Dr. rer. nat. Meike Bentzs

Schreibabys

Dr. rer. nat. Meike Bentz

   

 

Woran liegt es das mein Sohn (4 Wochen alt) im Stundentakt trinken möchte?

Guten Tag
Mein Sohn ist jetzt grade einen Monat alt und seit ein paar Tagen schreit er viel und saugt und nuckelt an allem. Wenn ich ihn dann anlege trinkt er beide brüste leer und sobald er keine Milch mehr raus bekommt fängt er wieder an schrecklich zu schreien. Wir haben dann versucht mit zufüttern, das funktioniert dann zwar an sich und er schläft danach ein aber nach einer Stunde wird er wieder wach und fängt wieder an zu schreien und sucht nach der Brustwarze und saugt und nuckelt wieder überall dran. Da ich weiß das er nicht stündlich gefüttert werden darf versuchen wir dann ihn zu beruhigen bis zwei Stunden vergangen sind, aber meist mit mäßigem Erfolg. Wird er dann wieder gestillt hört er sofort auf zu schreien und saugt auch erstmal sehr stark. Das macht die Nächte wirklich anstrengend für mich. Es gibt auch mal längere pausen zum Beispiel wenn wir spazieren gehen oder er schläft auch mal zwei Stunden am Stück aber nicht mehr länger und dabei war er die ersten drei Wochen nen ruhiger und hat seine vier Stunden durchgeschlafen und gut gegessen und auch gut zugenommen.
Woran kann das liegen das er jetzt so fixiert aufs essen ist?
Vielen Dank für Ihre Antwort
Mit freundlichen Grüßen

von Dietzel am 05.11.2015, 19:51 Uhr

 
 

Antwort:

Woran liegt es das mein Sohn (4 Wochen alt) im Stundentakt trinken möchte?

Hallo,
Warum sollte dein Sohn nicht stündlich gestillt werden?
Das ist völlig normal, dass er so häufig trinken möchte und wird sich noch verändern. Ich hab bspw zu dem Zeitpunkt dauergestillt. Jetzt mit 10 Wochen haben stillen wir etwa alle 4 Std und nachts auch mal alle 5. Bitte lass ihn nicht weinen. Es ist nicht gut, wenn du seine Grundbedürfnisse nicht erfüllst.
Woher hast du die Idee, dass er nicht so oft gestillt werden darf?
Lg

von Hasenbande am 06.11.2015

Antwort:

Woran liegt es das mein Sohn (4 Wochen alt) im Stundentakt trinken möchte?

Liebe Dietzel!

ich denke, Sie sind sehr besorgt über das Verhalten Ihres Sohnes, da es vorher anders war und Sie zudem die Info haben, dass stündliches Stillen nicht in Ordnung ist. Ich kann Ihre Sorge gut nachvollziehen und finde es zudem auch völlig in Ordnung, dass Sie diese Belastung schlaucht.

Ich bin keine Expertin fürs Stillen, schauen Sie doch mal ins entsprechende Forum!

Was ich Ihnen dennoch aus meiner Sicht als Psychologin sagen kann ist Folgendes:

Das sogen. Clusterstillen (also der von Ihnen beschriebene Bärenhunger mit sehr häufigen Stillpausen) tritt immer mal wieder für 3-4 Tage auf und dient der Anpassung der Milchmenge - und Zusammensetzung an den Bedarf des Kindes. Wenn ein Kind mal diese Fressattacken hat, ist es zwar anstregend, doch im normalen Rahmen.

Wird stündliches Stillen doch über einen längeren Zeitraum zum Dauerthema und lässt sich das Kind durch nichts weiter als die Brust beruhigen, lohnt sich ein genauerer Blick:

Weint das Kind wirklich aus Hunger, trinkt es eine relevante Menge oder schnullert nur? Manchmal ist es so, dass Eltern das Weinen Ihres Kindes missverstehen. So kann es etwa auch ein Ausdruck von Übermüdung oder Überreizung oder auch Langeweile sein, worauf jedoch immer nur mit Anlegen geantwortet wird. Da das eigentliche Bedürfnis dann nicht erkannt wird und das Kind keine andere Entspannung erfährt außer an der Brust, kann hieraus ein problematisches Interkationsmuster entstehen. Bei jeden kleinen Grummeln wird das Kind an die Brust genommen, die Mutter reagiert zunehmend genervter und ist durch die Erschöpfung weniger in Lage, zu erkennen, was ihr Kind wirklich braucht, das Kind wird immer unruhiger und fordernder....

Doch bitte verstehen Sie mich nicht falsch! Natürlich ist Stillen mehr als Nahrungsaufnahme und die Brust auch eine legitime Beruhigungshilfe. Doch eben nicht ausschließlich!. Wenn also ein stündliches Stillen keine Phase mehr ist, empfehle ich immer ein Gespräch mit dem Kinderarzt und der Hebamme. Mit zunehmenden Alter - Ihr Kind ist jetzt halt noch wirklich sehr jung (!)- finde ich es dann auch legitim, wenn Sie gezielt auf größere Stillabstände sanft hinarbeiten. Das sollte jedoch weder Sie noch Ihr Kind unter Leistungsdruck setzen. Jedoch darauf achten, dass ein Kind nicht immer nur als erstes an die Brust genommen wird und erstmal kritisch auf seine Signale zu achten, ist sicher nicht verkehrt oder gar schädlich.

Zum Abschluss:

Das Thema Stillen und vor allem "Was ist richtiges Stillen" ist immer wieder heiß diskutiert und leider oft auch sehr moralisch untermauert. Sie werden alles finden: von langzeitstillenden Müttern, bishin zu Befürwortern fester Stillabstände ab Geburt. Und jeder behauptet für sich, den einzig richtig Weg und die einzig richtigen empirischen Belege zu haben. Hier haben Sie als Mutter die schwierige Aufgabe, einen Weg zu finden, der für Sie und Ihr Kind passt.Dabei können und müssen Sie es nicht allen Recht machen. Stillen soll eine angenehmen Erfahrung für Mutter und Kind sein und kein Dauerstress. Sonst dürften sich die unbestrittenen Vorteile des Stillens nämlich leider schnell minimieren.

Ich drücke Ihnen dafür die Daumen und zögern Sie nicht, sich professionellen Rat vor Ort einzuholen, wenn Sie diese Fragen weiterhin beschäftigen!

Herzlichst,

Ihre Meike Bentz

von Dr. Meike Bentz am 06.11.2015

Antwort:

Woran liegt es das mein Sohn (4 Wochen alt) im Stundentakt trinken möchte?

Vielen Dank für Ihre Antwort,
Ja ich werde es mal im Blick behalten und schauen wie es sich entwickelt.

Das ich ihn ruhig immer wieder anlegen kann wird mir schon viel Stress abnehmen. Denn mir wurde von meiner Hebamme gesagt das würde sich schlecht auf seine Verdauung auswirken wenn ich ihn stündlich anlegen würde.

von Dietzel am 06.11.2015

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