Dr. rer. nat. Meike Bentzs

Schreibabys

Dr. rer. nat. Meike Bentz

   

Antwort:

ohne stillen einschlafen

Liebe 201014,

das klingt wirklich sehr anstregend! Doch ich von meiner Vorredenrein haben Sie einen sehr gueten Tipp bekommen, den ich auch immer wieder gern empfehle.

Wichtig ist nur, dass man am Ball bleibt! D.h. wenn es ein, zwei oder drei Nächte nicht klappt, hat das überhaupt nichts zu sagen! Die generelle Empfehlun lautet daher, dass Verhaltensänderungen mindesten 14 Tage brauchen, um zu greifen. Das hat zwei Gründe:

1) Schlaf ist ein hochkomplexes System aus verschiedenen physiologischen Vorgängen. Allein die "Biologie" braucht daher Zeit, um sich anzupassen - und das ist eine Vorausetzung damit wir unser Verhalten ändern können.

2) Ihre Tochter hat gelernt, Schlaf ausschließlich mit Brust zu verbinden. Die negativen Folgen für sich und andere kann sie nicht absehen. Von daher sind Sie auch gefragt, den Impuls für eine entsprechende Veränderung zu geben, wenn es eben so für Sie alle nicht mehr tragbar ist. Was Ihre Tochter nun noch fehlt, ist die Erfahrung, dass es eben auch anders geht und das bedeutet Konsequenz, Konsequenz, Konsequenz. Überlegen Sie mal, wie oft Ihre Tochter die Erfahrung gemacht hat, dass Stillen beruhigt. Dann überlegen Sie mal, wie oft sie die Erfahrung machen konnte, dass es auch andere Wege gibt. Da werden Sie sicher eine erhebliche Schieflage feststellen.

D.H.:
Ein, zwei Versuche reichen eben nicht, um nachhaltige Veränderungen zu erzielen. Sie sollten sich bewusst machen, dass sie eine "saure Gurkenzeit" vor sich haben, wenn Sie sich eben dazu entscheiden, dass nachts nicht mehr oder weniger gestillt wird. Es hilft daher, sich gemeinsam mit dem Partner einen Plan zu machen und zu überlegen, wie man diese harte Zeit besser durchstehen kann (Wer macht was wann? Wie reagieren wirs aufs Schreien? Wie können wir für Entlastung sorgen etc.).

Vergessen Sie nicht: wenn Sie Ihrer Tochter durch die eigene Ruhe vermitteln können, das nun nichts Schlimmes passiert, ist das schon mehr als die halbe Miete. Mit Dingen, die helfen, Sie zu entlasten und zu entspannen, tun Sie daher auch Gutes für Ihre Kleine!

Achten Sie jedoch darauf, dass Sie das Stillen dann nicht durch aufwendige elterliche Einschlafhilfen ersetzen, sondern sein Sie einfach bei Ihr, streicheln Sie oder liegen Sie einfach neben ihr - und gut ist. Auch wenn sie dann im Bett tobt und das dramatisch aussehen kann. Sie darf toben, um sich hauen, den Kopf hin und herwerfen und schreien. Die Sorge, dass dann etwas Schlimmes passiert, teilen viele Eltern, doch selbst das "Wegschreien" ist für gesunde Kinder nicht gefährlich - solange man sie nicht allein schreien lässt und dafür sorgt, dass eben keine Verletzungen auftreten können. Hier kann Sie sonst auch der Kinderarzt noch mal informieren.

Also, ich wünsche Ihnen die Kraft, um am Ball zu bleiben!

Die Kita wird Ihnen übrigens nach meinen Erfahrungen eher in die Hand spielen. Selbst kritische Schläfer schlafen in einem anderen Umfeld meist problemlos, da selbst die ganz Kleinen schon sehr gut in der Lage sind, zwischen verschiedenen Personen und Situationen zu differenzieren. Da würde ich mir also nicht so viel Sorgen machen! Außerdem sind die Erzieher ja Profis und kennen solche Probleme.

Ihnen und Ihrer Familie alles Gute!

Herzlichst,

Ihre Meike Bentz

von Dr. Meike Bentz am 30.10.2015, 11:29 Uhr

 
 
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