Dr. rer. nat. Meike Bentzs

Schreibabys

Dr. rer. nat. Meike Bentz

   

 

Ratlos

Schönen guten morgen :-)

Mein Sohn wird nächsten monat 2 jahre. Was die Nächte berifft war er immer sehr schwierig. Er ist mein 2 kind und meine erste war schon nicht einfach aber jeder sagte schlimmer kanns nich werden.....doch kann es :- D ich habe ihn knapp 1 jahr gestillt. Bis jetzt hat er immer bei mir gschlafen, viel Nähe bekommen niemals weinen müssen. Doch schon als baby ab ca 7 monat hatte er oft phasen indem er einfach schrie ohne ersichtlichen grund. Nachdem er 1 wurde diese phasennächte sogar schlimmer weil er einen dann auch weg schubste also sich regelrecht gewäht hat trösten zu lassen sei es mit flasche schnuller der streicheln. Gegen seinen willen hab ich ihn dann immer an mich genomm hin her geschaukelt und eine melodi gesummt eine bestimmte damit ist er als wär nix gewesen eingeschlafen. Seit 1 woche bekommt er nun auch keinerlei flasche mehr weder zum einschlafen noch in der nacht, also milch. Was super geklappt hat. 3 Nächte dachte ich supet velleicht schläft er nun besser und wachte nich mehr alle 2-3 std auf, was bis dato noch immr so war, schlief er dann so 4-5 std wachte kurz auf trank 1 schluck wasser und schlief weiter. Dann kamen Zähne und nun waren die letzten 3 Nächte wieder horror. Wie keischt er und das nich nur wegen Schmerzen weil diese kann er mitlerweile äußern. Setzt sich hin kreischt richtig laut sagt immer nein nein haut die Hände weg lehnt wasser ab....bis ich ihn nehme wieder gegen seinen Willen hinlege kuschel sage und schnuller gebe und er schläft wieder...das geht dann aber alle 2 std. Selbst meine Tochter schlief in dem alter gut...war nich durch aber gut. Ich weiss einfach nich wie lange ich mir einrede das es besser wird. Jetzt am we möchte meine mutter das 1 mal beide kinder zu sich nehmen....das wird doch niemals hinhauen...der weckt das ganze Haus und keiner kommt zum schlafen :-( ich bin wirklich kaputt. Was können wir ändern? Doch schon eigenes Zimmer? Gruß Sabrina

von Brina0110 am 14.07.2016, 08:30 Uhr

 
 

Antwort:

Ratlos

Liebe Brina!


Sie haben mit Ihren Kindern eine wirklich anstrengende Zeit hinter sich, die jedoch auch gezeigt hat, dass Sie die Kompetenz haben, auch extrem belastenden Situationen zu meistern. Darauf sollten Sie stolz sein, und sich dies auch immer wieder bewusst machen. Sie sind belastbar und verfügend über ein gutes Gespür für Ihre Kinder. Im Grunde wissen Sie, was das Richtige ist, nur dass Schlafmangel, Stress und Schreierei Sie immer mal wieder unsicher macht.
Zu Ihrer Situation möchte ich Folgendes sagen:

Zunächst nehme ich mal an, dass Ihr Mutter sehr wohl in der Lage ist, selbstverantwortlich zu handeln und eigene Entscheidungen zu treffen. Warum also nehmen Sie nicht Ihr Angebot an, die Kinder für ein Wochenende zu nehmen? Selbst wenn es zu Schreierei kommt: Es ist ein(!)Wochenende! Für jemanden, der sich ansonsten nachts ausruhen kann, ist das zu schaffen. Für Sie aber könnte das deutliche Erholung bringen, und ebenso für Ihre Kinder, die sich oft erstaunlich gut an neue Bedingungen anpassen können. Ihre Mutter bietet Ihnen das freiwillig an, und das ist doch in Ihrer Situation das Beste, was Ihnen passieren kann. Lassen Sie Ihre Mutter helfen, und verurteilen Sie nicht von vornherein Versuche zum Scheitern. Es ist schön, wenn Sie eine Mutter haben, die mitanpackt, das sollten Sie – auch im Sinne Ihrer Kinder - fördern.

Dann ist es wichtig, dass Sie sich nicht von ein paar schlimmen Nächten von Ihrem Vorhaben wieder a

abbringen lassen. Rückschritte sind ganz normal! Wenn es nach ein paar guten Tagen mal gar nicht klappen will, heißt es nicht, dass Sie auf dem Holzweg sind und etwas falsch machen. Es heißt nur, dass Sie nicht weiter am Ball bleiben müssen, bis sich das Verhalten nachhaltig geändert hat. Haken Sie die schlechten Nächte ab und starten Sie Nacht für Nacht wieder neu.
Unmöglich wird dies jedoch, wenn Ihr Sohn Schmerzen leidet! Es ist nicht sinnvoll, einem zahnenden Kind, was sich dazu auch noch konkret äußert, keine geeigneten schmerzstillenden Medikamente zu geben. Möglicherweise haben Sie Angst vor Nebenwirkungen oder möchten es mehr auf natürlichen Weg versuchen, doch die moderne Schmerzforschung warnt eindeutig davor, gerade bei Kindern Schmerzen nicht zu behandeln, da sich sonst ein sogenanntes Schmerzgedächtnis ausbilden kann. D.h. der Körper reagiert immer sensibler und schneller auf Schmerzreize. Hinzu kommt, dass es durch Schmerzen beim Zahnen auch zu einer Art gelernten Angstreaktion vor dem Einschlafen kommen kann, denn das Kind verbindet diese Situation dann mit Schmerzen. Lassen Sie sich doch mal beim Kinderarzt über geeignete Schmerzmittel beraten.
Zusammengefasst sind Sie also auf dem richtigen Weg! Jetzt gilt es nur mit Geduld dranzubleiben und mögliche Störungen (wie hier das Zahnen) anzugehen. Damit Sie dafür die Kraft und Ruhe haben, wäre Entlastung wirklich förderlich, womit ich wieder am Anfang angekommen wäre…

In diesem Sinne alles Gute!

Herzlichst,

Ihre Meike Bentz

von Dr. Meike Bentz am 18.07.2016

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