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Geschrieben von immerlauter am 04.02.2016, 12:02 Uhr

Das Baby und die Tagesmutter

Hallo,
mein Baby ist 9 Monate alt und seit einigen Monaten bei der Tagesmutter, mittlerweile schon 14h die Woche.
Bisher lief alles gut und problemlos. Seit Kurzem aber weint das Baby, wenn ich es abhole. Es wirkt so, als ob es lieber weiter spielen und nicht mit mir nachhause gehen möchte. Das tut meinem Mama-Ego gar nicht gut. Ich würde mir wünschen, dass es freudestrahlend auf mich zu krabbelt und mich begrüßt. Nun ja, ich denke, dass es halt sehr gerne mit den anderen Kindern spielt und die Zeit bei der Tagesmutter genießt.

Den restlichen Tag und auch sonst ist das Baby fast andauernd beschäftigt, kann stundenlang alleine spielen und ist nur morgens/abends ein bisschen kuschelig... Fremdeln tut es kaum. Das kommt mir für ein Baby doch schon ein wenig zu "unabhängig" vor.

Oder was meint ihr? Ist es "normal", dass sich das Baby nicht auf mich freut? Sind das schon Anzeichen einer Bindungsstörung?
Oder ist es nur mein Wunsch nach mehr Anhänglichkeit, der mich da verunsichert?

 
7 Antworten:

Re: Das Baby und die Tagesmutter

Antwort von Kribbel Krabbel am 04.02.2016, 13:37 Uhr

Hallo,
darf ich Dir als Erzieherin im Kleinkindbereich sagen, dass dein Kind ein ganz normales Verhalten zeigt. Ich weiß jetzt nicht wie lange dein Kind schon bei der Tagesmutter betreut wird, doch sei glücklich darüber dass es sich dort wohl fühlt. Es wäre für Dich schwerer wenn Du dein Kind schreihend da lassen müsstest und es will gar nicht dahin. Aber ich kann Dich schon verstehen, dass Mama Herz blutet und ich kann Dir nur empfehlen spreche es an.... sag deiner Tagesmutter wie Du dich fühlst und vielleicht findet Ihr einen Weg der es für Dich etwas einfacher macht. Vielleicht kannst Du dein Kind bevor es Dich sieht, etwas beobachten... ohne dass es Dich sieht.... so siehst Du auch, wo Du dein Kind dann gleich beim spielen unterbrichst und kannst es besser verstehen.

Aber glaube mir, es wird auch die Zeit kommen... wo es anders herum sein wird.... dass Kind hat verschiedene Entwicklungsphasen und bei manchen braucht es Dich vielleicht mehr. Trotzdem wird die Zeit kommen, wo Du froh darüber sein wirst, wenn dein Kind nicht nicht ständig an deinen Rockzipfel hängt. Wenn es selbstbewusst wird und eigenständig ist. Ich habe einige Mütter kennen gelernt, die wären froh wenn ihr Kind sich mehr zutrauen würde und die Welt um sich herum auch mal alleine erforscht.
Ich selber habe eine Tochter die sehr selbstständig ist, sie wird jetzt bald drei Jahre alt.... sie liebt den Kindergarten... und ist sehr traurig wenn sie mal nicht gehen kann.... sie will immer mit anderen Kindern spielen.... und ich beobachte sie sehr gerne dabei.
Liebe Grüße



Re: Das Baby und die Tagesmutter

Antwort von Kika1975 am 04.02.2016, 15:04 Uhr

Ich muss dem zustimmen, das klingt doch super! Viele würden sich das wünschen. Tut mir leid, aber das ist eher dein Problem. Freue dich, dass er/sie schon so unabhängig ist und nicht immer anhänglich ist. Dann würde ich eher von einer Bindungsstörung sprechen.
Uns ging es genauso so; mein Sohn war ab dem 7. Lebensmonat 3 Tage a 10 Stunden bei der TM. Nicht immer gerne hin, aber ungern zurück;-)



Re: Das Baby und die Tagesmutter

Antwort von Oktaevlein am 04.02.2016, 23:44 Uhr

"http://www.rund-ums-baby.de/entwicklung/Weinen-bei-Kitaabholung_50304.htm"

Hallo,

ich hab dir mal einen link zu Dr. Posth kopiert. Leider ist er ja inzwischen verstorben, sonst hätte ich dir geraten, ihn mal zu fragen.

Ich kann dein ungutes Gefühl durchaus verstehen. Wie ist denn z. B. morgens die Situation beim Abgeben. Weint er dann auch? Ich nehme an, dass er den ganzen Tag so beschäftigt und abgelenkt ist, dass er dann beim Abholen erst richtig wahrnimmt, dass du weg warst, vielleicht auch eine erneute Trennungssituation vermeiden will, das kann er ja mit 9 Monaten noch gar nicht unterscheiden.

Irgendwie kann ich mir schon vorstellen, dass die Reaktion beim Abholen mit dem Abschied morgens beim Bringen zu tun haben könnte. Guck mal bei Dr. Posth, da findest du noch mehr zu dem Thema. Selber habe ich das übrigens auch ein paar mal bei meiner Tochter erlebt. Da war sie ca. 1,5 Jahre alt und wir hatte eine Kinderfrau, die zu uns nach Hause kam. Ein paar Mal gab es Probleme, als ich gehen wollte, meine Tochter weinte und wollte mich nicht gehen lassen, obwohl sie die Frau schon gut kannte und normalerweise auch gern bei ihr blieb.

Bei diesen Malen, wo das Weggehen so problematisch war, hat sie mich quasi nicht angeguckt als ich wieder nach Hause kam. Zum Glück kam das nur ein paar Mal vor. Wir haben uns dann eine Zeit lang wieder sehr viel Zeit genommen, z. B. dass wir erst mal zusammen eine Tasse Kaffee getrunken haben und meine Tochter noch mehr Vertrauen zu der Nanny fassen konnte. Und das war eine 1:1- Betreuung in vertrauter Umgebung. Ich denke mal, dass es für ein Kind in einer "fremden" Umgebung mit mehreren Kindern noch schwieriger sein muss.



Re: Das Baby und die Tagesmutter

Antwort von lilule am 05.02.2016, 12:38 Uhr

Ich habe selbst ein fast 9 Monate altes fremdbetreutes Baby u. Die Erfahrung nun zum 2. Mal, da ich noch einen Grossen haben. Also: bindungstheoretisch soll das Ganze kein gutes Zeichen sein, aaaaber ich glaube inzwischen nicht mehr an die Bindungstheorie so populaer das Ganze auch ist. Vorweg: meine Kleine zeigt noch die Bilderbuchreaktion eines fest gebundenen Kindes, kurzes Weinen beim Abschied nach 10 Sekunden laesst sie sich beruhigen und huepfen vor Freude und auf mich zu krabbeln, wenn ich komme. Sie wird 35 Stunden pro Woche fremdbetreut. Wenn ich dabei bin, akzeptiert sie keine Zweitbezugsperson, dann ist Mama nr. 1. Aber, mein Grosser war gaaanz anders und wenn es danach gingen, muessten nur wir in Deutschland, die zu Hause behuetet bis 3 bleiben duerften nicht bindungsgestoert sein. In anderen Laendern muesste es also lauter bindungsgestoerter Erwachsener geben. Ich weiss, es ist alles andere als einfach: aber mach dir keine Gedanken. Es werden auch andere Zeiten kommen. Jedes Kind ist einfach anders und es laesst sich nichts pauschalisieren.



Re: Das Baby und die Tagesmutter

Antwort von Hilke+Tabea am 06.02.2016, 10:04 Uhr

Ich bin selber Tagesmutter und finde das Verhalten mit 9 Monaten normal.
Das Kind kommt langsam in die sogenannte Loslösephase und sucht sich eine sekundäre Bezugperson. Bei nicht fremdbetreuten Kindern ist das oft der Vater oder z.B. die Oma.
Wenn eine Tagesmutter das Kind betreut, dann halt oft diese. Es ist ein gutes Zeichen, dass Dein Kind die Tagesmutter so nah an sich ran lässt und diesen Entwicklungsschritt mit ihr durchlebt.
Ich erlebe es hier auch tagtäglich, dass die Eltern erstmal schlucken müssen, wenn das Kind mir morgens schon freudestrahlend in die Arme fällt und nachmittags eigentlich gar nicht abgeholt werden möchte. Ich rede aber immer mit den Eltern darüber und beruhige sie.



Das liest sich fürchterlich distanziert

Antwort von Sternenschnuppe am 12.02.2016, 16:56 Uhr

"Das Baby" und "es"
Sorry, aber das fällt mir als erstes auf, es wirkt sehr distanziert.
Schreibst Du nur so oder steckt da mehr hinter ?

Mein Neunjährger motzt heute noch wenn ich ihn aus dem Hort hole.
Kinder, andere Umgebung, alles spannender als Zuhause.
Der Kleine motzt auch wenn ich ihn mal früher aus dem Kindergarten abhole.
Völlig normal und gehört zur Findungsphase dazu.



Re: Das liest sich fürchterlich distanziert

Antwort von immerlauter am 07.03.2016, 11:29 Uhr

...das klingt nur so. Ich schreib auch einen Mama-Blog und um da ein wenig Distanz zu wahren, red ich immer nur vom "Baby".

Aber innerlich bin ich eine verkappte Übermami, die nicht falsch machen will bei ihrem kleinen Goldschatz - danke jedenfalls für Deine Erfahrungen. Mittlerweile hat sie die Lage bzw. ich mich auch wieder beruhigt ;-)



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