Dr. med. Stefan Kniesburges

Warum zereißt Hebamme Damm bei Geburt

Antwort von Dr. med. Stefan Kniesburges

Frage:

Hallo Expertenteam,

ich habe letztes Jahr mein erstes Kind zur Welt gebracht.

Als die Pressphase anfingt hat die Hebamme meinen Damm zerrissen. Habe mir jetzt meinen Geburtsbericht schicken lassen um zu sehen ob es wegen möglichen Komplikationen schneller gehen sollte. Hierzu steht nichts drin. Ich hatte somit einen Dammriss III.Grades. Nach 30 min. Pressen habe ich auch noch einen Dammschnitt bekommen. Diesen habe ich ausdrücklich vorher verboten.
Meine Frage ist war grünes Fruchtwasser so schlimm das das alles rechtfertigt? Ich habe das Gefühl das es schnell gehen musste da nach mir 5 Geburten dran waren und der Kreissaal gebraucht wurde.
Ich habe nach jetzt fast 9 Monaten Probleme Luft zu halten und denke jetzt über die Langzeitfolgen nach.
Freundliche Grüße

Fufü

von fufü am 09.03.2012, 22:23 Uhr

 

Antwort auf:

Warum zereißt Hebamme Damm bei Geburt

Hallo,
ein Dammriss entsteht durch die Dehnung des Gewebes bei der Geburt und wird nicht von der Hebamme gemacht. Keine Hebamme zerreisst den Damm, im Gegenteil sie bemüht sich einen Dammschutz durchzuführen, um so schwere Verletzungen zu verhindern.
Der Dammschnitt wurde wahrscheinlich auch deswegen gemacht. Leider ist es trotzdem zu einem Dammriss III gekommen. Es lässt sich leider nicht immer verhindern.

Dr. S. Kniesburges, St. Marienkrankenhaus Ratingen

von Dr. med. Stefan Kniesburges am 10.03.2012

Antwort auf:

Warum zereißt Hebamme Damm bei Geburt

Wenn der Damm geschnitten wird, dann reißt es an dieser Stelle leichter weiter ein.
Das ist wie eine Sollbruchstelle.

Grünes Fruchtwasser allein rechtfertig keinen Dammschnitt.
Ich würde mich direkt an die Klinikleitung wenden. Wenn du einen Schnitt vorher verboten hast, ist das die Absolute Höhe!

Wenn die den Frauen die Vaginas aufschneiden, sollten sie schon einen guten Grund dafür haben!!

von blauerVogel am 10.03.2012

Antwort:

...

Blauer Vogel, du bist schon recht extrem in deiner Haltung.
Hätte die Hebamme nicht geschnitten und Kind hätte ggf. etwas länger gebraucht zum rausflutschen und dadurch vielleicht einen Sauerstoffmangel erlitten.
Meist du, es interessiert dann im Klagefall Eltern und Gericht, dass ja gesagt wurde, ich will keinen Dammschnitt? JEDER wird die Klinik in die Verantwortung nehmen und sagen, dass es Entscheidungen und Entwicklungen gibt, die sich dem Kompetenzbereich der Eltern entziehen.
Dann muss man halt Zuhause alleine im Bad entbinden...

von Bernsteinelfe am 11.03.2012

Antwort:

...

Und genau das habe ich gemacht. Zuhause in meinem Bad entbunden!!

Wenn das Kind schon so weit unten ist, dass ein Schnitt gemacht wird, dann ist das Kind eh gleich da. Meinst du es kommt noch auf die 1-2 Wehen an?

Und wer ist der Arzt, dass er sich über die Frau hinweg setzten kann?
Würdest du dir mit einer Geflügelschere die Vagina einschneiden lassen?

Und nur wegen grünem Fruchtwasser ist das absolut nicht nötig.
Der Arzt ist ein Dienstleister und wenn ich vorher sage, das darf nicht gemacht werden, überschreitet er eindeutig seine Kompetenzen.

Weil die Frau muss mit dem Gefühl der Vergewaltigung, einer Narbe und dem Gefühl nicht ernst genommen zu werden, leben.

Lies mal das Buch von Rockenschaub....du wirst erschrecken....

von blauerVogel am 11.03.2012

Antwort:

...

Es ist toll, dass bei Ihren Hausgeburten offensichtlich nichts schief gegangen ist, Glück gehabt, geniessen Sie es. Dennoch werde ich das Gefühl nicht los, dass Sie im Falle eines Falles sofort die Hebamme verklagt hätten, die nur Ihren Wünschen entsprochen hätte.

von Lina_100 am 11.03.2012

Antwort:

...blauerVogel

Hallo,

Es ist schwierig Geburtsverläufe zu kommentieren,bei denen man nicht anwesend war.

Ein Dammschnitt muss ganz klar indiziert sein - die Userin berichtete von einer Saugglockengeburt.
Wenn das Kind vaginal -operativ zur Welt kommen muss fordert dies meist die verlangsamten kindlichen Herztöne am Ende der Geburt (terminale Bradycardie) - hier kommt es durchaus manchmal auf ein/zwei Wehen an um zu verhindern,dass das Kind keine Unterversorgung erleidet.

In diesem Fall ist auch ein Dammschnitt (manchmal) gerechtfertigt,insbesondere wenn das mütterliche Gewebe nicht nachgibt;hier kommt es dann auch mal zum DRIII°.

Das kindliche Wohl steht in diesem Fall vor dem Wunsch der Mutter(kein Dammschnitt).

Wenn die Hebamme oder der Arzt/Ärztin bei einer kindlichen Gefahr keinen Schnitt durchführt,um der Mutter "nicht den Willen zu brechen" kann er/sie in richtig große Schwierigkeiten kommen,denn wenn das Kind aufgrunddessen einen Sauerstoffmangel erleidet sagt die Mutter nicht mehr dass sie keinen Schnitt wollte....

Vielleicht ist die Schilderung ein wenig plakativ,doch sie soll zum geburtshilflichen Verständnis dienen.

Grüße Silke Westerhausen

von Silke Westerhausen am 11.03.2012

Antwort auf:

Warum zereißt Hebamme Damm bei Geburt

Danke für die antworten.
Nur das hier tatsächlich die Hebamme den Damm zerissen hat. Mein Mann hat es gesehen, geschnitten wurde später.
Saugglocke kam nicht zum einsatz.

An alle die hier meinen das hier das Kindwohl wichtig ist, das sehe ich auch so. In meinem Geburtsbericht wird mit keinem Ton erwähnt das hier Hinweise waren. Wäre das der Fall gewesen würde ich diese Sache nicht hinterfragen. Es gibt keine Diskussion ob ein Schnitt gerechfertigt ist wenn es dem Kind nicht gutgeht, da ist alles erlaubt. Nur war das eben bei uns nicht der Fall.

von fufü am 12.03.2012

Antwort auf:

Warum zereißt Hebamme Damm bei Geburt

Danke das sehe ich auch so. Mit der Heilung an sich hatte ich auch keine Probleme. Nur kann ich immer noch nicht Luft halten. Das ist schon störend im Alltag, von den Langzeitfolgen will ich gar nicht anfangen.

LG

von fufü am 12.03.2012

Antwort:

Seltsamme Einstellung...

Das ist ja fast wie im Mittelalter. Da musste auch unbedingt das Kind gerettet werden, damit es noch schnell getauft werden konnte. Lieber die Mutter sterben lassen und das Kind retten, die Mutter war ja schon getauft.

Ich verstehe was Sie meinen, aber Sie wissen auch, dass viel zu oft und schnell geschnitten wird.
Wie schrecklich das für die Frau ist, wenn sie vorher gesagt hat, dass sie es nicht möchte.

Und wenn ganz klar die Mutter hinten an steht, sollte man das aber beim Infoabend mal ansprechen. Ob dann immer noch so viele Frauen im KH entbinden würden?
" Ja sie können uns schon sagen was Sie möchten, aber wir entscheiden dann doch selber, weil wir in jedem Fall das Wohl des Kindes und eine schnelle Geburt vorziehen?"

Natürlich kann man einen Geburtsverlauf nicht beurteilen wenn man nicht dabei war :-)
Aber gründes Fruchtwasser rechtfertig allein, nicht solch eine Aktion. Zumal die Userin jetzt so eine Forumulierung nutzen musste "zerreissen"
Konnte sie diese Fragen auch der Hebamme stellen und darüber noch einmal sprechen? Die Verantwortung hört ja nicht mit der Geburt auf.

von blauerVogel am 12.03.2012

Antwort:

...blauerVogel

Hallo,

ich hatte keine Saugglockengeburt. Der Damm wurde bei beginn der Pressphase zerissen (Mann hat es gesehen) und später der Dammschnit (M.-Lateral) gemacht. Dem Kind ging es zu jeder Zeit gut, so steht es zumindest in meinem Geburtsbericht.

Das Kind hat immer Vorrang, Schnitt hin oder her. Das is nicht der Punkt.

Ich würde hierzu auch nicht nachfragen hätte ich heute (9 Monate später) nicht immer noch Probleme Luft zu halten. Das is im Alltag äusserst unangenehm. Was die Langzeitfolgen betrifft habe ich mich nicht noch nicht informiert.

FG

von fufü am 12.03.2012

Antwort:

Seltsamme Einstellung...

Ich habe bereits 3 Termine die immer verschoben wurden aufgrund von Geburten. Die Konfrontation scheue ich nicht.

Was meine Sie mit der Formulierung zereissen? Was ist hier die Frage?

Fg

von fufü am 12.03.2012

Antwort auf:

Warum zereißt Hebamme Damm bei Geburt

Ich kann mir nur ganz schwer vorstellen, daß eine Hebamme deinen Damm zerreißt. Kann es nicht sein, daß sie deinen Damm mit ihren Händen schützen wollte?? Dein Mann hat das in der Aufregung vielleicht falsch wahrgenommen.
Bemühe dich weiterhin um einen Termin, daß du innerlich zur Ruhe kommst und mit diesem Thema abschließen kannst.

von SStine am 12.03.2012

Antwort:

@fufü

Hallo,

Das ist natürlich übel,dass die Termine verschoben wurden - bleiben Sie am Ball;bitten Sie die Hebamme um ein Gespräch.

Ich kann mir es nur so vorstellen,dass beim Eintritt des Köpfchens der Damm anfing einzureissen und um Schlimmeres verhindern zu wollen wurde noch zusätzlich ein Schnitt gemacht,aber wie gesagt,ich kann als Außenstehende die Lage schlecht beurteilen.

Wenn der Dammriss gut versorgt wurde (das muss ein Facharzt nähen!) ist normalerweise nicht mit Folgeschäden zu rechnen - ungeschickt ist aber ein schräger Schnitt,diese heilen schlechter als gerade Schnitte,da bei geraden Schnitten die Anatomie so ist,dass eine Heilung per se viel besser funktioniert.

Grüße
und alles Gute,
Silke Westerhausen

von Silke Westerhausen am 12.03.2012

Antwort auf:

Warum zereißt Hebamme Damm bei Geburt

Sie hat es definitiv zerissen, hat er gesehen und ich habe es auch gespürt. Das Köpfchen war noch nicht zu sehen.

Ich habe morgen wieder ein Gespräch um einen Termin auszumachen (hoffe das der klappt) und bin gespannt was dabei rauskommt.

Meine Hebamme meinte das man das eigentlich macht (das zerreissen) um nicht zu schneiden, es aber schneller gehen muss.
Vielen Dank für die Antwort.

von fufü am 12.03.2012

Antwort:

Eine Hebamme zerreisst keinen Damm!

Hallo,

Das kann ich leider nicht so stehen lassen,da es definitiv falsch ist - das weiss ich ohne den Geburtsbericht gesehen zu haben.

Das Köpfchen oder die Schultern machen Dammrisse,auch bevor man etwas sehen kann.

Grüße
Silke Westerhausen

von Silke Westerhausen am 12.03.2012

Antwort:

Eine Hebamme zerreisst keinen Damm!

Warum hatte sie den Zeigefinger am Scheideneingang ung hat gezogen? So hat es mein Mann gesehen.

Den Dammschutzgriff hatte sie nicht so wie es im Geburtvorbereitungskurs gezeigt wurde.

FG

von fufü am 12.03.2012

Antwort:

Eine Hebamme zerreisst keinen Damm!

Hallo,

Die hebamme hat versucht das Dammgewebe etwas zu dehnen,dabei reisst es aber nicht - den Dammschutz hat sie danach gemacht.

Das gewebe war sicher etwas straff - man kann es mit öl oder ohne oder mit Kaffeekompressen versuchen etwas nachgiebiger zu machen.

Grüße
Silke Westerhausen

von Silke Westerhausen am 12.03.2012

Antwort:

Eine Hebamme zerreisst keinen Damm!

Vielen Dank für diese Info.

Ich erhoffe mir noch mehr aufklärung im persönlichen Gespräch mit ihr.

FG

von fufü am 12.03.2012

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