Monatsforum Februar Mamis 2012

Beziehung zur eigenen Mutter (ACHTUNG, persönlich und lang)

Beziehung zur eigenen Mutter (ACHTUNG, persönlich und lang)

marisol31180

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Hallo Mädels, ich muss mir mal was von der Seele schreiben und entschuldige mich schon mal vorab, wenn ich euch mit meinem Gelaber belästige. Also: seit ich Emil habe, reflektiere ich immer mehr das Verhältnis zu meinen eigenen Eltern, insbesondere meiner Mutter. Und dabei fällt mir auf, welche GRAVIERENDEN, nicht wieder gut zu machenden Fehler sie gemacht hat. Als erstes: ich kann mich nicht erinnern, dass sie je was mit mir unternommen hat, also sprich Basteln, im garten toben, malen... ich hab eine ganz vage Erinnerung dran, dass ich mal mit ihr Plätzchen backen durfte. Oh, und dann hat sie mich zum Einkaufen mit in die Stadt genommen, aber ist das wirklich toll und aufregend für ein kleines Kind, durch Karstadt zu latschen? hmmm... Dann wurde ich nie von ihr gelobt. Wenn ich etwas gut gemacht hab, z.B. gute Noten bekommen hab, dann war ihr das nicht etwa ne Anerkennung wert - nein, es war SELBSTVERSTÄNDLICH. Hingegen wurde ich, wenn ich etwas schlecht gemacht hab, mit dem schlimmsten bestraft, was man einem Kind antun kan: mit Liebesentzug. ich erinnere mich noch, wie ich für etwas ausgeschimpft wurde und geweint hab, und ich wurde hinterher nicht von ihr in den Arm genommen, sie hat eine Umarmung regelrecht verweigert. Traurig, aber wahr. Sie hat mich und meine Interessen nie ernst genommen, sondern immer nur das wahrgenommen, worin ich mich von ihr unterschied. Ich bin kein besonders ordentlicher Mensch, mich störts nicht, wenn Sachen rumliegen oder wenn es nicht steril sauber ist. Sie hingegen hat einen regelrechten Putzfimmel, und sie kann es bis heute nicht begreifen, dass ich nicht "nach ihr schlage" und genauso ein Ordnungsfanatiker bin. Sie hat meine Liebe zu Büchern und zum Schreiben immer nur belächelt, als ob das Zeitverschwenung wäre. So nach dem Motto: "Wie langweilig, willst du nicht lieber was anderes machen?" Meine Interessen wurden nie gefördert, ich wollte mal zum Balett - das wurde abgewiesen mit den Worten, dass das eh nix für mich ist und ich nach ein paar Wochen eh keine Lust mehr dazu haben würden. genauso ging es mit Gitarrenunterricht, Tennis und und und. Nichts durfe ich machen. Das alles tut mir ziemlich weh und ist ein Beleg dafür, dass unsere Beziehung heute so ist wie sie ist. Wenn mich etwas belastet, dann würde ich mich ihr nie anvertrauen. Ich rufe sie auch eher aus Pflichtgefühl an und nicht, weil ich wirklich Sehnsucht nach ihr habe. meine Eltern wohnen nicht in deutschland - und wenn ich ganz ehrlich zu mir selber bin, dann tut mir das auch nicht leid, dass wir uns nur 1-2 mal im Jahr sehen. Und nun schau ich meinen wundervollen kleinen Sohn an - und bin fest entschlossen, ihm all meine Liebe zu geben und ihn in allem zu unterstützen, wie auch immer sein Weg aussehen sollte. Danke für alle, die sich das durchgelesen haben.


sitney26

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Antwort auf Beitrag von marisol31180

Hi ach du schreibst mir aus der seele,da ich nicht mal ein babyfotoalbum habe,hab ich mir schon eins für fynn angelegt und mach jeden tag fotos.ich will meinem kind all das geben bieten was ich nie hatte,und wenn es nur ne geburtstagfeier ist,oder schwimmen,hauptsache immer schön fotos machen und ihm später zeigen,was wir alles erlebt haben :)) Zur meiner mutter,die hat es 4 wochen nach der geburt geschaft mir zu sagen,dass ich ein fetten arsch bekommen hätte,und mir mal paar neue hosen kaufen soll.aber ich verstehim moment passt du eh in nix rein mit deiner ausmasse!!! Das wars dann auch ich meld mich nur noch im wenn wir familien essen haben,und das endet immer mit theater Fühl dich gedrückt Lg


kinkat

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ich kann dir absolut nachempfinden, ich habe noch viel schlimmeres mit meiner mutter durchgemacht und habe aufgrunddessen keine beziehung mehr zu ihr. sicherlich ist es nicht schön, dass liam seine andere oma nicht kennt, allerdings ist es das beste so. was die frau mir angetan hat disqualifiziert sie auf allen ebenen als oma und ich will sie nicht in der nähe meines kindes haben. jeden tag schwöre ich mir, dass ich meinen sohn niemals so behandeln werde, wie ich behandelt wurde. und wenn liam meint, montags fußball spielen zu müssen und freitags ist fußball blöd, dann ist das so, dann hat er es wenigstens ausprobiert und der wunsch wurde nicht im keim erstickt. nur so als beispiel und liebesentzug wirds bei mir nie geben, denn das war für mich das schlimmste in meiner kindheit. ich hab auch jahrelang aus pflichtgefühl den kontakt aufrecht erhalten, aber irgendwann kam der punkt, da wurde mir klar, dass sie es nie sein lässt, egal wie alt ich bin. sie wollte mich eh nie haben, wenn ich ihren worten glauben schenken darf, jetzt bin ich weg und das ist für mich zumindest das beste!


Mitglied inaktiv

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Oh mädels, das tut mir wirklich leid das ihr so aufwachsen musstet. ich hoffe für euch, das ihr mit eurer eigenen kleinen familie die liebe erfahrt, die man braucht um leben zu können. ich bin sehr stolz darauf sagen zu dürfen, das ich die tollsten eltern der welt habe, sie sind immer für mich da, auch heute noch mit 32 jahren. denn leider sind solche eltern wie meine es sind nicht selbstverständlich und seit ich ca 19 jahre bin hab ich es endlich kapiert. zuvor war ich ein sehr schwieriger und rebellischer teenie und habs meinen eltern sehr schwer gemacht !! ABER SIE WAREN IMMER FÜR MICH DA und haben mich NIE AUFGEGEBEN !!! und dafür bin ich seeeehr DANKBAR !!!! alles liebe und gute euch und viele glückliche momente mit euren mäusen. glg melanie und melissa


malapatka

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Antwort auf Beitrag von marisol31180

Sowas ist echt traurig. Und ich kann mich da anschließen - meine Beziehung zur Mutter war auch nie die beste. Irgendwann wurde es immer schlimmer (ohne jetzt groß darauf einzugehen) und inzwischen haben wir auch keinen Kontakt. Was ganz gut so ist, denn mich hat das ganze psychisch ganz schön kaputt gemacht. Dafür habe ich eine super gute Beziehung zu meinem Vater (wenn man davon absieht, wie er sich momentan in die Erziehung einmischt). Und für uns ist seine Freundin die tollste Oma :)y


Majani+1

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Antwort auf Beitrag von malapatka

Sieht bei mir auch so aus... Und ich kann mich nur anschließen... die Beziehung zu meiner Mutter war immer schwer und auch ich habe viele mit Erschrecken festgestellt, als ich bei meinem Sohn mal das "Elternsein" in Hinblich auf meine Eltern/Mutter reflektiert habe. Traurig aber wahr: am besten ging es mir, wenn wir keinen Kontakt hatten ;-( Nun ist sie seit über 3 Jahren tot - das macht es nicht immer besser - denn viele Dinge blieben unausgesprochen. Aber auch ich will gerade deswegen alles anders machen bei meinen Kindern - hoffe, das gelingt mir! LG Jasmin


Tyrolean

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Antwort auf Beitrag von marisol31180

Ach nein...das klingt ja schrecklich. Tut mir leid, dass du deine Kindheit so erleben musstest. Bei mir war es nicht so krass...aber meine Mutter versteht auch heute noch nicht, warum meine Wohnung nicht wie im Möbelhaus ausschaut und ich musste es ihr (lange lange) abgewöhnen bei mir den Putzlappen zu schwingen, wenn sie zu Besuch ist.... . Wir wohnen halt...und da liegt halt auch mal Staub auf der PFEFFERMÜHLE!!! (so tolle Stellen eben...tststs). Sie hat immer wieder eine neue putzwürdige Stelle gefunden...ätzend. Aber sonst kann ich mich echt nicht beschweren. Meine Eltern sind meine besten Freunde und ich erkenne jetzt gerade mal wieder, wie selten das leider ist. GLG, drück dich! Du wirst es bei deinem Krümel besser machen!