Elternforum Rund ums Baby

Baby muss abgestillt werden - verweigert aber vehement Flasche und Brei

Baby muss abgestillt werden - verweigert aber vehement Flasche und Brei

MdCM

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Meine Tochter ist 6,5 Monate alt und sie wurde bislang hauptsächlich gestillt. Beikostversuche ab dem 5. Monat waren eher unerfolgreich. Wenn mal ein paar Löffel reingingen war das das höchste der Gefühle. Bei der kleinen wurde eine Milcheiweißallergie diagnostiziert, weshalb ich sie auf Neocate-Milch (Spezialmilch für milchallergiker) umstellen soll (ihre Allergie-Symptome verschwinden auch trotz völlig milchfreier Ernährung meinerseits nicht vollständig). Ich habe nun seit 2 Wochen täglich mehrfach versucht ihr das Fläschchen zu geben (spielerisch, mit guter Laune, durch dritte usw, alles versucht). Auf Anraten der Schwestern im Krankenhaus habe ich dann sogar das stillen von jetzt auf gleich für 24 std komplett eingestellt, was allerdings mE nur dazu führte dass alles noch schwieriger wurde. Die Kleine brüllte dauernd und verweigerte auf Dauer lieber jegliches essen und trinken - bis ich ihr nach Rücksprache mit dem Arzt dann wieder die Brust gegeben habe. Sie verweigert - ganz besonders nach der o.g.  „Stillpause“ - (meist unter gebrüll) das neocate-Fläschchen. Auch Brei isst sie jetzt im Prinzip gar nicht mehr (Löffel wird weggeschlagen, Mund zusammengepresst). Dafür will sie Tag und Nacht dauernd gestillt werden. Bin mit meinem Latein und ehrlich gesagt auch mit den Nerven und Kräften langsam am Ende. Wie kriege ich Milch und/oder beikost in dieses Kind??  Ich würde ganz abgesehen von der gesundheitlichen Notwendigkeit für mein Kind/ auch wirklich gerne abstillen, um etwas mehr Freiheiten zu haben. Ich brauche eine Pause.  Was kann ich noch tun, um mein Kind am Fläschchen und/oder Brei zu gewöhnen ? Ich bin für jeden Tipp dankbar. 


Fleurdelys

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Hallo! Ich habe leider keinen Tipp, außer vielleicht sie nicht von dir füttern zu lassen sondern von jemand anderem. aber mich würde interessieren, wie genau die Milcheiweißallergie diagnostiziert wurde, wenn das Weglassen von Milchprodukten keinen Effekt hatte? Habt ihr einen Allergietest gemacht?


Clivi8

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Antwort auf Beitrag von Fleurdelys

Ja das würde mich auch interessieren... welche Symptome hat sie denn, wenn du weiter stillst, dich aber milchfrei ernährst? Unser Sohn ist auch Mulcheiweißallergiker, festgestellt im 6. Lebensmonat. Ich habe mich auch milchfrei ernährt und konnte ihn fast 12 Monate stillen, neben der Beikost. Wenn dein Kind bisher nur den Geschmack von Muttermilch kennt, wird sie kaum eine andere grässlich schmeckende Alternative annehmen. Hast du Neocate mal probiert? Nur mal nebenbei: zum Wohle deines Kindes solltest du dir überlegen, ob eigener Freiraum gerade Priorität hat oder ob du doch versuchst, so lange wie möglich zu stillen. Solange du sämtliche Kuhmilchprodukte weglässt, sollte das Stillen eigentlich klappen, denn in der Muttermilch selbst sind von Natur aus keine Kuhmilcheiweiße, auf die allergische Reaktionen folgen könnten. Unser Sohn ist jetzt 12 und verträgt noch immer keine Kuhmilchprodukte, entwickelt sich laut Kinderärztin aber vollkommen normal, ohne feststellbare Mangelerscheinungen.


Meyla

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Auf vegane Ernährung umstellen. Richtig vegan! Ist nicht ungesund und du kannst definitiv keine Proteine übertragen. Kennt ein Baby die Flasche nicht sehe ich wenig Chancen für die Umstellung.../ ist hier auch nicht gelungen. Ich bin wieder arbeiten gegangen als meine Tochter 4 Monate alt war. Ums verrecken hat sie die Flasche nicht genommen und so lange gewartet, bis ich wieder zu Hause war. Immerhin 10 bis 11 Stunden ohne Nahrung.... hat sie durchgezogen. Eine Flasche hat sie bis jetzt, mit fast 2,5 Jahren, nicht angefasst.


Fleurdelys

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Antwort auf Beitrag von Meyla

“du kannst definitiv keine Proteine übertragen.” Das stimmt so nicht ganz. Pflanzliche Proteine z.B. aus Soja werden auch übertragen (wobei da die Wahrscheinlichkeit einer Allergie viel geringer ist).


Clivi8

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Antwort auf Beitrag von Meyla

Nein, vegan muss gar nicht sein. Sie sollte allerdings auf sämtliche Kuhmilchprodukte verzichten, die auch versteckt sein können in Wurstzubereitungen oder auch Backwaren, wie Brot oder Brötchen, in Fertiggerichten, Fix-Tüten, Soßen etc. Wir kochen und backen fast alles selbst, um allergische Reaktionen zu vermeiden.


Meyla

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Antwort auf Beitrag von Clivi8

Ich würde dennoch begab nehmen. Das Problem sind in vielen Produkten einfach Bindemittel... die sind gerne mal auf Milchbasis oder Hühnereiweiß. Grade bei Wurst hat man sowas gerne mal.... Sojaeiweiß stellt wieder eine eigenständige Allergie dar. Wenn die nicht vorhanden ist sollte das nicht so problematisch sein. Wobei man auch Soja schon sehr gut ersetzen kann...


OliviaÖl

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Antwort auf Beitrag von Clivi8

Achso und Kinder mit Milcheiweißallergie reagieren oft auch auf Soja zusätzlich. Das kann man natürlich ausprobieren, ist aber oft keine Alternative. Dann lieber Mandelmilch oder Reismilch usw verwenden. Zum Backen z.B.


Sonneimherzen85

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Antwort auf Beitrag von Meyla

Ich bin normalerweise nur stille Mitleserin, aber bitte rate doch einer stillenden Mama nicht zu einer veganen Ernährung, die nachweislich zu einem Vitamin B 12 - Mangel führen kann. Eine gesunde Mischkost, ohne Kuhmilcheiweiß, bedarf einer ausführlichen Ernährungsberatung und vegane Kost ist für Schwangere, Stillende, Kleinkinder, Babys, Senioren und Chronisch Kranke übrigens nicht geeignet und wird auch von Ernährungsexperten nicht empfohlen.


San89dra

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Hey, ich würde in dem Alter auch lieber Kuhmilchprodukte weg lassen und weiter stillen, zum Wohl des Kindes. Wenn du dennoch abstillen möchtest kann ich dir folgendes empfehlen: - Brustähnliche Sauger, z. B. Lansinoh oder Avent - Milchtemperatur ca. 37 Grad, so wie die MuMi - das Kind beim Flasche geben genauso nah am Körper halten wie beim stillen


Großstadtpflänzchen

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Hallo MdCM, ich kann Civil8 zustimmen, bei uns ist es ähnlich. Ich stille mein Kind noch immer und es ist 15 1/2 Monate alt, weder nimmt es Neocate noch Altherra. Auch wenn die Ernährungsberatung sagt, man soll es langsam versuchen, es funktioniert nicht. Wie schon Civil8 schrieb, wer will schon freiwillig die grässlich schmeckende Alternative nehmen, wenn es Mumi gibt. Schon alleine das Pulver riecht so, als ob man längere Zeit eine Münze in der Hand gehalten hat , zubereitet wird es nicht besser. Die Flasche fliegt bei uns im hohen Bogen weg. Vielleicht gibt es noch andere Ersatznahrungen, die nicht auf Aminosäure aufgebaut sind, ggf. mal beim Arzt nachfragen? Und wie viele andere User schon in anderen Beiträgen geschrieben haben, unter Zwang funktioniert es nichts und bewirkt teilweise nur gegenteiliges. Pastinakenbrei geht in vielen Fällen, da die Pastinake eher einen süßlichen Geschmack hat. Bei uns ist es nicht anders, die Nächte sind katastrophal, da kein Schnuller genommen wird und die Brust zur Beruhigung neben dem Trinken dient. Ich mache Pandabären mit meinen Augenringen Konkurrenz und bin auch fix und fertig. Ich wünsche dir gutes Durchhaltevermögen und sende dir viel Kraft.


OliviaÖl

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Hallo :) gerne schreibe ich dir auch etwas dazu. Ich habe selbst Kinder mit Milcheiweißallergie und bin selbst Ernährungsberaterin, also ein bisschen kenne ich mich aus. Es ist wirklich nicht immer so, dass man Kinder mit Milcheiweißallergie weiter stillen kann. Es kommt auf die Schwere der Allergie an. Meinen Sohn konnte ich damals ohne Probleme weiter stillen. Ich habe selbst in meiner Ernährung auf Milcheiweiß verzichtet ( konsequent, das ist wichtig) und dann ging es ohne Probleme weiter mit dem stillen. Daher habe ich es dann mit meiner Tochter auch erst so versucht als sie die gleichen Allergiezeichen zeigte. Wir haben es konsequent über Monate versucht und es hat nicht geholfen. Es wurde immer schlimmer. Hinterher war ihr Darm so entzündet, dass wir in die Klinik mussten und direkt auf die Spezialmilch umgestellt wurde. Es ist also nicht immer so einfach. Es gibt aber auch die Muttermilch induzierte Colitis. Da haben die Kinder oft leichte Blutspuren im Stuhl. Sind aber sonst ohne Beschwerden und gedeihen gut. Das gibt sich dann einfach, wenn zum Stillen zusätzlich Beikost gegeben wird. Liebe Grüße


Großstadtpflänzchen

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Antwort auf Beitrag von OliviaÖl

@ OliviaÖl bin zwar nicht die AP, aber bin doch mal interessiert, welche Spezialmilch habt ihr denn bei deiner Tochter verschrieben bekommen?


OliviaÖl

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Antwort auf Beitrag von Großstadtpflänzchen

Wir hatten erst die Althera Nahrung, die hat sie leider auch nicht vertragen. Wir haben dann zur Alfamino Nahrung gewechselt und die ging dann gut :) Sie hatte aber leider auch eine wirklich schwere Form der Allergie. Bzw sie hat sie leider immer noch. Sie ist jetzt fast 3 Jahre.


Großstadtpflänzchen

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Antwort auf Beitrag von OliviaÖl

Danke, bei uns ging es auch nicht mit Alfamino. Ich hatte beide Sorten verwechselt, hach das Alter.... Ich wünsche Dir, liebe Olivia, noch gutes Durchhaltevermögen im Krankenhaus und baldige Genesung. Bald siehst du deine Tochter wieder, der Countdown läuft .


Fleurdelys

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Antwort auf Beitrag von OliviaÖl

Hallo Olivia! Das ergibt endlich mal Sinn, dass es je nach Schwere unterschiedlich sein kann. Man hört und liest so viele verschiedene Aussagen dazu. Welche Allergiezeichen waren das bei euch genau? Und auch von mir gute Genesung, bald seid ihr wieder beisammen!


LilaWolkenMama

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Antwort auf Beitrag von MdCM

Hast du neocate mal probiert? Ich bin echt unempfindlich, aber das hat mich wirklich zum würgen gebracht. Wir füttern die 2 Flaschen, die Mausi noch bekommt, morgens und abends, mit althera, die ist bei weitem nicht so eklig. Vllt steigt ihf mal um. Bist du sicher, dass du konsequent auf kuhmilch verzichtet? Denn dann ist es vllt etwas anderes...und nicht die kuhmilch. Bei mir hat das super funktioniert, mich Milch frei zu ernähren und zu stillen.


Felica

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Antwort auf Beitrag von MdCM

Nur kurz, wenn du dich wirklich komplett Milchfrei ernährst, dann müssen dir Symptome verschwinden. Das dauert aber gut 4-6 Wochen. Verschwinden sie nicht, ist es definitiv was anderes was deine Tochter hat. Oder du hast eine Milchquelle, zB Wurst, Medikamente, Fertigprodukte welche du noch nicht erkannt hast. Ansonsten, wenn du dS durchziehen willst, dann lasse jemanden anders füttern. Du verschwindet am besten für mehrere Tage. Solange dein Kind deine Milch richt, wird es sonst nicht leichter. Zumal die Erssatzmilch richtig scheisse schmeckt im Vergleich zur muttermilch.


MdCM

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Danke erstmal allen für die Tipps und Hinweise. Es war tatsächlich bei uns ähnlich, wie OliviaÖl es von ihrem zweiten Kind beschrieben hat: meine Kleine hatte über 3 Monate immer wieder Blut im Stuhl, dann habe ich auf ärztlichen Rat hin begonnen mich milchfrei zu ernähren, was zunächst Besserung brachte. Aber dann wurde es sogar schlimmer und wir mussten ins Krankenhaus. Dort wurde zunächst alles andere in Frage kommende ausgeschlossen. Eine Sonographie hat gezeigt, dass sie schon eine erhebliche darmwandverdickung hatte aufgrund der anhaltenden Entzündung. Wir wurden dann mit der Diagnose Milcheiweißallergie und der dringenden Empfehlung heimgeschickt, asap mit Neocate abzustillen. Dabei geholfen hat uns keiner, wir fühlen uns da ziemlich allein gelassen. Kinderärztin wusste keinen Rat, Hebamme zeigte kein Verständnis für die Notwendigkeit des abstillens. Eine schwierige Situation. Ich will ja meinem Kind nicht schaden..! Dann die Aussage der Schwester im kh, ich solle einfach ab sofort nicht mehr stillen. Hat mE zu einem Trauma bei der kleinen geführt, wie gesagt ist alles nur schwieriger seither. Zumal der Arzt im KH dann plötzlich meinte, stillen sei dann doch ok. Natürlich habe ich die Neocate probiert. Anfangs wirklich ekelerregend - aber ich muss sagen, dass ich mich mittlerweile (probiere jeden Tag, auch um meine Tochter zu motivieren) durchaus an den Geschmack gewöhnt habe. Auch nicht viel schlimmer als normale formula, bilde ich mir mittlerweile ein. Ich habe nun einen Termin bei einem Kinderallergologen, der auch auf Ernährung spezialisiert ist. Ich hoffe, hier vielleicht alles nochmal ausführlich besprechen zu können, um sicher zu wissen, was wir zu tun haben und wie, um der kleinen (weder physisch noch psychisch) zu schaden. Ansonsten versuche ich nun erstmal wieder Ruhe reinzukriegen..und mit der beikost weiter zu kommen. Allen mit ähnlichen Problemen viel Kraft und Durchhaltevermögen und nochmals Danke für eure Antworten!


Ellie2105

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Antwort auf Beitrag von MdCM

Hallo, wir befinden uns momentan mit unserem 7 Monate alten Sohn in genau der gleichen Situation, es ist wirklich zum verzweifeln. Mich würde sehr interessieren, wie eure Geschichte ausgegangen ist und ob du irgend welche Tipps hast? Danke und viele Grüße    Ellie