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Kann mich nicht mit Mann unterhalten - Baby will ständige Aufmerksamkeit

Thema: Kann mich nicht mit Mann unterhalten - Baby will ständige Aufmerksamkeit

Hallo zusammen, meine Tochter ist jetzt fast 14 Monate und seit Anfang an unglaublich anhänglich: schläft nur mit Brust ein, lässt sich nicht ablegen, etc. Trotzdem ist sie ein sehr aktives und glückliches Strahlebaby. Seit ein paar Tagen ist sie leider wahnsinnig unzufrieden und lässt mich kaum ne Minute alleine was machen. Ich kann mit meinem Mann keine Konversation führen, ohne dass sie anfängt zu schreien und zu quengeln. Sie läuft noch nicht und ich habe langsam das Gefühl, dass sie aufgrund mangelnder Selbstständigkeit ein Spätentwickler wird. Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht? Welche Lösungen gibt es, ihr klar zu zeigen, dass Mama und Papa auch miteinander reden müssen und dürfen? Ist diese ständige Unzufriedenheit vielleicht eine Phase? Ich bin über jegliche Erfahrungen und Tipps dankbar!

von Mamabell am 22.01.2022, 17:43



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Was genau meinst du mit „mangelnde Selbstständigkeit“? Von einem 14 Monate alten Kind kann man doch kaum Selbstständigkeit erwarten, wenn überhaupt. Meine Tochter ist/war genauso, wir konnten uns phasenweise kaum richtig in ihrer Gegenwart unterhalten, sie fordert dann unsere ganze Aufmerksamkeit. Solche Phasen gab es eigentlich fast von Beginn an und wir haben nicht versucht etwas dagegen zu unternehmen, ist zwar doof aber sie verstehen eben noch nicht, dass sie manchmal stören… ;) Ich würde abwarten, sicher vergeht das wieder. Wenn nicht, kann man immer nur wieder ruhig erklären, dass man gerade mal miteinander reden möchte und sie gleich wieder dran ist.

von Fleurdelys am 22.01.2022, 18:39



Antwort auf Beitrag von Mamabell

Meine Tochter ist gleich alt wie deine. Die Kinder machen gerade den 9. Entwicklungssprung. Wie bei allen anderen davor bedeutet das: quengeliger, größeres nähebedürfnis etc. Das vergeht schon wieder. Wir können auch nicht miteinander wirklich sprechen ohne dass die Maus dazwischen funkt. Das ist eben so und wird auch wieder aufhören. Und nur weil dein Kind noch nicht geht würde ich sie echt nicht als Spätentwickler bezeichnen, jeder hat sein Tempo. Alles ist im Rahmen

von Austria am 23.01.2022, 13:27



Antwort auf Beitrag von Mamabell

Das versteht sie noch nicht und es gibt auch keinen Weg, sie zu "belehren". Wenn ihr euch unterhalten wollt, dann werdet ihr das Quengeln in Kauf nehmen müssen. Und übrigens ist das nur der Anfang. Wart mal bis sie 3 Jahre ist... :) Kinder quasseln und quatschen unkontrolliert dazwischen bis gut in die Grundschulzeit hinein. Ich bin dann für ein dringendes Gespräch in ein anderes Zimmer gegangen, habe die Tür ge- und abgeschlossen und habe Hämmern und Jaulen ignoriert. Das ist eins der unschönen Preise, die man für das Elternglück zählt.

von Pamo am 23.01.2022, 15:40



Antwort auf Beitrag von Mamabell

Hey! Deine Tochter macht bestimmt einen Entwicklungsschritt. Und du darfst sie dabei begleiten. Sie fordert ein: Mama erkläre mir was hier passiert „du brauchst gerade die Mama. Ich bin für dich da. Wenn du dich ausgeruht hast auf meinen Arm , schaust du zu, wie ich mit Papa rede…“ . Sobald du genervt und ungeduldig wirst, merkt sie das. Das löst bei ihr innerlichen Stress aus. Wie bei dir… kann man da entspannt sein? Und gib ihr auch Worte für ihre Unzufriedenheit; „du willst … und schaffst das noch nicht, das ärgert ich. Ich helfe dir, bald kannst du das…“ Deine Vorteile: du gibst ihr Sicherheit und dadurch gewinnt sie mehr Sicherheit und ihr Zeit, denn sie wird sich mehr trauen. Versuch es…

von RunderBauch am 23.01.2022, 23:04



Antwort auf Beitrag von Mamabell

Das hatten wir genau in dem Alter auch ganz schlimm. Dauernd 100% Aufmerksamkeit am besten von Mama und Papa, Dauertragen, kein allein Spielen mehr, im eigenen Bett Schlafen ging plötzlich gar nicht mehr... Ich würde dir gerne sagen, das geht schnell vorbei. Vorbei geht es. Bei uns wird es gerade langsam besser. Mit 17 Monaten. Ich bin ganz ehrlich: die letzten drei, vier Monate waren die bisher härteste Zeit. Ähnlich wie der 6-Monatsschub, aber so viel länger. Dass er währenddessen dauernd krank war und dann auch noch die ersten Backenzähne bekommen hat, war sicher auch nicht hilfreich. Wir haben tatsächlich das Gitterbett als Beistellbett angebaut. Dadurch haben wir mehr Schlaf anbekommen und waren etwas belastbarer. Durch die Nähhe die ganze Nacht war Minimann tagsüber auch etwas entspannter. Und wir haben die Trage reaktiviert. Bei 12kg ziemlich anstrengend aber ergonomischer als das auf der Hüfte tragen Haltet durch! Es wird besser! Und als Belohnung winkt ein Kind mit lauter neuen Fähigkeiten :) Hier wird seit einer Woche richtig geredet: Mama, Papa, Kuh, wauwau, mäh (alle anderen Tiere), Ball, Mik (Milch), Washa (Wasser), kalt... Das Lenken mit dem Bobbycar hat er plötzlich gelernt und die Bauklötze werden nicht mehr nur rumgeworfen, sondern zum Türmebauen verwendet. Und Vorlesen steht auch plötzlich hoch im Kurs

von Wirbelwind33 am 24.01.2022, 01:09



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Hallo, alle Eltern kennen das, kleine Kinder wollen immer im Mittelpunkt stehen. Aber nicht, weil sie egoistisch oder verwöhnt wären. Sondern weil die Natur das so will. Es ist wichtig, das zu verstehen. Würde ein kleines Kind sich nicht ständig vehement bemerkbar machen und Aufmerksamkeit einfordern, hätten die Menschen früher oft zu spät bemerkt, dass das Kind Hilfe, Wärme oder Schutz braucht. Sie hätten es irgendwo allein liegen lassen oder es nicht beaufsichtigt. Die Natur hat diese nachdrückliche Art deshalb genetisch allen Kindern eingepflanzt, damit sie ständig im Fokus und der Fürsorge der Eltern stehen. Das hat ihr Überleben gesichert. Ich kann verstehen, dass Dich diese Eigenschaft manchmal nervt. Auch das geht absolut allen Eltern so. Aber man kann einem Kleinkind nicht „klarmachen“, dass es das nicht machen soll. Es kann sein eigenes Verhalten nämlich noch gar nicht steuern, das gibt seine Hirnreife nicht her. Du kannst erklären, ermahnen und sogar Konsequenzen verhängen, soviel Du willst. Der Effekt ist gleich null. Denn zwar will Dein Kind Dir gefallen, es KANN aber seine angeborenen Impulse nicht steuern, egal wie sehr es von Dir geliebt sein will. Sein Verhalten „passiert“ ihm in diesem Alter einfach. Wenn Du jetzt gereizt versuchst, das abzustellen richtest Du nur Schaden, Traurigkeit und Frust bei Deiner Tochter an. Sie versteht nicht, was das Problem ist, was sie falsch macht und was sie tun soll. Erst mit zwei bis drei Jahren wird sie ihr Verhalten in kleinen (!) Teilen erstmals etwas steuern können, und auch das nur ansatzweise. Es ist wichtig, dass man das weiß. Man interpretiert sonst das Verhalten des Kindes aus Erwachsenensicht und stülpt ihm die Erwartungen von Erwachsenen über. Es soll „einsehen“, dass es etwas falsch macht, es soll sein „Verhalten ändern“ und sich „besser benehmen“, usw. Weil das Kind das aber nicht kann, wird man wütend, weil man zu hohe Erwartungen hat. Das Kind merkt nur: Mama ist böse, aber ich weiß nicht, warum. Ich empfehle das Buch „Mein kompetentes Kind“ von Jesper Juul, das genau für dieses Alter geschrieben ist. Es ist wirklich ein Augenöffner. Ebenfalls sehr wichtig ist das Buch „Wenn die Kinder klein sind, gib ihnen Wurzeln, wenn sie groß sind, gib ihnen Flügel“ von Ursula Neumann. Manchmal ist es wichtig, etwas über Kinder zu lesen, damit man ihre Entwicklung und ihre Weltsicht besser versteht - dann ist man viel geduldiger. So ging es mir jedenfalls. LG

von Hexhex am 24.01.2022, 08:59



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Hallo ihr Lieben, Vielen Dank für die lieben Worte und tollen Anmerkungen dazu. Vielleicht vergesse ich mit zunehmendem Schlafentzug und dünnen Nervenkostüm zu oft, wie klein sie noch ist und wie viel sie einfach selbst noch nicht versteht. Sie ist echt ein tolles Baby und macht mir so viel Freude und trotzdem komm ich einfach ganz oft an meine Grenzen. Dann ist es wahnsinnig schön und hilfreich von anderen Müttern Unterstützung zu bekommen, die das genau kennen. Also noch mal DANKE! Ich werde mich an eure Worte erinnern und versuchen gelassener und geduldiger mit meiner Kleinen zu sein!

von Mamabell am 24.01.2022, 09:33



Antwort auf Beitrag von Mamabell

Grade beim 1. Kind ist es wahnsinnig schwer, sich daran zu erinnern, dass sie noch soooo klein sind. Sie sind schon so viel größer als sie es als Neugeborene waren und gefühlt ziehen sie morgen schon um die Häuser Das ist der Vorteil der jüngeren Geschwister: sie sehen neben den Großen tatsächlich so klein aus, wie sie sind... manchmal noch kleiner Die genannten Buchtipps sind gut. Es gibt sie auch als Hörbücher. Ansonsten finde ich "Babyjahre" von Remo H. Largo sehr gut. Zu jedem Alter gibt es ein kurzes Kapitel und zum Schluss eine Zusammenfassung in Stichpunkten.

von Rote_Nelke am 22.02.2022, 20:27