Elternforum Rund ums Baby

Bekannte hat Baby im 8. Monat tot geboren-was tun, was sagen?

Bekannte hat Baby im 8. Monat tot geboren-was tun, was sagen?

Muschelnudel

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Hallo ihr Lieben:-) Ich habe gestern erfahren, dass eine Bekannte von mir ihr Baby dass im Januar Stichtag hatte tot geboren hat. . . Ich habe es nur mitbekommen, da Sie im WhatsApp Status das Grab und den Abschied gepostet hat. . . Wir sind lockere Bekannte, waren ab und zu nett spazieren, und haben nun gelegentlich über WhatsApp Kontakt (wir sind umgezogen in eine andere Stadt, daher nur noch über WhatsApp) Vor einem Monat hatten wir den letzten Kontakt. Sie hat jetzt aktuell einen 3 jährigen Sohn. Was sagt man? Was kann man tun, auch von der Ferne? Oder lieber nichts. . ? Da sie es gepostet hat gehe ich mal grundsätzlich davon aus, dass sie darauf angesprochen werden möchte?- Oder nicht? Liebe und auch sehr traurige Grüße :-(


Wächterin

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Ich würde das sagen, was du fühlst: "Ich weiß nicht genau was ich sagen soll. Es tut mir unendlich leid, dass du das erleben/durchmachen musst. Ich bin für dich da, wenn du mich brauchst." So was in der Art.. Wirklich Tröstlichtes kann man da glaube ich nicht sagen, weil es einfach nur schrecklich ist. Aber man kann Zeiten, dass man da ist. Alles Liebe... :(


Reh77

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Eine nicht leichte Situation. Einfach weil eigentlich jedes Wort fehlt. Umstehende haben Angst etwas falsches zu tun. Ich selbst habe eine meiner Töchter, 4 Wochen vorm eigentlichen Entbindungstermin, still zur Welt bringen müssen. Zu der Trauer, dem Schmerz und diesem riesigen Verlust kam hinzu, dass viele Bekannte und einige Freunde plötzlich keinen Kontakt mehr wollten. Sich zurückzogen, teilweise die Straßenseite wechselten. Wir wurden ausgegrenzt. Auch wenn ich weiß, dass das nur aus Sorge, Angst und Wortlosigkeit geschah, es tat zusätzlich weh. Es wurde zu einer zusätzlichen Belastung. Wir bekamen ein paar Trauerkarten, in der Situation selbst, konnte ich sie kaum lesen. Aber Monate später waren sie hilfreich und wertvoll für mich. Daher meine bitte, sprich sie an. Frage ob du ihr helfen kannst. Sage, dass dir die Worte fehlen, du traurig bist. Sprich kurz über deine Gefühle, deine Unsicherheit und lass sie dann zu Wort kommen. Wenn sie es braucht, lass sie weinen. Vielleicht magst du zusätzlich auch eine Karte schreiben.


User-1769871192

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Antwort auf Beitrag von Reh77

Das kann ich nur bestätigen!!!


KielSprotte

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Ich würde ihr ehrlich schreiben, dass du momentan nicht richtig mit der Situation umgehen kannst, aber sehr gerne helfen würdest. Sie soll sich gerne bei dir melden und sagen/schreiben wie du ihr und der Familie beistehen kannst.


DK-Ursel

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Hej! Mir hat sehr geholfen, daß sich viele nicht wegdrehten. Daß sie einfach nur zuhörten…daß ich über unseren Verlust sprechen durfte. Und ich habe gemerkt, daß viel mehr Frauen als ich wußte Ähnliches erlebt haben und es dann auch mit mir teilten. Das hilft beim Weiterkommen. An den krankenhauspastor, der zu mir setzte und einfach nur sagte, da.das ein ganz schreckliches Erlebnis und eine traurige Zeit für uns sei,erinnere ich mich a7ch ge4n. Vermeide noch so gut gemeinte Trostworte wie „Seien Sie froh, daß Sie schon eine Tochter haben“) ja, genau darum wußte ich, was mir für immer fehlen würde; auch für sie hatte ich mir die Schwester gewünscht), sag nicht: ich kann mir vorstellen, wie Sie sich fühlen“ oder: vielleicht geht es nächstes Mal gut aus“… Der Blick geht jetzt auf das Kind, das verloren ist, denn wie unser Arzt hier sagte, sterben mit ihm Träume, Zukunft, Glück …dafür hat man so schnell keine alternative, due will man auch nicht, wenn man trauert. Sag ruhig, daß Dir die Worte fehlen…und hör zu, nicht nur jetzt, sondern vielleicht auch in ein paar Wochen oder Monaten, wenn alle anderen denken: nun könnte sie sich aber wirklich auch mal …nun müßte sie doch endlich… Eine gute Hilfe für alle war das damals sehr neue Buch von hannah lothrop: gute Hoffnung, jähes Ende… es gehörte zumindest seinerzeit auch in die Hände des ansonsten sehr kompetenten und liebevollen krankenhauspersonals gehört hätte, das mit meiner Trauer doch überfordert war. Alles Gute für die Familie… Ursel, DK


ilsevonderunkrautfarm

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Als ich meinen Jungen verloren hatte, habe ich es auch im Status gehabt, um es nicht jedem sagen zu müssen und damit nicht jeder nachfragt, wo denn mein Bauch ist. Ich habe auf keine einzelne Nachfrage geantwortet. Das kam später in persönlichen Gesprächen dann. Sei für deine Bekannte da, wenn sie dich braucht. Ich bin genau einen Monat später vor versammelter Mannschaft zusammengebrochen. Da haben mich mir zT fast unbekannte Personen (Freundesfreunde auf einer Feier) einfach in den Arm genommen, engste Freunde haben mitgeweint. Einige Menschen sind seit dem Tag nicht mehr in meinem Leben. Es kann sooooo unterschiedlich sein. Wenn du möchtest, schreib ihr. Wenn sie nicht antwortet, akzeptiere auch das..


Tauchmausmama

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Unser Baby ist letzten Monat gestorben, 1h nach dem Notkaiserschnitt. Am schlimmsten finde ich das Ignorieren und die Sprachlosigkeit. Viele schauen einfach weg, dabei reicht schon ein Zeichen dass man da ist, auch schweigend. Zuhören können fällt vielen schwer, aber ich liebe es stolz und traurig von meiner kleinen zu sprechen - sie ist doch trotzdem mein Kind! Eine kleine Nachricht per Post, ein Essen vor der Tür, ein kleiner Engel oder eine Kerze, einfach Zeichen : wir sind da für euch. Auch ein ehrliches „ich weis nicht was ich sagen soll“


LouLou202020

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War selbst in der Situation hatte jedoch mit der Sternenmama engeren Kontakt. Drei Tage bevor ich die schreckliche Nachricht bekam von ihr hatte sie noch um Rat gefragt weil sie ihren Sohn kaum spürte noch. Dann nach drei Tagen schrieb sie das sie auf dem weg in die Klinik sei um ihren Sohn leblos zu gebären. Das Herz schlug nicht mehr. Konnte nur sagen das es mir unendlich leid tut und ich für sie da bin auch wenn sie dort liegt mich anrufen soll. Wäre rund um die Uhr erreichbar für sie. Kein Tag danach fragte sie ob ich ein Bild von dem Engel möchte. Sagte ja. Er sah so friedlich aus..... Mehr wie für sie da sein konnte ich nicht. Den Schmerz abnehmen kann man leider nicht. Jede Mama die ein Sternenkind hat (ich auch) braucht nicht viele Worte oder Taten. Sondern einfach jemanden der zuhört und einen in die Arme nimmt, einen ggf. ablenkt. Leider werden die Väter oft bei so einem Schicksal vergessen.


Bianca82

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Wir hatten einen ähnlichen Fall im Bekanntenkreis...ich habe eine Karte geschrieben, in der ganz ehrlich mein Mitgefühl ausgedrückt habe, nur einige persönliche Sätze die versucht haben in Worte zu fassen was kaum in Worte zu fassen ist. So ähnlich habe ich die Karte auch begonnen. Sie hat sich einige Wochen später ganz aufrichtig dafür bedankt...es scheint ein Trost zu sein "nicht allein gelassen" zu werden mit der Trauer. Wenn es auch "nur" ein paar Zeilen sind.


Muschelnudel

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Hallo! Ich danke euch für eure Anregungen, eure Geschichten, die mir wirklich sehr ans Herz gehen. . . und eure tollen Ratschläge! So werde ich es nun auch machen:-)


Muschelnudel

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Vor allem möchte ich euch Sternenmamas Danken dass ihr bereit seid eure Erfahrungen zu teilen und über eure wunderbaren Kinder zu reden. . . . Liebe Tauchmausmama, es ist ja noch ganz frisch. . Ich hoffe du findest immer etwas mehr die Kraft weiterzumachen für dich, dein Baby, deine Familie. Dankeschön für eure Nachrichten. . .


Mitglied inaktiv

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Schreib eine Karte mit ehrlich gemeinten Worten. Nix ist schlimmer als Floskeln. Wenn du dir NICHT zutraust, für sie da zu sein (was durchaus verständlich wäre, es kann nicht jeder) dann schreib auch nicht, dass du jederzeit für sie da bist. Sie wird dir nicht böse sein. Was ich damals gar nicht brauchte, das waren Menschen, mit denen ich so gut wie nix zu tun hatte, die aber dann auf einmal da waren. Ich reagierte da sogar teilweise verärgert, weil es mir so vorkam, als wären sie nur "sensationsgeil" .. Wenn man frisch betroffen ist, denkt man wirr. Man kann da schlecht sagen was richtig oder falsch ist, nur persönliche Erfahrungen weitergeben. jede trauernde Mutter reagiert anders. Die eine redet darüber, die andere möchte nicht mit jedem darüber sprechen, warum es passiert ist :-( Dazu gehörte ich. Nach ein paar Wochen sah das dann anders aus.