Aua, mein Pipimann! - das hilft bei Vorhautentzündung

Aua, mein Pipimann! - das hilft bei Vorhautentzündung

© fotolia, spotmatikphoto

Bei kleinen Jungen kommt das schon mal vor: die Vorhaut ist rot und entzündet, die Penisspitze dick und angeschwollen. Es brennt nicht nur ungeheuer beim Wasserlassen, sondern tut bei jeder Bewegung und jeder Berührung weh.

Das Leiden ist groß - kein Wunder, trifft es doch eine besonders empfindliche Stelle! Deshalb ist bei einer Vorhautentzündung auch rasche Hilfe gefragt.

Wie entsteht eine Vorhautentzündung?

Bei kleinen Jungs kommt es schnell zu einer Infektion der inneren Vorhaut (Posthitis) oder der Eichel (Balanitis). Das liegt daran, dass bei ihnen die Vorhaut oft noch weit über die Eichel hinausreicht und mit ihr verwachsen ist, sodass sie sich nicht zurückziehen lässt. Keine Angst, diese Verwachsung an sich stellt kein Problem dar, ganz im Gegenteil: in den ersten zwei Jahren muss das sogar so sein, um die empfindliche Eichel vor dem scharfen Urin zu schützen. Und auch bis ins Schulalter ist das weitgehend normal. Unter der Vorhaut bilden sich allerdings Taschen, in denen sich kleine Mengen von "Smegma" sammeln können. Das ist eine weißliche, cremige Absonderung der Drüsen rund um die Eichel. Keime, die von außen eingeschleppt werden, fühlen sich hier außerordentlich wohl und führen dann zu Entzündungen. Das passiert schnell mal, weil Jungen natürlich oft ihren Penis anfassen, ohne dass die Finger dabei immer ganz sauber sind. Häufig bleibt unter der Vorhaut auch etwas Urin zurück, was ebenfalls zu Entzündungen führen kann. Bei Babys kann auch eine Infektion mit Candida-Pilzen (Windelsoor) der Auslöser sein.

Wie erkennt man eine Vorhautentzündung?

Äußerlich erkennt man eine Vorhautentzündung daran, dass die Penisspitze gerötet, schmerzhaft entzündet und mehr oder weniger angeschwollen ist. Mit fortschreitender Entzündung bildet sich unter der Vorhaut Eiter, manchmal zeigen sich auch weißliche, nässende Bläschen auf der Eichel und die Penisspitze juckt. Häufig ist der gesamte Penis sehr berührungsempfindlich, und es kommt auch beim Wasserlassen zu brennenden Schmerzen.

Im Normalfall ist eine Vorhautentzündung zwar nicht gefährlich, aber äußerst unangenehm. Um Ihrem Sohn längeres Leiden zu ersparen, sollten Sie deshalb so schnell wie möglich mit ihm zum Kinderarzt gehen. Fieber tritt bei einer Vorhaut- oder Eichelentzündung normalerweise nicht auf und kann darauf hindeuten, dass die Infektion bereits auf die Harnwege übergegriffen hat. Wird die Entzündung nicht oder nicht richtig behandelt, können sich auch Narben bilden, die später mal zu Problemen beim Zurückziehen der Vorhaut, einer sogenannten "Narbenphimose", führen können.

Wie behandelt man eine Vorhautentzündung?

Gegen die Infektion verschreibt Ihr Kinderarzt vermutlich eine antiinfektive, entzündungshemmende Salbe oder bei Windelsoor eine antimykotische Creme. Im Normalfall sollte die Entzündung damit schnell besser und in ein paar Tagen wieder völlig verschwunden sein.

Was hilft sonst noch?

Wenn Ihr Kleiner beim Wasserlassen Schmerzen hat, kann es helfen, den Penis dabei in warmes Wasser zu halten (z.B. Badewanne, Bidet, Eimer), damit es nicht so brennt. Außerdem sollte er viel trinken, damit der Urin nicht so stark konzentriert ist. Häufig tun auch Kamillensitzbäder oder Spülungen mit Kamille gut. Und lassen Sie ihn in der warmen Wohnung ruhig soweit möglich mal ohne Windel oder Hose herumlaufen.

Bei der Körperhygiene sollten Sie immer den Bereich der Penisspitze und der Eichel - soweit sich die Vorhaut schon ohne Widerstand zurückschieben lässt - vorsichtig reinigen. Größere Jungen, bei denen sich die Vorhaut schon vollständig zurückziehen lässt, sollten den Bereich rund um die Eichel einmal täglich mit Wasser und einem milden Waschgel reinigen und das Smegma entfernen. Das beugt Entzündungen vor und schützt später mal, wenn der junge Mann erwachsen ist, auch seine Partnerin.

Manchmal ist eine Vorhautverengung schuld

Falls Ihr Sohn immer wieder unter Vorhautentzündungen leidet, könnte das auch an einer echten Vorhautverengung, einer "Phimose", liegen. Hier bläht sich der Penis durch die stark verengte Vorhaut beim Wasserlassen regelrecht auf, und der Urin kann nur tröpfelnd oder in ganz dünnem, verzweigtem Strahl abgegeben werden. Durch den zurückbleibenden Urin kommt es immer wieder zu Entzündungen. In diesem Fall kann die Behandlung mit einer Hormonsalbe oder in seltenen Fällen ein kleiner operativer Eingriff nötig und hilfreich sein. Völlig normal ist es hingegen, wenn die Vorhaut bei kleinen Buben mit der Eichel verklebt ist und sich nicht vollständig zurückziehen lässt. Erst zu Beginn der Pubertät, mit etwa 10, 11 Jahren, sollte sich die Eichel vollständig freilegen lassen. Bitte hinterfragen Sie die vermeintliche "Phimose" sehr genau, weil leider immer noch viel zu viele Jungen unnötigerweise operiert werden! Und wenn eine Behandlung nötig ist, dann führt in den meisten Fällen die Anwendung einer Corticoid- oder Hormonsalbe zum Erfolg.

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