Dr. rer. nat. Meike Bentzs

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Dr. rer. nat. Meike Bentz

   

 

komische Reaktionen 20 Monate ehemaliges Schreikind

Hallo Frau Bentz,

ich weiss nicht ob ich mit meiner Frage hier richtig bin, aber dachte vielleicht hat es auch etwas mit der Vergangenheit unseres Sohnes zu tun. Er ist jetzt 20 Monate alt und hat ca. 5 Monate lang exzessiv geschrien ohne das wir wussten warum. Seit 8 Monaten geht er ganztags in die Kita, anfangs klappte es auch gut, langsame Eingewöhnung. Doch jetzt klammert er sich beim Abgeben schon seit einer Weile an uns und weint oft. Wenn ich ihn aber abholen möchte ignoriert er mich aber und lässt sich nicht bewegen mitzukommen. Manchmal sieht er mich auch, ruft freudig "Mama" und läuft dann planlos weg. Er wehrt sich regelrecht wenn ich ihn mitnehmen möchte. Ich finde dieses Verhalten sehr merwürdig. Sonst haben wir eine sehr gute Beziehung, auch viel Körperkontakt und er lässt sich sonst auch schnell von mir trösten und möchte auch dauernd bei mir sein. In der Kita wird er sonst als fröhlich und freundlich beschrieben. Haben Sie vielleicht eine Idee? Vielen Dank!

von jescj am 23.09.2015, 22:36 Uhr

 
 

Antwort:

komische Reaktionen 20 Monate ehemaliges Schreikind

Nachtrag: ich wollte noch ergänzen, die letzten beiden Tagen waren sehr extrem. Als ch ihn abholte und auf den Arm nahm warf er sich schreiend hin und her, überstreckte sich. Setzte ich ihn runter, klammerte er sich aber weinend an mich und wollte wieder hoch.... Selbst die Erzieherin war ganz erschrocken und fragte mich ob bei uns alles in Ordnung sei. Das Ganze ging ca. 15 -20 min und er liess sich nicht beruhigen. Ich wusste nicht was ich tun sollte. Es gibt sonst keine Konflikte, wir behandeln unser Kind liebevoll und wie gesagt die Eingewöhnung klappte soweit gut, seit 5 Monaten geht er 8-9h da ich wieder arbeiten muss, 3 Monate zuvor stundenweise in langsamer Steigerung. Er spielt dort auch vergnügt...

von jescj am 24.09.2015

Antwort:

komische Reaktionen 20 Monate ehemaliges Schreikind

Liebe Jescj!

oh, ich kann verstehen, dass Sie das Verhalten Ihres Sohnes irritiert. Die Erzieherin müsste es allerdings als Profi etwas besser wissen. Mit 20 Monaten beginnt bei Ihrem Kind nicht nur die Trotzphase, sondern es wird zunehmend auch Autonomiebestrebungen und -ich nenne es- "Experimente mit seinem Willen" entwickeln. Abholen ist so eine typische Nähe-Distanz- Situation in der Ihre Kleiner wunderbar eben auch mal ausprobieren kann, wie es ist, auf Distanz zu gehen und wunderbar gucken kann, wie Sie reagieren, wenn eben er mal derjenige ist, der weggeht. Sie könnten es auch als Frage übersetzen: "Was passiert dann, wenn ich dich abweise? Bleibst du dann auch meine Mama?" oder "Was passiert wenn ich weggehe so wie du? Kommst du dann auch wieder? Bist du dann auch traurig"

Leider wird das oft fehlinterpretiert und mit Halbwissen der Bindungstheorie verknüpft so nach dem Motto "ein sicher gebundenes Kind läuft seiner Mutter immer freudestrahlend in die Arme"

Und manchmal gibt es einfach einen viel profaneren Grund: Er hat noch nicht zu Ende gespielt.

Ich bin aber ganz sicher, dass er sich auf Sie freut!

Herzlichst,

Ihre Meike Bentz

von Dr. Meike Bentz am 24.09.2015

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