Dr. rer. nat. Meike Bentzs

Schreibabys

Dr. rer. nat. Meike Bentz

   

Antwort:

Plötzliche Unzufriedenheit

Liebe Mirjanawalli!

es gehört wohl wirklich zu den frustriertesten Momenten überhaupt, wenn man sein Kind durch sein Handeln nicht trösten kann und scheinbar nicht hilft. Das Kind schreit, sagt einem nicht warum und was helfen könnte und die üblichen "Verdächtigen" (Hunger, zu kalt/ Zu warm, Bauchweh, volle Windel etc.) sind schon längst alle überprüft und ausgeschlossen worden.

Das ist belastend, macht ratlos, traurig und manchmal auch wütend, denn auf all die Mühe erfolgt einfach kein positives Feedback. Zudem sind ringsherum natürlich nur noch dauergrinsende, zufriedene Babys mit Müttern, die diese Probleme gar nicht zu kennen scheinen.

Doch es gehört zu typischen Missverständnissen zwischen Eltern und Kind, dass Eltern meinen, durch das Weinen drücke Ihr Kind Unzufriedenheit mit Ihnen als Eltern aus ("Es mag mich nicht") aus und / oder zeige, dass die Eltern etwas grundsätzlich falsch machen. Doch selbst bei perfekten Eltern, die perfekt alle Bedürfnisse abdecken, weinen Babys. Es ist nun mal ihr einziges Kommunikationsmittel. Säuglingsschreien ist also völlig normal und auch Phasen von Unruhe, wie Sie sie jetzt beobachten. In dem Alter Ohre Kindes ist es nicht ungewöhnlich wenn Kinder täglich bis zu zwei Stunden und mehr schreien. Erst wenn ein Kind seit mindesten drei Wochen an mindestens drei Tagen pro Woche mehr als drei Stunden schreit, bezeichnet man das Schreien als exzessiv. Doch selbst das muss noch keinen Krankheitswert haben.

Mit 6,5 Wochen sind Sie zudem rein statistisch auf dem Schreigipfel angelangt, viele Babys schreien hier besonders viel, um dann mit drei, vier Monaten deutlich weniger zu schreien.

Auch wenn es nervenzehrend ist, es besteht kein Grund zur Panik! Das beste, was Sie für sich und Ihr Kind tun können, ist selbst ruhig zu bleiben und im Alltag für Struktur und Routine zu sorgen. Lassen sie sich nicht dazu verführen, jetzt eine Maßnahme nach der anderen auszuprobieren. Weniger ist mehr! Wenn Ihr Kind eh durch irgendetwas irritiert ist, dann braucht es viel Vertrautes.

Sie werden sehen, bald ist der Spuk vorbei und dann gibt's auch mehr positives Feedback, denn ebenfalls rein statistisch lächelt Ihr Kind nie wieder soviel wie im ersten Lebensjahr (-;

Ihnen alles Gute!

Herzlichst,

Ihre Meike Bentz

von Dr. Meike Bentz am 27.11.2015, 23:01 Uhr

 
 
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