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erklärt mir mal diese messwerte, japan kanns nicht sein.

erklärt mir mal diese messwerte, japan kanns nicht sein.

Patti1977

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http://inters.bayern.de/mnz/php/ifrmw.php?station=812&komp=207&tbltyp=2


Mitglied inaktiv

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Antwort auf Beitrag von Patti1977

Wie interpretiere ich die IfR-Messwerte? steht direkt unter dem Bild auf der Homepage: Bei einer Interpretation der IfR-Messwerte sollten Sie folgendes bedenken: Alle Dosisleistungsmessgeräte im Bereich der Umgebungsstrahlung sind nicht eichfähig und die Messwerte können deshalb mit Fehlern von ±30% behaftet sein. Die naturbedingt vorhandene Gamma-Dosisleistung hat in Bayern Werte zwischen ca. 0,03 - 0,25 µSv/h (Mikro-Sievert pro Stunde). Diese "ganz normale" Schwankungsbreite ist bedingt durch den unterschiedlichen Gehalt des Bodens an natürlichen radioaktiven Stoffen, z.B. Uran (Bayerischer Wald!), Kalium, etc. Weiter trägt die kosmische Strahlung zu diesem natürlichen Untergrund bei. So ist der höhere Wert der Dosisleistung auf der Zugspitze (Schneefernerhaus) von durchschnittlich ca. 0,11 µSv/h (sonst ca. 0,05 – 0,06 µSv/h) aufgrund der Höhenlage durch die dort geringere Abschirmung der kosmischen Strahlung durch die Atmosphäre bedingt. Aber auch das Wetter selbst spielt bei dem momentanen Wert der Gamma-Dosisleistung eine besondere Rolle. So erhöht sich in der Regel dieser Untergrundwert bei Regen. Der Grund hierfür ist, dass die natürlichen radioaktiven Aerosole in der Luft durch den Regen ausgewaschen werden und sich anschließend am Boden ablagern, wo sie durch das Gamma-Dosisleistungs-Messgerät vermehrt (durch die geringere Entfernung zum Messgerät) erfasst werden. Die IfR-Stationen sind deshalb mit Niederschlagsmessgeräten ausgestattet, um den Regeneinfluss auch messtechnisch darstellen zu können. Ein weiteres Beispiel für den Einfluss des Wetters auf die natürliche Gamma-Dosisleistung: Bei längeren Frostperioden können die kontinuierlich entstehenden natürlichen gasförmigen radioaktiven Stoffe wegen der Vereisung des Bodens nicht in die Luft gelangen. Bei plötzlich einsetzendem Tauwetter werden diese gasförmigen radioaktiven Stoffe innerhalb kurzer Zeit in die Luft freigesetzt und erhöhen die vorher relativ niedrige Dosisleistung ebenfalls kurzfristig und in nicht unerheblichem Maße. Auch eine Schneedecke beeinflusst durch ihre Abschirmwirkung die natürliche Dosisleistung. Ebenfalls durch Wettereinflüsse ist der oft "kurvige", d.h. deutlich schwankende Verlauf der Gesamt-Aerosolaktivitätskonzentration zu erklären, wobei ein ausgesprochener "Tagesgang" dieser Messwerte zu beobachten ist. Dieser Tagesgang kommt folgendermaßen zustande: Durch die Erwärmung des Bodens infolge der Sonneneinstrahlung (bei schönem Wetter) setzt am frühen Vormittag eine Aufwärtsströmung der Luft ein, die die an die luftgetragenen Staubteilchen (Aerosole) angelagerte Radioaktivität aus der bodennahen Luftschicht nach oben transportiert. Da das Gerät zur Messung der Gesamt-Aerosolaktivität die Luft aus dieser bodennahen Luftschicht ansaugt, ergibt sich eine Reduzierung des Messwertes zu dieser Tageszeit, denn die sich nach oben bewegenden Aerosole können so schnell nicht durch die aus dem Boden nachfließenden ersetzt werden. Die Zunahme der Aktivitätskonzentration in der Nacht ist dagegen bedingt durch die Abkühlung in den unteren Luftschichten. Diese Abkühlung stoppt die Aufwärtströmung der Luft, so dass sich die an die Aerosole gebundene Radioaktivität in Bodennähe, also in Messgerätnähe, anreichert. Selbst der atmosphärische Luftdruck kann eine Rolle spielen: Bei besonders niedrigem Druck können die natürlichen radioaktiven Gase vermehrt aus dem Boden austreten und erhöhen die Konzentration der radioaktiven Aerosole in der Luft und dadurch die natürliche Gamma-Dosisleistung. Die künstliche, also z.B. die von einem Kernkraftwerk verursachte Aerosolaktivitätskonzentration in der Luft wird aus der gemessenen Gesamt-Konzentration (Summe aus künstlichem + natürlichem Anteil) durch ein mathematisches Verfahren ermittelt. Dieses Verfahren funktioniert am besten unter einer bestimmten Voraussetzung: Die einzelnen natürlichen radioaktiven Zerfallsprodukte befinden sich im radioaktiven Gleichgewicht, das heisst, das Verhältnis der natürlichen Radioaktivität der Alpha-Strahler und der Beta-Strahler ist konstant. Dieses radioaktive Gleichgewicht bzw. dieses konstante Verhältnis ist nun in der bodennahen Luft nicht immer gegeben, insbesondere nicht bei den oben erwähnten speziellen Wetterlagen (Regen, etc.). Aus diesem Grund sind in den grafischen Verläufen für die künstliche Aerosol-Aktivität kleine Spitzen und Schwankungen bemerkbar. Es können sogar gelegentlich kleine negative Werte auftreten. Diese Erscheinungen haben jedoch nichts mit der tatsächlichen Aktivitäts-Konzentration in der Luft zu tun. Trotzdem werden solche Phänomene routinemäßig auf ihre radiologische Bedeutung hin überprüft. Ganz zum Schluss sei noch darauf hingewiesen, dass die Messgeräte auch durch Defekte, Wartungs- und Kalibrierarbeiten außergewöhnliche Signale - (Sprünge, Spitzen) - liefern können.