Dr. rer. nat. Meike Bentzs

Schreibabys

Dr. rer. nat. Meike Bentz

   

 

Wie schaffe ich es das mein Sohn schläft?

Brauche dringend Hilfe!!!!

Mein Sohn wird in 9 Tagen 10 Monate. Er schläft immer noch nicht durch. Also er geht um halb acht ins Bett. Wacht um 2 Uhr auf und schläft normalerweise bis halb acht. Das hatten wir relativ gut drauf gehabt und war so auch total in Ordnung. Nur das einschlafen ist seit 9 Monaten ein Problem. Er schläft nicht alleine ein auch nicht in seinem Bett wenn ich dabei bin. Ich muss ihn immer tragen bis er schläft. Deswegen habe ich angefangen ihm die Flasche im Bett zu geben denn so schläft er meistens dabei ein.

Seit ein paar Wochen wird er aber innerhalb von 4 Stunden 7 mal wach. Das einschlafen dauert statt sonst einer Stunde jetzt 4-5 Stunden. Nichts funktioniert dieses mal. Heute war ich in der Apotheke und habe Homöopathische zäpfchen zur Beruhigung bei zahnenden und quängelnden Säuglingen und Kleinkinder bekommen. Aber nichts hilft.
Er schreit manchmal 3 Stunden durch auch auf meinem Arm. Ich weiß einfach nicht mehr weiter. Ich brauche dringend Hilfe.

von Lylinrpt am 05.07.2016, 22:01 Uhr

 
 

Antwort:

Wie schaffe ich es das mein Sohn schläft?

Liebe

Sie haben ein gutes Gespür für sich und Ihr Kind. Dieses Gespür sagt Ihnen nun, dass etwas nicht in Ordnung ist und Sie Hilfe brauchen. Das ist ein ganz wichtiger Schritt, und bei vielen Eltern dauert es sehr lange, häufig viel zu lange, bis sie diesen Satz formulieren können. Die Folge ist unnötig verlängertes Leid, denn so schrecklich so eine Situation auch sein mag, so gut ist sie zu bessern! Ein mehrstündiges Einschlafprogramm wie bei Ihnen ist definitiv zu lang und auf die Dauer für keinen durchzuhalten.

Daher mein Rat: Nutzen Sie jetzt Ihre Energie nicht länger um noch weitere Wochen durchzuhalten. Das nützt niemanden was. Holen Sie sich möglichst schnell professionelle Hilfe vor Ort. In Fällen wie den Ihrigen, wo ein Kind plötzlich über Wochen sehr aufgedreht ist immer ein Besuch beim Kinderarzt anzuraten. Manchmal sind es schlicht Schmerzen oder akute Erkrankungen, die ein Kind nicht schlafen lassen und dies zu übersehen wäre unschön. Berichten Sie Ihrem Kinderarzt all das, was Ihnen auffällt, insbesondere dann, wenn Ihr Kind sich auch tagsüber anders verhält.


Sofern dies ergebnislos verläuft, wäre ein weiterer Schritt der Gang zu einem Spezialisten für Regulationsstörungen (Schreiambulanz, Sozialpädiatrisches Zentrum, Früherkennungszentrum etc.) vor Ort sinnvoll. Vielleicht hat Ihr Kinderarzt ja Adressen parat. Wenn nicht lassen sich diese leicht im Internet finden (eine Liste gibt es z.B. unter www.schreibaby.de).

Ansonsten würde ich alle Versuche, das Schreien durch irgendwelche Methoden zu stoppen erst einmal unterlassen. Alles Herumdoktern führt nur zur weiteren Unruhe also nehmen Sie sich den Druck, das Schreien abzustellen. Das Schreien zunächst zu akzeptieren heißt nicht resignieren! Es heißt schlicht Mut dazu zu haben, weniger zu machen und das Schreien auch mal zu ertragen. Sicher, Sie wollen, dass es Ihrem Kind gut geht und Schreien ist nun einmal ein Ausdruck von Unwohlsein.
Doch Sie geben Ihrem Kind jetzt vielmehr, wenn Sie es nicht stundenlang schuckeln, bespaßen, besingen, herumtragen etc., sondern einfach mal bei Ihnen (im Arm, neben Ihnen liegend) zur Ruhe lassen. Durch Ihre Ruhe vermittelt Sie Ihren Kind, dass alles ok ist. Es wird lernen, bei seinem inneren Zustand zu bleiben (z.B. Müdigkeit, Überreizung), diesen richtig einzuordnen und nach und nach auch die eigenen Aus-Knöpfe zu finden.

Also, haben Sie den Mut, aktiv zu werden. Es gibt kein Grund, sich zu schämen, denn die Zeit mit Ihrem Kind ist viel zu kostbar.

Ich drücke Ihnen die Daumen, dass Sie schnell Hilfe finden!

Herzlichst,

Ihre Meike Bentz

von Dr. Meike Bentz am 10.07.2016

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