gar nichts. Dann lieber mit, auch auf den Preis hin, dass eventuell eher mittelmäßige Figuren nach oben kommen. Das relativiert sich schon mit der Zeit.
Es sind ja auch sehr viele mittelmäßige Männer "oben" da macht's nichts, wenn da auch ein paar mittelmäßige Frauen dabei sind. Solange endlich auch die guten Frauen es schaffen, gerne, da nehme ich auch die mittelmäßigen Frauen und Männer mit in Kauf
Danke! Ich bin mit Berlin wirklich nicht immer einer Meinung, aber dass wir noch Meilen von Gleichberechtigung entfernt sind, stimmt. Und das habe ich beruflich am eigenen Laib erfahren.
oh das werden sie weg diskutieren, warte mal ab. Wir frauen WOLLEN das doch alle so! Weniger verdienen, kleine Rente, wenig Karrierechancen durch teilzeit......
Ich will es so. Und die AP ja wohl auch.
Ach so, weil ihr beide es so wollt (also eigentlich nur Du), ist es natürlich in Ordnung.
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Petra, schon deine Rückfrage zeigt, dass der Ausgangspost nicht so angekommen wie ich es meinte. Es ist in Ordnung wenn du damit nicht einer Meinung bist aber bitte hör auf mich absichtlich falsch zu interpretieren.
Aber die meisten wollen sich weiter entwickeln und nicht vom Rockzipfel ihres Dominos abhängig sein. Siehe Emanzipation die hier nicht von einer winzigen Minderheit gefordert wird.....
Du kannst aber nicht in Elternzeit gehen und in Teilzeit arbeiten und gleichzeitig erwarten, die gleichen Karrierechancen zu haben, wie die Personen, die das nicht tun. Wenn du es anders meinst, dann erkläre es bitte.
Und das geht nur Vollzeit und die Karriereleiter immer bergauf? Jemand wie Leewja - keine Chefarztambitionen und in Teilzeit, wenn ich mich recht erinnere - ist nicht emanzipiert und entwickelt sich nicht weiter?
Sie wird in ihren Chancen nur gleichauf mit Männern sein, wenn es eine quote gibt. Ansonsten wird immer der Arzt mit der besten Erfahrung bevorzugt. Bitte erkläre mir jetzt nicht mein eigenes Berufsfeld.... irgendwann ist auch mal gut.
Keine Ahnung, wo du arbeitest. Hier werden seit Jahren nur Ärztinnen eingestellt. (Hier meint: in der Einrichtung, in der ich Einblick habe.) Und jede hat Chancen zum Aufstieg. Die meisten kriegen dann doch Kinder und arbeiten in Teilzeit.
Warum kann ich das nicht erwarten? Warum werden Frauen, die EZ nehmen, dafür so viel schlechter gestellt? Warum muss sich eine Frau nach wie für Karriere ODER Kinder entscheiden, aber quasi kein Mann?
Also haben praktisch nur die die Chance auf Aufstieg, die keine Kinder bekommen. Du sagst es selbst.
Mit „bekommen Kinder und arbeiten Teilzeit“ ist „werden zur Hauptbetreuungsperson innerhalb der Familie für längere Zeit“ gemeint. Wenn ich darüber nachdenke, ist keine Vollzeit wieder eingestiegen, was die Zeit zum Facharzt natürlich verlängert.
Nein, diejenigen, die langfristig nicht die Hauptbetreuungspersonen ihrer Kinder innerhalb der Familie sind. Egal ob Mann oder Frau.
Weil, bei ansonsten gleichen Voraussetzungen, ökonomisch betrachtet der Mitarbeiter wertvoller ist, der konstant im Unternehmen bleibt. Egal ob Mann oder Frau. Wenn ein Mann Elternzeit nimmt, bekommt seine unmittelbare Konkurrentin für den Aufstieg den Job. Da sagt auch keiner: Moment, Herr xy käme auch in Frage, warten wir mal drei Jahre, bis er wieder da ist und besetzen dann die Stelle. Wie ich unten schon schrieb: mein Mann hat sich gegen Kinder und für die Karriere entschieden. Im Zweifel hätte er anwesender Vater sein wollen und nicht nur Erzeuger. Viele haben trotzdem Kinder, haben aber wenig Zeit für sie. Dafür kann sich auch jede Frau entscheiden.
Ein Mann der 3 Jahre mit dem Arsch daheim bleibt, pro Kind, der wird auch keine Karriere machen. Bis der durch Jahre aufgeholt hat, sind die Kollegen lange an ihm vorbei gezogen.
Keine Frau muss es, wenn sie es nicht möchte. Das ist die Entscheidung von jedem Paar selber. Will der Mann keine "Weiterkommen" im Betrieb, kann dieser ja in EZ gehen. Ich hab ja schon unsere Freunde erwähnt (Anwältin & Metallbauer) Er ist zufrieden mit dem was er tut, sie möchte eine höhere Position in der Kanzlei. Also geht er in EZ und legt anschließend seine Schichten so, dass Sie Karriere machen kann. Ja, Frauen werden in der Regel schlechter bezahlt, für die selben, wenn nicht sogar mehr Aufgaben als ein Mann. Aber daraus eine Diskussion zu starten, es seien die Frauen dafür verantwortlich, die Kinder der Karriere vorziehen ist überzogen und passt einfach nicht. Es gibt einfach Frauen, die mit TZ Arbeit und Kindern zufrieden sind. Es gibt aber auch Männer, die sich im die Kinder kümmern und der Frau beruflich den Rücken frei halten
Ich finde deine Frage sehr berechtigt, Berlin. Und Petras Antwort viel zu kurzsichtig. Natürlich wird der Elternteil, der vorerst in Elternzeit ist, bei den anstehenden Beförderungen erstmal hinten angestellt. Aber irgendwann ist er zurück und beim besten Willen, wegen einem oder zwei Jahren Elternzeit ist man noch lange nicht raus aus dem Job. Aber dieser Elternteil hat auch lange nach Wiedereinstieg wesentlich schlechtere Entwicklingschancen. Und was Teilzeit angeht: der Gesetzgeber sieht es ganz klar, es darf keine Benachteiligung wegen Teilzeit geben. Gleiche Chancen für alle. Ich arbeite übrigens 80 Prozent und bin wesentlich effizienter und fachlich qualifizierter als die meisten meiner männlichen Kollegen. Das weiß mein Arbeitgeber und deswegen habe ich auf Grund meines Lebensmodells keine Nachteile. Nur ist mein AG damit eine Ausnahme. Und das sollte so nicht sein.
Derjenige der aus der Elternzeit zurückkehrt, ist ja gewöhnlich auch derjenige, der zu den Kitaschließzeiten den Arbeitsplatz verlassen muss. Oder wenn die Betreuung anruft, man möge das Kind abholen. Es hört doch nicht mit der Elternzeit auf. Und keine Benachteiligung bei Teilzeit? Wie soll das gehen? Jemand der Teilzeit arbeiten muss, mag zwar „lahmere“ Vollzeitkollegen schlagen, aber nie und nimmer jemanden, der ebenso fix ist und dann noch Überstunden dranhängt. Dein Erfolg hängt auch am teilweisen Unvermögen deiner Kollegen. Übrigens: ganz offensichtlich arbeitest für 100%, wirst aber für 80% bezahlt. Wenn das kein Nachteil ist...
Das ist übrigens ein gutes Stichwort, warum werden Arbeitgeber fürs Zeitabsitzen bezahlt und nicht für ihre Leistung? Auch hier sollte m.E. ein Umdenken stattfinden. Der Weg sollte vermehrt zu einer Bezahlung nach dem individuellem Output statt nach geleisteten Stunden führen. Der Wunsch nach ergebnisorientierter Bezahlung sowie nach eigenverantwortlicher Arbeit sollte von den Unternehmen verstärkt umgesetzt werden und bietet beiden Seiten, Arbeitgeber und Arbeitnehmer, immense Vorteile. Ist sicherlich nicht auf alle Branchen und Jobs anwendbar, aber auf eine Vielzahl. Im Grunde sollten die typischen "Frauenberufe" viel besser bezahlt werden. Nur werden diese nicht geschätzt, ihre Wichtigkeit verkannt, da sie keinen Profit abwerfen. Was machen wir aber, wenn sich irgendwann keiner mehr finden lässt, der unsere Kinder betreut, den Hintern unserer alten Eltern abwischt, die Wunden nach einer Operation reinigt? Die Gesellschaft krankt einfach an zahlreichen Stellen. Ich finde mich übrigens nicht benachteiligt, da ich für meine Leistungen eine entsprechende Entlohnung außerhalb meines Grundgehaltes erhalte. Würde ich weniger leisten, würde diese entsprechend geringer ausfallen.
Hihi, netter Verschreiber. Das sage ich mal meinem Chef, dass er nur fürs Zeitabsitzen bezahlt wird.
Bei uns korreliert die Zeit bei den meisten Mitarbeitern stark mit der Leistung. Das ist auch messbar. Unter den Kolleginnen gibt es zwei Fraktionen: Die einen sagen, wer sein Soll an diesem Tag erledigt hat und dann nur noch Zeit absitzen würde, sollte eher gehen dürfen. Die anderen meinen, es muss strikt nach Zeit gehen. Ich gehöre der ersten Gruppe an. Hätte auch wirtschaftliche Vorteile, dann sammeln sich nicht so viele Überstunden an.
Dein Punkt 2: Ja, das Gehalt sollte nicht immer nur nach Profit gezahlt werden. Bin da völlig bei dir. Glaube aber nicht, dass das passieren wird.
Dein Punkt 3: Dann ist es tatsächlich kein Nachteil.
Das ist aber eine Sache zwischen dir und deinem Partner, nicht zwischen dir und deinem Arbeitgeber. Wenn dein Partner in EZ ginge und danach in TZ, könntest du durchaus Karriere machen. Ich glaube, vielen Frauen fehlt einfach der Biss, die haben nur bedingt Lust auf den Einsatz, der im zwischenmenschlichen Bereich notwendig ist, um die große Karriere zu machen. Frauen sind eher auf Ausgleich bedacht, während Männer für ihre Karriere auch mal über Leichen gehen.. Silvia
Vielen Dank für deine Wertschätzung :-) Ich habe heute auch (zum wiederholten Mal) Deine Quelle gelesen. das ist einfach durch nichts zu entschuldigen. Und a dieser himmelschreienden Ungerechtigkeit ändert sich nichts, wenn einige es nicht so empfinden. Sexismus und Rassismus sind sich ähnlich. Sie sind überall, die Leute bemerken sie schon gar nicht mehr. Und noch weit schlimmer, als Rassistin oder Sexistin zu sein ist es, als solche bezeichnet zu werden. So kommt es mir vor.
Ja, Sexismus und Rassismus sind überall und im Grunde stimme ich deinen Argumenten schon zu. Aber ich finde es nicht okay, wenn man auch noch auf denjenigen rum hackt, die unter diesen Problemen leiden. Sprich, abfällige Äußerungen über Hausfrauen tätigt. Haben sie sich freiwillig für diesen Weg entschieden, hat da niemand etwas zu urteilen und abfällig zu werden. Das ist auch eine Form von Gleichberechtigung, dass man seinen Weg frei wählen kann. Und waren es die äußeren Umstände, die du ja anprangerst, die sie in diese Situation gedrängt haben, dann sollten sie sich sowas erst recht nicht anhören müssen. Ansonsten bin ich bei dir, da muss sich noch viel ändern, aber Frauen sollten da eben auch zusammen halten und nicht aufeinander rum hacken, nur weil man mit dem Lebensmodell der anderen nichts anfangen kann.
Das ist gewiss Branchenabhängig und jeder weiß doch inzwischen, dass Männer tendenziell mehr verdienen als Frauen. Das ist ja ein alter Hut. In meinem Betrieb arbeiten fast ausschließlich Frauen und ich würde sagen, dass ich in einer Führungsposition arbeite, bzw. trotz Festanstellung autonom bin. Für meinen Beruf und in meiner Region verdiene ich nicht schlecht. Besser als z.B. meine Kinderlose Freundin die schon seit über 10 Jahre in ein und demselben Betrieb arbeitet und noch nie ausgefallen ist. Ich hingegen arbeite in meinem Betrieb erst seit 1,5 Jahren und hatte davor Ausfälle wegen EZ. Ich bin voll auf zufrieden mit meiner Berufswahl und auch meinem Lebensmodell. Wenn ich wollte, könnte ich auch Vollzeit arbeiten gehen. Will ich aber nicht und bin froh um jede Minute die ich mit meinen Kindern verbringen darf. Die wiederum bleiben meinem Mann verwehrt.
Dass Frauen schlechtere Karrierechancen und ein schlechteres Gehalt haben, ist oft belegte Tatsache - das lässt sich nicht weg diskutieren. Was vielmehr die Frage ist: warum spielt die Mehrheit in Deutschland das Spiel mit? Ich glaube, dass es oftmals mit Bequemlichkeit zu tun hat: man rutscht in die Rolle hinein und findet sich darin immer wieder von verschiedenen Seiten bestätigt: es fragt ja auch niemand nach zwei Monaten, wieso man nicht wieder voll einsteigt - würde ein Mann ein, zwei Jahre zuhause bleiben, käme die Frage vermutlich täglich. Sich selbst wirklich ernsthaft zu hinterfragen ist das allerschwerste, ich vermute, den Anstoß dazu gibt sicher kein gehässiges Widerwort im Forum.
und zwar nervend oft in meiner Arbeit die ich vor dem zweiten Kind hatte. Mein männlicher Kollege, der kurz nach mir in EZ ging wurde hingegen nicht gefragt. Bei ihm war klar, dass er definitiv nicht wieder kommt, bzw seine EZ nicht vorzeitig beendet oder es sich anders überlegt.
Ja, man rutscht da so rein. Wir hatten eigentlich halbe-halbe geplant bei der EZ, jedeR arbeiter 8h/w in Teilzeit in EZ, der andere voll. Ich habe also brav meine 5 Monate mit 8h/w gearbeitet. Dann kam Corona usw. und mein Partner hat sich auf 12h/w hochüberreden lassen aus Angst er würde seinen Job verlieren. Ja, toll, alle tollen Gleichheitspläne sind also futsch. Und ich hab kein Ahnung was ich da jetzt machen soll. Natürlich muss ich dann also doch den Kleinen Mal übernehmen wenn mein Partner stundenlang in Meetings ist. Meine Zeit arbeite ich trotzdem ab, aber klar denkt sich da wohl jeder seinen Teil. Einfach die Hände in den Schoß legen und das Kind schreien lassen weil Papa seine Karriere jetzt plötzlich doch wichtiger ist finde ich dann dem Kind gegenüber auch nicht fair.
Ich finde es wichtig, dass hier darüber diskutiert wird. Es ist aus meiner Sicht völlig in Ordnung, wenn jemand Kinder und Haushalt in den Vordergrund stellt und dafür zurück steckt. Manchmal geht es darum, was man will. Schlimmer ist es, wenn frau will, aber nicht darf und da geht mir die Hutschnur hoch! Vor allem führt das zu Frustration und das bekommen die Kinder doch auch oft ab! Leider komme ich aus so einer Familie. Ich selbst habe es anders gemacht und bin immer so schnell wie möglich in das Erwerbsleben zurück gegangen. Ich habe mich in den Elternzeiten fortgebildet und mit jeder EZ den Arbeitgeber gewechselt. Und ja, ich gehöre zu den wenigen Frauen, die trotz 4 Kindern Karriere gemacht haben. Weil mein Mann da total hinter mir steht! Ich zahle in seine Altersvorsorge ein, er arbeitet weniger. Dadurch schließen wir seine Lücke. Meine Lücke wäre deutlich größer. Vielleicht bin ich auch nur ein Quotenweibchen, kann sein - nur 8% in meinem Job sind Frauen. Aber ich gebe mir jede Mühe, dass ich nicht nur wegen des Geschlechts sondern auch wegen des Könnens auf der Stelle richtig bin. Ich bin lieber "karrieregeile Rabenmutter in Führungsposition", die sich über ihre Kinder freut, als unzufriedenes dauernörgelndes Muttchen am Herd, das hoffen muss, dass es im Alter noch was zu beißen hat. Ich wäre nämlich völlig ungeeignet als "Hausfrau und Mutter" - aber es ist ehrlich schön, wenn es jemanden ausfüllt und sie es sich leisten können. Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich diese Chancen hatte und ich wünsche sie allen Frauen, die sie auch haben wollen!
Das klingt nach einem starken Vorbild für deine Kinder. Darf ich fragen warum du jedesmal den Arbeitgeber gewechselt hast?
Mal war die Stelle weg, mal passte was menschlich gar nicht, mal war es fachfremd und keine Herausforderung für mich (ein netter Job, aber nicht das, was ich wollte), ein Mal hatte ich richtig Glück, ein Mal gab es nur 2 Männer als Konkurrenten, die meinem Chef nicht mal die einfachsten Fragen im Vorstellungsgespräch beantworten konnten...
Letzlich war fast jeder Wechsel ein Schritt nach oben.
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Ja. Wir sollten für ALLE einstehen. Auch für die. die ein andres. vordergründig "unemanzipiertes" Leben führen. nicht näschenrümpfend auf deren Lebensmodell herabsehen.
DASS Frauen im Zweifelsfall schlechtere Chancen haben: Stimmt. Besonders wenn Kinder schon da sind oder Frau im gebärfähigen Alter. Daaaaamals hatte ich nen tollen Job in Aussicht.beim Bewerbungsgespräch das sehr gut lief dauernd die Frage nach meinen Zukunftsplänen. War noch so jung und hatte keine Ahnung das auf möglihce Kinder angespielt wird. DAS war der Grund warum ich den Job nicht bekommen habe sondern der männlihce Mitbewerber. Bin mir heute noch sicher. Hätte damals sagen sollen: "KInder?? ICH doch nicht! Da warte ich noch 30 Jahre!!"
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Na man könnte auch ganz ketzerisch - unabhängig vom Geschlecht - fragen, warum werden diejenigen Personengruppen beruflich schlechter gestellt, die sich für Kinder und Teilzeit entscheiden? Ich bin der Ansicht, dass unsere Gesellschaft in dieser Beziehung sehr rückständig ist. Die Gesellschaft sowie die Wirtschaft können auf lange Sicht nur dann überleben, wenn es Menschen gibt die bereit sind, Kinder zu gebären. Schon jetzt ist die demografische Entwicklung sehr bedenklich. Jede zweite Person in Deutschland ist heute älter als 45 und jede fünfte Person älter als 66 Jahre. Es ist ein Umdenken erforderlich. In der Politik, der Wirtschaft und der Gesellschaft. Es kann nicht heißen Kind oder Karriere. Es gibt so viele Möglichkeiten. Corona zeigt es. Was früh früher in den meisten Unternehmen unmöglich war, ist jetzt zur Normalität geworden. Heimarbeit scheint auf einmal ein gangbarer Weg zu sein. Es gebe weiterhin die Möglichkeit von Führungstandems, flexiblen Arbeitszeiten und Arbeitsmodellen. Und dann sollte ganz generell die Anspruchshaltung der Arbeitgeber überdacht werden. 24/7 Erreichbarkeit - ist das zwingend notwendig? Was ich schon erlebt habe, sinnlose Kontrollanrufe an Wochenenden, nur um die potentielle Bereitschaft zu prüfen und irgendeinen Nonsens zu verlangen. Ich bin ja als Unternehmensberaterin viel rum gekommen und habe einen sehr guten Einblick in die Gehälter durch sämtliche Branchen hindurch. Frauen sind einfach meistens bei gleicher Qualifikation und Hierarchiestufe schlechter bezahlt. Traurige Wahrheit. Da verdienen sogar weibliche Führungspersonen weniger als ihre männlichen Angestellten. Was die Frauenquote angeht - diejenigen Frauen, die ich in Führungspositionen erlebt habe, sind da berechtigterweise. Sie stehen ihren männlichen Kollegen in nichts nach. Und es ist doch Blödsinn zu behaupten, dass diejenigen Frauen, die durch die Anforderung der Frauenquote bei der Stellenbesetzung bevorzugt wurden, gleichzeitig die schlechtere Wahl gewesen wären. Ich möchte nicht sagen, dass es das gar nicht gibt. Aber wahrscheinlicher ist, dass sie ohne diese Quote nur keinerlei Chance gehabt hätten eine derartige Stelle zu besetzen.
Ich glaube nicht, dass die breite Masse langfristig denkt, solange kein unmittelbarer ökonomischer Druck dahintersteht (schön beim Klimawandel zu beobachten). Ein Unternehmen wird bei der Frage, jemanden einzustellen, nie mit einkalkulieren, ob es langfristig sinnvoll ist, „Kinderhabenwollende“ zu verprellen. Viele Unternehmen können sich das schlichtweg auch nicht leisten. Was die flexiblen Arbeitszeiten angeht: im Unternehmen, in dem ich arbeite, hat nur einer die Möglichkeit zum Homeoffice, ich. Bei den anderen Arbeitsplätzen geht das nicht. Meine Kolleginnen arbeiten coronabedingt in Schichten. Diejenigen mit Kindern können natürlich nur in einer Schicht und das auch nur mit großen Klimmzügen. Wenn es „brennt“ (wir sind ein kleines Schnellboot und kein Kreuzer), können nur bestimmte Kolleginnen einspringen, auch ohne Corona. Wer leitet die Teams? Nicht die, die schnell mal ihre Kinder abholen müssen. Im Nachbarunternehmen arbeiten etliche Teilzeit. Komisch, immer nur vormittags. Wer macht die Arbeit, die am Nachmittag umgehend erledigt werden muss? Wer wird eher aufsteigen?
Das liegt aber auch daran, dass Frauen in Gehaltsverhandlungen schlechter verhandeln. Es ist doch so, dass der Arbeitgeber dem Hiring Manager/Headhunter eine Gehaltsspanne und Benefits vorgibt. Frau freut sich, wenn sie 80.000 und einen Golf mit Automatik als Firmenwagen bekommt, während Mann pokert und 90.000 und eine C-Klasse rausholt. Ist Frau dann im Unternehmen stellt sie fest, dass sie sich unter Wert verkauft hat. Silvia
Naja, aber du schreibst es doch selbst, warum deine Studienkollegen bessere Positionen haben. Weil du Teilzeit arbeitest und 3 Kinder hast, für die du in Elternzeit warst (nehme ich so an). Ich denke dass man im Job auch was reißen muß stundenmäßig, um an die guten Positionen zu kommen. Mein Mann ist in guter Position, daher stellte sich die Frage ohnehin nicht, wer in Elternzeit geht. Mit meinem Job hätte ich auf vieles verzichten müssen, wenn ich gleich nach Mutterschutz wieder losgegangen wäre, was mir für meine Kinder aber wichtig war. Stillen z.B..da ist mir langfristige Gesundheit meiner Kinder wichtiger als mein Job. Wir haben auch das "klassische" Modell und uns bewusst dafür entschieden. Mein Mann kann ganz wunderbar Geld verdienen, aber mit Haushalt und Kindern für 3 Jahre Elternzeit wäre er ziemlich unentspannt gewesen. Ich bin darin aufgegangen. Wir haben unsere Kinder aber in kurzen Abständen bekommen, was für mich zwar eine lange Auszeit bedeutet hat, aber ich bin genau da eingestiegen, wo ich in der ersten Schwangerschaft ausgestiegen bin. Zugegeben, es gibt in meiner Branche auch nur eine Steigerung und das wäre Selbstständigkeit, aber das wäre mir wieder zuviel Arbeit, zu wenig Familie. Ich kann aber die Chefs irgendwie verstehen, dass sie hohe wichtige Positionen lieber mit Männern besetzen. Die werden nicht schwanger. Und da es bei den meisten Frauen so ist, dass sie dann in EZ gehen, müsste die Stelle neu besetzt werden. Natürlich können auch Männer in EZ gehen, tun aber immer noch sehr wenige. Und darauf baut ein Chef.
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