Dr. rer. nat. Meike Bentzs

Schreibabys

Dr. rer. nat. Meike Bentz

   

Antwort:

Weniger Stillen, bessere Nächte?

Liebe Ina,

ja, Sie haben Recht! Ihre Situation ist wirklich recht typisch - wie Sie auch den vorigen drei Beiträgen entnehmen können. Und wie Sie sehen, fällt es vielen Eltern nicht leicht, hier einen Weg zu finden, denn schließlich will man sein Kind ja nicht leiden lassen oder einen Schhaden zufügen.

Wenn Sie sich meine zurvor beschriebenen Empfehlungen durchlesen, bekommen Sie vielleicht schon ein paar Ideen, wie es klappen könnte.

Was ich Ihnen leider nicht bieten kann, sind drei Dinge:

- ein Garantie, dass es klappt und die Nächte besser werden
- eine Methode, die Protest völlig verhindert
- die Entscheidung etwas zu verändern oder es zu lassen

Ich finde es daher auch völlig legitim, dass Sie bisher gezögert haben und möchte auch nichts predigen, was gegen Ihr Bauchgefühl verstößt.

Sie treffen die Entscheidung! Aus meiner Sicht stehen Sie vor zwei Alternativen:

a) Sie akzeptieren die Situation so wie sie ist und warten, bis Ihre Tochter sich von selbst abstillt, so wie es z.B. von vielen Anhängern des attachment paranting empfohlen wird. Hierzu gibt es auch entprechende Literatur.
b) Sie entscheiden, dass eine Veränderung notwendig ist. Dann müssen Sie jedoch auch den Impuls dazu geben, denn Ihre Tochter kann weder die notwendigen Änderungen vornhemen, noch wird sie motiviert sein, dass Gewohnte zu verlassen - sie weiß ja schließloch nicht, welche negativen Konsequenzen dass für Sie alle hat und kann sich auch nicht in Ihren Schlafmangel hineinversetzen.

Wenn Sie sich zudem mal hier im Forum umschauen, werden Sie sehen, dass Protest aushalten, an Alternativen gewöhnen und konsquent am ball bleiben nicht gleichzusetzen ist mit "Schreienlassen".

"Schreienlassen", allein im dunklen Raum empfehle ich nicht. Bei vielen Eltern liegt jedoch ein Missverständnis vor: Sie glauben, um eine sichere Bindung aufzubauen und psychischen Schäden vorzubeugen dass Ihr Kind nie schreien dürfte und setzten daher alles dran, um jegliches Schreien zu verhindern.

Doch Schreien ist nicht gleich Schreien und besonders im zunehmenden Alter - wenn aus Babys Kleinkinder werden- ist Schreien nicht nur Ausdrück von Angst und Bedürftigkeit. Hier wird dann neben Nähe auch mehr und mehr Erziehungskomptenz gefordert und dazu gehört, dass wir Eltern auf Konflikte, Protest, Wille, Trotz und Wut anders reagieren als auf das hilflose Weinen eines kleinen Säuglings.

Aufgabe von Eltern sollte (und kann) meiner Meinung nach nicht sein, Kinder vor allen unangenehmen Erfahrungen zu bewahren, sondern Eltern sollten Ihnen die Kompetenzen vermitteln, damit umzugehen. Für mich gehört das Thema Schlaf dazu. Doch wann und in welchem Alter hier was richtig ist, entscheiden letztendlich immer wieder Sie als Eltern.

Also, suchen Sie vielleicht nicht nach Tipps, sondern erstmal nach Ihrer inneren Stimme. Dann finden Sie auch für sich und Ihre Tochter einen Weg!

Ich wünsche Ihnen alles Gute! Für welchen Weg Sie sich auch entscheiden - er wird Ihnen sicher gelingen, wenn Sie davon überzeugt sind!

Herzlichst,

Ihre Meike Bentz

von Dr. Meike Bentz am 30.10.2015, 12:22 Uhr

 
 
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