Wenn die Geburt anders verläuft, als erwartet ...

Mutter und Baby beim schmusen

© fotolia, oksun70

Vermutlich machen auch Sie sich immer wieder Gedanken darüber, wie die Geburt Ihres Babys wohl verlaufen wird. Gerade beim ersten Kind fragen Frauen sich, wie die Wehen wohl sein werden und ob sie mit allem zurechtkommen.

Manche malen sich genau aus, wie sie sich die Entbindung vorstellen oder schreiben sogar einen regelrechten Geburtsplan. Aus der Erfahrung heraus rate ich werdenden Müttern: Denken Sie ruhig darüber nach, was Sie sich wünschen, informieren Sie sich und stellen Sie alle Fragen, die Sie haben. Viele Kliniken bieten Hebammen-Sprechstunden an, in denen Sie Ihre Vorstellungen und Wünsche besprechen können.
Am besten behalten Sie dabei dennoch im Gedächtnis, dass jede Geburt ein einzigartiges Ereignis ist. Es folgt zwar gewissen Gesetzmäßigkeiten; aber keinem festgelegten Plan oder Wegweiser.

Daher ist es sehr hilfreich, offen für das zu sein, was passiert. Das erleichtert es Ihnen, darauf zu achten, was in Ihrem Körper vorgeht und sich darauf einzustellen; zu spüren, was Ihnen gut tut, wenn die Wehen da sind und immer kräftiger werden. Je nach Situation können Sie dann gemeinsam mit der betreuenden Hebamme entscheiden, wie es weiter geht. Sie kann Ihnen raten, ob etwa ein Bad oder ein Haltungswechsel für Sie, Ihr Kind und das Vorankommen der Geburt gut ist. Denn auch das spielt ja eine große Rolle bei allen Entscheidungen: Wie geht es Ihrem Kind, wie kommt dieses mit dem Stress der Geburt klar?

Gerade das Thema Schmerzmittel stürzt Frauen - oder auch Paare - manchmal unnötig in Konflikte. Ganz besonders, wenn Frauen sich vorgenommen haben, überhaupt kein Schmerzmittel zu nehmen. Trotzdem kann der Moment kommen, in dem es nicht mehr ohne geht. Das ist kein individuelles Versagen, sondern einfach eine Tatsache. Wie stark die Wehen sein werden und wie lange sie dauern, lässt sich vorher ja nicht absehen, und eine Geburt ist anstrengend. Schmerzlindernde Mittel können Ihnen dann helfen, Ihre Kräfte zu sammeln und sich auf die Geburtsarbeit zu konzentrieren.

Es ist sicher schön, wenn die Geburt so verläuft, wie Sie sich das erträumt haben. Doch ist das nun einmal nicht immer der Fall. Das Team im Kreißsaal weiß das und ist darauf eingestellt, mit Ihnen den Weg so zu gehen, wie er sich ergibt. Es gehört dazu, dass Frauen während der Geburt an ihre Grenzen stoßen. Oft würden sie zwischendurch am liebsten alles hinschmeißen. Vertrauen Sie ruhig darauf, dass Hebammen und Ärzte gut einschätzen können, wann es definitiv nicht mehr geht. Sollte das im Einzelfall nötig sein, gehört zu den möglichen Hilfen auch ein Kaiserschnitt. Er lässt sich manchmal nicht vermeiden. Gerade, wenn sie lange gekämpft haben, um ihr Baby zur Welt zu bringen, empfinden Mütter das oft als Enttäuschung.

Mir liegt es daher sehr am Herzen, Ihnen zu sagen: Jede Mutter, ganz egal wie die Geburt gelaufen ist, kann stolz auf sich sein! Sie hält in den Armen, worauf sie viele Monate gewartet und was ihrem Körper erstaunliche Leistungen abverlangt hat - ihr Kind. Ein größeres Glück und eine schönere Belohnung gibt es nicht. Und es hilft sehr, dieses Ziel immer im Blick zu behalten!

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