Elternforum Rund ums Baby

Bindung

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Larus

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Hallo allerseits. Ich lese im Moment ein Buch zum Thema Bindung. Genauer gesagt, habe ich schon mehrere dazu gelesen. Irgendwie fühle ich mich dadurch immer etwas unter Druck gesetzt und enttäuscht. Man muss immer prompt und adäquat auf die Bedürfnisse des Babys reagieren. So würde es sicher gebunden werden.. Aber irgendwie fällt mir das gar nicht so leicht. Mein Sohn ist 8 Monate. Wenn er weint, reagiere ich nicht immer richtig auf sein Bedürfnis. Weil ich gar nicht immer gleich weiß, was sein Bedürfnis ist.. Er steht jetzt auch manchmal schon. Und bei seinen körperlichen Aktivitäten tut er sich immer mal weh. Ich nehm ihn natürlich immer gleich hoch und will ihn trösten. Meist beruhigt er sich auch schnell. Aber mir ist aufgefallen, dass er meinen Trost gar nicht so recht annimmt und sich versucht von mir wegzudrehen. In meinem Buch steht, das sei ein Anzeichen für eine unsicher-ambivalente Bindung. Er schaut mich auch so selten an oder reagiert auf mich. Gestern war er bei Papa im Arm. Da hatte ich sogar das Gefühl er würde mit mir fremdeln. Er drehte sein Gesicht von mir weg in Papas Brust.. Muss ich mir Sorgen machen? Wir sind oder waren eure Kids denn in dem Alter?


VMBB

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Antwort auf Beitrag von Larus

Mach dir keine Sorgen. Hör auf dein Bauchgefühl liebe dein Kind und sei für es da wie jetzt auch schon. Mehr als dein bestes geben geht nicht und ich würde solche Bücher nicht lesen genau wie du würde ich ständig darüber nachdenken ob ich alles "richtig"mach und das hilft nicht.


Pamo

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Antwort auf Beitrag von Larus

Ich glaube, du erwartest etwas Falsches von dem Buch. Darin wird eine Bindungstheorie erläutert, die Betonung liegt auf Theorie. Das ist ein Modell, ein Konstrukt, eine Referenz. Das Kopfwegdrehen kann ein (von vielen) Zeichen für eine fehlende Bindung sein. Es muss aber nicht und alleinstehend schon gar nicht. Eine Theorie ist keine Gebrauchsanweisung. Menschen funktionieren nicht nach Schablone oder Theorie - das wird ihrer Komplexität nicht gerecht. Daher taugen auch die angeblichen Schübe aus dem Buch Hilfe ich wachse nichts im Sinne einer Erziehungshilfe. Hör auf, dein Kind wie einen Wurm unter dem Mikroskop zu beobachten. Du verpasst das Gesamtbild und siehst den Menschen nicht mehr. Wenn tatsächlich etwas mit eurer Bindung nicht stimmt, dann sind viele Faktoren zeitgleich erfüllt. Ich bin sicher, das bekommst du dann mit. Lass das Kind seinen Kopf zur Brust des Vaters drehen ohne es zu studieren. Vielleicht sein Pulli kuschelig, vielleicht hat er gut gerochen.


Suomi

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Antwort auf Beitrag von Pamo

Schön geschrieben. Ich stimme Pamo da voll und ganz zu. Ich habe anfangs auch das Buch gelesen Ohje ich wachs und ständig versucht meine Tochter darin zu erkennen und Schübe vorauszuahnen. Mittlerweile habe ich das Buch ins Regal gestellt und seit Monaten nicht mehr reingeschaut. Ich freue mich jetzt einfach wie sie sich entwickelt und Fortschritte macht. Und wenn es mal einen Rückschritt gibt dann ist es eben so. Und wenn sie sich mehr freut wenn Papa abends nach Hause kommt als bei mir...na dann ist es eben so. Manchmal sollte man weniger lesen und einfach seinen Instinkten vertrauen und sich an seinem Kind erfreuen


Blume3000

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Antwort auf Beitrag von Larus

Hallo, Es geht vielmehr darum, dass du auf die Bedürfnisse deines Kindes reagierst. Du musst nicht sofort wissen, was es möchte. Hauptsache du reagierst. Und durch probieren findest du heraus, was es möchte Dein Kind fühlt sich erst genommen und sein Stresspegel sinkt wieder. Würdest du nicht reagieren, würde sein Stresspegel nicht sinken und es würde nur aufhören zu weinen, weil es resigniert hat, dass keine kommt und hilft. Also hast du alles richtig gemacht! Mein Baby dreht sich übrigens auch gerne auf dem Arm weg. Er liebt es nämlich herumgetragen zu werden und möchte unbedingt ganz viel dabei sehen können. Und Papa ist natürlich total beliebt bei vielen Babys. Es ist ja meist so, dass die Mama immer da ist. Der Papa ist nicht immer da. Das ist schon was besonderes. Hier wird der Papa auch viel angelacht und ganz genau beobachtet. Dein Kind ist sich deiner Liebe vermutlich so sicher, dass es sich den Papa auch ganz genau ansehen möchte. Die natürliche Bindung, die ihr schon alleine dadurch habt, dass er in seinem Bauch war, kann euch keiner nehmen und da kann auch keiner mithalten Von daher vermute ich, du hast alles richtig gemacht! Liebe Grüße