Dr. rer. nat. Meike Bentzs

Schreibabys

Dr. rer. nat. Meike Bentz

   

 

Stündliches Aufwachen

Guten Abend Frau Dr. Betz,

ich lese sehr gerne hier mit und da ich gelesen habe, dass Sie bald aufhören, muss ich doch noch mein Problem schildern.
Ich habe schon in anderen Rubriken hier im Forum gefragt, aber nirgends die Lösung gefunden, die es für uns besser macht.
Ich habe kein Schreibaby, aber eines mit ziemlichen Schlafproblemen.
Er wird jetzt 9 Monate alt und seitdem er drei Monate alt ist wacht er nachts stündlich auf. Wenn er also gegen 20 Uhr abends einschläft ist er spätestens um 21 Uhr das erste Mal wieder wach und das geht die ganze Nacht so.
Er weint dann nicht und lässt sich relativ schnell wieder zum Einschlafen bewegen. Meistens reicht es wenn ich ihn wieder hinlege und den Schnuller rein mache. Aber trotzdem reißt es mich nachts stündlich aus dem Schlaf.
Ganz selten schafft er auch mal zwei Stunden, ist aber eher selten.
In seinen ersten drei Lebensmonaten hat er, im Vergleich zu jetzt, super geschlafen. Er hat als mindestens 3-4 Stunden, ab und zu sogar 6-7 Stunden am Stück geschlafen.
Ich versteh nicht was sich geändert hat. Laut Kinderärztin muss ich da einfach durch. Die Osteopathin meinte er wäre motorisch sehr weit (krabbelt und steht seit dem er 7 Monate alt ist) und wäre sehr reizoffen und schläft deswegen sehr schlecht.
Ich habe eine zeitlang ein Schlafprotokoll geführt und heraus gefunden, dass er so ca. 13 Stunden innerhalb von 24 Stunden schläft. Davon 10-11 in der Nacht und 2-3 Stunden am Tag.
Die ersten Lebensmonate hat er tagsüber ausschließlich bei mir in der Trage geschlafen, dann so etwa nach vier Monaten hab ich es dann geschafft, dass er in seiner Wiege einschläft, wenn auch nur unter Bewegung. Jetzt seit wenigen Wochen schläft er im Bett ein, ich lege mich daneben und muss ihn festhalten, ansonsten würde er nur wegkrabbeln.
Wir stehen morgens gegen 7 auf, dann schläft er gegen 10 etwa eine Stunde und dann um 13-14 Uhr nochmal etwa eine halbe Stunde und gegen 16 Uhr nochmal ca. 30 Minuten. Abends schläft er gegen 20-20:30 Uhr ein.
Er wird noch fast ausschließlich gestillt, vom Brei isst er nur sehr wenig.
Mittlerweile habe ich mich eigentlich schon mit der Situation abgefunden und versuche das Beste daraus zu machen. Aber vielleicht haben sie ja eine Erklärung oder sogar eine Lösung für sein Verhalten.

Auf jeden Fall vielen Dank für Ihre super Arbeit hier!

Liebe Grüße

von ninchen89 am 29.08.2016, 21:41 Uhr

 
 

Antwort:

Stündliches Aufwachen

Liebe Nienchen89

Es tut mir leid, dass Sie bislang noch keine Lösung gefunden haben! Ich weiß auch nicht, ob ich Sie Ihnen bieten kann, doch hätte ich eine klare Empfehlung:

Aus meiner Sicht liegt hier eine Indikation für ein Schlaflabor vor. Es gibt eine Reihe von organischen Erkrankungen, die gar nicht weiter bedrohlich sein müssen, aber den Schlaf massiv stören können. So ist etwa ohne Vorliegen eines Infekts immer ein Warnhinweis auf mögliche Schlafapnoe, die es auch bei Kindern gibt.

Ein Schlaflabor bedeutet einen stationären Aufenthalt mit elterlicher Begleitung in einem speziell für Kinder ausgerichtetem Schlaflabor. Dort wird Ihr Kind an alles Mögliche angeschlossen, so dass man über die Nacht Daten über Puls, Sauerstoffsättigung, Blutdruck, Hirnströme etc. sammeln und auswerten kann. Genauer geht es nicht. Meist kommen dann noch einige neurologische Untersuchungen hinzu oder auch ein Schädelsono, alles aber nicht invasiv und (bis auf eine mögliche Blutentnahme) auch schmerzfrei. Das ist sicher kein toller Ausflug, doch an harte Nächte sind Sie ja gewohnt. Auf eine mehr oder weniger kommt es dann auch nicht an.

Manchmal ist es eben so, dass man seinem Kinderarzt dezent beibringen muss, dass man gerne noch einmal eine Meinung von Spezialisten hätte. Natürlich ist der Kinderarzt die erste Adresse, wenn Schlafproblem vorliegen. Doch liegt nichts Offensichtliches vor, tendieren manche Kinderärzte dazu, diese Art von Problemen nicht ganz ernst zu nehmen, denn das Kind „hat ja nichts“ oder die Eltern „müssen da eben durch“. Ich sehe das aus einer anderen Warte und erlebe immer wieder Fälle, wo wirklich alles stimmt, und der Schlaf trotzdem nicht klappt. Bevor man dann wirklich zum Schluss kommt, dass alles einfach so hinzunehmen, würde ich diesen Schritt immer gehen.

Wenn dann nichts herauskommt, können Sie zumindest guten Gewissens abwarten und viel Kaffee trinken.


Ihnen weiterhin alles Gute und Danke auch für die netten Worte der Anerkennung! Ich habe die Arbeit hier wirklich gern gemacht und muss mich bei Eltern wie Ihnen für die offenen Berichte und das Vertrauen bedanken!

Herzlichst,

Ihre Meike Bentz

von Dr. Meike Bentz am 01.09.2016

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