Dr. rer. nat. Meike Bentzs

Schreibabys

Dr. rer. nat. Meike Bentz

   

 

Schreien beim Einschlafen

Hallo!

Meine Tochter ist 17 Wochen alt und schläft seit ca. 10 Tagen sehr schlecht ein. Sie war in den ersten Wochen ein typisches Schreibaby, was wohl an einer Atlasblockade lag. Seit der Behandlung mittels Atlastherapie ist sie wie ausgewechselt und sie hat einen sehr guten Rhythmus entwickelt. Sie schläft Tagsüber nach ca 1,5 Stunden Wachphase ohne Probleme wieder ein. Am Nachmittag schläft sie allerdings ab 15 Uhr schlechter, meistens gar nicht mehr. Um 19 Uhr beginnen wir dann mit unserem Abendritual und ich lege sie dann um ca. 19.30 Uhr nach dem Stillen ins Bett. Sie hat sich bisher problemlos ins Bett legen lassen und ist dann nach ein bisschen quengeln alleine eingeschlafen. Seit ca. 10 Tagen beginnt sie allerdings sofort nach dem Ablegen zu brüllen (sehr lauter und schriller als ihr normales weinen) und lässt sich dann sehr schlecht beruhigen. Selbst hochnehmen und wiegen hilft nicht. Das ganze zieht sich dann über mehrere Stunden bis sie völlig erschöpft einschläft. Wenn sie dann eingeschlafen ist verläuft die Nacht dann wieder ruhig. Sie wird noch 2 -3 Mal in der Nacht gestillt und schläft nach dem Stillen wieder ohne Probleme ein. Können Sie mir einen Tipp geben, was ich machen könnte bzw. wie ich sie berühigen kann.

Vielen Dank für Ihre Hilfe.

von LuMa2011 am 10.11.2015, 11:34 Uhr

 
 

Antwort:

Schreien beim Einschlafen

Liebe LuMa!

natürlich machen Sie sich Sorgen, ob die alten Zeiten jetzt wieder zurückkommen. Doch 10 Tage (auch wenn sie eine große Belastung stehen) müssen noch keinen Aussagewert haben. Gelegentliche Rückschritte bedeuten nicht zwangsläufig einen Rückfalle in altes Schreiverhalten. Auch Kinder, die nie zu exzessiven Schreien geneigt haben, können solch unruhige Phasen durchleben. Die Gründe dafür sind vielseitig und nicht immer leicht zu erkennen.

Manchmal sind es einfach Entwicklungssprünge, manchmal der "Klassiker" - die Zähne, manchmal haben sich wieder ungünstige Interaktionsmuster eingeschlichen oder es gab viel Unruhe und Veränderungen (Familiäre Veränderungen, Krankheiten, Klinikaufenhalte, Urlaube etc.), die alles wieder durcheinander gewürfelt haben.

Ich würde Ihnen empfehlen, sich sicherheitshalber einmal beim Kindearzt vorzustellen. Mit Absprache können Sie dann auch testen, ob vielleicht Schmerzen die Ursache für das plötzliche und schrille Schreien sind. Manchmal sind Kinder am Tag einfach zu abgelenkt, um Schmerzen wahrzunehmen. Hier kann es dann sein, dass sie beim ins Bett legen plötzlich merken, dass ihnen was weh tut. Dann kann sich natürlich auch so etwas wie eine Erwartungshaltung (Bett=Schmerz) ausbilden.

Als Test können Sie nach Absprache mit dem Kinderarzt ein geeignetes Schmerzmittel versuchsweise geben und sehen, ob sich die Situation dann bessert.

So oder so: verfallen Sie nicht in Panik! Gerade wenn Ihr Kind durch etwas irritiert ist, braucht es viel Routine, Struktur und Vertrautes als Anker, um sich wieder zurecht zu finden.

Daher wünsche ich Ihnen beiden viel Kraft und Ruhe!

Herzlichst,

Ihre Meike Bentz

von Dr. Meike Bentz am 11.11.2015

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