Dr. rer. nat. Meike Bentzs

Schreibabys

Dr. rer. nat. Meike Bentz

   

 

einschlafen nur mit schreien

Hallo. Mein Sohn ist 4 Wochen alt. seit ein paar Tagen ist es ihm kaum möglich ohne zu schreien einzuschlafen. Er zappelt dabei mit armen und Beinen und ich habe das Gefühl er muss erst so laut schreien wie er kann. Das baut sich vom meckern bis zum schreien mit rotem Kopf auf. Egal ob er auf meinem Arm liegt oder in seinem Bett wo ich als beruhigung natürlich bei ihm sitze. Ist das normal oder muss ich irgend etwas beachten? Es kommt mir so vor als müsste er sich erst alles "negative" oder alle Aufregung von der Seele schreien bevor er einschlafen kann. danke für die Antwort. Liebe grüße.

von angsthäschen am 26.10.2015, 09:14 Uhr

 
 

Antwort:

einschlafen nur mit schreien

Liebes Angsthäschen!

vorab: herzlichen Glückwunsch zur Geburt Ihres Sohnes!

nachdem die allermeisten Säuglinge ihre ersten Tage noch friedlich schlummern verbringen, nimmt auch bei völlig gesunden Kindern die Schreidauer nach ca. 2 Wochen zu um dann mit ca. 6-8 Wochen einen Gipfel zu erreichen und dann nach 12-16 Wochen deutlich abzunehmen. Auch Schreiphasen über mehrere Stunden können dann tageweise immer mal auftreten und sind kein Anzeichen für eine Störung. Von einem Schreibaby spricht man erst, wenn das Kind seit mindesten drei Wochen an mehr als drei Tagen mindesten drei Stunden und mehr schreit, doch selbst das ist eine grobe Orientierung.

Zunächst besteht also kein Grund zur Sorge, auch wenn es natürlich mehr als verständlich ist, dass Sie das Verhalten Ihres Sohnes verunsichert. Ferner brauchen Sie aus meiner Sicht auch gar keine Angst zu haben, etwas falsch zu machen. Sofern Ihr Kleiner körperlich gesund ist und Sie ihn nicht einfach allein schreien lassen, passiert ihm nicht Schlimmes! Er hat nun mal nur dieses Audrucksmittel und auch wenn es uns Eltern alarmieren soll, ist die Dramatik lange nicht so wie bei einem Erwachsenen der stundenlang schreien würde...

Auch die Fuchtelei und körperliche Unruhe ist normal und kein Zeichen von Abwehr! Ihr Sohn hat noch nicht die Kontrolle über seine Bewegungen. Das kann man in etwa mit dem Anstregungen vergeichen, die wir haben, wenn wir versuchen, nur unseren Kleinen linken Zeh zu bewegen. Gerade wenn er müde und erschöpft ist, geht dann eben noch einiges durcheinander. Selbst im Kleinkindalter fuchteln sich noch einige Kinder in den Schlaf.

Was vielen sehr jungen Kinder bei Unruhe hilft sind:
- Tragetuch / Tragehilfe
- Pucken
- allgemeine Begrenzung durch spezielle Babylagerungskissen
- viel Körperkontakt
- Ruhe
- Strukur und regelmäßige Abläufe soweit möglich.

Je wacher Ihr Kleiner wird, desto mehr Reize muss er verabeiten. Da kann es schon mal vorkommen, dass er sich selbst überfordert. Reagieren Sie daher bei den ersten Müdigkeitsanzeichen und selbst wenn die ausbleiben, sorgen Sie für regelmäßige Ruhepausen, damit er nicht völlig überreizt ist und sich zum Schlafen einschreien muss.

Ich wünschen Ihnen alles Gute und viel Freude!

Herzlichst,

Ihre Meike Bentz

von Dr. Meike Bentz am 26.10.2015

Die letzten 10 Beiträge
Mobile Ansicht

Impressum Über uns Neutralitätsversprechen Mediadaten Nutzungsbedingungen Datenschutz Forenarchiv

© Copyright 1998-2022 by USMedia.   Alle Rechte vorbehalten.