Dr. rer. nat. Meike Bentzs

Schreibabys

Dr. rer. nat. Meike Bentz

   

 

Wie kann ich ihr helfen .?

Hallo Frau Dr.Bentz,
Meine 9 Wochen alte Tochter schreit seit zwei Tagen die Nacht über fast ununterbrochen.Sie windet sich,tritt und schlägt um sich.Sie hat auch seit denn zwei Tagen keinen Stuhlgang gehabt und ist denn Tag über kräftig am pupsen.Tagsüber schläft sie Recht gut,zwar höchsten 2 std am Stück,aber wenigstens schläft sie.Sie hat auch seit ihrer Ersten Lebenswoche mit Koliken und Bauchweh zu kämpfen.Ich habe echt alles versucht um sie zu beruhigen,Sie gewogen und gewippt,sie einfach im arm gehalten,neben mir ins Bett gelegt,in ihre wiege gelegt,bauch Massiert,Tee gegeben,bäuerchen hab machen lassen..nichts hilft.Pucken mag sie nicht,denke weil sie gerne strampelt und es dann ja nicht kann und im Fliegergriff schreit sie jedesmal wie am Spieß.Ich bin echt am verzweifeln,ich will ihr so gerne Helfen doch weiß nicht wie..ich hoffe sie können mir einen Rat geben..
Mit freundlichen grüßen
Nadia mit Shamaine

von Namienchen am 11.01.2016, 08:49 Uhr

 
 

Antwort:

Wie kann ich ihr helfen .?

Liebe Nadia!

natürlich möchten Sie Ihrer Tochter gern helfen und machen sich Sorgen! Allerdings sind solche Phasen vermehrter Unruhe (leider) völlig normal und nicht immer wird man den Ausknopf finden. Da es unterschiedliche Ursachen für diese Unruhe gibt, gibt es leider auch nicht den ultimativen Tipp.

Bei Verdauungsproblemen können Sie sich natürlich an Ihren Kinderarzt oder Ihre Hebamme wenden. Eventuell kan man als Unterstützung zum Aufbau der Darmflora Ihnen entsprechende Medikamente aufschreiben. Diese enthalten die (noch fehlenden) Darmbakterien und könne manchmal helfen, dass die Kolliken schneller abklingen. Auch Fecheltee hilft nachweislich (bei Flaschenkindern einfach 2-3 Pipetten frischen Tee aus Bio-Fenchelsamen ungesüßt ins Fläschchen geben, bei Stillkindern einfach per Kunstoffpippette den Tee direkt in den Mund geben - auch wens nicht schmeckt). Ansonsten hilft das, was uns Erwachsenen auch bei Bauchweh hilft: ein nicht zu warmes kleines Körnerkissen und Bewegung. D.H. Tagsüber hilft Tragen im Tuch und Babygymnasitik (Vorsichtig beide Beinchen richtung Kopf und wieder zurück - auch bekannt als "Pupspumpe") und auch der Fliefergriff- vielleicht kombinieren Sie ih mal mit einem warmen Körnerkissen, so dass der Bauch Ihres Babys auf dem Kissen liegt. Toll sind auch warme Bäder - sofern Sie keine Bädezusätze verwenden und immer ein paar Tropfen pflanzöiches Öl und (Mutter-)milch als Emulgator dazu geben, können Sie das auch täglich machen. Dass die Ernährung der Mutter einen Einfluss auf Koliken hat, gilt übrigens als überholt. Sie können also das essen, was Sie wollen.

Ansonsten machen Sie es ja schon richtig! Trösten Sie Ihr Baby und geben Sie ihm viel Nähe! Achten Sie aber darauf, nicht zu viel zu machen! Durch immer neue Beruhigungsmethoden kommt noch mehr Unruhe durch immer neue Reize hinzu. Auch wenn Ihr Baby weint, wenn Sie es Tragen oder sich mit ihm hinlegen, bewahren Sie Ruhe, reden Sie sanft und leise oder halten einfach nur das Händchen. Das Weinen ist nicht immer ein Zeichen, dass etwas "falsch" ist, sonden meistens braucht Ihr Baby einfach nur etwas Zeit, um "runterzukommen" und sich zu beruhigen. Am besten hilft dabei Ihre Ruhe und Sicherheit, denn Kindern orientieren sich an der elterlichen Reaktion. Sofern Sie entspannt bleiben, hilft dies auch ungemein Ihrem Kind! Panisches Ausprobieren von allem Möglichen verwirtt dagegen weiter, auch wenn es natürlich schwer fällt, ruhig zu bleiben, wenn das Kind weint. Den meisten Eltern fällt das leichter, wenn Sie wissen, dass Ihrem Kind nichts organisches fehlt, womit ich erneut auf den Gang zum Kinderarzt zu sprechen komme.

Ich drücke Ihnen ganz fest die Daumen, dass es Ihrer Kleinen bald besser geht und Sie alle mehr Ruhe haben!

Herzlichst,

Ihre Meike Bentz

von Dr. Meike Bentz am 11.01.2016

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