Schielen - Fehl­stellung der Augen muss behandelt werden!

Schielen - Fehlstellung der Augen muss behandelt werden!

© fotolia, Monkey Business

Wenn die Augen in verschiedene Richtungen schauen, sieht das bei kleinen Kindern manchmal richtig niedlich aus. So etwa ab dem 6. Monat sollte der Silberblick bei Ihrem Baby aber vorbei sein.

Wenn es dann immer noch schielt, gehen Sie bitte mit ihm zum Augenarzt. Schielen ist nämlich keine harmlose Lappalie, sondern muss frühzeitig behandelt werden, damit die Augen keinen irreparablen Schaden nehmen!

Richtig sehen muss man lernen

Bei ganz kleinen Babys ist das noch völlig normal: Von Zeit zu Zeit rollen die Augäpfel in verschiedene Richtungen und das sieht oft unglaublich komisch aus. Richtig sehen muss nämlich erst gelernt werden. Ungefähr 7 Jahre braucht unser Gehirn, bis es alle Eindrücke - Farben, Formen, Bewegungen und Entfernungen - so einordnen kann, dass sich daraus das richtige Gesamtbild ergibt. Dabei steuert es die Bewegungen des Auges über 6 verschiedene Muskeln. Wenn die Augen aber ständig unterschiedliche Signale senden, dann wehrt sich das Gehirn und blendet das schlechtere Auge einfach aus. Das Gehirn wird dann sozusagen "falsch programmiert". Und wenn dieser Programmfehler zu spät erkannt wird, ist er nicht mehr rückgängig zu machen.

Wie kann man Schielen erkennen?

Oft ist so eine Fehlsichtigkeit gar nicht so einfach zu erkennen, weil das Gehirn sehr geschickt darin ist, eine leichte Fehlstellung auszugleichen. Wenn das Kind aber müde und unkonzentriert ist, macht sich das Schielen meist bemerkbar. Wenn Sie unsicher sind, ob Ihr Kind wirklich schielt, kann ein kleiner Trick helfen. Fotografieren Sie Ihr Kind mit Blitzlicht und achten Sie darauf, ob beide Augen gleichmäßig rot leuchten. Ist ein Auge dabei weniger rot, ist das ein Warnzeichen. Nehmen Sie das Foto mit und zeigen Sie es Ihrem Kinderarzt beim nächsten Besuch. Stutzig werden sollten Sie auch, wenn Ihr Kind oft den Kopf schief hält, die Augen zukneift oder sie sich ständig reibt oder wenn es sich auffallend tapsig und ungeschickt benimmt, häufig stolpert und Probleme mit dem Gleichgewicht hat.

Wann zum Augenarzt?

Schielen ist in den meisten Fällen erblich bedingt. Wenn also die Eltern oder Geschwister schielen oder schlecht sehen, sollten Sie irgendwann im 2. Lebenshalbjahr mit Ihrem Kind zum Augenarzt gehen. Ebenso natürlich, wenn Sie selber eine Auffälligkeit bemerken. Alarmzeichen sind zum Beispiel zitternde Lider oder trübe, weißliche Pupillen. Frühchen und unterentwickelte Babys haben öfter Probleme mit den Augen und sollten ebenfalls frühzeitig untersucht werden. Aber auch alle anderen Kinder sollten im 2. Lebensjahr zur Vorsorgeuntersuchung zum Augenarzt. Leider wird diese Untersuchung bisher immer noch nicht von allen Krankenkassen bezahlt, obwohl wir Kinderärzte sie schon lange als Routineuntersuchung fordern. Fragen Sie doch einfach mal bei Ihrer Kasse nach und übernehmen Sie die Kosten notfalls selber.

Was macht der Augenarzt gegen das Schielen?

Vermutlich bekommt Ihr Kind zunächst einmal eine Brille, um die unterschiedliche Sehkraft der Augen auszugleichen. Es gibt inzwischen lustige, farbenfrohe und bruchsichere Gestelle, sogar schon für ganz kleine Kinder. Und spätestens seit Harry Potter ist Brille tragen ja auch irgendwie cool. Manchmal muss auch das bessere Auge zeitweise ruhig gestellt werden, damit das schlechtere aufholen kann. Dann wird Ihr Kind eine Zeitlang wie ein kleiner Pirat mit Augenklappe herumlaufen. Aber keine Sorge, Kinder leiden meistens wesentlich weniger darunter als die Erwachsenen meinen.

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