Dr. med. Stefan Kniesburges

Natürliche Geburt nach KS

Antwort von Dr. med. Stefan Kniesburges

Frage:

Hallo,

im Okt 09 habe ich mein erstes Kind per Not-KS mit Vollnarkose entbunden und bis jetzt noch nie Probleme mit der Narbe gehabt. Aktuell befinde ich mich bei 38+2 und hoffe sehr, dass es diesmal eine natürliche Geburt wird. Wir wohnen in China und in meinem KH ist es mehr oder weniger üblich, dass immer (über 90% glaube ich) eine PDA gelegt wird.

Kann man durch eine PDA eine Narbenruptur eigentl. auch sofort erkennen oder ist bei einem vorangegangenen KS eine PDA nicht angebracht? Im Falle, dass es während der Geburt wieder ein KS gemacht werden muss - "reicht" hier die PDA aus? Ich habe nämlich tierische Angst vor einem KS während man wach ist - erinnert mich leider immer an einen Horrorfilm :-(. Im Falle eines vorangegangenen Blasenriss (1. Geburt war so) würde ca. zwei Stunden gewartet werden ob Wehen einsetzen und wenn nicht, würde ein Wehentropf gelegt werden. Ist das wie eine Einleitung zu verstehen (habe mal gehört nach einem KS darf nicht eingeleitet werden wg. erhöhter Rupturgefahr) oder ist ein Wehentropf nach einem KS risikoarm?

Vielen Dank für die Beantwortung meiner Fragen und Ihre immer so tolle Hilfe!!!!!

von Whitsundays am 18.07.2012, 03:38 Uhr

 

Antwort auf:

Natürliche Geburt nach KS

Hallo,
früher galt tatsächlich ein vorangegangener Kaiserschnitt als Kontraindikation für eine PDA. Es hat sich aber herausgestellt, dass eine PDA auch in dieser Situation nicht gefährlich ist, deshalb ist es ohne Probleme möglich auch bei einer vaginalen Geburt nach Sectio eine PDA zu legen. Für einen sekundären Kaiserschnitt kann die PDA verstärkt werden, vorausgesetzt, man hat ausreichend Zeit dafür. Sonst ist eine Vollnarkose notwendig. Man kann auch bei liegender PDA zusätzlich eine Spinalanästhesie anlegen. Letztlich kommt es auf den Anästhesisten an, welchen weg er wählt.

nach einem vorzeitigen Blasensprung kann man bei fehlenden Entzündungszeichen bis zu 24 Stunden auf den spontanen Wehenbeginn warten, dann steigt aber die Infektionsgefahr und es wirs eingeleitet. Bei reifem Befund ist der wehentropf am besten steuerbar und deshalb gerade bei einer vaginalen Geburt nach Sectio das Mittel der Wahl zur Geburtseinleitung.

Dr. S. Kniesburges, St. Marienkrankenhaus Ratingen

von Dr. med. Stefan Kniesburges am 18.07.2012

Antwort auf:

Natürliche Geburt nach KS

Sorry, zwei Fragen hätte ich noch :-). Und zwar war ich heute vormittag zur Vorsorgeuntersuchung, hier wurde dann auch im US die Dicke meiner KS-Narbe vermessen. Es hat wohl zwischen 3,6 und 4,1mm an der dünnsten Stelle geschwankt. Würde man hier in Deutschland auch eine natürliche Geburt als sicher einstufen?

Wie gesagt wird hier schon fast von vornherein eine PDA gelegt - im Falle eines KS während der Geburt wird dann zusätzlich noch eine Spinale gemacht. Wie hoch sind denn bei einer PDA und einer zusätzlichen Spinale bei einem KS die Risiken? Meine Ärzten hat hier leider nur abgewinkt, ich solle mir darüber keine Gedanken machen.

Ganz lieben Dank für die Hilfe!

von Whitsundays am 18.07.2012

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