Mädchen79
Hallo Ihr! Ich hatte Anfang/Mitte der Woche ja bereits geschrieben, dass ich wahrscheinlich bei der Entbindung allein sein werde, weil mein Mann plant, einen Job in 700 Kilometer Entfernung anzunehmen. Also er ist jetzt auch in Lohn und Brot und es geht uns gut, aber es ist ein Angebot, das ihn wohl sehr reizt. Es hat den Nachteil, dass er mich und unseren Sohn hier alleine zurück lassen würde und auch nicht klar ist, wann und wie oft er uns besuchen kann. Ich laufe jetzt seit Anfang der Woche mit diesen Gedanken rum und muss sagen, es zieht mir buchstäblich den Boden unter den Füßen weg. Ich weiß, dass andere das auch schaffen, aber meine Vorstellungen und Träume für die kommenden Wochen gehen mit dieser Entscheidung komplett den Bach runter. Wir hatten uns das zweite Kind gemeinsam sehr gewünscht und die Schwangerschaft war bis hierher für mich aufgrund diverser Erkrankungen eigentlich mehr Qual als Freude. Und gerade wo ich mich gesundheitlich ein wenig gefangen habe, mich auf die Zielgerade und alles, was damit zusammenhängt, gefreut habe, kommt nun sowas. Nicht, dass ich ihm das Angebot und den Job nicht gönne, darum geht es nicht. Wäre das zweite Kind schon da, würde ich das wahrscheinlich auch etwas entspannter sehen. Aber jetzt in der Schlussphase, die - wie ich aus der ersten Schwangerschaft weiß - alles andere als ein Zuckerschlecken sein wird (vor allem, wenn nun auch die äußeren Temperaturen ansteigen), werde ich mit einem 2,5jährigen hier alleine sein und muss schauen, wie wir klar kommen. Zudem liegt das Baby immer noch in Beckenlage, was die Sache ja auch nicht einfacher gestaltet und - sollte die Lage sich nicht noch ändern - auch mit einiger Lauferei und Terminen verbunden sein. Jetzt habe ich heute mit meiner Hebamme das Ganze besprochen. Die hat mir ganz unverblümt gesagt, dass ich davon ausgehen kann, dass mein Mann die Geburt verpassen wird. Einfach weil es meine zweite Geburt ist und seine Anreise im Fall der Fälle zu lange dauern wird. Ich solle mir einen anderen Plan überlegen. Anderer Plan ist gut.... Meine Freundin hier wird zwar mitkommen in die Klinik, aber sie muss dann unseren Sohn beaufsichtigen und ehrlich gesagt, es gibt niemanden - selbst wenn ich die freie Wahl hätte aus Familie und Freundeskreis - bei dem ich mir vorstellen kann, ihn bei der Geburt dabei haben zu wollen. Ich fühle mich einfach allein gelassen mit der Sache und dann will ich auch lieber alleine sein und das mit mir ausmachen, als irgendwen mitnehmen, bei dem ich nicht komplett das Gefühl habe, dass ich ihn in diesem Moment dabei haben möchte. Ich stelle es mir zwar auch irgendwie traurig vor, da alleine zu liegen, aber alles andere stelle ich mir noch komischer vor. Ich habe diese Aussicht, also dass wir einfach damit rechnen müssen, dass er höchstwahrscheinlich nicht dabei sein wird, natürlich auch meinem Mann geschildert, aber der ist inzwischen von meiner Depri-Phase offenbar genervt und geht auf meine Gefühlslage nicht mehr groß ein. Wie würdet Ihr mit all dem umgehen? Die Geburt als solches, die wird schon irgendwie gehen, denke ich. Der Erste ist ja auch rausgekommen. ;-) Also rein vom Praktischen her mache ich mir da keine Sorgen, sondern eher von der emotionalen Seite. Ich denke, jeder hat ja so seine Vorstellungen, wie es ablaufen soll und meine liegen mit dieser Entscheidung eben komplett auf dem Müll. Das tut mir unglaublich weh. Es betrifft ja einfach auch die erste Zeit mit dem kleinen Erdenbürger. Wir hatten geplant, dass unser Großer extra erst später in den Kindergarten eingewöhnt wird, nachdem wir als Familie zusammen gewachsen sind. Und nun? Ich bin dann ja wirklich rund um die Uhr gefordert und habe keine Entlastung mehr. Da bin ich schon gespannt, wie das wird. Und zu sagen: Ich komme da schon irgendwie durch, finde ich der Situation gegenüber so unangemessen. Wir sprechen hier über die Geburt eines Kindes, etwas, was man im Leben doch nicht so oft erlebt?! Und es bringt uns doch auch die Zeit niemand wieder. Wie gesagt, es zieht mir wirklich den Boden unter den Füßen weg. Sorry fürs Jammern, aber ich bin gerade echt was ratlos...
Zuallererst: Tief durchatmen. Das Thema scheint Dich wirklich extrem aufzuwühlen. Du hattest es ja schon mal mit allen Aspekten dargelegt. Das ist natürlich verständlich. Du solltest trotzdem versuchen, die Vorstellungen, die Du bis jetzt hattest loszulassen. Sonst kommst Du nicht weiter. Ändern kannst und willst Du an der Entscheidung Deines Mannes scheinbar ohnehin nicht. Also versuch, Dich auf die neue Situation einzustellen und Dich von der alten zu verabschieden. Man sagt ja: 1. Kommt es immer anders und 2. als man denkt. So ist es leider auch in der Schwangerschaft. Am besten versucht man, sich nicht immer alles in allzu bunten Farben auszumalen. Was die BEL betrifft, so kannst Du sie auch als eine Chance sehen, dass Du einen Termin für die Geburt Deines Kindes festlegen kannst. Das wäre doch für die Planung gar nicht so schlecht und vielleicht könnte dann sogar Dein Mann dabei sein. Auch könntest Du dann konkret ausmachen, wann Du Betreuung für Deinen Sohn brauchst. Und weißt Du, selbst wenn Du bei der Entbindung allein sein solltest. Nach meiner Erfahrung ist es irgendwie eh scheißegal (sorry), wer da neben einem steht. Sicher, wenn das Baby dann da ist, ist es toll, wenn der Partner es sofort sieht, aber es geht auch nicht die Welt unter, wenn vor dem ersten Treffen ein paar Stunden vergehen. Und was die Zeit nach der Geburt betrifft. Man kann einfach nicht in die Zukunft schauen. Vielleicht hast Du ein total pflegeleichtes Baby und alles wird halb so wild. Versuch Dir nicht die schrecklichsten Szenarien auszumalen. Man kann es einfach nicht wissen. Und erfahrungsgemäß wächst man an seinen Aufgaben und das glaube ich auch bei Dir. Wie gesagt, ich glaube, der Knackpunkt ist, dass Du Dich schwer von Deinen Wunschvorstellungen verabschieden kannst. Doch genau das ist nötig, wenn Du aus der Depriphase rauskommen willst. Fühl Dich mal gedrückt! Du schaffst das alles!
Warum gehst du nicht mit deinem mann in die neue stadt?
Ich finde es total egoistisch von ihm dich in diese entscheidung nicht miteinzubeziehen!
Kann dir da sonst auch gar nichts raten ausser vielleicht das dein mann den start im beuen job doch vielleicht.nochmal um 2-3 monate verschieben kann bis nach der geburt. Wenn der arbeitgeber ihn unbedingt haben will sollte der doch mit sich reden lassen! Ich glaub ich würde da meinem mann ziemlich die hölle heiss machen wenn er das so einfach ohne seine familie entscheiden würde ![]()
Ohhh manb, das kann ich zu 100 Prozent verstehen!!! Das tut mir richtig leud für Euch! Kanbst du nicht mitgehen mit ihm? Vermutlich nicht... Ich würde an deiner Stelke in jedem Fall den Erstgeborenen in den Kindergarten geben!!! Das schaffst du sonst nicht alkein in der ersten Zeit! Konzentrier dich auf die neue Situation, auf Probleme und Lösungen! Nicht aufs Jammern, auch wenn das jetzt scheiße klingt, aber du rutscht sonst bestimnt in einen gaaanz schlimnen Baby-Blues! Ach das tut mir echt leid. Kanbst du zu deiner Mutter ziehen? Du brauchst Unterstützung! Frag doch mal beim Jugendamt. Ich weiß auch kein Heilmittel. Versucht, an einem Steang zu ziehen, damut die Beziehung nicht noch krachen geht! Ich wünsch Euch alkes Luebe!!!
Hallo, wir kennen uns noch aus dem Okt 2010-Forum und heute habe ich hier eine Freundin gesucht und Deinen Beitrag gefunden. Du schaffst das auf jeden Fall, mach Dir nicht so viele Gedanken! Den Tipp, den Großen jetzt doch direkt in den Kindergarten zu geben, würde ich nicht befolgen. Aus eigener Erfahrung kann ich Dir sagen, das es für die "Großen" schwer genug ist, auch ohne "sich abgeschoben" zu fühlen. Als 2010 unser Lauri kam, war der Große 35 Monate alt, es war anstrengend, z.T. auch, weil er in dieser Zeit wg. Mittelohrentzündungen schlecht gehört hat (zu dem norm. schlecht Hören ;) ) u wir das noch nicht wußten. Nach einigen Tagen ist mein Mann auch wieder zur Arbeit gegangen und ich war von Okt.2010 bis Aug.2011 mit den Beiden tagsüber alleine, oft auch mal einige Tage und Nächte ganz. Im Aug 2011 sind wir umgezogen u der Große kam in den Kindergarten. Er hat sich so darauf gefreut u wir denken, dass es deshalb so gut klappte, weil er 1. mehr als reif war und 2. genau wußte, wie langweilig so ein Mama-KleinerBruder-Tag war... Zu schaffen ist es mit zwei Kleinen, vor allem im Sommer, einfach Baby ins Tuch und ab auf den Spielplatz! Trotzdem kann ich Dich sehr gut verstehen und wäre ausgesprochen verstimmt, wenn mein Mann ähnlich handeln würde und dann auch noch so wie Deiner auf meine Reaktion reagieren würde. Da besteht bei Euch doch zieml. Redebedarf, meine ich. Also, Du schaffst das auf jeden Fall!!! Alles Gute für Dich und Euch, lg, Sonja
Ich antworte mal gesammelt an alle, die mir geschrieben haben. Also ein Umzug für mich und den "Großen" kommt definitiv nicht in Frage. Wir haben hier ein Haus und sind hier gebunden. Was das frühere in den Kindergarten bringen betrifft, das hat sicherlich verlockende Aspekte. Aber er muss nun von jetzt auf gleich auf seinen Papa verzichten, an dem er sehr hängt (grundsätzlich ist er ein Mama-Kind, aber gerade jetzt kommt ja die Phase, dass auch die Papas enorm an Bedeutung für die Kinder zunehmen, wenn sie vorher eben Mama-Kinder waren). Und wenn ich ihn dann nun auch noch in den Kindergarten weggebe, das würde er nicht verkraften. Seit er merkt, dass hier eine Veränderung ansteht, hat er eh schon Durchfall und weint wegen jeder Kleinigkeit. Da werde ich nun den Kindergarten nicht in Angriff nehmen. Das wäre ihm gegenüber auch irgendwie unfair, dass er nun weg muss, weil mein Mann sich was überlegt hat, was so einfach nicht geplant war. Und was eine geplante Geburt wg BL betrifft: Wenn es nicht zu vermeiden wäre, würde ich natürlich einen KS machen lassen und dann wäre ein geplanter KS sicher auch eine Option. Aber bislang raten mir davon alle ab, weil es ja nicht meine erste Geburt ist und ich zudem in einer darauf spezialisierten Klinik entbinden werde (war mir gar nicht bewusst, dass sie das ist, aber inzwischen weiß ich das). Und da wird normalerweise in jedem Fall eine normale Geburt versucht. Ob ich noch die äußere Wendung versuchen lasse, weiß ich nicht. Erstmal wird noch Akupunktur und Moxen versucht - vermute ich - und dann wird über die Wendung entschieden. Allerdings wird das alles unter erheblichem Zeitdruck ablaufen, weil ja erst spät mit dem ganzen Zeugs angefangen wird. Erst wartet man ja möglichst lange, ob sich das Baby nicht noch von selbst dreht. Wenn die äußere Wendung dann gemacht wird und nicht gelingt, wird meistens wohl auch das Kind direkt geholt. Bei all dem werde ich dann die Unterstützung meines 2,5jährigen Sohns haben, lach. Klar muss ich mich von den Planungen und Vorstellungen, die wir hatten - WIR hatten - verabschieden. Schließlich hat mein Mann irgendwie andere Pläne gemacht. Wie gesagt, um die Geburt als solches mache ich mir dabei am wenigsten Gedanken. Es stimmt mich eben traurig, dass plötzlich anderes so viel wichtiger ist, als das, was hier sein wird und was ja mal unsere gemeinsame Idee quasi war. Das deprimiert mich einfach unglaublich, weil ich damit auch nie im Leben gerechnet habe. Aber da die Sache nun recht schnell starten wird, werde ich ja eh nun ins kalte Wasser geworfen und dann muss ich sehen, wie ich zu Rande komme. Haus, Garten, Kind, schwanger und alles alleine - wird bestimmt super. Und Sonja: Ja, ich kann mich noch sehr gut an Dich erinnern. Ich hoffe, es geht Euch gut? Unsere 2010er Gruppe hat sich ja inzwischen leider ganz aufgelöst...
Ich kann dich voll verstehen. Habe Kontakt mit einer Doula aufgenommen, vielleicht wäre das auch was für dich?
Achso und die Schwangerschaftsberatungsstellen haben meist auch offenen Sprechstunden. Da kannst du dich auch mal austauschen, vielleicht haben sie eine Idee!
Danke Dir. Ich schreibe Dir morgen mal eine Nachricht, wenn das okay ist.