Dr. rer. nat. Meike Bentzs

Schreibabys

Dr. rer. nat. Meike Bentz

   

Antwort:

Was tun?

Liebe Lela,

tatsächlich ist das Abstillen / Entwöhnen von Schnullern immer so ein bisschen Fummelei und ein Patentrezept kann auch ich leider nicht liefern. Das heißt aber umgekehrt auch, dass es keinen einzig richtig Weg gibt und Sie daher auch keine großen Sorgen haben müssen, etwas falsch zu machen!

Grundsätzlich bedeutet jede Veränderung zunächst einmal mehr Unruhe und Irritation, was auch bei uns Erwachsenen ja häufig mit einer Suche nach gewohnten Ankern verbunden ist, die uns Ruhe und Vertrautes bietet. Ein Abstillen kann dann natürlich wieder dazu führen, dass der Schnuller wieder interessant wird, so wie jetzt eben auch Ihre Brust, wo der Schnuller weg ist.

Tatsächlich stimme ich Ihnen zu, dass ein in einem wechselseitigen Austausch keine Lösung Ihrer Probleme liegt. Ich würde daher ebenfalls den Schnuller nicht wieder etablieren, sondern ihrer Tochter an andere Dinge zur Selbstberuhigung gewöhnen (Kuscheltier, nach Ihnen riechendes Shirt, Schmusetuch u.Ä.). Das das Abstillen - auch wenn es sanft passiert - immer mit etwas Protest verbunden ist, wird sich dadurch nicht vermeiden lassen, es sei denn man wartet, bis das Kind sich selbst abstillt.

Wir kommen also immer wieder darauf zurück, dass es keinen Weg gibt, der die Anstrengungen einer Verhaltensänderungen völlig auflöst. Weder für Sie noch Ihre Tochter wird dies ganz leicht sein. Doch bin ich der Meinung, dass dies weder Ihnen noch Ihrer Tochter schaden wird, wenn Sie darauf hinarbeiten. Ihre Tochter kann ja die Folgen Ihres Verhaltens nicht abschätzten und weiß ja nicht, dass das Dauernuckeln sie einfach zu stark erschöpft und es zudem auch andere Wege gibt, zur Ruhe zu kommen. Wenn Sie sich Ihrer Entscheidung jedoch sicher sind, wird Ihre Tochter diese Sicherheit spüren und schnell merken, dass nicht Schlimmes passiert.

Ansonsten gibt es auf dieser Seite ja auch noch ein Stillforum, wo Sie sich konkrete Tipps zum Abstillen holen können oder Sie fragen Ihre ehemalige Hebamme, die Sie und ihr Kind ja auch noch kennt.

So oder so: ich wünsche bald bessere Nächte und Ihnen weiterhin alles Gute!

Herzlichst,

Ihre Meike Bentz

von Dr. Meike Bentz am 23.11.2015, 11:15 Uhr

 
 
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