Saski85
Hi Ihr! Opa ist bei meinen Jungs (2 und 4 Jahre) einfach der Größte. Er nimmt sich super viel Zeit und ist mehr als stolz. Die Zwei lieben ihn heiß und innig und toben dementsprechend wild herum. Tut sich einer von den Jungs weh, auch etwas doller, schlucken sie es allerdings vor ihm runter. Das ist mir bei meinem Großen schon öfter aufgefallen und nun auch bei dem Kleinen. Ich sage ihnen dann natürlich, dass es total okay ist, zu weinen und sich Trost zu holen, wenn man sich weh tut. Opa ist da eher so "Ach, das war doch nix, los, aufstehen!". Mein Mann wurde genauso erzogen und würde sogar mit 40 Fieber noch nen Marathon laufen, frei nach dem Motto: " Ist ja nicht so schlimm, bin ja kein Weichei". Wie würdet ihr damit umgehen? Mein Mann ist oft Wochen auf Montagen und die Kinder dann auch öfter mal bei Oma und Opa. Die zwei sind auch ansonsten wirklich total toll. Bin auf eure Nachrichten gespannt.
Oma und Opa dürfen anders drauf sein als Mama und Papa. Die Kinder lernen ganz schnell, dass es anders ist dort. Es wird ihnen nicht schaden und bei Dir dürfen sie weinen und werden es auch weiter tun. So lernen sie die Vielfalt des Lebens und den unterschiedlichen Umgang der Menschen untereinander kennen. Das wird ihnen letztendlich in ihrer Entwicklung zugute kommen. Mach Dir keine Sorgen - es ist alles in Ordnung. Sie gehen ja gerne hin.
Das ist ein zweischneidiges Schwert.
Mir fällt da folgendes Lied von gerhard Schöne ein:
Gerhard Schöne - Ein Junge weint nicht
Text
Er will nicht zur Krippe gehen,
Er ist ja noch so müde,
Träumt noch beim Zähneputzen,
Die Mutter wird laut.
Er soll bitte nicht so trödeln,
Es ist gleich viertel sieben
Und fängt er jetzt an zu heulen,
Kann sein, dass sie haut.
Ein Junge weint nicht, ein Junge beißt
Sich auf die Zunge, auch wenn das Herz reißt.
Das musst du wohl noch lernen.
Er soll bunte Klötzer stapeln
Und singen, wenn alle singen,
Soll sich in die Reihe stellen,
Bei "Los" geht es los.
Er soll nicht so komisch hüpfen,
Die Augen zur Straße richten
Und solle doch nicht gleich weinen.
Du bist doch schon groß.
Ein Junge weint nicht, ein Junge beißt
Sich auf die Zunge, auch wenn das Herz reißt.
Das musst du wohl noch lernen.
Er wird bald zur Schule kommen
Und spielt noch mit seiner Puppe.
Du bist doch kein Mädchen, Junge!
Es hat keinen Zweck.
Dabei hat er einen Bagger
Und einen Plastikpanzer,
Der ist sogar ferngesteuert.
Die Puppe muss weg!
Ein Junge weint nicht, ein Junge beißt
Sich auf die Zunge, auch wenn das Herz reißt.
Das musst du wohl noch lernen.
Die Neue in der Klasse
Hat klare, große Augen.
Er hat schon mit ihr gesprochen,
Die Jungs haben gegröhlt.
Er fuhr mit ihr zum baden,
Da haben sie Schlamm geworfen
Und "Weiberhengst" gerufen,
Das hat ihn gequält.
Ein Junge weint nicht, ein Junge beißt
Sich auf die Zunge, auch wenn das Herz reißt.
Das musst du wohl noch lernen.
Er ist ein Mann geworden,
Hat selber einen Jungen.
Ein blasses, zartes Bürschlein,
Das träumt und spinnt.
Neulich sah er ihn weinen,
Um eine tote Katze.
Da hat er ihn hergenommen
Und sagte dem Kind:
Ein Junge weint nicht, ein Junge beißt
Sich auf die Zunge, auch wenn das Herz reißt.
Das musst du wohl noch lernen.
Ein Junge weint nicht, ein Junge beißt
Sich auf die Zunge, auch wenn das Herz reißt.
Das musst du wohl noch lernen.
Im Prinzip bin ich bei Port. Der Opa ist ein Held, das ist doch toll! Soll er sie auch zu Helden machen. Das ist die eine Seite der Medaille. Und Du und Dein Mann, Ihr bringt die emotionale Seite ins Spiel. Das war aber schon immer so, ganz zuu schweigen von der Altersmilde der Alten.
Bei uns auf dem Fischmarkt gibt es ein Kinder-T-Shirt mit dem Aufdruck "Wenn Papa und Mama nein sagen frage ich Oma und Opa"!! Damit ist alles gesagt. Sei entspannt!
Ralph
Dann bin ich auch "alte Schule" gewesen. Meine Kinder haben das gerne mal ausgenutzt. Knie ein wenig aufgescheuert, mußte sofort ein Pflaster drauf. Dies wurde natürlich alle paar Minuten runtergemacht, weil sie gucken wollten, ob es nicht doch noch blutet. Daraufhin hab ich auch angefangen zu sagen: "Jetzt übertreib nicht, da brauchst du kein Pflaster" Oder nach dem Stoßen wurde kurz gepustet, der berühmte Spruch aufgesagt und vorbei war es. man kann doch gut einschätzen, wie schlimm es war. Ich glaube nicht, daß bei einer ernsteren Verletzung der Opa sowas sagen würde.
Ja, und stell Dir vor: In meiner Kindheit gab es noch nicht einmal bunte Pflaster. Auch hier merken die Kinder schnell, dass ein buntes Pflaster auch nicht mehr bringt als ein braunes. Sie sind ja nicht doof. Wie heißt es so schön: Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind großzuziehen. Viele Ansichten und Methoden des Umgangs.
Dann bin ich wohl eine grausame Mutter. Mein Kind fängt grade an, sich hochzuziehen, rutscht mal ab, fällt hin usw. Guckt mich an, Schon das „Quakie-Gesicht“ aufgelegt und ich sag auch „Ist doch garnichts passiert. Ist garnicht schlimm!“ Lache dabei und sie lacht auch und weiter gehts. Mensch, man muss doch nicht aus jedem Mückenpup einen Elefantendurchfall machen. Nur weil sie vor Opa so sind, ist Opa noch lange kein schlechter Mensch. Man muss auch nicht überall jammern und heulen. Meistens sind es die Eltern die dann noch „Oh nein!!“ brüllen, und dann heulen die Kinder deswegen. Kinder dürfen weinen - ganz klar. Aber es muss doch nicht aus allem ein Drama gemacht werden. Passiert, aufstehen und weiter.
"Nichts passiert" stimmt aber auch nicht. Ich finde es gut, wenn man gerade so kleinen Kindern hilft die richtigen Worte zum Gefühl zu finden. In dem von dir geschilderten Fall habe ich das Geschehene immer kommentiert. "Da bist du abgerutscht. Da hast du dich erschreckt?" Ob daraus ein Drama gemacht wird liegt ja gerade in dem Alter an der körperlichen Reaktion der Bezugsperson und nicht an den Worten. Die werden ja noch gelernt. Das Spektrum zwischen "schlimmes Aua" und "nichts passiert" ist ziemlich gross.
Kannst ja mal am Kaffeetisch erzählen, dass Dir das aufgefallen ist (im lustigen Ton) und es Dir wichtig ist, dass auch Jungs mal heulen und traurig sein dürfen. Was der Opa dann aus der Message macht, bleibt ihn überlassen.
So Großeltern sind Gold wert! Und da DU ihnen ja gestattest bei Verletzungen dies auch zuzugeben und auszudrücken, sehe ich keine Gefahr für dauerhaften psychischen Schaden pder ähnliches. Sei froh, dass der Opa so aktiv ist. Mein Papa ist genauso und die Enkel sind alle total verknallt in ihn. Obwohl er viel strenger ist als alle anderen, ist er der absolute Held...
Als Mutter hätte ich nur eine Frage: Würde der Opa bei einer ernsten Verletzung handeln? Wenn ja, ist alles gut. Bei Nein wäre ich raus! Ich hatte leider wirklich schon "Babysitter" (Vater, Oma, Kindergarten, OGS, ....) die bei einer ernsten Sache nicht gehandelt haben. Das Kind musste also warten bis ich nichts ahnend von der Arbeit kam und dann schnell ins Krankenhaus. Das hat auch schon mal ein paar Stunden gedauert und hätte böse enden können. Vertrauen habe ich daher nur noch wenig bis gar nicht!
Mir fällt dazu folgende Geschichte ein: mir ist irgendwann aufgefallen, dass mein Erstgeborener bei Oma immer geweint hat, wenn er geniest hat, als er ein paar Monate alt war. Ich selber habe meistens gelacht, weil es so zuckersüß war am Anfang. Sie hat ihn immer getröstet, wenn es bei ihr "passiert" ist. Klar, trösten ist schön ;) Ich finde, es ist ein Unterschied zwischen dem Zulassen und Wahrnehmen von Gefühlen und solchen Dingen wie sich den Kopf zu stossen oder hinzufallen. Klar kann das Letztere auch schlimm sein und weh tun, aber oft ist es eben nur ein Schreck.
Schlimm fibde ich eher, wenn das Kind sich gar nicht wehgetan hat und alle um es herumstehen und betüdeln wollen. Bspw Kind fällt hin, steht auf und bekommt von den Umstehenden suggeriert, dass es dich schlimm war. Bei ernsten Verletzungen wäre Verharmlosen natürlich fatal. Ansonsten finde ich das Verhalten von Opa nicht schlimm. Im Gegenteil. Die Kinder lernen dadurch auch mal die Zähne zusammenzubeißen und machen nicht aus jeder Mücke einen Elefanten.
Mir war immer nur eines wichtig: Wie reagiert die betreuende Person, wenn das Kind sich ernsthaft verletzt oder krank ist? Kann der/diejenige grundsätzlich einschätzen, wann echte Gefahr droht? Unabhängig von Geschlecht der Kinder ( ich habe Mädels) bin ich ansonsten auch immer so, dass ich nicht wegen jedem Pups meine Kinder bemitleide und die große Trösteshow auspacke. Kinder müssen ja auch Verhältnismäßigkeit lernen Ist es wirklich so stark schmerzhaft? Gerade kleine Kinder erschrecken sich beim Toben oder Hinfallen häufig mehr, als dass es wirklich weh tut. Rennt dann Mama, Paula, Oma, Opa, ect. sofort hin und macht ein Drama draus mit: “Oh, du armes Kind, das tut sicher ganz doll weh!”, dann ist das ein ganz anderes Signal, als wenn der Erwachsene sagt:”Ups, hast du dich gestoßen, ach komm, lass uns weiter toben!” Natürlich sollen alle Menschen weinen dürfen, wenn es ihnen nicht gut geht, aber mal ein Stoß oder eine Schramme gehören zum Alltag . Meine Mädels reiten seit sie klein sind, eines hat, das andere spielt noch Fußball und wenn da jedesmal bei jedem kleinen Touchieren das große Geheule angestimmt würde, könnten sie das gar nicht machen. Gerade beim Fußball sind übrigens die Mädels und Damen tatsächlich meiner Erfahrung nach deutlich härter im nehmen. Wenn da jemand weint, ist klar, dass dann auch wirklich eine echte Verletzung vorliegt.
Es ist nicht falsch, wenn es bei Opa anders läuft als daheim. Wichtig ist nur, dass der Opa erkennen kann, sollte mal etwas schlimmeres passieren und dann dementsprechend handeln kann. Bei Kleinigkeiten, die beim toben entstehen, kann auch mal gesagt werden, ist nicht schlimm, weiter geht es. Oder ähnliches. Die Haupterziehungsaufgabe liegt bei den Eltern, das ist die Grundlage auf die alles andere aufbaut. Im Leben wird es immer Menschen geben, die anders handeln, als es Kinder von daheim gewöhnt sind. Spätestens im Kindergarten werden die Kinder unterschiede erleben. Das ist nicht schlimm und schadet nicht. Unsere Kinder haben ihren Opa geliebt, waren sehr gerne dort. Obwohl er nie der "Schmusebär" war. Aber bei ihm durften sie vieles, unter Aufsicht ausprobieren, was daheim nicht erlaubt gewesen wäre. Und es ist nie ernstes passiert. Und was haben sie zusammen gelacht. Geweint wurde eher daheim. Wenn ich an unsere Zwillinge denke, das Mädel ist eine, die keine Angst und wenig Schmerz kennt. Fällt sie vom Roller/Fahrrad steht sie auf, schüttelt sich, klopft den Sand von der Hose, hebt das Rad auf und fährt weiter. Fällt der Bub, dann wird das Fahrrad getreten, ein Zeichen, das eigentlich nichts passiert ist. Schaut keiner hin, dann fährt er auch weiter. Schaut ein Erwachsener dann wird gebrüllt. Selbst wenn der Sturz schon 30 Minuten her ist. Ja, da bin ich auch schon mal hingegangen und habe das Fahrrad gestreichelt und gefragt ob es sich weh getan hat. Tränen waren sofort beendet und er schaute sich sein Fahrrad an. Selbstverständlich dürfen und sollen Kinder (und Erwachsene) weinen dürfen, Tränen und Gefühle zeigen und benennen. Und selbstverständlich werden unsere Kinder getröstet. Es wird gekuschelt.
Moin, Also unser Opa ist genauso. Aber: unsere Lütte liebt ihn abgöttisch und, bis auf den Spruch, behandelt er sie super (er kann sie nicht weinen hören). Aber: ich persönlich mag diesen Satz nicht. Als ich klein war hat meine Familie das auch oft gesagt (auch wenn ich mir wirklich weh getan habe)... Deswegen benutze ich ihn nicht. Aber Oma und Opa machen eben einiges anders als man selbst und solange es den Kindern gut geht, ist doch alles gut :)
hat immer gesagt "bis du heiratest, wird alles wieder gut". Meine Angst, dass ich nie heirate und es somit nie wieder gut wird, sorgte bei Omi immer wieder für einen Lacher....
Meine Oma sagte immer: "Bis Du Großmutter bist, ist wieder alles gut." Ich konnte das schon früh eintüten, für mich bedeutete es, dass es nicht schlimm ist. Meistens war es auch tatsächlich nicht schlimm. Aufgescheuerte Knie, wenn man beim Rollschuhfahren Oder Stelzen laufen gestürzt ist, waren an der Tagesordnung. Blut ist nicht nett, aber der Schmerz war zumindest immer so erträglich, dass nach dem Pflaster sofort wieder losgestartet wurde. Auch das sind Erfahrungen, die Kinder machen müssen. Der Schreck ist meist das Schlimmste.
.. sagte zu meinem Patensohn immer: "Komm her, Mama hebt dich auf!" Dass aufheben dann gar nicht mehr nötig ist, merkte der Kleine erst später. Ich denke man kann an der Art des Geheuls sehr gut differenzieren, ob sich das Kind ernsthaft verletzt hat. Zuviel Mitgefühl kann übrigens AUCH dazu führen, dass Kinder nichts mehr erzählen. Trini
Meine Nachbarin hat immer gepustet und ein Heilpflaster drauf geklebt. Ich habe gepustet , getröstet und wenn er sich gar nicht mehr beruhigen wollte, habe ich gefragt, ob wir ins Krankenhaus fahren sollten, wenn es so schlimm ist. Prompt hörte das Geheule dann meist sofort auf:-)
Vielen Dank für eure Meinungen dazu. Ich habe schon sehr viele Denkanstöße bekommen, die mir in Zukunft zu Herzen nehmen werde. Ich glaube, dass ich insgesamt eher zart besaitet bin, was das Schmerzempfinden anbelangt.
Man überträgt ja das eigene Empfinden oft auf sein Kind. Sicherlich ist ein gutes Mittelmaß an Mitgefühl das Richtige. Im Ernstfall würde Opa sofort reagieren, gar keine Frage. Witzig ist, dass ich beim Klettern und Toben eher entspannter bin, während Oma und Opa schnell "Oh Gott, pass' auf! Vooorsicht!" rufen
.
Hallo,
ich würde sagen: Der Mix macht's! Bei Dir können sie weinen, beim Opa tapfer sein - ist doch toll. Und ich bin sicher: Wenn's richtig weh tut, kullern auch die Tränen, wenn der Opa dabei ist.
Ich selbst habe bei meinen Kindern folgende Erfahrung gemacht: Ich habe getröstet, aber nicht dramatisiert. Meist gab's nach einem kleinen Sturz von mir auch nur ein: "Hoppla! Komm, steh schnell wieder auf, dann können wir weiter..." Meine Mädels waren nie wehleidig. Die Söhne meiner Freundinnen hingegen sind allesamt eher weinerlich drauf. Da haben die Mütter aber auch von klein auf alles stehen und liegen lassen und sind zu den "Verunfallten" gerannt, um zu gucken, was passiert ist. Arnika-Globuli inklusive, rein präventiv. Ich weiß nicht, ob es da einen Zusammenhang gibt - mir ist unsere Variante nicht unsympathisch
LG daide
...kann man einem Kind auch "einreden", dass es ganz schlimme Schmerzen hat. Genauso, wie man ein Kind auf "schmeckt nicht" programmieren kann. Natürlich haben Menschen aber eine sehr unterschiedliche Wahrnehmung von Krankheitsgefühl. Bei ein und derselben Operation kenne ich Menschen, die bei normaler Heilung Monate krank sind und welche, die nach wenigen Tagen wieder fit sind. Wichtig ist es also, das Kind zu beobachten, ob und wie stark es leidet. Trini
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