Elternforum Rund ums Baby

Diskussion, angeregt durchs Kleinkindforum

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zini4

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Hallo Mädels. Im Rund ums Kleinkind hatte jemand die Frage nach Ritalin gestellt. es gab dort auch interessante Meinungen. Ich hab auch meinen Senf dazu gegeben. Ich kopier euch mal meine Antwort rein, da es mich doch sehr beschäftigt. Bin mal auf Eure Antworten gespannt. Seit ihr selbst betroffen oder absolute Gegner? Dürft mich auch zerfleischen, bin ich schon gewohnt. " Ich böse Mutti, stell mein Kind nämlich auch ruhig." Ich finde niemand,der nicht betroffen, ist sollte sich da aus dem Fenster lehnen. Auch ich hab mit meiner Hochmütigkeit, früher nur negativ gedacht. Modeerscheinung, Kinder werden ruhiggestellt. Genauso waren meine Gedanken und so wird es ja in den Medien auch dargestellt. Klar gibt es die Diagnose A(D)HS jetzt häufiger als früher. Aber die Kinder leben auch eine andere Kindheit als früher. Schon im Grundschulalter herrscht Stress und Leistungsdruck. Viele KInder haben ein hohes Pensum und nachmittags noch Termine. Schaut Euch doch mal um. Wie viele KInder spielen denn Nachmittags noch unbeschwert draußen? Meine sind meist erst 15.00-15.30 Uhr von der Schule da. Sind dann noch Hausaufgaben oder Projekte zu machen,bleibt nicht viel Zeit zum spielen. Natürlich spielt auch der Medienkonsum eine Rolle. Bei uns gab es keine Kindersender die den ganzen Tag Programm hatten. Aber wenn draußen die Spielkammeraden fehlen? Auch für Erwachsene hat sich der Alltag gewandelt. Unsere Zeit ist viel stressiger,wie noch die meiner Eltern. Heute muss man viel flexibler und leistungsfähiger sein. Noch vor 15 Jahren haben bei mir 5 Fachkräfte und mindestens 4 Azubis gearbeitet. Heute sind es 3 Fachkräfte in Teilzeit und keine Azubis. Die Arbeit ist trotzdem nicht weniger. Wir sind selbst betroffen. Mein Sohn nimmt Medikamente (nicht Ritalin,aber ähnlicher Wirkstoff). Und obwohl ich früher auch immer schlau dahergeredet habe, muss ich zugeben das sie eine große Hilfe sind. Mein Kind wird auch nicht "ruhiggestellt", sondern es hilft ihm sich besser zu konzentrieren. Sonst stand er sich im Unterricht oft selbst im Weg, jetzt kann er sein Potenzial nutzen. Es ist auch nicht so das man zum Arzt geht und gleich ein Rezept bekommt. Mein Sohn war eine Woche stationär im Krankenhaus und es wurden viele Tests ausgeführt. Auch erfolgt eine regelmässige Überprüfung,Medikamente werden auf das Kind angepasst. Uns haben Therapeuten begleitet und die Wirkung erklärt.Außerdem erfolgten Schulungen über Maßnahmen und Regeln die den Alltag erleichtern. Die Kinder wurden angelernt sich zu strukturieren und ihr Potenzial zu nutzen. ES gab Gespächsrunden für uns Eltern, wo man sich einfach mal "auskotzen" konnte und sehen das es anderen auch so geht. Am meisten stört mich die allgemeine Intoleranz. Die Gesellschaft erkennt es nicht als Krankheit. Ich durfte mir schon Erziehungstipps von wildfremden anhören. Von Unfähigkeit meinerseits, bis der gehört mal so richtig verdroschen, war alles dabei. Klar erkennt man die Krankheit nicht so offensichtlich,wie z.B. bei einem blinden Kind. Aber einem Diabetiker würde man auch nicht sein Insulin verweigern. Kurz, man sollte mit einer vorschnellen Meinung vorsichtig sein. Betroffene Kinder kommen auch nicht aus der "Unterschicht"! Sorry, ür den langen Text. Wer es bis hirher geschafft hat, bekommt einen Keks.


mf4

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Antwort auf Beitrag von zini4

Ich sags mal so: mir wäre es völlig schnuppe, ob fremde außenstehende Menschen finden, dass ADHS nicht existiert, nur Erziehungssache oder anders. Ich würde es ÖFFENTLICH schon gar nicht ausdiskutieren wollen oder mich rechtfertigen. Wenn ICH der Meinung bin, dass mein Kind etwas hat gehe ich dem nach und wenn es etwas gibt, was 99 von 100 Leuten verteufeln und ich als Einzige für MEIN Kind befürworte... tu ich das. Jeder der in der Materie war/ist weiß, dass richtige Medikation mit nichten ein Kind zum willenlosen lahmen Roboter macht.


kleineMaus240712

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Antwort auf Beitrag von mf4

ich stimme mf4 zu


Mitglied inaktiv

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Antwort auf Beitrag von zini4

Was erwartest Du denn jetzt für eine Diskussion?


PaulaJo

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Antwort auf Beitrag von zini4

Ich habe es mir schon vor vielen vielen Jahren abgewöhnt, mich mit Leuten die keine Ahnung von der Krankheit haben, groß rumzustreiten. Alles andere hätte meine Nerven zu sehr strapaziert...


mf4

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Antwort auf Beitrag von PaulaJo

Ich versteh das gar nicht... das Leben ist schon ohne ADHS nicht un-stressig, mit noch einen Ticken härter und warum sollte ich mir dann noch reinziehen, wie schlimm ich als Mutter bin das Kind "ruhig zu stellen", dass ich sicher versagt habe usw.


desire

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Antwort auf Beitrag von mf4

stimme Paula Jo und mf4 zu. Ich habs mir ebenfalls abgewöhnt mit Dummköpfen zu diskutieren darüber. Manchmal platzt mir bei FB noch der Kragen wenn dann so saudumme Sprüche kommen wie "gib deinem Kind Liebe und keine Drogen"...dann mach ich mal wieder Rundumschlag... Aber hier im RUB wirst du öfter betroffene Leute finden und somit eine grössere Akzeptanz von AD(H)S.


mf4

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Antwort auf Beitrag von desire

Mich nervt es einfach, schon der Begriff "Ruhigstellung" aus Bequemlichkeit... was ist dann mit ADS ohne H. Diese Kind ruhig stellen würde ja heißen sie liegen regungslos da


desire

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Antwort auf Beitrag von mf4

stimmt...mein Sohn ist eigentlich ein ganz ruhiger, lieber....mit ADS. Von daher ist Ruhigstellen einfach nur sinnlos dahergebrabbelter Unsinn. Und auch früher gabs das schon. Mein Cousin hat(te) es nämlich auch...bereits vor 25 Jahren.....nur waren da andere Methoden an der Tagesordnung.


mf4

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Antwort auf Beitrag von desire

Die Tochter meiner Nachbarin ist Mitte 20 und sie hätte vor 15 Jahren diese Diagnose gebraucht. Es entwickelte sich in eine Richtung, dass das hochintelligente Mädchen kaum ein geregeltes Leben organisiert bekommt inkl. psych. Probleme.


desire

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Antwort auf Beitrag von zini4

...ich rate dir, diskutiere einfach nicht mehr gezielt über dein Kind. Über die Krankheit allgemein ja...aber nicht über dein Kind. Es schon deine Nerven glaub mir.


Anny

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Antwort auf Beitrag von zini4

Hallo, ich habe 4 Kinder 2 Jungs 2 Mädchen. Meine Söhne bekamen ein ähnliches Medikament. Zusätzlich Reittherapie. Auch die große geht zur Reittherapie. Meinen Großen muss ich mal ausklammern, da er schwer krank ist. ( möchte ich nicht weiter drauf eingehen) Meinem jüngeren Sohn hat die Medikamentöse Unterstützung geholfen in der Schule zurecht zu kommen da ihm die Aufmerksamkeit fehlte und alles drum rum ihn sehr ablenkte. Heute ist er fast 12 bekommt kein Medikament mehr. Zur Reittherapie geht er weiterhin. Der Umgang mit Tieren tut meinen Kindern sehr gut. Wir haben auch einen Hund. Die Tiere geben den Kindern Ruhe. Bei den Pferden sind die Kinder ausgeglichen. Ich bin der Meinung Medikamente können durchaus Unterstützen sollten aber nicht als einzige Maßnahmen dienen. Es gibt sehr hilfreiche Therapien die die Konzentration fördern und Ruhe in den Alltag der Kinder bringen. Lg Anny


Mutti69

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Antwort auf Beitrag von zini4

Ich bin nicht betroffen, bzw. mein Kind ist nicht betroffen. Wenn es so wäre, ich wüßte nicht, warum ich das mit irgendwem “diskutieren“ sollte. Außer vielleicht mit anderen Betroffenen Eltern, um sich auszutauschen und ggf. Tipps zu erhalten.


Mitglied inaktiv

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Antwort auf Beitrag von zini4

Da die Frage im KLEINKIND Forum gestellt wurde, würde mich eher interessieren wie alt das Kind ist. Eine Freundin von mir hat einen Sohn mit Asberger Syndrom. Und glaube mir, das ist KEIN Zuckerschlecken. Anfangs dachten die Ärzte, er hätte ADHS(Hyperaktivität ist eine Begleiterscheinung des Asperger Syndroms), lange Zeit war er nicht in der Lage mit seiner Umwelt zu kommunizieren. Der zweite Sohn hat ADHS und wie sie das packt, ist mir ehrlich gesagt schleierhaft. Jedoch war ihr zweiter Sohn nach der Ritalineinahme wie weggetreten, auf Wolken schweben, ihm war alles egal. Sie hat es wieder abgesetzt.Ich würde sagen, man muss sehr genau abwägen. Ritalin ist weder Segen noch Fluch.


PaulaJo

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Komische Sache...von Ritalin kann man eigentlich nicht "wegtreten". Sonst würde es ja wohl kaum so gerne von Studenten in Prüfungen genommen...


desire

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Antwort auf Beitrag von PaulaJo

es kann sein dass Ritalin nicht das richtige Medikament ist....gibt ja andere noch....dann muss man wechseln, wurde uns auch gesagt. Hab ebenfalls einen Asperger mit ADS.


zini4

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Antwort auf Beitrag von desire

Danke für eure Antworten. Ich diskutiere mit fremden nicht mehr. Hab ich zu viele nerven gelassen. Ich war nur erstaunt, erst erstens im Kleinkindforum zu finden, aber mehr noch über manche Meinungen dort. Ich hatte gehofft das man heute aufgeklärter bei dem Thema ist. Euch allen ein schönes Wochenende


YvonneG

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Antwort auf Beitrag von zini4

Und das auch nur weil er wegen Schulschwänzerei für 3 Monate stationär in die Klinik mußte und dort hat es auch 4 Wochen gebraucht bis es sich zeigte, denn für außenstehende war er ein ganz normaler intelligenter Junge doch zu Hause............... Was ich mir alles anhören konnte von Eriehungsfehler bis sonste was. Wo wir die Jahre über alles waren von Erziehungsberatung bis Jahrelang Kinderpsychologe. Nix gar nix was wollen Sie denn.... Jedenfalls war Sohnemann eine unzufriedene Schlaftablette liebevoll gesagt Zuhause dann ein über 11 Jahre lang ein unzufriedener agressiver Wutzwerg der sich selbst Uns und unsere Wohnung terrorisierte. Es war schlimm. Seitdem er dort in der Klinik war und mit Ritalin LA eingestellt wurde ist er ein ganz anderer Junge. Er ist so ein fröhlicher zufriedener Junge. Geht ohne zu murren in die Schule. Obwohl seine Klasse sehr anstrengend ist er kommt klar. Er macht jetzt sogar Gruppenarbeit und hilft anderen. Er ist überhaupt nicht mehr aggressiv keinem Gegenüber. Er verletzt sich nicht mehr oder uns. Er geht jetzt sogar öfters raus und hat Freunde. Er ist so pflegeleicht obwohl er in der Pubertät steckt. Für uns war Ritalin die Rettung. Ich habe ihn noch nie so glücklich gesehn. Klar er hasst es die Kapsel früh zu nehmen . Aber er weiß es geht ihm besser und er kann sein ganzes Potenzial ausschöpfen weil er sich nicht mehr im Weg steht. Am meisten freue ich mich das er endlich einen richtigen Freund hat. Der hat übrigends Adhs und die beiden passen so gut zusammen. Er geht aber auch manchmal mit Kumpels aus seiner neuen Schule raus und mit den anderen whats up er. Das war vorher gar nicht da wollte keiner etwas mit ihm zu tun haben Ach ich könnte noch so viel mehr schreiben. Wir sind einfach nur glücklich das er mit Hilfe des Medikaments ein glücklicher Teenager ist. Gruß Yvonne