In-Vitro-Fertilisation - was wird gemacht?

In Vitro Fertilisation

© fotolia, Sebastian Kaulitzki

Eine In-vitro-Fertilisation, abgekürzt IVF, ist eine aufwändigere Form der Kinderwunschbehandlung. Sie beinhaltet mehrere Schritte, die zum Teil etwas Vorlaufzeit benötigen.

1. Schritt: Fördern der Eireifung

Im ersten Schritt unterzieht sich die Frau einer Stimulationsbehandlung der Eierstöcke. Ärzte sprechen auch von einer "ovariellen Stimulation". Das heißt, die Frau bekommt zu Beginn ihres Zyklus Hormone, die dafür sorgen, dass in den Eierstöcken nicht nur ein Eibläschen heranreift, sondern mehrere gleichzeitig. Dadurch können mehrere Eizellen für die künstliche Befruchtung entnommen werden.

2. Schritt: Kontrolle der Eireifung

Per Ultraschall kontrollieren Arzt oder Ärztin, wie Eierstöcke und Gebärmutter auf die hormonelle Stimulationsbehandlung reagieren. Ergänzend geben Bluttests Auskunft darüber, wie hoch der Spiegel bestimmter Hormone im Blut ist. Das hilft, den Zeitpunkt zu bestimmen, der für das medikamentöse Auslösen des Eisprungs ideal ist. Ziel ist es, möglichst viele reife und befruchtungsfähige Eizellen zu gewinnen.

3. Schritt: Der Eisprung wird ausgelöst

Sind die behandelnden Ärzte überzeugt, dass alle Bedingungen stimmen, bekommt die Frau ein Hormon gespritzt, das etwa 40 Stunden später den Eisprung auslöst.

4. Schritt: Entnahme der Eizellen für die In-vitro-Fertilisation

Die Entnahme der Eizellen muss rechtzeitig geschehen, bevor der Eisprung einsetzt. Daher werden die Eizellen bereits 36 Stunden nach der Hormoninjektion entnommen. Ein spontanes Eintreten der Regelblutung würde eine Behandlung in diesem Zyklus verhindern.

Die reifen Eizellen werden häufig durch eine Punktion entnommen, meistens von der Scheide her: Auf einen schmalen Ultraschallkopf kommt ein spezieller Vorsatz, der es ermöglicht, den oder die Follikel durch die Wand der Scheide hindurch anzustechen. Die Frau bekommt eine lokale Betäubung oder eine kurze Narkose. Die Eizellen werden angesaugt und in einer Kulturflüssigkeit gelagert.

5. Schritt: Der Samen des Mannes wird gewonnen und aufbereitet

Samengewinnung bedeutet meistens, dass der Mann masturbiert und das Ejakulat in einem kleinen Gefäß auffängt. Je nachdem, was mit dem behandelnden Team vereinbart wurde, ist das in einem separaten Raum in der Praxis/Klinik möglich oder auch daheim. Vorausgesetzt, der Weg in die Klinik/Praxis ist nicht zu weit: Die Samenzellen sollten schnell ins Labor gelangen. Das Ejakulat wird dann so aufbereitet oder "gewaschen", dass nur noch Samenfäden übrigbleiben. Das "Waschen" oder "Aufkonzentrieren" der Spermien dauert ein bis zwei Stunden. Ziel ist es, am Ende ein Konzentrat der besonders beweglichen Samenzellen zu erhalten, um so die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft zu erhöhen.

6. Schritt: Befruchtung der Eizelle, Heranwachsen der Embryonen

Eizellen und Samenzellen werden zusammengebracht. Die Samenzellen umschwirren wie bei der natürlichen Befruchtung die Eizellen und versuchen in sie einzudringen. Nach ca. 24 Stunden in einem Wärmeschrank mit Körpertemperatur zeigt sich unter dem Mikroskop, ob eine Befruchtung stattgefunden hat und sich ein Embryo entwickelt.

7. Schritt: Embryonentransfer in die Gebärmutter

Der Embryonentransfer findet zwei bis vier Tage nachdem Ei- und Samenzellen zusammengebracht wurden statt. Mit einem dünnen und biegsamen Katheter saugen der Arzt oder die Ärztin den Embryo/die Embryonen aus der Kulturflüssigkeit. Der Katheter wird vorsichtig durch den Muttermund hindurch in die Gebärmutter geschoben, um den Embryo/die Embryonen zu platzieren und eine Schwangerschaft auszulösen. Das Gesetz begrenzt die Zahl der Embryonen, die in einem IVF-Durchgang eingesetzt werden dürfen auf drei. In der Regel werden in Deutschland ein bis zwei Embryonen übertragen.

Zuletzt überarbeitet: Februar 2019

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