Dr. rer. nat. Meike Bentzs

Schreibabys

Dr. rer. nat. Meike Bentz

   

Antwort:

Negative Konsequenzen des nächtlichen Aufwachens

Hallo Franziska,

es freut mich, dass du diese Frage gestellt hast, die auch mir schon länger im Kopf herumgeistert und ich bin gespannt auf die Expertenmeinung. Ich würde gerne auch etwas dazu schreiben, wenn es dich nicht interessiert, ignorier es einfach ;-)

Ich habe mich aus persönlichem Interesse und wahrscheinlich auch ein bisschen aus geistiger Unterforderung in der Elternzeit ;-) mit dem Still- und Schlafverhalten von großen Menschenaffen beschäftigt.

Damit will ich nicht sagen, dass der Mensch das genau so machen sollte, um seiner Natur zu entsprechen, denn uns trennen natürlich doch "einige" Jahre der Evolution. Aber nichts desto trotz sind es die uns ähnlichsten Säugetiere auf dem Planeten und vielleicht kann man ja ein paar Dinge doch als Anregung nehmen oder zumindest als Hintergrundinfo betrachten, auch unter dem Gesichtspunkt dass es bei Affenbabys keine Schreibabys und Dreimonatskoliken gibt ;-)

Also, kurz und knapp: Ein Primatenbaby wird die ersten 4 Monate lang 24 Stunden am Tag von der Mutter getragen, ja getragen - es kann sich in diesem jungen Alter eben entgegen der landläufigen Annahme noch NICHT selbstständig in Mamas Fell festklammern sondern wird ähnlich wie ein Menschenbaby getragen. Gestillt wird 3-6 mal stündlich. Geschlafen wird neben oder auf der Mutter. Durchgeschlafen wird erstmals mit 3-5 Jahren - vorher wird das nächtliche Stillen benötigt und das häufige Aufwachen ist so vorgesehen, da ihre Babys gesunderweise in leichteren Schlafphasen schlafen, in denen Atem und Herzschlag von dem der Mutter mitgesteuert werden und selten in echte Tiefschlafphasen fallen - das ist auch für SIDS eine bedeutende Erkenntnis.

Mein Laien-Fazit ist daher dass es bis auf evtl. ausgelaugte und unglückliche Eltern keine "Negativen Konsequenzen" wie du so schön schreibst, hat wenn Babys nachts häufig wach werden und die Brust/ein Kuscheln brauchen um wieder einzuschlafen, ja um nicht gerade zu sagen: es gehört so, dass Babys mehrmals nachts aufwachen und "gegensteuern" ist nur für die Eltern sinnvoll.

Liebe Grüße

Nadine, Mama von 2 glücklichen Mädels die im ersten LJ jeweils 2-12 mal pro Nacht wach waren

von MayasMama am 04.11.2015, 00:59 Uhr

 
 
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