Dr. rer. nat. Meike Bentzs

Schreibabys

Dr. rer. nat. Meike Bentz

   

Antwort:

Mein Baby fast 7 Monate schläft einfach nicht allein ein.

Liebe Nici4_15,

Sie haben völlig Recht, auch auf mich wirkt das Schlafverhalten Ihres Sohnes problematisch. Ich kann natürlich keine Ferndiagnose liefern, doch offensichtlich ist Ihr Sohn allzu sehr auf elterliche Einschlafhilfen und starke Bewegungsreize zum Einschlafen angewiesen. Es ist daher auch nicht verwunderlich, dass er nach kurzer Zeit aufwacht, wenn man ihn schlafend hinlegt.

Auch wenn es ein schwacher Trost ist, sind diese Schwierigkeiten nicht ganz ungewöhnlich. Das sehen Sie ja auch hier in diesem Forum.

Aus meiner Sicht gibt es daher zwei Wege:
Sie suchen sich vor Ort kompetente Hilfe oder Sie versuchen allein den Teufelskreis aus Stimulierung - Aufwachen - erneuter Stimulierung zu durchbrechen.

Beides ist möglich und welches der richtige Weg ist hängt von Ihrer persönlichen Situation ab. Beide Wege haben jedoch eines gemeinsam: Die Impulse für die Veränderung können nur durch Sie als Eltern gegeben werden. Daher gibt es auch kein Patentrezept!

D.h. Sie müssen (1) passende Alternativen entwickeln, (2) in der Lage und (3) bereit sein, diese umzusetzen.

zu 1) Über mögliche Alternativen können sich beraten lassen und vielerorts informieren.Hierzu gibt es zahlreiche Literatur und auch hier im Forum wurde schon viel dazu geschrieben.

2) In der Lage sein heißt, dass Sie als Eltern die Möglichkeit schaffen müssen, die anstrengenden Veränderungen auch nachhaltig und konsequent umzusetzen. Verhaltensänderungen brauchen Zeit, d.h. erste Erfolge werden Sie erst so nach 14 Tagen sehen, denn Schlaf ist ein hochkomplexes, träges Zusammenspiel verschiedener psychischer und physischer Prozesse. Bis dahin heißt es bei einer Sache bleiben und durchhalten, durchhalten, durchhalten und sich nicht dazu verführen lassen, immer wieder was Neues zu machen. Selbst wenn etwas auf Anhieb nicht klappt oder sogar schlimmer wird, können Sie erst nach dieser Zeit sagen, ob etwas funktioniert oder nicht.

3) Bereit sein heißt, dass wir Veränderungen auch wollen müssen. Ich erlebe es immer wieder, das Eltern zwar das Schlafverhalten bessern , nicht aber ihr eigenes Verhalten ändern wollen. Manchmal verbergen sich dahinter Ängste wie z.B. die Bindung zum Kind zu verlieren, überzogene Ideale ("als Mutter muss man sich halt aufopfern") oder auch eigene schlimme Erfahrungen aus der Kindheit, die man nicht wiederholen möchte.


Ob dabei eine professionelle Begleitung sinnvoll ist, können Sie selbst am besten entscheiden! Wichtig ist aus meiner Sicht jedoch, dass Sie aktiv werden, bevor sämtliche Kräfte und Energien aufgebraucht sind.

So oder so drücke ich Ihnen die Daumen!

Herzlichst,

Ihre Meike Bentz

von Dr. Meike Bentz am 24.11.2015, 10:47 Uhr

 
 
Unten die bisherigen Antworten. Sie befinden sich in dem Beitrag mit dem grünen Pfeil.
Die letzten 10 Beiträge
Mobile Ansicht

Impressum Über uns Mediadaten Nutzungsbedingungen Datenschutz Forenarchiv

© Copyright 1998-2021 by USMedia.   Alle Rechte vorbehalten.